Einträge ‘Solarenergie’

Energiewende auch in Frankreich

Montag, Juli 9th, 2012

Sogar in Frankreich wird seit dem Präsidentschaftswechsel ein neuer Kurs in der Energiepolitik eingeschlagen. Bis 2025 will der neue Präsident François Holland den Anteil des Atomstroms am französischen Energiemix von heute rund drei Viertel auf 50 Prozent senken. „Immer mehr Länder in der Europäischen Union stehen der Kernkraft kritisch gegenüber“, bilanziert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer, die Entwicklung. In einigen Staaten wurde der Nuklearausstieg bereits komplett umgesetzt, in anderen Ländern wie den Niederlanden und Großbritannien, stehen Projekte zum Ausbau der Kernkraft vor dem Aus.

Eine repräsentative Umfrage der französischen Umwelt- und Energiebehörde ADEME zeigt, dass die Zustimmung zum Ausbau Erneuerbarer Energien in Frankreich bei 96 Prozent liegt. Mehr als 80 Prozent der Befragten konnten sich die Installation von Solarmodulen auf ihren Dächern vorstellen, das waren vier Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Mit dem Bau von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft wären 60 Prozent der Franzosen einverstanden, im Jahr 2010 waren es noch 54 Prozent. An den Veränderungen, die Erneuerbare Energien im Landschaftsbild mit sich bringen, störten sich lediglich 13 Prozent der Befragten, das waren sieben Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.

Wind- und Solarenergie ausbaufähig

„Die Umfrage hat auch gezeigt, dass vielen Franzosen die wirtschaftlichen Vorteile Erneuerbarer Energien bekannt sind“, stellt Vohrer fest. Nun gelte es, die hohe Akzeptanz Erneuerbarer Energien im Nachbarland in mehr konkrete Projekte umzusetzen. Frankreich hat mit einem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion von knapp 15 Prozent erhebliche Kapazitäten zur regenerativen Erzeugung von Elektrizität. Mit über 80 Prozent liegen diese allerdings im Bereich alter Großwasserkraftwerke. Dagegen führen die Windkraft mit rund 6 250 MW und die Photovoltaik mit knapp 1 700 MW, die im Juni 2011 installiert waren, ein Nischendasein.

Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich

Zum Vergleich: In Deutschland waren Ende 2011 knapp 30 000 MW an Wind- und rund 25 000 MW an Photovoltaikleistung am Netz. „Im Zuge des von François Hollande angekündigten Rückgangs der Kernkraft am französischen Strommix werden die Erneuerbaren Energien zur stärkeren Entfaltung kommen“, zeigt sich Vohrer zuversichtlich angesichts der vorhandenen Potentiale. Wichtig zu wissen sei, dass sich Grundlast-Strom aus unflexiblen Kernkraftkraftwerken und Elektrizität aus Erneuerbaren Energien nicht gut vertrügen. Weil Atomkraftwerke schlecht an die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien angepasst werden könnten, stünden sie einer regenerativen Stromversorgung im Wege. „Initiativen wie das Projekt Kombikraftwerk in Deutschland, bei dem Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen zusammengeschaltet werden und sich ergänzen, zeigen, dass eine Vollversorgung allein mit Erneuerbaren Energien technisch möglich ist“, betont Vohrer.

Neben Deutschland wollen auch andere Staaten in der Europäischen Union wollen künftig auf die Atomkraft verzichten. So hat Belgien nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen. In Italien stimmten die Bürger im Juni 2011 in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit gegen die Atomkraft. In Österreich ist die Nutzung der Kernkraft gesetzlich verboten. Und auch wirtschaftliche Argumente sprechen gegen die Nutzung der Atomenergie. In den Niederlanden setzte der Stromversorger Delta die Planungen für einen weiteren Reaktor am bisher einzigen holländischen AKW-Standort aus, in Großbritannien legten E.ON und RWE laut Medienberichten ihre Projekte zum Bau neuer Atomkraftwerke auf Eis.

Erneuerbare Energien hingegen setzen neue wirtschaftliche Impulse. Das hat offenbar auch François Hollande erkannt. Er betonte im Wahlkampf, Deutschland habe bei Erneuerbaren Energien fast fünfmal so viele Jobs geschaffen wie Frankreich. Laut einer vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie bietet die Erneuerbare-Energien-Branche mittlerweile mehr als 380 000 Menschen in Deutschland Arbeit.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

„Kernelement der Energiewende“

Dienstag, Juli 3rd, 2012

Die Einigung von Bund und Ländern zur Novelle der Solarförderung gilt als keine optimale Lösung. Vor allem ausländische Hersteller von Billigmodulen profitieren von den Schwierigkeiten auf dem deutschen Solarmarkt, die sich durch die Deckelung der Gesamtleistung auf 52.000 Megawatt ergibt.

Der Kompromiss wird der Tatsache nicht gerecht, dass es heute besonders um die intelligente Integration der Photovoltaik in das Elektrizitätssystem geht. Davon würden insbesondere deutsche Hersteller profitieren, die innovative Systeme entwickeln. „Deutschland kann sich nur dann auf diesen Märkten behaupten, wenn wir innovative Systeme anbieten“, betonte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, Stephan Kohler.

Auch das Scheitern der Verhandlungen zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung sieht die dena als Schaden für die deutsche Wirtschaft. „Mit dem Kompromiss zur Solarförderung haben Bund und Länder keine effiziente Lösung gefunden. Statt auf einen kostenbewussten und energiewirtschaftlich sinnvollen Ausbau der erneuerbaren Energien zu setzen, kommt es jetzt zum Ansturm auf die Fördergelder und einem unkontrollierten Ausbau der Photovoltaik. In Deutschland wird dann massenweise billige Importware auf die Dächer geschraubt. Dabei kann schon heute an manchen Tagen der Solarstrom gar nicht mehr vom Netz aufgenommen werden. Sinnvoll wäre es stattdessen, den Ausbau auf jährlich 2000 Megawatt zu beschränken. Dann könnte man den Solarausbau besser steuern und intelligent in das Netz integrieren. Das Geld, das jetzt in die Subventionierung der Photovoltaik fließt, wäre besser dort eingesetzt, wo es am wirtschaftlichsten ist: in der Gebäudesanierung“, so Kohler.

Vor kurzem sind die Verhandlungen über die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung gescheitert. Damit sieht die dena nun Bund und Länder in der Pflicht, die festgefahrenen Positionen zu überdenken und endlich einen Kompromiss zu finden. Stephan Kohler, ebenfalls Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) und Vertreter der wichtigsten Wirtschaftsinitiative der Bau- und Energiebranche spricht vom „Kernelement der Energiewende“. „Die Hängepartie verunsichert den Markt und muss ein Ende haben. Deutschland braucht eine dynamische Entwicklung bei der energetischen Gebäudesanierung. Damit der Markt dafür in Schwung kommt, sind die steuerliche Förderung und die gute finanzielle Ausgestaltung der Förderprogramme unerlässlich.“

Rund 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf das Heizen von Gebäuden und die Bereitung von Warmwasser, drei Viertel davon in unsanierten Altbauten. Etwa 70 Prozent der Gebäude, die vor 1979 gebaut wurden, haben keinerlei Dämmung, bei 20 Prozent ist sie unzureichend. Ein ähnlich schlechtes Bild ergibt sich bei den rund 18 Millionen Heizungsanlagen in deutschen Kellern: 70 Prozent entsprechen nicht dem Stand der Technik. Durch eine umfassende energetische Sanierung kann der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.

„Das Umstellen auf eine nachhaltige Energieversorgung gelingt nur, wenn auch der Energieverbrauch reduziert wird; und das effektivste Mittel, um den Energieverbrauch zu reduzieren, ist die Gebäudesanierung“, betont Kohler. „Staatliche Förderung zahlt sich hier mehrfach für die regionale Wirtschaft, die Länder und die Kommunen aus. Das ist allen Beteiligten bekannt. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass sich die Politik seit Monaten in diesem Punkt nicht einigen kann.“

Quelle: dena

Foto: BSW Solar

Deutschland als Stromexportland

Mittwoch, Juni 20th, 2012

Deutschland exportiert auch im ersten Quartal 2012 wieder mehr Strom als es importiert. (8,2 Milliarden kWh mehr Stromexport als -import in Deutschland) Dies belegen die neuesten Zahlen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEB). Trotz des Abschaltens von acht Atomreaktoren und der winterbedingt gewöhnlich höheren Stromverbrauchs, erzielt das Land wieder einen großen Überschuss in der Stromhandelsbilanz. Im I. Quartal haben rechnerisch vier der noch neun Atomreaktoren nur für den Export produziert.

Diese Zahlen widerlegen diejenigen, die immer wieder Angst vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung schüren und zeigen, dass gerade der Zubau von Solar- und Windkraftwerken der richtige Weg ist. Wenn wir endlich mit Energiesparen und Energieeffizienz ernst machen und auch deswegen den Bremser Rösler entfernen, wenn wir mit Lastmanagement – also der Steuerung flexibler Stromverbraucher nach dem Angebot preiswerten Stroms – und Netzumbau sowie Speicherzubau anfangen, können wir schnell alle Atomkraftwerke abschalten und zugleich die klimaschädlichen Kohlekraftwerke immer weniger laufen lassen.

Da der Strom aus Erneuerbaren Energien den Import von Energien reduziert und vorrangig zur Wertschöpfung im Lande führt, schafft dies Arbeit und Einkommen. Selbst bei Verwendung von „Chinesenmodulen“ erfolgt über 90 Prozent der Wertschöpfung in unserem Land. Und der Strom aus Wind- und Solaranlagen kostet keinen Treibstoff und wird von Jahr zu Jahr preiswerter. Schon bald wird Deutschland das Industrieland mit der modernsten und preiswertesten Stromversorgung sein.

Quelle: FORUM e.V. 2012

Investitionen in Erneuerbare Energien steigen weltweit um 17 Prozent

Mittwoch, Juni 13th, 2012

Die Investitionen in Erneuerbare Energien sind im Jahr 2011 weltweit um 17 Prozent auf einen neuen Rekord von 257 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das ist das Sechsfache der Investitionen die im Jahr 2004 getätigt wurden und 94 Prozent mehr als im Jahr 2007, ein Jahr vor der weltweiten Finanzkrise. Zugleich gibt es einen enormen Strukturwandel im Bereich der Erneuerbaren Energien. Auch die deutsche Solarindustrie ist erheblich unter Anpassungsdruck geraten.

Aktuelle Daten zu Investitionen in Erneuerbare Energien liefert der „Global Trends in Renewable Energy Investment“ Report (GTR) von Experten der Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance und Bloomberg New Energy Finance. Er wurde gestern an der Frankfurt School of Finance & Management vorgestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts im Überblick:

  • Unter den verschiedenen Erneuerbaren bevorzugten die Investoren im Jahr 2011 die Solarenergie gegenüber der Windenergie. Vom Jahr 2010 zum Jahr 2011 stiegen die weltweiten Gesamtinvestitionen in Solarenergie um 36 Prozent auf 136,6 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen in Windenergie im Jahr 2011 beliefen sich auf 74,9 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang um 12 Prozent. Somit flossen fast doppelt so viele Mittel in den Solarbereich wie in die Windenergie. Die Erneuerbaren konnten erneut ein Rekordjahr verbuchen, obgleich es von Herausforderungen geprägt war. Der Wettbewerbsdruck verschärfte sich und führte zu stark fallenden Preisen vor allem im Solar-Bereich. Diese für den Verbraucher erfreuliche Entwicklung machte den Herstellern schwer zu schaffen. Einige Unternehmen zwang der Preisverfall zur Aufgabe, andere überlebten nur dank ihrer Restrukturierungsmaßnahmen.
  • Während die Industrieländer im Jahr 2011 mit 97,8 Milliarden US-Dollar (Entwicklungsländer 49,5 Milliarden US-Dollar) am meisten in Solarenergie investierten, flossen in Entwicklungsländern mehr Mittel in die Windenergie
  • Der starke Anstieg bei Investitionen in Solarenergie und der gleichzeitige Rückgang bei Investitionen in Windenergie lassen sich auf den Boom bei den Installationen von Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Hausdächern zurückführen.
  • Im Jahr 2011 wurden 76 Milliarden US-Dollar in sogenannte „small-scale“, also kleine, dezentrale Projekte investiert – zum Beispiel Solarstrom auf Hausdächern. Dies ist rund ein Viertel mehr als im vorangegangenen Jahr (60 Milliarden US-Dollar) und entspricht 30 Prozent der Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energie des Jahres 2011.
  • Bloomberg New Energy Finance schätzt, dass 7.9GW der gesamten PV (also large-scale und small-scale) in Italien installiert wurden, dicht gefolgt von Deutschland mit 7.5GW. Auch eine Vielzahl von smallscale Photovoltaik-Projekten in China und Großbritannien sowie Finanzierungen von größeren solarthermischen Kraftwerken in Spanien und den USA führten zu der Verschiebung der Investition hin zu Solarenergie.
  • Fallende Preise: Die Preise für PV-Module fielen um fast 50 Prozent, für Onshore-Windenergieanlagen um etwa zehn Prozent. Fallende Preise machten diese beiden wichtigsten erneuerbaren Energieformen zu ernsthaften Konkurrenten für fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas.

Der Report kann auf der Website des FS UNEP Centre www.fs-unep-centre.org kostenfrei heruntergeladen werden. Bei der Frankfurt School besteht außerdem die Möglichkeit eine gedruckte Ausgabe anzufordern.

Quelle: IWR

Energiewende durch mehr Wind- und Solarstromerzeugung auf dem richtigen Weg

Mittwoch, April 18th, 2012

Die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie hat in Deutschland im ersten Quartal 2012 um 39 Prozent zugenommen. Stürmisches Wetter, Sonne und eine Zunahme bei neuen Anlagen führten dazu, dass von Januar bis März die Erzeugungsmenge in der Branche auf insgesamt 19,5 Mrd kWh stieg.

Nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag die Windstromproduktion im ersten Quartal bei 15 682 Gigawattstunden (GWh), im Vorjahreszeitraum waren es nur 11 594 GWh gewesen. Die Solarstrom-Produktion stieg nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft vom Dienstag auf 3900 GWh (plus 40 Prozent). Als sonnenstärkster Monat erwies sich der März, mit einem Anteil von 60 Prozent. Die Winderzeugung war mit 7 Mrd kWh im Januar am stärksten.

Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor kommentierte: „Damit haben Wind- und Solaranlagen schon im ersten Quartal 2012 so viel Strom erzeugt, wie die Wasserkraft in Deutschland normalerweise in einem Jahr produziert“.

Ein Sprecher des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft betonte mit Blick auf die neuen Zahlen in Berlin: „Damit die Umsetzung der Energiewende gelingt, wird es vor allem auf den weiteren Ausbau der Windenergieanlagen an Land und vor den Küsten ankommen“. Wind werde auch in Zukunft die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Deutschland sein.

Quelle: IWR, Finanztreff

Bild: Schuler

Schwarz-Gelb verhindert Energiewende

Montag, März 19th, 2012

Die Ankündigung der Bundesregierung, nach Fukushima die Energiewende möglichst schnell umzusetzen, wurde nun von den Ministern Rösler und Röttgen abrupt gestoppt. Ihre Förderkürzungen für Solarenergie führen dazu, dass nach langjährigem und erfolgreichen Ausbau der dezentralen, klimafreundlichen und nachhaltigen Energie, die eigenen Zielvorgaben nicht mehr erreicht werden können. Einer Energieversorgung zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien ist die Basis entzogen worden.

„Einerseits wird beklagt, dass der Ausbau der Netze für den Stromtransport von Nord nach Süd viel zu schleppend vorangeht, andererseits verhindert man, dass der Süden eigene Solaranlagen zur Stromerzeugung aufbaut. Gleichzeitig werden die umstrittenen, teuren Offshore-Windanlagen, die von den großen Konzernen gebaut werden, großzügig gefördert,“ bemängelt Antje Wagner, Energiereferentin im Umweltinstitut München. „Die Photovoltaikanlagen, die überwiegend in Süddeutschland installiert sind, tragen jetzt schon mit fünf Prozent zu Deutschlands Stromversorgung bei.“ Ein Abwürgen dieses Ausbaubooms sei nicht nur ein Schlag gegen die Solarbranche, sondern auch gegen die engagierten Bürgerinnen und Bürger, die in diese Technologie investieren und damit eine dezentrale Energieversorgung voranbringen.

Karin Wurzbacher, Physikerin im Umweltinstitut München, kritisiert: „Es sollen wieder einmal die großen Konzerne profitieren. Der gesellschaftlich konsensfähige Strom aus Photovoltaik wird beschnitten. Denn: Solarstrom verhagelt den Konzernen die Preise, weil er gerade in der Mittagsspitze zur deutlichen Strompreissenkung beiträgt.“ Das Interesse der Stromkonzerne ist es, ihren Atom- und Kohlestrom weitgehend ungehindert ins Netz bringen zu können. Der gesetzlich vorgeschriebene Vorrang der Einspeisung von Erneuerbaren war nur geduldet, solange die eingespeisten Mengen gering waren.

„Es ist unglaublich, dass Deutschland nach wie vor Atom- und Kohlestrom subventioniert und eine Förderung der wirklich nachhaltigen Sonnenenergie drastisch kürzt und deckelt. So wird die Energiewende nicht gelingen“, meint Antje Wagner. Sie fordert die Regierung auf, den „Ausstieg aus der Energiewende“ nicht zu vollziehen, den Atomausstieg zu beschleunigen und den Ausbau der Erneuerbaren aktiv und engagiert voranzutreiben.

Der bayerische Ministerpräsident Seehofer hat das große Potential der Sonnenenergie in Bayern erkannt. Das Umweltinstitut München fordert ihn deshalb auf, seine Haltung durchzusetzen und die Energiewende zu retten.

Quelle: Umweltinstitut München, Autorin: Karin Wurzbacher

Foto: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Solarkürzung ab 1. April

Montag, März 12th, 2012

Die Kürzung der Solarförderung ab 1. April wurde nun debattiert. Begründet wird die Gesetzesänderung von der Bundesregierung durch die stark gesunkenen Anlagenkosten für Solarenergie. Dadurch sei es vor allem 2010 und 2011 zu einem enormen Zuwachs gekommen. Mit den derzeitigen Vergütungssätzen und den gesunkenen Preisen komme es zu einer Überförderung und es müsste nachgesteuert werden. Laut Gesetz wird die Förderung je nach Größe der Anlagen um bis zu 30 Prozent abgesenkt. Von den Ministern Rösler und Röttgen wurde im ersten Entwurf sogar eine Kürzung zum 9. März vorgesehen.

Von der Solarbranche wird die Verschiebung des Inkrafttretens der geplanten Einschnitte als Augenwischerei bezeichnet und die Bundesregierung zu wirklicher Nachbesserung aufgefordert. Es ist lediglich der Zeitpunkt, nicht aber der Inhalt geändert worden und steht damit im Widerspruch zur Zielsetzung der Energiewende.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar): „Das ist nur eine Galgenfrist. Entscheidend ist nun, dass die gravierenden Einschnitte nach dem 1. April auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Denn: Diese Einsparungen sind unverhältnismäßig und hätten fatale Folgen: eine Insolvenzwelle, die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze sowie das Scheitern der Energiewende.“

Die Verschiebung des Inkrafttretens helfe nach Branchenangaben überwiegend nur vertraglich bereits vereinbarten Solarprojekten. „Zukünftige Solarstromanlagen werden dadurch nicht wieder rentabel“, so Körnig. Die Kürzungen werden, je nach Marktsegment, zwischen 26 und 39 Prozent betragen. Doch bereits zum 1.01.2012 wurde die Förderung um 15 Prozent reduziert. Ändert sich an der Höhe der Kürzungen nichts mehr, so rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft mit einem Markteinbruch von 75 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid führte eine Befragung der Bundesbürger zu den jüngsten Kürzungsplänen durch. Danach lehnen zwei Drittel die Pläne der Bundesregierung ab. Erst im Sommer vergangenen Jahres wurde nach dem beschlossenen Atomausstieg die Absicht erklärt, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

Quelle: IWR, Bundesverband Solarwirtschaft

Großdemonstration in Berlin gegen „Solarausstieg“ – Kürzung erst im April?

Dienstag, März 6th, 2012

Am Montag protestierten 11.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen den „Solar-Ausstieg“. Damit wurde ein eindrucksvolles Signal an die Bundesregierung gesetzt, auf die radikalen Kürzungen beim Ausbau der Solarenergie und der Solarförderung zu verzichten.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. hat gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der IG Metall, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu der Großkundgebung geladen. Auch Spitzenpolitiker, wie Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin, und Gregor Gysi bekundeten ihre Solidarität mit den Mitarbeitern der Solarbranche.

Solarkürzung verschoben

Der Finanzminister Bayerns, Markus Söder, sprach im bayerischen Rundfunk von einer Verschiebung der Solarkürzung auf Anfang April. Eine offizielle Bestätigung von der Bundesregierung gibt es jedoch noch nicht.

Ursprünglich sollte bereits ab 9. März gekürzt werden, der Widerstand im Bundestag und den Ländern scheint dies allerdings zu verschieben. Eine Sprecherin des Bundesumweltministers Röttgen meinte: „Darauf läuft es hinaus“.

Quellen: Bundesverband Solarwirtschaft, sonnenseite.com

Bild: Bundesverband Solarwirtschaft

So lohnt sich die Solaranlage auch künftig noch

Donnerstag, März 1st, 2012

Bundesweite Proteste vonseiten der Solarindustrie machen die Unzufriedenheit über die neuesten Kürzungen der Förderung deutlich. Ist mit der Gesetzesänderung überhaupt noch eine ökonomische Installation einer Solaranlage möglich? Die Antwort ist: Ja. Wer eine Anlage bauen oder in eine solche investieren möchte, kann – unter Beachtung einiger Grundregeln – auch künftig noch satte Gewinne machen.

Kleinanlagen

Für Kleinanlagen mit bis zu zehn Kilowatt Leistung sinkt die Förderung voraussichtlich zum 9. März, vielleicht auch erst zum 1. April, das ist noch nicht abschließend geklärt. Die Kürzung beträgt einmalig 20 Prozent. Klingt hart, tatsächlich ist sie nur leicht stärker und kommt etwas früher als die bislang geplante Kürzung von 15 Prozent zum 1. Juli.

Analysten sehen die Kürzung entspannt. „Wer eine Anlage „Made in Germany“ kauft, kann im Schnitt noch mit einer Rendite von fünf Prozent rechnen“, so Patrick Hummel von der UBS. „Wer eine Anlage mit chinesischen Modulen kauft, sogar mit sieben oder acht Prozent.“ Bei seinen Berechnungen geht Hummel davon aus, dass der Betreiber einer kleinen Solaranlage einen Teil des Stroms selbst verbraucht. Damit ist eine zweite Neuerung der Bundesregierung schon berücksichtigt: Betreiber kleiner Solaranlagen bekommen künftig für 15 Prozent ihres Jahresverbrauchs keine Förderung mehr.

Tatsächlich liegt in dieser Neuerung eine große Chance. So muss der Selbstversorger keinen teuren Strom zukaufen. Der Preisunterschied beträgt nach der Kürzung noch 4,5 Cent. Bei relativ höherem Eigenverbrauch steigt somit auch die Rendite des Anlagenbetreibers. Theoretisch können Kleinanlagenbesitzer bis zu 50 Prozent ihres Stroms selbst verbrauchen. Wer diesen Wert erreicht, wird sich auch in den kommenden Jahren noch profitabel Solaranlagen aufs Dach schrauben können. Laut Berechnungen des Instituts Prognos läge die Rendite selbst bei einem Fördersatz von 15 Cent noch bei bis zu 6,2 Prozent. Dieser Fördersatz wird nach den neuen Plänen der Regierung am 1. Oktober 2014 erreicht – und bis dahin dürften die Preise für Solarmodule kräftig gefallen sein, was wiederum die Rendite anhebt. Außerdem wird erwartet, dass die Anlagenpreise kräftig nach unten gehen werden.

Großanlagen

Bei Großanlagen, woran Privatpersonen meist über Fonds oder Bürgerkraftwerke beteiligt sind, sollte in Zukunft genau hingeschaut werden. Die Einspeisevergütung sinkt zum 9. März oder erst zum 1. April von rund 18 auf 13,5 Cent. Außerdem werden künftig nur noch 90 Prozent des Stroms vergütet. Die restlichen 10 Prozent müssen an der Börse verkauft werden und können nicht wie bei Kleinanlagen selbst verbraucht werden. Daraus ergeben sich rund sechs Cent weniger Gewinn, also weniger als sie durch die Einspeisevergütung bekommen hätten. De facto sinkt die Förderung dadurch auf rund 12,75 Cent.

Expertenmeinungen zufolge sollen Solarkraftwerke trotzdem rentabel bleiben. Nach brancheninternen Berechnungen besteht bereits bei einer Förderung von 11 Cent eine Rentabilität dieser Anlage – unter Verwendung eines Systempreises von 1,23 Euro pro Watt, 1000 Sonnenstunden im Jahr, und wenn man berücksichtigt, dass die Anlage eine durchschnittliche Lebensdauer von 30 Jahren hat.

„Nach der Absenkung rechnen wir für große Freiflächenanlagen noch mit Renditen von rund sechs Prozent“, sagt Hummel von der UBS. Für einen Privatinvestor sei das noch immer ein akzeptabler Wert. Bislang waren große Solarkraftwerke stark überfördert. „Investoren waren Renditen von 15 Prozent oder mehr gewohnt“, sagt Hummel.

Investoren müssen zudem beachten, dass sich nicht alle freien Flächen gleich sind. Oft werden Solarparks auf brachliegenden Militär-, Industrie- oder Gewerbeflächen gebaut. Diese müssen vor der neuen Nutzung aber erst umgewandelt werden, was die Kosten erhöht – und die Renditen schmälert. Solche Investitionen würden nun „für eine Übergangsphase unattraktiver“, schätzt Karl Kuhlmann, Chef der SAG Solarstrom.

Doch auch bei großen Anlagen gilt: Sinkende Modulpreise machen auch große Kraftwerksprojekte wieder rentabler.

Quelle: Spiegel

Massenproteste gegen Solarförderungskürzung

Mittwoch, Februar 29th, 2012

Bundesweit finden derzeit Aktionen und Kampagnen gegen die geplante Solarkürzung statt. Tausende Mitarbeiter von über 50 Solarunternehmen protestieren in Berlin und anderen Städten unter dem Motto „Kein Kahlschlag bei der Solarförderung – die Energiewende gelingt nur mit mehr Solarstrom!“ und appellierten damit an die Bundeskanzlerin die Kürzungspläne fallen zu lassen und zehntausende Arbeitsplätze zu retten.

Von der Solarwirtschaft werden die Pläne des Bundesumweltministers Röttgen und Bundeswirtschaftsminister Rösler heftig kritisiert. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, meint dazu: „Was hier geplant ist, ist ein Solar-Ausstiegsgesetz. Nun soll Solarstrom der Stecker gezogen werden. So kann die Energiewende nicht gelingen. Die Existenz von vielen zehntausend Arbeitsplätzen in einer der wichtigsten Zukunftsbranchen steht auf dem Spiel. Rösler und die Interessen der großen Energiekonzerne haben sich durchgesetzt. Jetzt droht ein gewaltiger Rollback in der Umwelt- und Energiepolitik“.

Laut einer Repräsentativbefragung des Meinungsforschungsinstituts tsn emnid will die überwältigende Mehrheit der Bundesbürger, gerade nach Fukushima, einen schnellen Ausbau der Solarstromnutzung. 69 Prozent der Befragten finden nicht, dass die Politik die Solarenergie zu schnell ausbaut. 60 Prozent sind sogar der Meinung, die Politik tue zu wenig für den Ausbau der Photovoltaik.

Röttgen (CDU) und Rösler (FDP) möchten diesen Ausbau jedoch begrenzen und schrumpfen durch den Gesetzesentwurf den Solarmarkt in Deutschland jedes Jahr. Die jüngsten Kürzungspläne treffen die Solarbranche besonders stark, da sie derzeit in einem sehr harten Wettbewerb steht und in den vergangenen Jahren wiederholt Förderkürzungen erheblichen Ausmaßes verkraften musste. Bereits in den vergangenen drei Jahren wurde die Förderhöhe für die Installation neuer Solarstromanlagen halbiert. Nach einer erst im Januar in Kraft getretenen Gesetzesänderung sinkt sie 2012 mit rund 28 Prozent doppelt so schnell wie im Vorjahr.

„Der massenhafte Protest zeigt, wie groß die Ängste bei den Beschäftigten sind, nun ihren Arbeitsplatz zu verlieren“, so Körnig. Als Begründung für Förderkürzungen werden oft die Markteinführungskosten für die Photovoltaik aufgeführt, die bis heute installiert wurden. Doch Energieexperten haben in den vergangenen Wochen wiederholt darauf hingewiesen, dass die zukünftig installierten Solarstromanlagen kaum noch Kosten verursachen – dafür aber Arbeitsplätze sichern und zur Energiewende beitragen. Nach Einschätzungen der Prognos AG würde ein weiterer kraftvoller Ausbau der Photovoltaik den Strompreis bis zum Jahr 2016 nur noch um rund zwei Prozent erhöhen und sich gleichzeitig mit über 50 Milliarden Euro gesamtwirtschaftlich für Deutschland auszahlen.

Quelle: BSW-Solar