Einträge ‘Strom’

Umwelt-Energietag für Geflüchtete

Donnerstag, Juli 6th, 2017

Fit für die eigene Wohnung
Umwelt-Energietag für Geflüchtete in Herrsching und Starnberg
Sparsam mit Wasser umgehen, die Heizung bewusst steuern und Abfälle richtig trennen: warum das wichtig ist und wie das geht, wird Geflüchteten bei zwei sogenannten „Umwelt-Energietagen“ am 15. Juli, im Pfarrzentrum St. Nikolaus in Herrsching, Mitterweg 20, und am 22. Juli im Seniorentreff der Caritas in der Hanfelder Straße 10 jeweils von 11-18 Uhr vermittelt.

Manchem Flüchtling ist nicht bewusst, wie wichtig der Schutz von Ressourcen ist und welchen Stellenwert das Thema in Deutschland hat. Auf den ersten Blick erscheint es als Land des Überflusses, in dem Sparen nicht notwendig ist. Auch der Umgang mit Abfällen ist sehr unterschiedlich: „Die Gewohnheiten, Müll zu entsorgen, reichen weltweit von einfach auf die Straße werfen, wilden Müllkippen bis hin zum akkuraten Ausspülen leerer Joghurtbecher.

„Wir verstehen die Schulungen als Unterstützung für eine zügige Integration und als Vorbeugung gegen eine Verschuldung von anerkannten Asylbewerbern“, so Sabine Neumann vom Fachbereich Asyl des Landratsamtes. Die Schulungen werden vom Landratsamt Starnberg in Kooperation mit dem Netzwerk Flüchtlingshilfe beim Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) und dem Verein Energiewende Landkreis Starnberg durchführt.

Vergleichbare Schulungen gab es bereits im letzten Jahr für das Projekt „Ressourcentage – gemeinsam aktiv in Asylunterkünften“ und ist vom Bundesministerium des Innern gefördert worden. Erfahrende Trainerinnen aus diesem Projekt vermitteln jetzt im Landkreis Starnberg praxisnahes Wissen, wie beispielsweise der Unterschied zwischen Dauer- und Stoßlüften. Die Teilnehmer lernen auch durch Ausprobieren und Testen, z.B. mit einem Strommessgerät für Elektrogeräte und werden so für den sorgsameren Umgang mit Ressourcen sensibilisiert. Außerdem wird aufgezeigt, dass sich ressourcenschonendes Verhalten auch auf den Geldbeutel auswirkt, und dass bei den Mietnebenkosten ein großes Einsparpotenzial besteht .

Am Ende der eintägigen Schulung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat über ihre Mitarbeit. Davon profitieren vor allem anerkannte Flüchtlinge, die eine Wohnung suchen. Ein Zertifikat kann helfen, Vertrauen in Flüchtlinge als Mieter zu gewinnen.

Für die Teilnahme entstehen keine Kosten, auch Getränke und für ein Mittagessen wird gesorgt. Es ist eine Anmeldung erforderlich. Ansprechpartnerin ist Barbara Huber, Fachbereich Asyl beim Landratsamt Starnberg, Tel.: 08151-148673, barbara.huber@lra-starnberg.de.

Windkraft funktioniert in Oberbayern

Donnerstag, Mai 4th, 2017

In Bayern erstmals Windräder heruntergedreht

Am Wochenende sind zum ersten Mal in Bayern in großem Umfang die Rotoren von Windkraftwerken aus dem Wind genommen worden. Grund: zu viel Strom im Netz. Gleichzeitig liefen das Atomkraftwerk Gundremmingen und Kohlekraftwerke weiter

zum Beitrag des BR gehts hier

80 Prozent Erneuerbare sind kein Problem

Dienstag, Juni 7th, 2016

Boris Schucht, Chef des Netzbetreibers 50Hertz, ist der Meinung dass es auch heute schon unproblematisch ist nicht stetige Energien, wie Solar- und Windstrom, sicher ins System zu integrieren. Die Versorgungssicherheit ist derweil sogar noch gewachsen. Das Problem ist auch eher ein Kostenproblem, als ein technisches, weil der Netzausbau dem Ausbau der Erneuerbaren noch hinterherhinkt. Deshalb muss der Ausbau der Erneuerbaren und der Netzausbau besser synchronisiert werden. Schucht ist der Ansicht, das System sei auch jetzt schon so flexibel, dass die Forderung nach mehr Speicherkapazität oder nach abschaltbaren Lasten oder Backup-Kraftwerken als Mythos anzusehen sei. weiterlesen

 

Drastische Absenkung der Solarstromvergütung 2012

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung um rund 30 Prozent führen. Unter Schwarz-Gelb wird die Solarförderung damit binnen zweieinhalb Jahren annähernd halbiert.

Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15 % abgesenkt werden. Das ist das Resultat der im Sommer vergangenen Jahres verabschiedeten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%. (Die erste Reduzierung von 15 % der Solarförderung fand bereits am 01. Januar 2012 statt). Somit reduziert sich die Förderung im Jahr 2012 insgesamt doppelt so stark wie 2011.

 

Mit Vergütungszahlungen zwischen 17,94 Cent und 24,43 Cent pro Kilowattstunde erreicht die Förderhöhe für neue Solarstromanlagen in allen Klassen damit das Preisniveau privater Stromtarife in Deutschland. Zum 1. Juli werden sie voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Kosten für den weiteren Solarstrom-Ausbau deutlich reduziert. „Die gesetzliche Kostenbremse greift. Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien.“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Durch das starke Wachstum der Photovoltaik steigt ihr Anteil am deutschen Stromverbrauch 2012 auf über vier Prozent. Der Branchenverband erwartet bei moderater Weiterentwicklung einen Beitrag von über zehn Prozent im Jahr 2020. Solarstrom wird dadurch zu einem wesentlichen Motor der Energiewende, die durch den Wegfall der Atomkraft beschleunigt werden muss. Der starke Zubau 2011 war ohne umfangreiche Investitionen in die Netzinfrastruktur möglich, da Solarstrom verbrauchernah erzeugt wird.

Eine Überlagerung verschiedener Effekte hat dazu beigetragen, dass die starke Reduzierung der Förderung 2011 nicht sogar bereits zu einem Rückgang der Nachfrage führte: Deutlich gesunkene Preise für Solarmodule und schlüsselfertige Solarstromanlagen, milde Witterungsverhältnisse im Dezember, die im Herbst angekündigte Absenkung der Förderung zum Jahreswechsel in Höhe von 15 Prozent sowie die von Teilen der Politik geschürte Angst vor einer Kappung der Solarförderung. Darüber hinaus hat möglicherweise die durch die Eurokrise begünstigte Flucht in Sachwerte auch den Ausbau der Solarenergie beeinflusst.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft, Hans-Josef Fell MdB 2012 (Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Foto: anweber – Fotolia

Energiewende: Deutschland ist weiterhin Strom-Exporteur

Mittwoch, September 21st, 2011
Deutschland exportiert trotz der Abschaltung von acht Atomkraftwerken weiterhin mehr Strom als es importiert. Von Stromknappheit kann in Deutschland also weiterhin keine Rede sein. Allerdings hat sich die Ausfuhr verringert, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Demnach wurde von Deutschland im ersten Halbjahr mehr Strom ins Ausland geliefert als es von dort importiert hat. Trotz des endgültigen Aus für acht deutsche Atomkraftwerke nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima (Japan) überstiegen die deutschen Stromexporte mit 27,9 Terrawatt-Stunden (TWh) die Importe noch um fast 17 Prozent. In Zahlen:  23,9 Terrawatt-Stunden (TWh) wurden importiert, 27,9 TWh sind ausgeführt worden. Somit behält Deutschland den Status eines Netto-Exporteurs.

Fukushima und Atom-Moratorium entscheidend

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist der Exportüberschuss in der Handelsbilanz aber deutlich gesunken: So ist der Statistik zufolge die Einfuhrmenge im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 um 4,8 TWh gestiegen, das macht ein Plus von 25 Prozent aus. Gleichzeitig hat sich die Ausfuhr um rund zwei TWh verringert, was einem Minus von sieben Prozent entspricht. Die größten Strommengen haben von Januar bis Juni Frankreich (10,4 TWh) und die Tschechische Republik (5,6 TWh) in die deutschen Netze eingespeist. Die beiden wichtigsten Abnehmer für Strom aus Deutschland waren laut Statistik Österreich (7,8 TWh) und die Schweiz (7,6 TWh).

Anmerkung: Eine Terrawatt-Stunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden.

Quelle: focus online, Statistisches Bundesamt, News.toptarif.de

Foto: Windrad – Raphael Mack

Deutsche Energieagentur lehnt Reserve-Atomkraftwerke ab

Donnerstag, Juli 14th, 2011

Atomkraftwerk Unterweser

Statt AKW vorhalten, lieber „Verbraucher“ gezielt abschalten

Die Deutsche Energie-Agentur (kurz: dena) rechnet mit einem weitaus stärkeren Zuwachs an Strom aus erneuerbaren Energien als es die Bundesregierung in ihren Planungen vorsieht und betrachtet daher das geplante Reserve-AKW als nicht notwendig, wie der Fernsehsender n-tv heute auf seiner Internetseite vermeldet.

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur Dena, Stephan Kohler, habe sich folglich dagegen ausgesprochen, ein altes Atomkraftwerk als Reserve für Engpässe im Winter am Netz zu lassen. „Im kommenden Winter könnte es knapp werden, aber nach unseren bisherigen Berechnungen kann die Versorgungssicherheit gewährleistet werden“, wird Kohler zitiert. Nach Ansicht Kohlers gibt es demnach eine Alternative zu einem Reservekraftwerk.

Derzeit prüft die Bundesnetzagentur, so weiter in der Meldung von n-tv, ob eines der abgeschalteten AKW als Reserve am Netz bleiben soll. Dazu der DENA-Chef Kohler: „Wir sollten nicht nur auf die Kraftwerke schauen, sondern in bestimmten Situation auch verbraucher gezielt abschalten.“ Nach Meinung von Kohler gäbe es durchaus Möglichkeiten der Industrie für einzelne Abschaltungen – und schon entsprechende Angebote von Unternehmen. Dafür müsse man zwar etwas bezahlen. „Aber das wäre kostengünstiger, als ein Kernkraftwerk in Reserve zu halten.“

Die Annahmen der Bundesregierung, nach denen erneuerbare Stromquellen bis 2020 einen Anteil von rund 35 Prozent ausmachen, stufte Köhler zudem als überholt ein. Die Annahmen auf Bundesebene stimmten nicht mehr mit den Planungen der Länder überein. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz werde nicht gesteuert, in welchen Regionen der Ausbau wie schnell voranschreiten solle. Deshalb habe die Dena die Länder nach ihren tatsächlichen Plänen gefragt.

Die Windkraft an Land wächst schneller als prognostiziert

Das Ergebnis sei, dass 50.000 Megawatt allein aus Windkraft an Land bis 2020 nicht unrealistisch seien, sagte Kohler. „Das übersteigt, was bundesweit unterstellt wurde.“ Mehrere Zeitungen hatten bereits berichtet, dass laut Dena schon 2022 bis zu 58 Prozent Ökostrom zu erwarten seien, insbesondere weil die Onshore-Windkraft regelrecht boomt. Nun erläuterte Kohler Details.

„Zum Beispiel Schleswig-Holstein hat die für Windparks freigegebene Fläche von 0,5 Prozent auf 1,5 Prozent erhöht“, sagte er. „Deshalb ist zu erwarten, dass allein hier 13.000 Megawatt Onshore-Windkraft gebaut werden. Bisher war man von 3700 Megawatt ausgegangen.“ Für die Flächen stünden auch Investoren bereit.

„Da alle Länder die Energiewende vorantreiben, würde es laut deren Planungen insgesamt über 60.000 Megawatt Windkraft an Land bis 2020 geben“, so der Dena-Vorsitzende. „Wir können nicht sagen, ob die Planungen der Länder komplett Realität werden. Aber eine Verdoppelung des Zubaus auf jährlich 3000 Megawatt ist realistisch.“ Also könnten bis 2020 rund 25.000 Megawatt zugebaut werden. Im vergangenen Jahr habe der Zuwachs noch 1600 Megawatt betragen.

Olympischer Gedanke: Wettbewerb der Länder und Kommunen angefacht!

Um die Steigerungen zu erreichen, müssten Höhenbeschränkungen von Windkraftwerken aufgehoben werden. „Da hören wir, dass Länder und Kommunen dazu bereit sind – nicht flächendeckend, aber auf relevanten Flächen“, sagte Kohler. Die Länder gingen in Konkurrenz zueinander. „Es gibt fast einen olympischen Gedanken.“

Deshalb forderte der Dena-Chef: „Wir werden einen noch stärkeren Netzausbau benötigen als in unserer Netzstudie II angenommen.“ In dieser Studie ging die Dena davon aus, dass 3600 Kilometer Höchstspannungstrassen bis zum Jahr 2020 neu gebaut werden müssen. „Sonst werden Windkraftwerke gebaut, und der Strom kann nicht abtransportiert werden“, mahnte Kohler.

Quelle: n-tv

Appell: Endlich ran an die Energiewende und raus aus dem Sanierungsstau

Mittwoch, Mai 11th, 2011

Neue Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz bietet Bundesregierung Kooperation an

Unternehmen und Verbände der Bau- und Energiewirtschaft fordern von der Bundesregierung, die Energiewende im Gebäudebestand entschlossener voranzutreiben und bieten zugleich ihre aktive Zusammenarbeit und Unterstützung an. Dabei sieht die neu gegründete „Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz“ in einer Kombination aus einer strategisch durchdachten Entwicklung von rechtlichen Rahmenbedingungen, finanziellen Anreizen und Marktimpulsen die Chance, dem derzeitigen Sanierungsstau zu entkommen. Dazu zählen insbesondere die Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) um bis zu 30 Prozent, die Erhöhung der Förderung von energiesparenden Sanierungen auf bis zu 5 Milliarden Euro pro Jahr, die Optimierung des Energieausweises und eine kontinuierliche Qualifizierung der Bauexperten. Die Allianz plant schon in den kommenden Monaten erste eigene Maßnahmen zu ergreifen. Ziel ist zunächst, den bisherigen Energieausweis zu einem verlässlichen Sanierungskompass weiterzuentwickeln, bundesweit den Zugang zu qualifizierten Fachakteuren zu verbessern und Eigentümer über die Vorteile des energetischen Sanierens zu informieren.

Derzeit werden 80 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs für Wärme und Kühlung über Erdgas, Heizöl und Strom bereitgestellt. Mit Effizienzmaßnahmen könnten bei Erdgas und Heizöl Einsparungen von 20 Prozent bis 2020 erreicht werden. Das entspricht 125 TWh, die dann für die Stromerzeugung genutzt werden könnten. Findet diese in hocheffizienten, neu zu errichtenden Kraftwerken statt, könnte so eine Nettostrommenge von 74 TWh erzeugt werden. Rechnet man noch eine weitere Energieeinsparung von 20 Prozent bzw. 10 TWh in strombeheizten Gebäuden hinzu, entspräche dies etwa zwei Dritteln der in Kernkraftwerken erzeugten Strommenge in Deutschland im Jahr 2009.

„Deutschland muss raus aus dem energetischen Sanierungsstau“, unterstreicht Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), zum Start der Allianz in Berlin. „Die Sanierung des Gebäudebestands hat viele entscheidende volkswirtschaftliche Vorteile. Sie bewirkt wirtschaftliches Wachstum in Gewerbe, Handwerk und mittelständischen Betrieben und hat positive Effekte auf den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig können wir durch energetische Sanierung das klimaschädliche CO2 viel kostengünstiger vermeiden als durch viele andere Maßnahmen. Die energetische Gebäudesanierung kommt bei der aktuellen Diskussion über AKW-Laufzeiten und den Ausbau der erneuerbaren Energien viel zu kurz.“

Die enormen Effizienzpotenziale im Gebäudebestand werden seit Jahren nicht ausreichend genutzt. Das will die von der dena initiierte Allianz ändern. „Wenn die Bundesregierung die richtigen Signale setzt, stehen die deutsche Industrie, die Energiewirtschaft und das Handwerk mit leistungsfähigen Effizienzprodukten und Fachexpertise bereit, um ihren Teil zur Energiewende beizutragen“, so Kohler weiter.

Weitere Informationen zum Appell der Allianz an die Bundesregierung sowie den zentralen Forderungen bezüglich Änderungen im Ordnungsrecht, Ausbau und Verstetigung der Förderung und Qualifizierung der Marktteilnehmer finden Sie hier.

Ein Positionspaper der Allianz steht im Internet unter: www.dena.de/presse und eine Übersicht der Mitglieder und Träger der Allianz für Gebäude Energie-Effizienz finden Sie ebenfalls hier .

Quelle: Dena-Infoservice

Biogas erreicht in Kraft-Wärme-Kopplung maximale Effizienz und Klimaschutzeffekte

Montag, Februar 7th, 2011

Berlin, 7. Februar 2011 – Biogas erreicht seinen maximalen Wirkungs- und Versorgungsgrad, wenn es gleichzeitig zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. In der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) weist es zudem die beste Klimabilanz auf. Aufgrund des begrenzten Flächenpotenzials für den Anbau von Energiepflanzen sollte Biogas so effizient wie möglich, also in KWK eingesetzt werden. Eine Stromerzeugung ohne Wärmenutzung oder die rein thermische Verwendung von aufbereitetem Biogas in Erdgasthermen sind hingegen aus dieser Sicht suboptimal.

Dies ermittelte die Agentur für Erneuerbare Energien in einem Vergleich unterschiedlicher Nutzungspfade von Biogas hinsichtlich ihrer Strom- und Wärmeerträge, ihrer Wirkungsgrade, der Zahl der versorgten Haushalte und der jeweiligen Klimabilanz. Im Ergebnis schnitten die untersuchten Nutzungsvarianten mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in allen Kategorien am besten ab. Schlusslicht des Vergleichs ist die reine Wärmeproduktion mit aufbereitetem Biogas in haushaltsüblichen Erdgasthermen. „Die Ergebnisse zeigen, dass eine eindimensionale Nutzung von Biogas lediglich zur Strom- oder Wärmeerzeugung nur zweite Wahl sein kann“, bilanziert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Folgende Nutzungspfade von Biogas wurden verglichen:

1. KWK vor Ort: Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt (= KWK); der Strom wird vollständig ins Netz eingespeist, die Wärme zu 60 Prozent vor Ort verbraucht.

2. Einspeisung + KWK: Das Biogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet, ins Erdgasnetz eingespeist und andernorts in einem BHKW für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt; der Strom wird vollständig ins Netz eingespeist, die Wärme zu 100 Prozent vor Ort verbraucht.

3. Rein thermische Nutzung: Das Biogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet, ins Erdgasnetz eingespeist und andernorts in einem Erdgasheizkessel zu Wärme, nicht jedoch zu Strom umgewandelt.

4. Rein elektrische Nutzung: Das Biogas wird in einem BHKW für die Stromerzeugung genutzt; der Strom wird vollständig ins Netz eingespeist, die anfallende Wärme bleibt ungenutzt.

Verglichen wurden jeweils die Erträge aus Biogas von einem Hektar Maisanbau. Mit dieser Menge lassen sich beim Nutzungspfad „KWK vor Ort“ statistisch 4,3 Haushalte mit Strom und 0,5 Haushalte mit Wärme versorgen. Bei der rein thermischen Nutzung kann mit derselben Menge Biogas lediglich der Wärmebedarf von 1,4 Haushalten gedeckt werden. Ähnlich sind die Größenverhältnisse auch in der Kategorie Klimaschutz: Gegenüber den Nutzungspfaden „KWK vor Ort“ und „Einspeisung + KWK“ kann bei der rein thermischen Nutzung von Biogas weniger als die Hälfte der Treibhausgase eingespart werden. Jörg Mayers Fazit: „Angesichts der begrenzten Agrarfläche in Deutschland muss das Ziel sein, den wertvollen erneuerbaren Energieträger Biogas möglichst in Kraft-Wärme-Kopplung mit optimalem Wirkungsgrad zu nutzen.“

Die Untersuchung „Biogas-Nutzungspfade im Vergleich“ finden Sie online unter http://www.unendlich-viel-energie.de/de/detailansicht/article/4/biogas-nutzungspfade-im-vergleich.html

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.unendlich-viel-energie.de

Neue Greenpeace-Studie: Energieversorgung Europas durch Erneuerbare Energien möglich!

Montag, Januar 24th, 2011

Ein neuer Greenpeace-Report zeigt auf, dass bis zum Jahr 2050 über 95 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien für Europa erzeugt werden können.

Die Studie „Battle of the Grids“ – zu deutsch „Die Schlacht ums Stromnetz“ – ist eine Anleitung für einen europäischen Systemwechsel. Die Netzintegration von 68 Prozent Erneuerbaren Energien in Europa ist bis 2030 wirtschaftlich und technisch möglich.

Dieser erste Schritt erfordert eine Investition von 100 Milliarden Euro bis 2030 in neue Netze – gerade mal ein Prozent mehr als bisher. Mit dem Umbau der Netzinfrastruktur könnte sich Europas Strom ab 2050 rund um die Uhr zu fast hundert Prozent aus Erneuerbaren Energien speisen.

„Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessengeleitete Angstkampagne“, sagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Rainer Baake.

„Die Regierungen der EU-Länder – allen voran Deutschland – müssen sich für einen Systemwechsel entscheiden, ähnlich wie er in der Kommunikationstechnik von analog auf digitale Übertragung bereits vor Jahren vollzogen wurde,“ sagt Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace International.

Die EU muss die Initiative für ein europaweites Stromnetz ergreifen, das den Austausch großer Mengen Strom aus variabel einspeisenden Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerden ermöglicht und damit auch den Bedarf an Stromspeicherkapazität reduziert.

Kostenfaktor Atomkraft

Tausende Windkraft- und Sonnenanlagen wurden im vergangenen Jahr zeitweise abgeschaltet, damit klimaschädlicher Atom- und Kohlestrom ungehindert durch die Leitungen strömen konnte. Der Grund: Atomkraftwerke sind nicht ohne Weiteres regelbar, ihr Strom verstopft regelmäßig die Netze. Um die Klimakiller Kohle und Atom vom europäischen Energiemarkt zu verbannen, muss in den Mitgliedsstaaten ein politischer Rahmen geschaffen werden. Mit der Laufzeitverlängerung setzt die deutsche Regierung das falsche Signal an Europa.

Lösungen

Der neue Greenpeace-Bericht führt die beiden Studien „Energy [R]Evolution undRenewables 24/7“ fort. Greenpeace hat gemeinsam mit dem technischen Institut „energynautics“ zwei Netzausbau-Szenarien erarbeitet und stellt fest: Das Optimum liegt zwischen beiden Optionen.

Low Grid

  • Wie? Hoher Anteil dezentrale Energien, wenig Solarstrom-Import aus Nordafrika
  • Vorteil? Geringere Netzkosten
  • Nachteil? Höhere Stromerzeugungskosten

High Grid

  • Wie? Hoher Anteil an Solarstrom-Importen aus Nordafrika
  • Vorteil? Geringere Stromerzeugungskosten
  • Nachteil? Höhere Netzkosten

Die Netzinfrastruktur ist ein Schlüsselfaktor beim Systemwechsel und erfordert mehr Innovation beim Netzausbau. Greenpeace schlägt vor, entlang von Bahntrassen oder Autobahnen Stromkabel zu legen oder teilweise Oberleitungen der Eisenbahnen zu nutzen. Diese Maßnahmen stoßen auf deutlich weniger Widerstand aus der Bevölkerung und ermöglichen ein höheres Ausbautempo.

Quelle: www.greenpeace.de, www.kwh-preis.de; Foto: © danielschoenen – fotolia.com

Studie: „Battle of the Grids“ downloaden

RWE und E.on: Die solare Energiewende rechnet sich

Sonntag, April 18th, 2010

Die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist für Europa nicht teurer als die Energieversorgung mit Kohle, Öl, Gas und Atomkraft. Dies ergab eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die in dieser Woche in Brüssel vorgestellt wurde. Ihr Titel „Fahrplan 2050: Ein praktikabler Weg für ein reiches Europa“.

Am meisten Geld müsste für den Ausbau leistungsstarker Stromnetze zwischen Nord- und Südeuropa ausgegeben werden. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, der an der Studie mitgearbeitet hat: „Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessegeleitete Angstkampagne“.

Überraschend ist diese Studie deshalb, weil neben Umweltverbänden auch die klassischen Energieriesen wie RWE, E.on und Vattenfall beteiligt sind, die noch vor kurzem die hundertprozentige Stromversorgung in Europa für eine versponnene Utopie gehalten haben.

Die neue Studie meint, dass künftig zu windreichen, aber sonnenarmen Zeiten Strom von Nord- nach Südeuropa fließen werde und zu windarmen, aber sonnenreichen Zeiten Strom von Süd- nach Nordeuropa. Insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen Frankreich und Spanien müssten die Stromnetze in den nächsten Jahren jedoch stark ausgebaut werden.

Der Umbau der europäischen Stromwirtschaft mit dem Ziel der solaren Energiewende würde nach der Studie pro Jahr 52 Milliarden Euro kosten. Dies sei „ungefähr dieselbe Summe“ wie die Energieversorgung aus den heutigen fossil-atomaren Energiequellen.

Die neue McKinsey-Studie beweist, dass die Vollversorgung mit Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme kostengünstig, versorgungssicher und umweltfreundlich möglich ist. Endlich hat auch die Großindustrie dieser von Umweltverbänden seit Jahren vertretenen These zugestimmt.

Ein Fortschritt, der hoffen lässt und ein starkes Argument auch für den atomkritischen Umweltminister Norbert Röttgen in Berlin. Deutschland und Europa brauchen weder längere Laufzeiten der Atomkraftwerke noch den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Wir haben bessere, innovativere und intelligentere Lösungen – ohne Klimaschäden und ohne riesige Folgekosten für künftige Generationen.

Quelle: ©Franz Alt 2010