Einträge ‘Stromspeicher’

Stromspeicher als Erfolgsfaktor für Erneuerbare

Montag, Januar 9th, 2017

Betonkugel fürs Meer speichert erfolgreich Strom

Wie lässt sich künftig in der Nähe von Offshore-Windparks Energie speichern? Forscher entwickelten dazu einen neuen Speicher, der mit Hohlkugeln auf dem Meeresgrund arbeitet. Das Prinzip ähnelt dem herkömmlicher Pumpspeicherkraftwerke. Ende 2016 testeten die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES einen drei Meter großen Beton-Prototyp im Bodensee. Die Testergebnisse sind Erfolg versprechend.

mehr Info dazu von BINE

EEG-Novelle enttäuschend

Montag, Mai 30th, 2011

Nach Ansicht von Eurosolar und vielen Umweltverbänden verspielt die EEG-Novelle die  Chance auf eine sichere und dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland.  Die neue Gesetzesvorlage forciert bei den Erneuerbaren großtechnologische Lösungen, wie Offshore-Anlagen und Solarkraftwerke in Afrika, wie Desertec, was insbesondere für die großen Energiekonzerne und Wirtschaftskonsortien interessant ist, anstatt eine regionale und dezentrale Energieversorgung zu fördern.

Alles in allem werde, so der Vorwurf der Experten, das alte fossil-atomare Energiekonzept in seiner Grundstruktur beibehalten. Die EEG-Novelle vernachlässige vor allem die Speichertechnologie und deren Ausbau, die einen zentralen Baustein für den Ausbau der erneuerbaren Energien und vor allem die Versorgungssicherheit darstellen.

So bemängelt EUROSOLAR, die mit IRES seit Jahren mit der Speicherthematik befasst ist, dass die bereits vorhandene Speichertechnologie schon enorme Möglichkeiten biete, dies aber im EEG nicht angemessen berücksichtigt werde.

„Der Entwicklungsstand der verfügbaren Speichertechnologien ist schon erheblich weiter als vielfach angenommen. Allein die Bundesregierung schuldet ihren Beitrag zum Ausbau der Speicherkapazitäten für
eine sichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien“, erklärt Irm Scheer-Pontenagel, die Geschäftsführerin der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR).

Anstatt eine Phantomdebatte zum überflüssigen Stromtrassenbau von Nord- nach Süddeutschland zu führen, könnten mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG-Novelle 2012) die Weichen für
Energieversorgungssicherheit durch Anreize zum Speicherausbau in der Fläche gestellt werden. „Wer die Energiewende zu heimischen erneuerbaren Energien will, muss den Marktdurchbruch für Stromspeicher
organisieren.“

Der vorliegende Entwurf der EEG-Novelle 2012 enttäuscht in jeder Hinsicht. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien wird ausgebremst und die für ein sicheres Energiesystem entscheidende Speicherfrage schlicht ausgeklammert. Die erneuerbaren Energien sollen nach dem Willen von Umweltminister Röttgen offenbar nur eine Nischenrolle im herrschenden fossil-atomaren Stromsystem spielen. „Ohne eine Speicher-Offensive und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird den Erneuerbaren die Entwicklung zur tragenden Säule der Energieversorgung verwehrt“, so die EUROSOLAR-Geschäftsführerin.

Das Argument, dass es keine Speicher gäbe oder diese noch viel Zeit brauchen, zählt nicht mehr. EUROSOLAR arbeitet mit der weltweiten Leitkonferenz für Energiespeicherung und Erneuerbare Energien, der „International Renewable Energy Storage Conference“ (IRES), seit mehr als fünf Jahren an der Lösung einer sicheren Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien. Zum Call for papers zur IRES 2011, die vom 28.11.-30.11.2011 in Berlin stattfinden wird, haben so viele Forscher und Ingenieure wie nie
zuvor qualifizierte Beiträge zur Präsentation eingereicht.

„Dieser Rekord beim Zulauf renommierter Experten freut uns sehr und ist Beleg für die Fähigkeiten von Ingenieuren, die Energiefrage zu lösen“, erklärt EUROSOLAR-Geschäftsführerin Scheer-Pontenagel.
Was den zahlreichen Speicherlösungen für weitere Kostensenkungen fehlt, ist ein Massenmarkt, damit die Optimierung der Technologien Hand in Hand mit einer Optimierung der Produktion einhergehen kann.

EUROSOLAR fordert daher in seinem 10-Punkte-Sofortprogramm zur Energiewende die Einführung eines
Speicherbonus im EEG 2012. Dieser soll Anreize für die nachfragegerechte Produktion von Strom, zum Lastmanagement und den Ausbau der Speicherkapazitäten setzen und einen stabilen Markt für die
notwendigen Technologien schaffen (auch Stetigkeitsbonus genannt). Schon das EEG 2009 hätte die Möglichkeit geboten, über einen sogenannten Kombikraftwerksbonus die Einführung sich gegenseitig
stützender erneuerbarer Energien voranzutreiben. Inzwischen sind aber fast drei Jahre vergangen, ohne dass diese Chance ergriffen wurde.

Auch im Rahmen der nun wieder belebten Diskussion zur Novelle des KWK-Gesetzes muss ein verlässlicher Investitionsrahmen für die Integration von Wärme- und Kältespeichern in KWK-Anlagen geschaffen
werden, um die KWK-Nutzung stärker zu flexibilisieren und an der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auszulegen. Gerade die „Power to Gas“-Technologie könnte auf diese Weise schnell zum
Marktdurchbruch geführt werden, weil das Gasnetz als großer Speicher zur Verfügung steht und KWK-Anlagen zum Ausgleich schwankender Stromproduktion aus Sonne und Wind eingesetzt werden können. Energieversorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien ist eben keine Zauberei.

Der aktuelle EEG-Entwurf aber steht für weitere Stagnation. Denn die im Entwurf enthaltene Marktprämie führt nur zu Mitnahmeeffekten in dreistelliger Millionenhöhe, ohne den Ausbau der Energiespeicherkapazitäten voranzubringen. Auch mit der „Förderinitiative Energiespeicher“ suggeriert die Bundesregierung nur, dass eine „schnelle Markteinführung“ im Speicherbereich avisiert ist.
Dieses an sich richtige Förderprogramm wird im Gegenteil dazu instrumentalisiert, die breite Einführung von Energiespeichern im Stromsektor über das Jahr 2014 hinauszuschieben. Augenscheinlich fehlt
der Politik der Mut, die Voraussetzungen für ein regeneratives Energiesystem zu schaffen.

Stattdessen konzentriert sich der Gesetzgeber darauf, das EEG auf die Energiekonzerne zuzuschneiden und übereignet ihnen die Hoheit über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Milliardenkredite und
hohe EEG-Vergütungen für die Offshore-Windenergie kommen allein den Energiekonzernen zugute, obwohl sie aufgrund ihrer enormen Marktmacht bereits Milliardengewinne zu Lasten der Stromkunden erzielen.
Die räumliche Konzentration der Erzeugung in der Nordsee und der Verzicht auf einen dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien würden es darüber hinaus zwingend erforderlich machen, mit weiteren
hohen Investitionen tausende Kilometer Stromtrassen neu zu errichten.

Würde der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien mit den beschriebenen systemischen Weichenstellungen flankiert, wäre das gar nicht notwendig. Dies gilt insbesondere für den Ausbau der
Onshore-Windenergie in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. „Im Gegensatz zur unwirksamen „Marktprämie“ würde regelbare erneuerbare Stromerzeugung in dezentralen Strukturen nicht nur den Weg zu einer
Rund-um-die-Uhr-Versorgung aus erneuerbaren Energien ebnen, sondern auch mittelständischen Betreibern und Stadtwerken zugute kommen“, so Valentin Hollain, EUROSOLAR-Projektleiter der IRES.

So können die Oligopolstrukturen im deutschen Stromsektor weiter aufgebrochen und der Atomausstieg beschleunigt werden. Die Weichenstellungen für eine sichere erneuerbare Energieversorgung müssen auch
zentraler Bestandteil im Abschlussbericht der Ethik-Kommission für eine sichere Energieversorgung sein.

Quelle: EUROSOLAR e.V.  www.eurosolar.org

Solarenergie Förderverein fordert Ausbau der Stromspeicher

Mittwoch, Januar 26th, 2011

Aachen, den 26.01.2011. Die von der Bundesregierung geplante weitere Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom stößt auf Kritik beim Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV): „Aus Furcht vor einem Stromüberangebot will der Bundesumweltminister die Solarstromvergütung kürzen.“  Ziel von Röttgen ist, den jährlichen Zuwachs von Solaranlagen etwa auf die Hälfte (3,5 GWp pro Jahr) zu verringern. Nach Meinung des SFV ist das der falsche Ansatz: „Es ist  in der Tat absehbar, dass bald – infolge der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke und bei zugleich weiterem Ausbau der Solarenergie – an sonnigen Tagen um die Mittagszeit mehr Strom angeboten wird als die Verbraucher benötigen. Problem dabei ist: Atomkraftwerke sind keine Regelkraftwerke und auch der vielfach vorgeschlagene Ausbau der Stromnetze kann dieses Problem nicht grundlegend lösen.“ Der SFV hält daher die Verlängerung der Atomlaufzeiten für einen hoch riskanten Fehler, der nicht durch einen zweiten schweren Fehler, die Verminderung des solaren Wachstums, korrigiert werden kann.

Als Alternative schlägt der SFV vor, schon jetzt mit der Aufstellung von Batteriespeichern bei den Endverbrauchern anzufangen und dies politisch zu unterstützen. Auf diese Weise könne das zeitweilige Stromüberangebot gespeichert werden, um es später – in sonnenarmen Stunden oder am Abend – zu verbrauchen. Eine aufladbare Batterie (1 kWh) von der Speicherfähigkeit einer üblichen Autobatterie pro Haushalt würde, so der SFV,  für den Anfang ausreichen. Bei weiterem Ausbau der Solarenergie müssten im gleichen Maße auch die Speicher bei den Endverbrauchern ausgebaut werden.
Durch Millionen solcher „Notstromsysteme“ werde gleichzeitig die Sicherheit gegenüber Stromausfällen,  d.h. die Versorgungssicherheit, erheblich erhöht.

Hintergründe und weitere Details finden Sie auf der Homepage des SFV

Quelle: SFV, auf Basis der Presseinformation vom 26.01.2011