Einträge ‘Stromtrassen’

Sturmtief „Niklas“ belegt Notwendigkeit für Nord-Süd-Stromautobahnen

Mittwoch, April 15th, 2015

Das orkanartige Wetter Anfang April verursachte laut den vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland Kosten in Höhe eines „unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbetrags“. Der Grund: Den Angaben zufolge mussten insgesamt 20.300 Megawatt an Netzreserven und zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten eingesetzt werden, um die Stromversorgung in Süddeutschland zu stabilisieren. Gleichzeitig mussten hunderte Windräder mit einer Gesamtleistung von 2.300 Megawatt abgeschaltet werden. Gerade wenn im Norden und im Osten der Republik viel Windstrom eingespeist wird, sind derartige Maßnahmen notwendig, damit das Netz bundesweit im Gleichgewicht bleibt. Die dadurch entstehenden Kosten werden über die Strompreise auf die Verbraucher umgelegt.

Die Netzbetreiber werten dies als weiteren Beleg für die Dringlichkeit neuer Nord-Süd-Stromtrassen, gegen die sich im Augenblick vor allem Bayern sträubt. Seien diese erst gebaut, so könne auch bei extremeren Wetterverhältnissen, wie beispielsweise zu Anfang des Monats, mehr Strom zum Ausgleich in den Süden Deutschlands transportiert und das Netz dadurch stabilisiert werden. Infolgedessen könne man sich nicht nur auf den Einsatz von Reserven und zusätzlicher Kraftwerksleistung verzichten: Auch das kostspielige Abschalten vieler Windräder im Osten und Norden Deutschlands, das der Orkan Niklas provozierte, sei dann nicht mehr notwendig.

Bereits am Tag bevor das Sturmtief Niklas über die Republik zog, wurde wegen des starken Windes und der gleichzeitig hohen Solareinspeisung ein neuer Ökostromrekord von 44.000 Megawatt erzielt. Das entspricht einer Leistung von 31 Atomkraftwerken.

 

Quelle: RP Online
Bild: Erich Westendarp / www.pixelio.de

Buchtipp: Gemeinschaftsprojekt Energiewende

Mittwoch, April 1st, 2015

Wie die Energiewende ein voller Erfolg wird

Der Anteil von Sonne, Wind & Co. am deutschen Bruttostromverbrauch beträgt mittlerweile 27,8 Prozent und liegt höher als der Beitrag der Braunkohle. Unterm Strich vermieden Erneuerbare Energien rund 148 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen.

Trotzdem geht es nicht richtig voran – zumal wenn es um Projekte vor der eigenen Haustür geht: ‚Blackout‘‚ Verspargelung, Riesenstromtrassen‘‚ Industriesterben‘ – diese Schlagwörter rund um die deutsche Energiewende bestimmen tagtäglich die öffentliche Diskussion. Der Fokus bleibt allzu oft auf diese negativen Kampfbegriffe gerichtet, ohne sie allerdings zu hinterfragen oder die Energiewende in ihrer gesamten Bedeutung zu beleuchten.

Diesen Versuch unternehmen die 16 Autoren des Buches „Gemeinschaftsprojekt Energiewende – Der Fahrplan zum Erfolg“,  herausgegeben von Ulrich Bartosch, Peter Hennicke und Hubert Weiger.  Das Buch zeichnet ein umfassendes Bild der Energiewende von den historischen Ursprüngen bis zur Gegenwart und zeigt auf, wie die Energiewende gemeinsam gelingen kann. Sie wollen mehr über dieses Buch erfahren?  Hier gelangen Sie zu unserer Buchbesprechung – folgen Sie dem Link durch einen Mausklick!

Quelle: oekom, renews – Newsletter der Agentur für Erneuerbaer Energien

Foto: Gemeinde Cölbe – Energie-Kommune

Wirtschaftsministerium verheimlichte Studie zum kostengünstig Ausbau erneuerbarer Energien

Montag, April 11th, 2011

Nach Angeben der Klima-Allianz Deutschland vom vergangenen Freitag, hat das Bundeswirtschaftsministerium unter Rainer Brüderle (FDP) monatelang versucht, eine Studie zu verheimlichen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien für deutlich schneller und kostengünstiger möglich hält, als dies von der Bundesregierung ständig behauptet wird. Die entsprechende Studie liegt dem BMWi seit Juni letzten Jahres vor und wurde erst im Februar dieses Jahres klammheimlich auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht, wo sie bislang niemand bemerkte.

Vor allem beim Thema Netzausbau kommt die Studie laut Klima-Allianz zu dramatisch abweichenden Ergebnissen: So soll ein 50-prozentiger Ökostrom-Anteil bis 2020 nur etwa 1.100 Kilometer neuer Stromtrassen erfordern. Das BMWi und die mehrheitlich staatseigene Deutsche Energie-Agentur (dena) postulieren wider besseren Wissens 3.600 Kilometer für nur 37 Prozent Erneuerbare bis 2020.

Dazu erklärt die Klima-Allianz, als ein breites gesellschaftliches Bündnis aus insgesamt über 110 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen: „Einmal mehr wird das Märchen von den teuren erneuerbaren Energien eindrucksvoll widerlegt. Für einen Wirtschaftsminister, der nur als verlängerter Arm der vier großen Stromkonzerne agiert, ist dies natürlich eine sehr unbequeme Wahrheit“, erklärt Dr. Katharina Reuter, Koordinatorin der Klima-Allianz. Nach Ansicht von Reuter mache sich auch die Deutsche Energie-Agentur mehr und mehr überflüssig. „Nachdem sie bereits mit ihrer behaupteten „Stromlücke“ völlig falsch lag, müssen nun die dena-Zahlen zum Netzausbau stark bezweifelt werden“, so Reuter. „Als bedeutender Ratgeber der Bundesregierung in Fragen der Energieversorgung erweist sie sich schon wieder als inkompetent.“

Downloads des BMWi zum Thema Energieversorgung:

Quelle: Klima-Allianz Deutschland und www.bmwi.de, 8. April 2011