Eintr&aauml;ge ‘Stromversorgung’

Drastische Absenkung der Solarstromvergütung 2012

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung um rund 30 Prozent führen. Unter Schwarz-Gelb wird die Solarförderung damit binnen zweieinhalb Jahren annähernd halbiert.

Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15 % abgesenkt werden. Das ist das Resultat der im Sommer vergangenen Jahres verabschiedeten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%. (Die erste Reduzierung von 15 % der Solarförderung fand bereits am 01. Januar 2012 statt). Somit reduziert sich die Förderung im Jahr 2012 insgesamt doppelt so stark wie 2011.

Mit Vergütungszahlungen zwischen 17,94 Cent und 24,43 Cent pro Kilowattstunde erreicht die Förderhöhe für neue Solarstromanlagen in allen Klassen damit das Preisniveau privater Stromtarife in Deutschland. Zum 1. Juli werden sie voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Kosten für den weiteren Solarstrom-Ausbau deutlich reduziert. „Die gesetzliche Kostenbremse greift. Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien.“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Durch das starke Wachstum der Photovoltaik steigt ihr Anteil am deutschen Stromverbrauch 2012 auf über vier Prozent. Der Branchenverband erwartet bei moderater Weiterentwicklung einen Beitrag von über zehn Prozent im Jahr 2020. Solarstrom wird dadurch zu einem wesentlichen Motor der Energiewende, die durch den Wegfall der Atomkraft beschleunigt werden muss. Der starke Zubau 2011 war ohne umfangreiche Investitionen in die Netzinfrastruktur möglich, da Solarstrom verbrauchernah erzeugt wird.

Eine Überlagerung verschiedener Effekte hat dazu beigetragen, dass die starke Reduzierung der Förderung 2011 nicht sogar bereits zu einem Rückgang der Nachfrage führte: Deutlich gesunkene Preise für Solarmodule und schlüsselfertige Solarstromanlagen, milde Witterungsverhältnisse im Dezember, die im Herbst angekündigte Absenkung der Förderung zum Jahreswechsel in Höhe von 15 Prozent sowie die von Teilen der Politik geschürte Angst vor einer Kappung der Solarförderung. Darüber hinaus hat möglicherweise die durch die Eurokrise begünstigte Flucht in Sachwerte auch den Ausbau der Solarenergie beeinflusst.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft, Hans-Josef Fell MdB 2012 (Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Foto: Brainding

Energiewende: Anteil Erneuerbare Energien und Kernenergie fast gleich hoch

Dienstag, Dezember 13th, 2011

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und Atomenergie ist in Deutschland nahezu gleichauf. Auch 2011, wie bereits in den vergangenen Jahren, wurden die regenerativen Energien weiter ausgebaut. Das internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet über einen Anteil von rund 19 Prozent am Strombedarf, dies entspricht rund 113 Milliarden Kilowattstunden. Grundlage dafür sind erste Schätzungen und Erhebungen für das Jahr 2011.

Die bedeutendste regenerative Energie ist in Deutschland laut Forum mit 40 Milliarden Kilowattstunden die Windenergie. Das größte Wachstum mit einem Plus von 58 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Kilowattstunden verzeichnete hingegen die Solarenergie. Die Stilllegung der Kernkraftwerke nach dem Reaktorunfall in Fukushima führt dazu, dass 2011 voraussichtlich noch rund 110 (2010 waren es noch 140,6) Milliarden Kilowattstunden Strom aus Kernenergie erzeugt werden, so das IWR. “Erneuerbare Energien und Kernenergie stehen im Jahr 2011 an einem Wendepunkt”, kommentiert Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor. Des Weiteren prognostiziert er, dass spätestens 2012 die regenerative Stromerzeugung in Deutschland dauerhaft über der aus Kernenergie liegen wird.

Quelle: IWR

Energiewende: Deutschland ist weiterhin Strom-Exporteur

Mittwoch, September 21st, 2011
Deutschland exportiert trotz der Abschaltung von acht Atomkraftwerken weiterhin mehr Strom als es importiert. Von Stromknappheit kann in Deutschland also weiterhin keine Rede sein. Allerdings hat sich die Ausfuhr verringert, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Demnach wurde von Deutschland im ersten Halbjahr mehr Strom ins Ausland geliefert als es von dort importiert hat. Trotz des endgültigen Aus für acht deutsche Atomkraftwerke nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima (Japan) überstiegen die deutschen Stromexporte mit 27,9 Terrawatt-Stunden (TWh) die Importe noch um fast 17 Prozent. In Zahlen:  23,9 Terrawatt-Stunden (TWh) wurden importiert, 27,9 TWh sind ausgeführt worden. Somit behält Deutschland den Status eines Netto-Exporteurs.

Fukushima und Atom-Moratorium entscheidend

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist der Exportüberschuss in der Handelsbilanz aber deutlich gesunken: So ist der Statistik zufolge die Einfuhrmenge im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 um 4,8 TWh gestiegen, das macht ein Plus von 25 Prozent aus. Gleichzeitig hat sich die Ausfuhr um rund zwei TWh verringert, was einem Minus von sieben Prozent entspricht. Die größten Strommengen haben von Januar bis Juni Frankreich (10,4 TWh) und die Tschechische Republik (5,6 TWh) in die deutschen Netze eingespeist. Die beiden wichtigsten Abnehmer für Strom aus Deutschland waren laut Statistik Österreich (7,8 TWh) und die Schweiz (7,6 TWh).

Anmerkung: Eine Terrawatt-Stunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden.

Quelle: focus online, Statistisches Bundesamt, News.toptarif.de

Foto: Windrad – Raphael Mack

Schwarz-Gelb beschließt Atomausstieg 2021

Montag, Mai 30th, 2011

“Der Weg zur Energie der Zukunft – sicher, bezahlbar und umweltfreundlich”

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat zu einem Umdenken in der Atompolitik geführt. In der Nacht von Sonntag auf Montag beschloss die Koalition ein Eckpunktepapier zum Ausstieg aus der Atomenergie. Demnach soll der Ausstieg bis 2021 erfolgen, die letzten Atomkraftwerke könnten aber auch erst 2022 vom Netz genommen werden, falls es Probleme mit der Energiewende gibt.

Offiziell wird diese Möglichkeit damit begründet, dass dies eine Art „Sicherheitspuffer“ sei, mit dem auf Schwankungen in der Stromversorgung reagiert werden könne. Experten bezweifeln den Sinn dieses Vorhabens.

Insgesamt weicht der Beschluss aber nicht weit vom ursprünglichen unter Rot-Grün vereinbarten Atomkonsens und Ausstiegsszenario ab – einiges wird dennoch komplizierter und darf mit Spannung beobachtet werden.

Ausstieg bis 2021 plus?

Positiv an dem gestrigen Beschluss ist, dass die sieben älteren AKW, die schon Mitte März abgeschaltet worden waren, weiterhin aus Sicherheitsgründen nicht mehr ans Netz gehen. Mindestens einer dieser Meiler soll jedoch bis 2013 gewissermaßen auf „Stand-by-Betrieb“ bleiben, um bei Stromengpässen reaktiviert werden zu können. Fachleute halten dieses Ansinnen, das von der Netzagentur verteidigt wird, für schwer durchführbar und außerdem kosten diese „Bereitschafts-AKW“ jährlich 50 Millionen Euro.

Die Opposition lehnt die Reserve-Meiler entschieden ab, nicht zuletzt, weil dies mit der technischen Realität nicht vereinbar sei und die Energiewende nach einer Studie des UBA auch schon bis 2017 vollzogen sein könnte.

Die Endlager-Frage wird  neu aufgelegt

Auch die Ethikkommission hatte ein fixes Enddatum für den AKW-Betrieb empfohlen und zudem auch den Neustart bei der Suche nach einem geeigneten Endlager.

Auch in diese Diskussion scheint seit gestern überraschend Bewegung zu kommen – von unerwarteter Seite: Horst Seehofer, CSU, plädiert für eine neue Standortsuche, die auch Süddeutschland nicht ausklammern dürfe. Neue Töne, denn bislang hatte sich Bayern gegen die Suche nach Alternaiven gesperrt. Nun sollen, so Seehofer am Montag in Berlin, alle geologischen Aspekte noch einmal neu auf den Prüfstand gestellt werden. “Wir müssen erst mal Deutschland ausleuchten”, wird Seehofer im Spiegel zitiert. Bayern hatte sich bislang vehement gegen eine bundesweite Suche nach Alternativen zum Standort Gorleben in Niedersachsen gestemmt. Anders der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, der nach seiner Wahl seine Offenheit in dieser Frage signalisierte und nach seinem Amtsantritt die aktive Beteiligung und  Suche nach einem Endlager ankündigte. SPD und Grüne zweifeln schon lange an der Eignung des Standorts Gorleben in Niedersachsen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., Autor: Evelyn Villing

Quelle: dpa, spiegel-online, focus-online

EEG-Novelle enttäuschend

Montag, Mai 30th, 2011

Nach Ansicht von Eurosolar und vielen Umweltverbänden verspielt die EEG-Novelle die  Chance auf eine sichere und dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland.  Die neue Gesetzesvorlage forciert bei den Erneuerbaren großtechnologische Lösungen, wie Offshore-Anlagen und Solarkraftwerke in Afrika, wie Desertec, was insbesondere für die großen Energiekonzerne und Wirtschaftskonsortien interessant ist, anstatt eine regionale und dezentrale Energieversorgung zu fördern.

Alles in allem werde, so der Vorwurf der Experten, das alte fossil-atomare Energiekonzept in seiner Grundstruktur beibehalten. Die EEG-Novelle vernachlässige vor allem die Speichertechnologie und deren Ausbau, die einen zentralen Baustein für den Ausbau der erneuerbaren Energien und vor allem die Versorgungssicherheit darstellen.

So bemängelt EUROSOLAR, die mit IRES seit Jahren mit der Speicherthematik befasst ist, dass die bereits vorhandene Speichertechnologie schon enorme Möglichkeiten biete, dies aber im EEG nicht angemessen berücksichtigt werde.

“Der Entwicklungsstand der verfügbaren Speichertechnologien ist schon erheblich weiter als vielfach angenommen. Allein die Bundesregierung schuldet ihren Beitrag zum Ausbau der Speicherkapazitäten für
eine sichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien”, erklärt Irm Scheer-Pontenagel, die Geschäftsführerin der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR).

Anstatt eine Phantomdebatte zum überflüssigen Stromtrassenbau von Nord- nach Süddeutschland zu führen, könnten mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG-Novelle 2012) die Weichen für
Energieversorgungssicherheit durch Anreize zum Speicherausbau in der Fläche gestellt werden. “Wer die Energiewende zu heimischen erneuerbaren Energien will, muss den Marktdurchbruch für Stromspeicher
organisieren.”

Der vorliegende Entwurf der EEG-Novelle 2012 enttäuscht in jeder Hinsicht. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien wird ausgebremst und die für ein sicheres Energiesystem entscheidende Speicherfrage schlicht ausgeklammert. Die erneuerbaren Energien sollen nach dem Willen von Umweltminister Röttgen offenbar nur eine Nischenrolle im herrschenden fossil-atomaren Stromsystem spielen. “Ohne eine Speicher-Offensive und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird den Erneuerbaren die Entwicklung zur tragenden Säule der Energieversorgung verwehrt”, so die EUROSOLAR-Geschäftsführerin.

Das Argument, dass es keine Speicher gäbe oder diese noch viel Zeit brauchen, zählt nicht mehr. EUROSOLAR arbeitet mit der weltweiten Leitkonferenz für Energiespeicherung und Erneuerbare Energien, der “International Renewable Energy Storage Conference” (IRES), seit mehr als fünf Jahren an der Lösung einer sicheren Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien. Zum Call for papers zur IRES 2011, die vom 28.11.-30.11.2011 in Berlin stattfinden wird, haben so viele Forscher und Ingenieure wie nie
zuvor qualifizierte Beiträge zur Präsentation eingereicht.

“Dieser Rekord beim Zulauf renommierter Experten freut uns sehr und ist Beleg für die Fähigkeiten von Ingenieuren, die Energiefrage zu lösen”, erklärt EUROSOLAR-Geschäftsführerin Scheer-Pontenagel.
Was den zahlreichen Speicherlösungen für weitere Kostensenkungen fehlt, ist ein Massenmarkt, damit die Optimierung der Technologien Hand in Hand mit einer Optimierung der Produktion einhergehen kann.

EUROSOLAR fordert daher in seinem 10-Punkte-Sofortprogramm zur Energiewende die Einführung eines
Speicherbonus im EEG 2012. Dieser soll Anreize für die nachfragegerechte Produktion von Strom, zum Lastmanagement und den Ausbau der Speicherkapazitäten setzen und einen stabilen Markt für die
notwendigen Technologien schaffen (auch Stetigkeitsbonus genannt). Schon das EEG 2009 hätte die Möglichkeit geboten, über einen sogenannten Kombikraftwerksbonus die Einführung sich gegenseitig
stützender erneuerbarer Energien voranzutreiben. Inzwischen sind aber fast drei Jahre vergangen, ohne dass diese Chance ergriffen wurde.

Auch im Rahmen der nun wieder belebten Diskussion zur Novelle des KWK-Gesetzes muss ein verlässlicher Investitionsrahmen für die Integration von Wärme- und Kältespeichern in KWK-Anlagen geschaffen
werden, um die KWK-Nutzung stärker zu flexibilisieren und an der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auszulegen. Gerade die “Power to Gas”-Technologie könnte auf diese Weise schnell zum
Marktdurchbruch geführt werden, weil das Gasnetz als großer Speicher zur Verfügung steht und KWK-Anlagen zum Ausgleich schwankender Stromproduktion aus Sonne und Wind eingesetzt werden können. Energieversorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien ist eben keine Zauberei.

Der aktuelle EEG-Entwurf aber steht für weitere Stagnation. Denn die im Entwurf enthaltene Marktprämie führt nur zu Mitnahmeeffekten in dreistelliger Millionenhöhe, ohne den Ausbau der Energiespeicherkapazitäten voranzubringen. Auch mit der “Förderinitiative Energiespeicher” suggeriert die Bundesregierung nur, dass eine “schnelle Markteinführung” im Speicherbereich avisiert ist.
Dieses an sich richtige Förderprogramm wird im Gegenteil dazu instrumentalisiert, die breite Einführung von Energiespeichern im Stromsektor über das Jahr 2014 hinauszuschieben. Augenscheinlich fehlt
der Politik der Mut, die Voraussetzungen für ein regeneratives Energiesystem zu schaffen.

Stattdessen konzentriert sich der Gesetzgeber darauf, das EEG auf die Energiekonzerne zuzuschneiden und übereignet ihnen die Hoheit über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Milliardenkredite und
hohe EEG-Vergütungen für die Offshore-Windenergie kommen allein den Energiekonzernen zugute, obwohl sie aufgrund ihrer enormen Marktmacht bereits Milliardengewinne zu Lasten der Stromkunden erzielen.
Die räumliche Konzentration der Erzeugung in der Nordsee und der Verzicht auf einen dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien würden es darüber hinaus zwingend erforderlich machen, mit weiteren
hohen Investitionen tausende Kilometer Stromtrassen neu zu errichten.

Würde der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien mit den beschriebenen systemischen Weichenstellungen flankiert, wäre das gar nicht notwendig. Dies gilt insbesondere für den Ausbau der
Onshore-Windenergie in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. “Im Gegensatz zur unwirksamen “Marktprämie” würde regelbare erneuerbare Stromerzeugung in dezentralen Strukturen nicht nur den Weg zu einer
Rund-um-die-Uhr-Versorgung aus erneuerbaren Energien ebnen, sondern auch mittelständischen Betreibern und Stadtwerken zugute kommen”, so Valentin Hollain, EUROSOLAR-Projektleiter der IRES.

So können die Oligopolstrukturen im deutschen Stromsektor weiter aufgebrochen und der Atomausstieg beschleunigt werden. Die Weichenstellungen für eine sichere erneuerbare Energieversorgung müssen auch
zentraler Bestandteil im Abschlussbericht der Ethik-Kommission für eine sichere Energieversorgung sein.

Quelle: EUROSOLAR e.V.  www.eurosolar.org

Atomenergie als Brückenenergie schädlich

Freitag, Mai 13th, 2011

Regierung und Opposition sind sich derzeit uneinig darüber,  in welchem Jahr – 2020, 2025 oder 2030 – der geplante Atomausstieg möglich ist. Laut Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, wäre ein Ausstieg sogar in den nächsten zehn Jahren realistisch. Dies geht aus einem Interview mit dem Münchner Merkur hervor.

Wie schnell ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist, hängt wesentlich von wirtschaftlichen sowie technischen Faktoren ab. In Bezug auf die technische Frage ist Prof. Bullinger davon überzeugt, dass die Kernenergie als Brückentechnologie nicht nötig sei, sondern im Gegenteil, der ansteigende Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland durch die geringe Flexibilität der Atomkraftwerke sogar behindert werde. Bezüglich der wirtschaftlichen Frage meint Bullinger, dass die Energiewende zu schaffen sei. Bis 2015 würden die Kosten für den Umstieg steigen – auf bis zu 13 Milliarden Euro jährlich – danach sinke aber die Belastung. Bis 2050 könnten durch die Energiewende sogar insgesamt 700 bis 800 Milliarden Euro eingespart werden.

Wind- und Solarenergie – Energiealternativen mit Potenzial

Um die Energiewende schaffen zu können, sind sowohl Wind- als auch Solarenergie notwendig. In Deutschland liegt der Anteil der Windenergie derzeit bei sieben Prozent. Langfristig könne dieses Potenzial auf 30-40 Prozent ausgeweitet werden. Die Solaranlagen tragen zur Zeit zwei Prozent zur Stromerzeugung bei. Prof. Bullinger geht davon aus, dass die Preise für Solarstrom weiter sinken und in etwa fünf Jahren Solarstrom für 11 bis 16 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden könnte. Langfristig sei so mit einem Anteil von 14-15 Prozent zu rechnen. Gemeinsam mit der Windenergie würde dies den bisherigen Anteil der Atomenergie übersteigen, der momentan bei rund 22 Prozent liegt.

Sinnvolle Investitionen

Neben dem Netzausbau müsste vor allem in intelligente Speicher investiert werden. Für Stromspeicher gibt es mehrere Möglichkeiten: Beispielsweise könnten Batterien von Elektroautos in naher Zukunft als dezentrale Speicher dienen. Aber auch der Strom aus Windkraft könnte nach Norwegen geleitet werden, um damit Pumpspeicherkraftwerke zu betreiben. Die technischen Möglichkeiten dazu sind längst vorhanden.

Laut Fraunhofer-Präsident Bullinger würde für den Wissenschaftsstandort Deutschland die Energiewende ein enormes Potenzial bieten. In der Photovoltaik sowie in der Materialforschung, z.B. für Rotoren von Windkraftanlangen ist Deutschland derzeit führend.

Quelle: Münchner Merkur
Foto: www.brainding.de
Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., A. Opel

Neues IWES-Forschungsprojekt: Kombikraftwerk 2

Freitag, Mai 6th, 2011

Dass eine alleinige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland machbar ist, soll das neue Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden hierzu  in Modellen und Feldversuchen über moderne Kommunikationstechniken verknüpft und zentral gesteuert. Das Ziel des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes ist, Erkenntnisse über den Beitrag Erneuerbarer Energien zur Versorgungsqualität zu gewinnen. Dazu Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel: „Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen“.

Stabile Stromversorgung mit erneuerbaren Energien

Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen verfügen bereits heute über technische Eigenschaften, die zur Stabilität des Stromnetzes beitragen und bei Engpässen das Netz entlasten können. Unter realen Wetterbedingungen testet das „Kombikraftwerk 2“ die Wirksamkeit sogenannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung. Hierzu verwendet werden das Wind Power Management System WPMS, eine Prognosesoftware zur Vorhersage der Windenergieeinspeisung in einem Zeitbereich von 1 bis 96 Stunden sowie die Steuerungssoftware WCMS (Wind Cluster Management System), das Windparks Kraftwerkseigenschaften verleiht und mit spezifischen Funktionen sowohl für Netzbetreiber als auch für Windparkbetreiber ausgestattet ist.

Umfang des Kombikraftwerks 2

Umfang des Kombikraftwerks 2

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesumweltministerium mit ca. 1,8 Mio. Euro gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: Agentur für Erneuerbare Energien, CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, ÖKOBiT GmbH, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.bine-informationsdienst, www.kombikraftwerk.de und Fraunhofer Institut (IWES)

Grafiken: Agentur für Erneuerbare Energien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

GFK-Umfrage: Verbraucher setzen auf erneuerbare Energien

Donnerstag, April 14th, 2011

Durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima (Japan) hat die Nutzung der Kernenergie weiter an Zustimmung verloren. Während im Januar dieses Jahres noch in jedem zehnten Privathaushalt die Energiegewinnung aus Atomkraft aus Gründen der Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz (CO2-Minimierung) für zukunftsfähig gehalten wurde, ist die insgesamt schon geringe Zustimmung in der Bevölkerung nun nahezu vollständig verschwunden. Lediglich 4 % halten Investitionen in die Kernenergie für erforderlich, wie die aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der GfK Marktforschung aus dem April zeigen.

Auch die Sicherstellung der Stromversorgung ist lediglich für eine Minderheit von 5 % ein Argument, an der Nutzung der Kernenergie festzuhalten. Hier zeigen sich jedoch deutliche regionale Unterschiede in der Beurteilung:  Während im den alten Bundesländern knapp 4 % der Bürger/innen in der Kernenergie eine zukunftsfähige Technologie sehen, ist davon in den neuen Bundesländern immerhin noch jeder Zehnte überzeugt.

Quelle: Newsletter TGA-Fachplaner

Kombikraftwerk: Stabiler Strom aus Erneuerbaren Energien

Montag, April 4th, 2011

Neues Forschungsprojekt “Kombikraftwerk 2″ testet Netzstabilität bei einer Stromversorgung aus 100 % Erneuerbaren Energien

Berlin, 4. April 2011. Eine sichere und zuverlässige Stromversorgung allein aus Erneuerbaren Energien ist in Deutschland machbar – auch ohne sogenannte Schattenkraftwerke. Das soll das neue Forschungsprojekt “Kombikraftwerk 2″ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft nachweisen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden in Modellen und Feldversuchen verknüpft und zentral gesteuert. Die Forscher erhoffen sich davon Erkenntnisse darüber, wie sich der steigende Anteil von Wind- und Sonnenenergie in die Stromversorgung integrieren lässt. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 den Bei­trag Erneuerbarer Energien im Strombereich auf mindestens 35 Prozent zu erhöhen. Bis spätestens zum Jahr 2050 rechnen Experten mit einer vollständigen Strom­versorgung aus erneuerbaren Quellen.

Darüber hinaus soll untersucht werden, welchen Beitrag Erneuerbare Energien zur Versorgungsqualität leisten können. Bereits heute verfügen Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen über technische Eigenschaften, die zur Netzstabilität beitragen und bei Engpässen das Stromnetz entlasten können. Die Wirksamkeit so genannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung testet das “Kombikraftwerk 2″ unter realen Wetterbedingungen. Mit dem Fokus auf die System- und Netzintegration knüpft das “Kombikraftwerk 2″ an sein Vorgängerprojekt an, das bereits 2007 eine bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nachgewiesen hatte.

“Ein vollständiger Umstieg auf regenerative Energien ist aus Gründen des Klimaschutzes und angesichts endlicher fossiler Ressourcen unumgänglich. Die Frage ist, was das für die heutige Struktur der Stromversorgung bedeutet, für Übertragungsnetze und Energiespeicher”, sagt Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel. “Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen”, ist sich Rohrig sicher.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt “Kombikraftwerk 2″ wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), ÖKOBiT GmbH, Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG und die Agentur für Erneuerbare Energien.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kombikraftwerk.de.

EU-Energiegipfel in Brüssel: Das europäische Energiekonzept

Freitag, Februar 4th, 2011

Anlässlich des heutigen EU-Energiegipfels reisen Staats- und Regierungschefs der EU-Länder nach Brüssel, um über Energie und Innovationen zu beraten.

Die deutsche Energiewirtschaft fordert eine absolute Priorität für den Ausbau der Netzinfrastruktur in Deutschland und Europa. „Das deutsche und das europäische Energiekonzept müssen miteinander verzahnt werden. Es dürfen keine unterschiedlichen Ziele und Prioritäten geben“, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Die Finanzierung der neuen Strom- und Gasnetze in Europa stellt einen Kernpunkt der Diskussion dar. Die 26 Mitgliedstaaten müssen beraten, wer die rund 200 Milliarden Euro in den kommenden Jahren bezahlen soll und ob ein Teil davon aus öffentlicher Hand kommt. “Eine EU-Finanzierung von Infrastrukturvorhaben sollte nur in Ausnahmefällen möglich sein. Sie darf nicht dazu führen, dass Deutschland als einer der größten Nettozahler in der Europäischen Union den Ausbau in Ländern mit infrastrukturellen Defiziten mitbezahlt”, sagte Müller.

Mit Blick auf die wachsenden Widerstände von Bürgern gegen Infrastrukturvorhaben nicht nur in Deutschland forder die Energiewirtschaft von der Europäischen Union ebenso wie von der Bundesregierung eine aktivere Rolle. “Die Zusammenarbeit der Staaten in der Energiepolitik ist zentrales Element der Europäischen Integration. Der Ausbau der Energieinfrastruktur eines funktionierenden Binnenmarktes für Energie ist unerlässliche Voraussetzung für den Umbau der Energiesysteme in Europa und Deutschland”, so Müller. Alle Mitgliedstaaten müssen ihre Anstrengungen deutlich erhöhen, die Zustimmung der Bürger zu diesem Projekt zu gewinnen.

Des Weiteren möchte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) beim EU-Energiegipfel Regeln für mehr Energieeffizienz im Bereich Elektrogeräte aufstellen. Ein Verbot soll den Verkauf von Stromfressern unterbinden. Elektrogeräte mit “relevanten Energieverbrauch” sollen erfasst werden, wie z.B. Kühlschränke, Klimaanlagen oder Computer. Die Regelung soll dazu beitragen, den Verbrauch von Strom in den Mitgliedstaaten zu reduzieren und so die Ziele der EU – eine Verbesserung der Energieeffizienz bis 2020 um ein Fünftel – zu erreichen.

Die Messlatte sollen die effizientesten zehn Prozent der Geräte einer Kategorie setzen. Alle Produkte, die einen höheren Verbrauch haben, sollen nach einer Übergangsfrist aus den Läden verbannt werden. Dadurch wird den Herstellern eine Chance gegeben, ihre Produktion umzustellen.

Laut Röttgen sei Energieeffizienz die wirtschaftlichste Möglichkeit, Importabhängigkeit und Emissionen zu reduzieren. Daher müsse es verbindliche Regelungen geben. Was es bereits gibt, ist ein EU-Energielabel, das beim Kauf den Stromverbrauch vieler Geräte transparent macht.

Quellen: www.bdew.de, www.stromvergleich.de, www.check24.de
Foto: www.brainding.de