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Mit „Smart Metern“ zur Energiewende

Mittwoch, Juli 23rd, 2014

Mit Hilfe von intelligenten Zählern und Messsystemen, so genannten „Smart Metern“, könnte das Stromnetz in Deutschland entlastet und der Ausbau auf der Verteilungsnetzebene bis 2030 erheblich reduziert werden. Das geht aus einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) hervor.

„Smart Meter können auf vielfältige Weise zum Erfolg der Energiewende beitragen“ weiß der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Köhler. „Vor allem ermöglichen sie es, den Netzbetrieb neu zu organisieren, die Erzeugung und den Verbrauch von Strom optimal aufeinander abzustimmen und die Integration von Erneuerbaren Energien in das Stromsystem zu erleichtern.“

Tatsächliche Erfolge könne man allerdings nur dann verbuchen, wenn die notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden: Zunächst muss der Gesetzgeber die entsprechenden rechtlichen Grundlagen dafür schaffen, damit eine breite Einführung von Smart Meters überhaupt erst bewerkstelligt werden kann. Daneben muss den Netzbetreibern die Möglichkeit geboten werden, die Stromeinspeisung aus dezentralen Erzeugungsanlagen sowie das Zuschalten von stromverbrauchenden Anlagen zu steuern. Und letztendlich sind auch die Verbraucher gefragt: Sie müssen allen voran die intelligenten Zähler dafür nutzen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und Strom zu sparen – etwa indem sie bestimmte Geräte zu der Zeit nutzen, zu der der Netzbetrieb sinnvoll ist. Läuft alles gut, so die Berechnungen der dena, könnte dann die Einführung von Smart Metern bis zum Jahr 2030 die für den Netzausbau notwendigen Investitionen um bis zu 36 Prozent verringern.

Die gesamte „dena-Smart-Meter-Studie“ steht hier zum Download.

 

Quelle: Deutsche Energie-Agentur
Bild:
Deutsche Energie-Agentur

Erneuerbare Energien sollen laut dena-Studie zunehmend für Sicherheit im Stromsystem sorgen

Mittwoch, Februar 19th, 2014

Regenerative Energien werden in Zukunft eine deutliche größere Rolle als bisher für die Sicherheit des Stromsystems spielen. Das geht aus einer umfassenden Studie hervor, mit der die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit einem breiten Kreis von Projektpartnern den Bedarf an Systemdienstleistungen bei einem hohen Anteil an Stromerzeugung aus Photovoltaik- und Windkraftwerken bis 2030 untersucht hat. Damit auch weiterhin eine effiziente, sichere und zuverlässige Stromversorgung gewährleistet werden kann, müsse man bereits heute die entsprechenden Weichen stellen.

Bisher halten die Netzbetreiber mit Systemdienstleistungen unter anderem die Höhe und Frequenz der Spannung im Stromsystem im zulässigen Bereich oder stabilisieren sie nach einer Störung. Auf dem Weg zur Energiewende werden die konventionellen Kraftwerke, mit denen diese Systemdienstleistungen bisher erbracht wurden, nach und nach durch regenerative Energien ersetzt. Aus diesem Grund müssen dezentrale Energieanlagen, wie erneuerbare Energien oder Stromspeicher, im Laufe der Zeit verstärkt Systemdienstleistungen erbringen, damit auch weiterhin das heutige Niveau an Systemstabilität sichergestellt werden kann. Damit dies gelingt, müssen nach Einschätzung der dena schon heute entsprechende technischen und regulative Voraussetzungen geschaffen werden, wie etwa eine Verbesserung der Koordination von Stromnetz- und Anlagenbetreibern für einen verstärkten Informationsaustausch. Auch in Bezug auf die Überwachung und Steuerung des Stromnetzbetriebes werde man schon bald auf neue Konzepte angewiesen sein, die die Verarbeitung von mehr Mess- und Prognosedaten als bisher zulassen. Ebenfalls Verbesserungsbedarf sieht die dena bei den Zugangsvoraussetzungen zum Markt für Regelleistung und den technischen Anschlussbedingungen an die Stromnetze.

Eine Zusammenfassung aller Ergebnisse und die vollständige Studie „Systemdienstleistungen 2030“ finden Sie hier!

 

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Bild:
Uwe Steinbrich, www.pixelio.de

Kombikraftwerk 2 bestätigt Netzstabilität Erneuerbarer Energien

Montag, November 11th, 2013

Nachdem bereits vor einigen Jahren das Kombikraftwerk-Projekt zeigen konnte, dass die Erneuerbaren Energien den Strombedarf Deutschlands bereits in einigen Jahrzehnten jederzeit vollständig decken könnten, hat das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES)vergangene Woche die ersten Ergebnisse des Folgeprojekts Kombikraftwerk 2 veröffentlich. Dabei konnte nach knapp dreijähriger Arbeit nachgewiesen werden, dass auch die Netzstabilität in einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung sicher gestellt werden kann, wenn das System technisch und regulatorisch entsprechend weiterentwickelt wird.

Ein live übertragener Feldtest, bei dem mehrere Windparks, Biogas- und Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 80 MW zu einem Kombikraftwerk zusammengeschlossen wurden, konnte vergangene Woche demonstrieren, dass ein Verbund aus Erneuerbare-Energien-Anlagen bereits heute Regelleistung bereitstellen und so einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung beitragen kann. Daneben konnte, auf Basis eines eigens entwickelten räumlich hochaufgelösten Zukunftsszenarios gezeigt werden, dass auch die Netzstabilität in einem angepassten Stromversorgungssystem mit 100% erneuerbaren Energiequellen garantiert werden kann.

„Wenn in Zukunft erneuerbare Energien in Kombikraftwerken verknüpft und gesteuert werden, können sie zusammen mit Speichern jederzeit den Bedarf decken und für eine stabile Frequenz und Spannung im Netz sorgen“, so der stellvertretende IWES-Institutsleiter Dr. Kurt Rohrig.

Details zu den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Kombikraftwerk 2“ finden Sie neben Videoanimationen und vielen weiteren Hintergründen auf www.kombikraftwerk.de.

 

Quelle: www.fraunhofer.de
Bild: www.kombikraftwerk.de

Neue Studie: Kohlestrom ist teurer als erneuerbarer

Dienstag, August 28th, 2012

Kohle- und Atomstrom ist teurer als Strom aus erneuerbaren Rohstoffen. Das ist Ergebnis einer kürzlich in Berlin vorgestellten Studie des „Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“.

Würden alle tatsächlich angefallenen Kosten auf den Strompreis umgelegt, läge die Umlage für Kohle- und Atomstrom bei 10,2 Cent je Kilowattstunde. Die EEG-Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert wird, ist dagegen fast dreimal niedriger: sie liegt für Privatverbraucher bei etwa 3,6 Cent – für Industriekunden ist sie noch viel niedriger.

Die Autoren der Studie  listen die umfangreichen staatlichen Förderungen auf, mit denen die Verstromung von Kohle bzw. Uran gefördert wurde. Während die Stromerzeugung mit Steinkohle zwischen 1970 und 2012 insgesamt 177 Milliarden Euro an Förderungen, Braunkohle 65 Milliarden und die Atomstromproduktion sogar 187 Milliarden Euro erhielt, kommen die erneuerbaren Energien bis heute gerade einmal auf 54 Milliarden Euro. Die Verbraucher mussten die Kosten für Kohle und Atom über Steuern und Abgaben indirekt zahlen, erklärt Swantje Küchler vom Forum. „Die Umlage für die Erneuerbaren ist dagegen wesentlich transparenter.“


Entwicklung im Vergleich: Haushaltsstrompreis und EEG-Umlage (Grafik: Büro Göppel)

Zudem seien Umweltschäden und vor allem die Kosten für die Atommüll-Entsorgung nur zum Teil von den Verursachern – den Energieversorgern – zu tragen.

Die Studie beauftragt hatten die Energiegenossenschaft Greenpeace Energy und der Bundesverband Windenergie. „Immer wieder müssen die erneuerbaren Energien als Preistreiber herhalten. Dabei sind sie schon heute günstiger als Kohle und Atom,“ sagte Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. Und BWE-Präsident Hermann Albers hofft, dass die Studie einen wichtigen Beitrag dazu liefern wird, „die gegenwärtige Kostendebatte um die erneuerbaren Energien wieder zu versachlichen.“

Die Studie sowie ein Factsheet können Sie hier herunterladen:
Studie: Was Strom wirklich kostet
Factsheet: Was Strom wirklich kostet

Quelle: Klimaretter.info, DIE ZEIT online, Bundesverband Windenergie, Greenpeace energy

 Grafik: Klimaretter.info

Studie: Ausbau erneuerbarer Energien füllt kommunale Kassen

Dienstag, März 13th, 2012

Energie aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft schafft neben neuen Arbeitsplätzen vor Ort noch zusätzlich hohe Steuereinnahmen vor Ort. Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) für das baden-württembergische Umweltministerium. Selbst 1.000-Seelen-Dörfer können ihre Kassen so mit mehreren Tausend Euro im Jahr füllen.

„Kommunen profitieren vom Ausbau erneuerbarer Energien, und das um so stärker, je mehr Schritte sie vom Bau bis zum Betrieb der Anlagen übernehmen“, sagt Steven Salecki, Energieexperte beim IÖW und einer der Autoren der im Februar veröffentlichten Studie. Es wurden drei Kommunen modelliert, die über unterschiedlich viele Einwohner verfügen und beim Ausbau erneuerbarer Energien unterschiedlich weit sind: ein Bioenergiedorf mit 1.000 Einwohnern, das die Energiewende fast komplett vollzogen hat, eine Vorreiterkommune mit 50.000 Einwohnern, die beim Ausbau Erneuerbarer über dem Bundesdurchschnitt liegt und ein 250.000-Einwohner-Landkreis mit einem durchschnittlichen Ausbaugrad.

Das Bioenergiedorf versorgt sich im IÖW-Modell vollständig mit „grünem“ Strom und zu 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Quellen. Es gibt eine Biogasanlage, ein kleines Wasserkraftwerk und knapp zwei Dutzend Photovoltaikanlagen. „Über eine zwanzigjährige Laufzeit generieren diese Anlagen 4.000 Euro Wertschöpfung pro Kopf“, sagt Salecki, in Form von Gewinnen für die Anlagenbetreiber, durch Einkommen für Beschäftigte und durch steuerliche Effekte. Die Steuereinnahmen summieren sich im modellierten Bioenergiedorf auf 264 Euro für die Kommune und weitere 371 Euro für das Land – jeweils je Einwohner und über die gesamte Laufzeit der Anlagen gerechnet.

Das summiert sich: Bei 1.000 Einwohnern fließen so über zwanzig Jahre 264.000 Euro in die Kasse des Dorfes. Für ein Jahr ergeben sich 13.200 Euro. Baden-Württemberg profitiert über Gewerbe- und Einkommenssteuern vom Bau und Betrieb der Anlagen mit, womit 18.550 Euro im Jahr abfallen. Überschaubar bleiben im IÖW-Modell die Arbeitsmarkteffekte im Bioenergiedorf: Es wurde dort lediglich ein Arbeitsplatz neu geschaffen. Laut Salecki liegt das jedoch vor allem an der Einwohnerzahl und daran, dass die Anlagen in der Regel außerhalb der Kommunen konstruiert wurden und für den Betrieb vor Ort kaum Personal nötig ist.

In den modellierten Vergleichskommunen sind die positiven Arbeitsplatzeffekte wegen der höheren Einwohnerzahl sichtbarer: In der Vorreiterkommune, die 46 Prozent ihres Stroms und zwölf Prozent der benötigten Wärme erneuerbar deckt, entstehen durch Bau und Betrieb der Anlagen über deren Laufzeit 77 Arbeitsplätze, im Landkreis 221. Die Pro-Kopf-Steuereinnahmen sind in diesem Fall durch den geringeren Ausbaugrad zwar niedriger – in der Summe durch die größere Einwohnerzahl aber höher: In der Vorreiterkommune belaufen sie sich auf 655.000 Euro im Jahr, im Landkreis auf satte 1,45 Millionen Euro.

Grundsätzlich stiegen die Steuereinnahmen der Kommunen umso stärker, je mehr sie bei Ausbau und Betrieb Erneuerbarer-Energien-Anlagen eingebunden seien. Das habe steuerrechtliche Gründe. „Für die Kommunen ist es daher sinnvoll, möglichst viele Glieder der Wertschöpfungskette in der Hand zu halten.“ Das könnten sie zum Beispiel durch Anlagenhersteller, die sie für ihre Gewerbegebiete gewinnen oder durch Entwicklung örtlicher Energieparks, an denen sich Bürger direkt beteiligen können, so Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR).

Salecki meint es sei aus Sicht der Kommunen durchaus sinnvoll, ihre Stadtwerke mit dem Ausbau Erneuerbarer zu betrauen. Damit sind sie selbst Anlagenbetreiber, profitierten steuerlich und seien nicht auf Ansiedlung von Produzenten oder Betreiber angewiesen. Um Bürgermeistern, Stadtplanern und Kämmerern die Einschätzung der wirtschaftlichen Effekte des Ausbaus erneuerbarer Energien zu erleichtern, bietet das IÖW seit Februar einen Online-Wertschöpfungsrechner. Er ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für konkrete Ausbauvorhaben, bietet kommunalen Entscheidern aber eine erste Orientierung über mögliche Profite.

Quelle: Rat für nachhaltige Entwicklung

Neues Online Portal mit Analysen und Gutachten zu Erneuerbaren Energien

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

Die Energiewende ist eine anspruchsvolle und sensible Aufgabe, die in alle gesellschaftlichen Bereiche reicht und daher auf fundiertes Wissen angewiesen ist. Insbesondere die Wissenschaft spielt für den Umbau des Energiesystems auf eine 100-prozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle, Studien und Gutachten sind die Basis für politische Entscheidungen und damit richtungsweisende Entwicklungen für unsere Wirtschaft und künftige Ve rsorgungsstrukturen.

Studienradar Erneuerbare Energien

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat für dieses junge interdisziplinäre Forschungsfeld ein neues Online-Portal www.energie-studien.de geschaffen, das für mehr Orientierung sorgen soll. Das „Studienradar Erneuerbare Energien“ informiert Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und engagierte Bürger über aktuelle Forschungsberichte zum Thema.

Im Rahmen der Jahrestagung des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) wird das „Studienradar Erneuerbare Energien“ von der AEE erstmals vorgestellt. Es führt laut Angaben der Energieagentur in seiner Datenbank Studien zu systemanalytischen, ökonomischen, politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekten der Erneuerbaren Energien auf.

Der Presseinformation ist auch zu entnehmen, dass eine Fachredaktion ausgewählte Berichte, Gutachten und Analysen aufbereitet und inhaltlich zusammenfasst. Zentrale Aussagen und Ergebnisse werden dann in Grafiken anschaulich dargestellt. Die Agentur für Erneuerbare Energien arbeitet nach eigenen Aussagen dabei eng mit dem Forschungs-Verbund Erneuerbare Energien zusammen, um eine hohe Qualität der Studienaufbereitungen zu gewährleisten.
Durch diese redaktionelle Aufbereitung können Internetnutzer Forschungsarbeiten unterschiedlicher Institute und Auftraggeber einander gegenüberstellen und vergleichen. „Das Portal ermöglicht seinen Nutzern, Studien besser einzuordnen“, erläutert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „So können sie sich ein ausgewogenes Bild über Fortschritte und Herausforderungen bei der Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien machen.“

Das Internetportal bietet desweiteren eine Übersicht über Forschungsinstitute und Beratungsunternehmen in Deutschland, den Forschungsatlas. Eine interaktive Deutschlandkarte zeigt Einrichtungen, die sich mit technologischen, politischen, wirtschaftlichen, ökologischen oder sozialen Aspekten Erneuerbarer Energien beschäftigen.

Nach dem Start der Webseite geht die Arbeit am Projekt weiter: Die Fachredaktion erfasst kontinuierlich Publikationen und bereitet pro Jahr rund 50 Studien redaktionell auf. Auch die Mediathek wird durch Grafiken erweitert, die zentrale Aussagen verschiedener Studien vergleichen. Eine Expertendatenbank für die schnelle Suche nach energiewirtschaftlichen bzw. -politischen Fachleuten sowie ein Glossar sollen das Angebot des Internetportals zukünftig abrunden.

Studienradar Erneuerbare Energien im Internet: www.energie-studien.de

Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Erneuerbare Energien

Energiewende: UBA-Kurzstudie zur Energieversorgung

Freitag, Juni 3rd, 2011

Das Umweltbundesamt hält einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft ab dem Jahr 2017 für möglich und mit den Klimaschutzzielen vereinbar. So die neue Kurzstudie, die im Auftrag von Umweltminister Norbert Röttgen erstellt und vor Kurzem publiziert wurde. Damit der Atomausstieg klappt, empfiehlt die Behörde ein abgestuftes Vorgehen.

So sollen die ältesten sieben Atomkraftwerke und das Atomkraftwerk Krümmel schnellstmöglich abgeschaltet werden. Krümmel hat eine Leistung von 8,4 MW, die Netto-Gesamtleistung der 17 deutschen Atomkraftwerke beträgt 20,5 Gigawatt. Das UBA geht davon aus, dass derzeit Reservekapazitäten von rund 10 Gigawatt Leistung vorhanden sind. Deshalb seien auch bei Abschaltung der 7 Altmeiler und Krümmel Versorgung und Netzstabilität gewährleistet. Nach übereinstimmender Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur sei die Lager derzeit zwar angespannt, aber beherrschbar.

Problematisch könnte Situation eventuell im kommenden Winter werden. Damit der Netzbetrieb sicher ist, soll nach Ansicht der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur die Krafwerkseinspeisung in Süddeutschland über den Winter um 2000 MW gegenüber dem aktuellen Moratorium erhöht werden, was einem befristeten Weiterbetrieb von 1-2 Kernkraftwerken bis zum Frühjahr 2012 entspricht.

Das UBA gelangt jedoch zu der Einschätzung, dass in dem Szenario, das dieser Forderung zugrunde liegt,  offenbar zentrale Alternativen nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden. Das UBA konstatiert, dass die Ergebnisse nicht ausreichend belastbar seien. „Es hat keine hinreichende Berücksichtigung aller Maßnahmen stattgefunden, die zur Gewährleistung der Netzsicherheit eingesetzt werden können“, schreibt das UBA in der Zusammenfassung der Kurzstudie.

Das UBA empfiehlt die Festlegung einer Reihenfolge für die Stilllegung der restlichen Atomkraftwerke auf Basis einer genauen Überprüfung. Die AKW könnten jedoch, so das UBA, alle so zeitnah abgeschaltet werden, dass ab 2017 kein Strom mehr aus Atomkraftwerken stammt. Durch die bestehenden Kraftwerkskapazitäten, die Fertigstellung geplanter und im Bau befindlicher GuD-Kraftwerke sowie neuer, zu errichtender Biomassekraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung im Umfang von 5 GW könne die Abschaltung der AKW kompensiert werden.

Die vollständige Kurzstudie finden Sie hier: Umstrukturierung der Stromversorgung

Sanierung von Mehrfamilienhäusern: keine Mehrbelastung für Mieter & Vermieter

Montag, Januar 17th, 2011

Eine neue Studie der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) ergibt, dass sich die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern rechnet  – sowohl für Vermieter als auch für Mieter. Die auf dem dena-Modellprojekt „Niedrigenergiehaus im Bestand“ basierende Studie, in dem rund 350 Wohngebäude hocheffizient saniert wurden, zeigt auf, dass der Energiebedarf bei Gebäuden, die ohnehin saniert werden müssen, ohne Mehrbelastungen für Mieter oder Vermieter um bis zu 75 Prozent gesenkt werden können. Selbst eine Einsparung von 80 Prozent, was den Klimaschutzzielen der Bundesregierung für 2050 entspricht, würde nur eine geringe Mieterhöhung nach sich ziehen. Steigen die Energiepreise weiter an, ist auch diese Variante warmmietenneutral.

Keine Mehrbelastung für Mieter und Vermieter
Die dena-Studie untersucht die Wirtschaftlichkeit verschiedener Sanierungsstandards. Es wurden stark sanierungsbedürftige Häuser untersucht, von Vorkriegsbauten bis hin zum 70er-Jahre-Wohnblock. Das Ergebnis: Wenn diese Häuser so saniert werden, dass sie den aktuellen Neubaustandard Effizienzhaus 100 erreichen – das entspricht einer Energieeinsparung von rund 60 Prozent -, kostet der zusätzliche Aufwand für Energieeffizienz nur 80 Euro pro Quadratmeter. Bei der deutlich besseren Sanierung zum Effizienzhaus 70, beziehungsweise einer Einsparung von durchschnittlich 75 Prozent, steigt dieser Wert auf 158 Euro pro Quadratmeter. Bis zu diesem Standard kann der Vermieter seine Kosten decken, ohne den Mieter stärker zu belasten. Er muss zwar die Kaltmiete um 0,82 Euro pro Quadratmeter und Monat erhöhen, dem stehen aber Energiekosteneinsparungen von 0,92 Euro pro Quadratmeter und Monat gegenüber. Die Warmmiete erhöht sich nicht.

Bei der hocheffizienten Sanierung zum Effizienzhaus 55, was einer Energieeinsparung von 80 Prozent entspricht, liegen die energieeffizienzbedingten Mehrkosten bei 230 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einer Mieterhöhung von 1,17 Euro pro Quadratmeter und Monat bei einer gleichzeitigen Einsparung von 0,99 Euro. In diesem Fall würde die Warmmiete also steigen. Bei steigenden Energiepreisen nimmt auch hier die Wirtschaftlichkeit der Sanierungsmaßnahmen weiter zu, so dass Warmmietenneutralität erreicht werden kann.

Neue KfW-Effizienzhaus-Standards

Die KfW Förderbank hat zum 1. Juli 2010 ihre Förderangebote für Effizienzhäuser geändert. Die KfW- Förderprogramme, bezuschussen sowohl den Neubau eines Effizienzhauses als auch die Sanierung eines Altbaus auf Effizienzhaus-Niveau.
Die bisherige Förderung für das KfW-Effizienzhaus 130 entfällt, da der zugrunde liegende Standard inzwischen als überholt gilt. Für Neubauten wurden die neuen Förderstufen KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40 geschaffen. Für die Sanierung ihres Altbaus bekommen Bauherren nun auch Geld, wenn das Niveau eines KfW-Effizienzhauses 70 oder sogar 55 erreicht wird.

In welche Effizienzklasse ein Haus fällt, das richtet sich danach, wie viel Heizenergie es prozentual im Vergleich zu der gesetzlichen Vorgabe für Neubauten benötigt. Das heißt: Je niedriger die Kennziffer des Programms, umso höher ist die Energieeffizienz des Projekts. Der Energiebedarf eines KfW-Effizienzhauses 55 ist demnach nur knapp halb so hoch wie der eines Neubaus, der nach den Vorgaben der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) errichtet wurde.

Die KfW Bank fördert eine Vielzahl von Maßnahmen, um diese Effizienzklassen bei einer Sanierung zu erreichen. Dazu gehören unter Anderem die Wärmedämmung von Decken und Außenwänden, die Erneuerung der Fenster sowie der Austausch der Heizungsanlage. Dafür bekommen Bauherren günstige Kredite oder attraktive Zuschüsse von bis zu 13.125 Euro pro Wohneinheit.

Hier finden Sie die Sanierungsstudie als PDF zum Herunterladen.

Quelle: www.dena.de, www.klima-sucht-schutz.de; Foto: Armin Kübelbeck / wikipedia

Dezentraler Ausbau Erneuerbarer Energien steigert kommunale Wertschöpfung in Milliardenhöhe

Mittwoch, September 22nd, 2010

Berlin, 22. September 2010. Der dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien generiert in den deutschen Städten und Gemeinden eine Wertschöpfung von annähernd 6,8 Milliarden Euro. Dies hat das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in der ersten systematischen und vergleichenden Analyse der Wertschöpfungseffekte regenerativer Energietechnologien ermittelt. Die Studie wurde heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Der flächendeckende und dezentrale Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland ist für Kommunen umso profitabler, je mehr Anlagen, Betreibergesellschaften, Hersteller oder Zulieferer vor Ort angesiedelt sind. Mit der aktuellen IÖW-Studie wird diese naheliegende Annahme erstmals in einer wissenschaftlich fundierten, systematischen Berechnung für alle gängigen Erneuerbare-Energien-Technologien bestätigt. Zudem können Kommunen jeder Größe auf Grundlage der Studie ermitteln, welche Wertschöpfung Erneuerbare Energien vor Ort bereits erwirtschaften oder künftig erwirtschaften könnten – etwa durch Steuer- und Pachteinnahmen, Unternehmensgewinne und Arbeitsplätze sowie durch die Einsparung fossiler Brennstoffe.

Der IÖW-Studie zufolge haben Sonne, Wind, Biomasse & Co im Jahr 2009 rund 6,8 Mrd. Euro regionale Wertschöpfung generiert. Davon flossen allein 0,6 Mrd. Euro als Steuereinnahmen in die klammen Kassen der Kommunen. Bei einem weiteren dynamischen Ausbau der Erneuerbaren Energien könne sogar annähernd eine Verdoppelung der Wertschöpfung bis zum Jahr 2020 erreicht werden. „Es zeugt von regionalwirtschaftlichem Weitblick und finanzpolitischem Sachverstand, dass immer mehr Städte und Gemeinden den Umstieg auf eine regenerative Energieversorgung in die Tat umsetzen“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien und Auftraggeber der Studie. „Sie erhöhen damit ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort und verbessern die kommunale Haushaltslage. Dies kommt wiederum den Bürgern vor Ort zugute.“

Albert Filbert, Vorstandsvorsitzender der HEAG Südhessische Energie AG mit Sitz in Darmstadt, bestätigt diesen Trend: „Die Regionen und Kommunen erkennen vermehrt die Bedeutung einer aktiven und weitschauenden Daseinsvorsorge, die den ökonomischen und ökologischen Interessen des Gemeinwesens am besten entspricht“, so Filbert. Ein verstärktes Engagement in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz biete dabei die Chance zur Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg, zur Finanzierung wichtiger kommunaler Vorhaben und Haushaltsentlastung, zur Sicherung des Standortes, der Arbeitsplätze und der lokalen Wertschöpfung.

Doch nicht nur große Stadtwerke profitieren vom Umstieg auf Erneuerbare Energien, sondern aufgrund der dezentralen Struktur besonders auch der ländliche Raum. Das zeigt das Beispiel des Rhein-Hunsrück-Kreises in Rheinland-Pfalz. „1999 haben wir mit den Erneuerbaren Energien angefangen und sind seither nicht mehr zu bremsen“, berichtet Landrat Bertram Fleck (CDU). Heute decken in der Region 1.500 regenerative Energieanlagen fast 60 Prozent des Strombedarfs. „In wenigen Jahren werden wir Stromexporteur sein und erwirtschaften dabei 14,6 Millionen Euro kommunale Wertschöpfung pro Jahr“, betont Fleck.

Das IÖW hat in seiner Studie alle Wertschöpfungsschritte von der Anlagenproduktion über Planung und Installation bis zu Betrieb und Wartung analysiert. „Die Gesamtsumme ist zu 36 Prozent auf die Photovoltaik (2,4 Mrd. Euro) und zu 30 Prozent auf die Windkraft (2,1 Mrd. Euro) zurückzuführen“, erklärt Dr. Bernd Hirschl, Leiter des Forschungsfelds Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz am IÖW. Für die Zukunft werde die Entwicklung der kommunalen Wertschöpfung stark von der weiteren Zubauentwicklung insbesondere dezentraler Erneuerbarer Energien abhängen, so Hirschl.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Die vollständige Studie „Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“ und weitere Hintergrundinformationen finden Sie im Internet unter: http://www.unendlich-viel-energie.de/de/wirtschaft/detailansicht/article/572/kommunale-wertschoepfung-durch-erneuerbare-energien.html

RWE und E.on: Die solare Energiewende rechnet sich

Sonntag, April 18th, 2010

Die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist für Europa nicht teurer als die Energieversorgung mit Kohle, Öl, Gas und Atomkraft. Dies ergab eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die in dieser Woche in Brüssel vorgestellt wurde. Ihr Titel „Fahrplan 2050: Ein praktikabler Weg für ein reiches Europa“.

Am meisten Geld müsste für den Ausbau leistungsstarker Stromnetze zwischen Nord- und Südeuropa ausgegeben werden. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, der an der Studie mitgearbeitet hat: „Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessegeleitete Angstkampagne“.

Überraschend ist diese Studie deshalb, weil neben Umweltverbänden auch die klassischen Energieriesen wie RWE, E.on und Vattenfall beteiligt sind, die noch vor kurzem die hundertprozentige Stromversorgung in Europa für eine versponnene Utopie gehalten haben.

Die neue Studie meint, dass künftig zu windreichen, aber sonnenarmen Zeiten Strom von Nord- nach Südeuropa fließen werde und zu windarmen, aber sonnenreichen Zeiten Strom von Süd- nach Nordeuropa. Insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen Frankreich und Spanien müssten die Stromnetze in den nächsten Jahren jedoch stark ausgebaut werden.

Der Umbau der europäischen Stromwirtschaft mit dem Ziel der solaren Energiewende würde nach der Studie pro Jahr 52 Milliarden Euro kosten. Dies sei „ungefähr dieselbe Summe“ wie die Energieversorgung aus den heutigen fossil-atomaren Energiequellen.

Die neue McKinsey-Studie beweist, dass die Vollversorgung mit Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme kostengünstig, versorgungssicher und umweltfreundlich möglich ist. Endlich hat auch die Großindustrie dieser von Umweltverbänden seit Jahren vertretenen These zugestimmt.

Ein Fortschritt, der hoffen lässt und ein starkes Argument auch für den atomkritischen Umweltminister Norbert Röttgen in Berlin. Deutschland und Europa brauchen weder längere Laufzeiten der Atomkraftwerke noch den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Wir haben bessere, innovativere und intelligentere Lösungen – ohne Klimaschäden und ohne riesige Folgekosten für künftige Generationen.

Quelle: ©Franz Alt 2010