Einträge ‘Wertschöpfung’

Informationsveranstaltung "Energieprojekte" am 19. März in Herrsching

Donnerstag, März 15th, 2012

Unter dem Titel „Energieprojekte:  Den Ausverkauf des Landkreises Starnberg verhindern – Wertschöpfung für die Bürger sichern“ findet am 19. März eine Informationsveranstaltung des Energiewende-Vereins im Vortragssaal der VR-Bank, Herrsching, Bahnhofsplatz 4 statt. Beginn ist um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. betrachtet u. a. die Windkraft und solare Freiflächenanlagen als wichtige Standbeine einer künftigen regenerative Energieversorgung im Landkreis Starnberg. Wind- und Solarenergie sind, um die Ziele der Energiewende erreichen zu können, in angemessenem Maß unverzichtbar. Fakt ist auch: Ohne jedwede Veränderungen sowohl in unserem Verhalten als auch in unserer Umwelt ist die unabdingbare und unverzichtbare Energiewende nicht möglich.

Wie bei allen anderen Gewerbeansiedlungen auch, sind Anlagen der Erneuerbaren Energien mit Eingriffen in die Umgebung verbunden, gibt es Auswirkungen auf das gewohnte Landschaftsbild und die Kulturlandschaft – wenn auch in weit geringerem Ausmaß als bei Großkraftwerken (Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken oder Windparks an der Küste und Offshore-Anlagen), die zudem großer Umspannwerke und Hochspannungsleitungen bedürfen. Ein sensibles Vorgehen und die Einbindung der Anwohner sind gerade bei der Energiewende unverzichtbar, um die Versorgung mit 100 % erneuerbaren Energien aus unserer Region zu sichern und die Vorteile einer dezentralen Energieversorgung zu verdeutlichen. Schließlich sollen die Bürgerinnen und Bürger und der Landkreis von der nachhaltigen Energieerzeugung profitieren – und nicht Konzerne oder einzelne Investoren. Es muss klar dargestellt werden, dass es nicht um „Spielzeug-Anlagen“ aus Prestige oder unrentable Alibi-Projekte, sondern um eine gemeinsame Umsetzung mit Augenmaß von wirtschaftlichen Anlagen an geeigneten Standorten geht. Daher ist auch wichtig, dass die Kommunen Herr dieser Verfahren sind und bleiben.

„Wir leben in einer besonderen Region, in der die Realisierung von Energieanlagen mehr als kritisch betrachtet wird. Wir müssen zeigen, dass solche Anlagen möglich sind, ohne dass die Region ihren Reiz verliert,“ betont deshalb der Vorsitzende des Energiewendevereins. „Wir brauchen vorbildliche Anlagen und zugleich neue Formen von frühzeitiger Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung solcher Vorbild-Anlagen, damit das Vertrauen wächst, dass es hier um Aufbau und nicht um Zerstörung geht.“

Für den Vortrag konnten die beiden Fachanwälte für Vertrags-, Bauplanungs- und Steuerrecht und Spezialisten im Bereich Netzübernahmeverfahren, Rekommunalisierung und Projekte der erneuerbaren Energien, Oliver Eifertinger und Dr. Max Reicherzer, von der Kanzlei Becker Büttner Held, München, gewonnen werden.

Folgende Themen sollen auf dem Informationsabend behandelt werden:

1. Standortsicherung durch städtebaulichen Vertrag

  • Standortsicherung als bauleitplanerische Notwendigkeit
  • Standortsicherung zur kommunalen Beteiligung an der Wertschöpfung
  • Modelle der Standortsicherung durch städtebaulichen Vertrag

2. Gesellschaftsrechtliche Gestaltungsmodelle

  • Sicherung der lokalen und kommunalen Wertschöpfung
  • Einbindung der Betroffenen
  • Refinanzierung über Bürgerbeteiligungen
  • Modelle zur Bürgerbeteiligung

Die Einladung zur Veranstaltung finden Sie hier!

Foto: Fotolia

Studie: Ausbau erneuerbarer Energien füllt kommunale Kassen

Dienstag, März 13th, 2012

Energie aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft schafft neben neuen Arbeitsplätzen vor Ort noch zusätzlich hohe Steuereinnahmen vor Ort. Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) für das baden-württembergische Umweltministerium. Selbst 1.000-Seelen-Dörfer können ihre Kassen so mit mehreren Tausend Euro im Jahr füllen.

„Kommunen profitieren vom Ausbau erneuerbarer Energien, und das um so stärker, je mehr Schritte sie vom Bau bis zum Betrieb der Anlagen übernehmen“, sagt Steven Salecki, Energieexperte beim IÖW und einer der Autoren der im Februar veröffentlichten Studie. Es wurden drei Kommunen modelliert, die über unterschiedlich viele Einwohner verfügen und beim Ausbau erneuerbarer Energien unterschiedlich weit sind: ein Bioenergiedorf mit 1.000 Einwohnern, das die Energiewende fast komplett vollzogen hat, eine Vorreiterkommune mit 50.000 Einwohnern, die beim Ausbau Erneuerbarer über dem Bundesdurchschnitt liegt und ein 250.000-Einwohner-Landkreis mit einem durchschnittlichen Ausbaugrad.

Das Bioenergiedorf versorgt sich im IÖW-Modell vollständig mit „grünem“ Strom und zu 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Quellen. Es gibt eine Biogasanlage, ein kleines Wasserkraftwerk und knapp zwei Dutzend Photovoltaikanlagen. „Über eine zwanzigjährige Laufzeit generieren diese Anlagen 4.000 Euro Wertschöpfung pro Kopf“, sagt Salecki, in Form von Gewinnen für die Anlagenbetreiber, durch Einkommen für Beschäftigte und durch steuerliche Effekte. Die Steuereinnahmen summieren sich im modellierten Bioenergiedorf auf 264 Euro für die Kommune und weitere 371 Euro für das Land – jeweils je Einwohner und über die gesamte Laufzeit der Anlagen gerechnet.

Das summiert sich: Bei 1.000 Einwohnern fließen so über zwanzig Jahre 264.000 Euro in die Kasse des Dorfes. Für ein Jahr ergeben sich 13.200 Euro. Baden-Württemberg profitiert über Gewerbe- und Einkommenssteuern vom Bau und Betrieb der Anlagen mit, womit 18.550 Euro im Jahr abfallen. Überschaubar bleiben im IÖW-Modell die Arbeitsmarkteffekte im Bioenergiedorf: Es wurde dort lediglich ein Arbeitsplatz neu geschaffen. Laut Salecki liegt das jedoch vor allem an der Einwohnerzahl und daran, dass die Anlagen in der Regel außerhalb der Kommunen konstruiert wurden und für den Betrieb vor Ort kaum Personal nötig ist.

In den modellierten Vergleichskommunen sind die positiven Arbeitsplatzeffekte wegen der höheren Einwohnerzahl sichtbarer: In der Vorreiterkommune, die 46 Prozent ihres Stroms und zwölf Prozent der benötigten Wärme erneuerbar deckt, entstehen durch Bau und Betrieb der Anlagen über deren Laufzeit 77 Arbeitsplätze, im Landkreis 221. Die Pro-Kopf-Steuereinnahmen sind in diesem Fall durch den geringeren Ausbaugrad zwar niedriger – in der Summe durch die größere Einwohnerzahl aber höher: In der Vorreiterkommune belaufen sie sich auf 655.000 Euro im Jahr, im Landkreis auf satte 1,45 Millionen Euro.

Grundsätzlich stiegen die Steuereinnahmen der Kommunen umso stärker, je mehr sie bei Ausbau und Betrieb Erneuerbarer-Energien-Anlagen eingebunden seien. Das habe steuerrechtliche Gründe. „Für die Kommunen ist es daher sinnvoll, möglichst viele Glieder der Wertschöpfungskette in der Hand zu halten.“ Das könnten sie zum Beispiel durch Anlagenhersteller, die sie für ihre Gewerbegebiete gewinnen oder durch Entwicklung örtlicher Energieparks, an denen sich Bürger direkt beteiligen können, so Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR).

Salecki meint es sei aus Sicht der Kommunen durchaus sinnvoll, ihre Stadtwerke mit dem Ausbau Erneuerbarer zu betrauen. Damit sind sie selbst Anlagenbetreiber, profitierten steuerlich und seien nicht auf Ansiedlung von Produzenten oder Betreiber angewiesen. Um Bürgermeistern, Stadtplanern und Kämmerern die Einschätzung der wirtschaftlichen Effekte des Ausbaus erneuerbarer Energien zu erleichtern, bietet das IÖW seit Februar einen Online-Wertschöpfungsrechner. Er ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für konkrete Ausbauvorhaben, bietet kommunalen Entscheidern aber eine erste Orientierung über mögliche Profite.

Quelle: Rat für nachhaltige Entwicklung

Windparks bringen Millionen in die Gemeindekassen

Mittwoch, August 31st, 2011

Erhebliche regionale und kommunale Wertschöpfung durch Windenergie

40 Millionen Euro pusteten Windkraftprojekte in der Vergangenheit jährlich in die Gemeindekassen des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Durch weitere Anlagen auf den neu ausgewiesenen Windeignungsflächen könnten in den kommenden Jahren noch einmal 30 Millionen Euro dazu kommen, so die Zahlen, die  auf der Konferenz von windWERT, der schleswig-holsteinischen Windkraft-Netzwerkagentur in Kiel präsentiert wurden. WindWERT hatte die Neuordnung der Regionalpläne zum Anlass genommen, um umfassend über Planung, Finanzierung, Versicherungs- und Steuerfragen, Gesellschaftskonstrukte, Neuerungen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Service- und Wartungskonzepte für Windkraft-Projekte zu informieren.

Bürgerwindparks als Modell der Zukunft

Unter dem Titel „MehrWertschöpfung aus Wind“ wurden auch Aspekte der regionalen Wertschöpfung durch Windparks vorgetragen: Pachteinnahmen, Steuereinnahmen, Nettolöhne und der Gewinn aus dem Betrieb der Windenergieanlagen (WEA). Ist der Windparkbetreiber in der Gemeinde ansässig, in der die WEA stehen, profitiert die Kommune besonders: durch Gewerbesteuer, höheres Einkommen ihrer Bürger und zusätzliche Arbeitsplätze. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung(IÖW) mit dem Titel Kommunale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien.

Bürgerwindparks haben zudem – besonders an der schleswig-holsteinischen Westküste – entscheidend zur hohen Akzeptanz der Windkraft beigetragen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle. In Schleswig-Holstein sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und GmbH & Co. KGs  erfolgreich und werden inzwischen auch in anderen Bundesländern als Beteiligungsmöglichkeit eingeführt, so z.B. eine GmbH & Co.KG beim Windpark Alexanderschanze in Bad Peterstal-Griesbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg).

Investoren herzlich willkommen

Viele Windparkprojekte kommen jedoch nicht ohne finanzstarke Großinvestoren aus, wie zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen oder Unternehmen, die sich für Erneuerbare Energien engagieren. Dabei ist es wichtig, dass die Investorengruppen zusammenarbeiten und von Anfang an die betroffenen Gemeinden und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen. Das zeigt die Erfahrung  aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands.

Für den Bau neuer Windparks in den neuen Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein sind Investitionen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro erforderlich. Die gute Nachricht für potenzielle Fremdkapitalgeber brachten dort Vertreter der VR-Bank Niebüll und der Nord-Ostsee-Sparkasse zum Ausdruck: „Null Forderungsausfälle bei Windkraftprojekten“. Dasselbe dürfte auch für die Höhenlagen im Schwarzwald oder die Mittelgebirge Bayerns gelten, deren Windhöffigkeit durchaus mit Norddeutschland vergleichbar ist.

Ebenso gibt es im Alpenvorland gute Winderträge und damit ist auch in Oberbayern und dem Allgäu der lukrative Betrieb von Windenergieanlagen und damit eine regionale Wertschöpfung möglich.

Windanlagenhersteller bieten Rundum-Sorglos-Pakete für Service und Wartung

Die großen Windkraftanlagenhersteller bieten den Gemeinden inzwischen meist ein „Rundum-Sorglos-Paket“ an, das regelmäßige Wartung, Online-Überwachung und gegebenenfalls den Austausch von Großkomponenten einschließt. Ganz ohne eine zusätzliche Versicherung kommen die Betreiber von Windenergieanlagen jedoch auch künftig nicht aus. Die klassischen Versicherungspolicen sichern Windrad- und Windparkbetreiber gegen Blitzschlag, Brand und ähnliche Ereignisse ab. Interessant dabei: Allein die geringen Haftpflichtbeiträge von jährlich rund 90 Euro belegen, wie sicher Windräder im Betrieb sind.

Strategische Planung bei Erneuerbare Energie-Projekten und zwar von Anfang an

Wichtig für den Projekterfolg und die Akzeptanz ist ein detaillierter, strategisch durchdachter Plan, der von der ersten Einwohnerversammlung über die Informationsveranstaltung für Kommanditisten oder Genossenschafter bis hin zur Inbetriebnahme der WEA reicht.

„Die Kommune sollte schon weit vor Beginn des ordentlichen Planverfahrens eine strategische Bürgerbeteiligung mit professioneller Unterstützung einplanen. Ideal ist es, wenn ein Projekt für erneuerbare Energien auch möglichst wirtschaftliche Vorteile für die Bürger bietet, wie den Erwerb von Anteilen mit guter Rendite“, rät Evelyn Villing, Expertin für Umweltkommunikation, Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Die Kommunikation sollte dann selbstverständlich die Energieerträge und Gewinne aus dem Anlagenbetrieb nicht außer Acht lassen und regelmäßig veröffentlichen – schließlich ist nichts motivierender als der Erfolg.

Quellen: iwr-pressedienst, IÖW-Studie „Regionale Wertschöpfung – bearbeitet von E.Villing, Energiewendeverein

Fotos (von oben nach unten): ENERCON, Raphael Mack, IG Windkraft Österreich

Erneuerbare Energien für Städte und Regionen

Sonntag, April 18th, 2010
EUROSOLAR lädt ein zur 4. Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ am 26./27.Mai in München

Eine Großstadt oder eine ganze Region – vollständig versorgt mit Erneuerbaren Energien. Das ist keine Utopie mehr, sondern könnte nach gegenwärtigen Bedingungen bis 2020 Realität sein. Wie Stadtwerke und Kommunen das Ziel einer regenerativen Energieversorgung für Privathaushalte und lokale Unternehmen erreichen, ist Schwerpunkt der 4. EUROSOLAR-Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“, die am 26. und 27.Mai zusammen mit den Stadtwerken München (SWM) von EUROSOLAR e.V. im Alten Rathaus in München veranstaltet wird. Innovative Konzepte und erfolgreiche Geschäftsfelder sowie Möglichkeiten der Finanzierung werden an den zwei Veranstaltungstagen ebenso thematisiert wie Rechtsfragen zu Konzessionsverträgen oder zur Neugründung von Stadtwerken. Eingeladen sind lokale und regionale Energieversorger, Kommunalvertreter und Akteure aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien sowie die Medien.

„Eine dezentrale und von Importen unabhängige klimaschonende Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen stärkt die wirtschaftliche Wertschöpfung, schafft Arbeitsplätze und erhöht die Attraktivität der Region. Wir wollen anhand von Praxisbeispielen erörtern und aufzeigen, wie das möglich ist und notwendige Weichenstellungen erkennbar machen.“, beschreibt der Vorsitzende der deutschen EUROSOLAR-Sektion, Dr. Axel Berg (München), das Ziel der Konferenz.

Unter www.eurosolar.de  finden Sie das Programm sowie weitere Informationen und ein Online-Anmeldeformular. Ermäßigte Hotelzimmer können auf der Website über ein Faxformular bis zum 03. Mai gebucht werden!

Quelle: Eurosolar, Einladung vom 14.04.2010