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Jahresbilanz Windenergie 2012

Freitag, Februar 8th, 2013

Der Anteil der Windenergie in Deutschland verzeichnet im Jahr 2012 erneut ein stabiles Wachstum. Im vergangenen Jahr wurden 1.008 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.439 Megawatt neu installiert, womit sich die installierte Leistung zum Jahr 2011 um etwa 20 Prozent vergrößert hat. Diese Daten wurden vom Deutschen WindGuard im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) und VDMA Power Systems (VDMA PS) erhoben.

„Deutschland ist der Fels in der Brandung der Windindustrie in einem turbulenten Weltmarkt. Der absehbare Einbruch des US-Marktes 2013 und die weitgehende Abschottung des schrumpfenden chinesischen Marktes zwingen die Hersteller zur Fokussierung auf die europäischen Kernmärkte. Der dringend benötigte systemische Umbau des EEG und des Strommarktdesigns in Deutschland wird daher umso wichtiger. Wenn uns dies gelingt, werden die Rahmenbedingungen am Heimmarkt auch Vorbild für unsere Exportmärkte sein.“, so Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA PS.

Der Windenergieausbau findet flächendeckend in ganz Deutschland statt. Auch wenn weiterhin Niedersachsen (361 MW) und Schleswig-Holstein (333 MW) die Spitzenländer sind, wird vermehrt auch in den südlichen Bundesländern (Bayern: 201 MW) zugebaut. Baden-Württemberg bildet mit 19 Megawatt das Schlusslicht in der Republik.

Im Offshore-Bereich wurden 16 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 80 Megawatt installiert. Insgesamt sind es nun 68 Anlagen mit 280 MW Leistung, die in der deutschen Nord- und Ostsee Strom einspeisen. Herdan: „In 2012 wurden allerdings bereits 109 Fundamentstrukturen auf See installiert, sechs Offshore-Windparks mit über 350 Anlagen und einer Leistung von 1700 Megawatt sind in Bau. Ob der gordische Knoten bei der Netzanbindung durch die jüngste Klärung der Haftungsfragen gelöst und die Finanzierung damit gesichert ist, wird sich dieses Jahr zeigen”.

Eine große Spreizung gibt es bei den Turmhöhen im Bundesländervergleich. Anlagen in Schleswig-Holstein besitzen eine relativ niedrige Nabenhöhe mit durchschnittlich 82 Metern, in Baden-Württemberg hingegen liegt sie bei 130, in Bayern sogar bei 134 Metern. „Das zeigt, dass es hier enormes Verbesserungspotenzial gibt. Denn höhere Türme und größere Rotordurchmesser sorgen in ganz Deutschland für eine bessere Windausbeute. Bei optimaler Anlagenkonfiguration können wir im Norden und im Süden für mehr Vollaststunden sorgen und so entscheidend zur Netzstabilität beitragen”, meint Pilarsky-Grosch, BWE-Vizepräsidentin.

Mit geschätzten 13.200 Megawatt Leistung aus neu installierten Windenergieanlagen in den USA in 2012 (2011: 6.800 Megawatt) und voraussichtlich kaum mehr als 5.000 Megawatt in 2013 sowie 14.000 Megawatt in China in 2012 (2011: 17.600 Megawatt) und voraussichtlich stagnierender Installationen in 2013 sind beide Märkte extrem instabil – mit drastischen Folgen für die jeweilige Windindustrie vor Ort. Nach Einschätzungen von VDMA PS kann der Weltmarkt in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent einbrechen. „Wenn die Windenergie nicht in den Mühlen des Wahlkampfes zerrieben wird, sichert der starke Heimatmarkt der Windindustrie Fertigungskapazitäten in Deutschland für den 2014 wieder absehbar wachsenden Weltmarkt“, betonte Herdan.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Inlandsmarkt 2012
Neue Windenergie-Kapazitäten in Deutschland: 2.439 MW
Neue Windenergie-Kapazitäten Repowering: 432 MW (abgebaut 179 MW)
Neue Windenergie-Kapazitäten Offshore: 80 MW
Gesamte Windenergie-Kapazität in Deutschland zum 30.12.2012: 31.332 MW
Gesamte Windenergie-Kapazität Repowering: 1.443 (abgebaut: 627)
Gesamte Windenergie-Kapazität Offshore: 280 MW

Download: Status des Windenergieausbaus in Deutschland 2012

Weitere Informationen zu Energie aus Wind im Landkreis Starnberg finden Sie unter Energie im Fokus/Energie aus Wind und unter www.windenergie-starnberg.de!

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – Daniela Köhler, Quelle: Bundesverband Windenergie e. V.

Bild: AEE

Allgäuer nehmen Vorreiterrolle in der Energiewende ein

Freitag, Januar 11th, 2013

Während in Oberbayern die Bürgerinnen und Bürger noch unentschieden sind, ob sie die Energiewende vor der eigenen Haustüre überhaupt wollen und vor allem, ob sie die damit einhergehenden Veränderungen am Landschaftsbild ertragen können, drehen sich in anderen, nicht minder schönen Gegenden längst die Windräder. Zum Beispiel im Allgäu: Dort haben sich energieautarke Gemeinden entwickelt, die sich und die umliegende Orte mit 100 % erneuerbarer Energie ausschließlich aus der Region versorgen und die diese Energie gewinnbringend für ihre und mit den Bürgerinnen und Bürgern verkaufen. Von den Bürgerinnen und Bürgern wird der Sinn und die Zukunftsfähigkeit dieser Energie-Projekte längst nicht mehr in Frage gestellt wird.

So gibt es im benachbarten Allgäu bereits zahlreiche Passivhäuser, PV-Kraftwerke, PV-Freiflächen- und  PV-Dach-Anlagen, Wärmepumpen, Biogasanlagen und Biomassekraftwerke. Windräder sind hier im Alltag längst angekommen, Geothermie ist kein Tabu. Der Landkreis Unterallgäu (Planungsverband Iller-Donau) hat derzeit 17 Standorte im Blick,  im Gebiet des Planungsverbands Allgäu (Kempten, Kaufbeuren sowie Oberallgäu, Ostallgäu und Lindau) sind mehr als 30 Windräder in Betrieb, in den Räumen Oberallgäu/Kempten und Ostallgäu/Kaufbeuren sollen weitere 50 – auch so genannte Raumbedeutende Anlagen (bis 200 m hoch) ans Netz gehen.

Pioniere in Allgäu-Schwaben denken seit über 15 Jahren in Richtung Energiewende und packen sie an. Sie investieren in das, was sich bereits jetzt oder in nächster Zukunft rentiert. Bereits 2001 hat die Gemeinde Wildpoldsried das Kommunale Energiemanagement eingeführt. Mit großem Selbstverständnis wird inzwischen die Energiewende im Allgäu von Vielen gelebt, beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger nicht nur an den großen Windenergie-Projekten – und profitieren davon – sondern sind auch eifrig beim Energiesparen im eigenen Haus und im Alltag.

Modellregion für E-Mobilität

Anstatt in das Dritt- und Viertauto wird hier lieber in vernünftige Haustechnik und Dämmung investiert. Schwaben sparen halt gern! Bleiben deshalb die Touristen im Allgäu aus? Mitnichten. Wie auch in anderen Regionen, in denen der Wind den Strom erzeugt, wird das fortschrittliche Denken von den Gästen belohnt – indem sie weiterhin oder gerade deshalb kommen.

So dünkt es nicht Wunder, dass das Allgäu nun auch als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt wurde. Mit dem Projekt eE-Tour Allgäu sollen die Möglichkeiten der Elektromobilität im Tourismus fürs Allgäu erforscht und realisiert werden. Hierbei wird zum einen das Mobilitätsverhalten der Gäste in der Region untersucht, zum anderen ist auch das Angebot der Elektromobilität für Einheimische als sinnvolle Mobilitätsalternative Gegenstand der Forschung.

Urlaubsgäste sollen Geschmack an innovativen, umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten finden und die Botschaft mit nach Hause nehmen: „Wir konnten es im Urlaub probieren. Wir können es auch zu Hause tun.“

Wer sich über die Entwicklung im Allgäu informieren und Anregungen gewinnen möchte, sollte einen Blick  auf  www.umwelt-heute.tv/ und auf das schon legendäre Energiedorf Wildpoldried werfen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – E. Villing

Quellen: www.wildpoldsried.de, www.umwelt-heute.tv

 

 

Erdgas und Windenergie günstiger als Atomkraft

Dienstag, August 7th, 2012

Erdgas und Wind sind deutlich günstigere Arten der Stromerzeugung als Atomkraft. Das sagt Jeffrey Immelt, Chef des amerikanischen Großkonzerns General Electric (GE). General Electric ist einer der größten Ausrüster für Atomkraftwerke Die hohen Kosten der Energieerzeugung mit Atomkraftwerken rechtfertigen diese Technologie nur schwerlich. Erdgas und Wind seien demgegenüber wirtschaftlicher, betont Immelt, zumal Erdgas aktuell einem Preisverfall im Rohstoffpreis unterliege und sogar längerfristig eine günstige Energiequelle sein könnte, da derzeit viele neue Erdgasquellen gefunden würden.

Die meisten Länder würden sich daher für eine Kombination aus Erdgas und Windkraft oder Solarenergie entscheiden, sagt Immelt. Seine Aussagen verdeutlichen, wie sehr sich die Schiefergasrevolution in den USA, die Nuklearkatastrophe in Fukushima und die sinkenden Preise für einige erneuerbare Energien auf den weltweiten Energiemarkt auswirken.

Für viele Länder, die Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen bauen wollen, wird dies zunehmend zum Problem.

Die Debatte über Atomstrom geht in Deutschland hingegen unvermindert weiter. Die amtierende Bundesregierung unterstützt den Bau von mehreren umstrittenen Atomkraftwerken im Ausland, obwohl hierzulande der Ausstieg beschlossen wurde. Der Energieversorger EnBW hat kürzlich angekündigt, nun doch keine Verfassungsklage gegen die 13. Atomgesetz-Novelle einzureichen. Auch wenn der Konzern weiter der Auffassung ist, dass die Atom-Novelle einer verfassungsrechtlichen Prüfung nicht standhalten würde, fehle nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die Grundrechtsfähigkeit, da sich das Unternehmen fast vollständig in öffentlicher Hand befindet. Der Konzern hofft daher auf erfolgreiche Verfassungsklagen seiner Konkurrenten Vattenfall, E.on und RWE.

Quelle: IWR

Windenergie: Ergebnisse zum Ausbau im 1. Halbjahr 2012

Dienstag, August 7th, 2012

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz wurden am 1. August 2012 in Berlin die Resultate der 1. statistischen Erhebung zum Ausbau der Windenergie in Deutschland vorgestellt, die von WindGuard im Auftrag des BWE und der VDMA Power durchgeführt wurde.

Onshore bereits über 30 GW Leistung installiert – Süddeutschland legt zu

Im 1. Halbjahr 2012 wurden demnach in Deutschland 414 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1 GW zugebaut. Die bundesweit installierte Gesamtleistung stieg damit auf rund 30 GW.

Im bundesweiten Vergleich führen bei der zugebauten Leistung die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen. An dritter Stelle steht mit Rheinland-Pfalz ein im Süden Deutschlands gelegenes Bundesland. Auch weitere Bundesländer in der Mitte und im Süden Deutschlands befinden sich unter den ersten zehn. Dies zeigt, dass der Ausbau der Windenergie mit fortschreitender Technologieentwicklung zunehmend auch in den südlichen Regionen stattfindet.

 Neun leistungsstarke neue Offshore-Anlagen ans Netz gegangen

Auf See speisten im 1. Halbjahr 2012 neun Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 45 MW erstmals Energie ins Netz ein. Im Rahmen der Datenerhebung zur Erstellung der Statistik wurde ermittelt, dass im 2. Halbjahr weitere Offshore-Windparkprojekte in Bau gehen sollen. Laut den Angaben der Entwickler sollen sich bis zum Jahresende Projekte mit deutlich über 400 Anlagen und einer Gesamtleistung von über 2.000 MW in Bau befinden.

Die nächste Statistik zum Windenergieausbau in Deutschland mit einem Überblick über die Entwicklungen im Gesamtjahr 2012 wird Anfang 2013 erscheinen.

Quelle: iwr-pressedienst 03.08.2012 – zusammengefasst von E. Villing

 

Weitere Informationen zum Status des Windenergieausbaus und Fact Sheet:

http://www.windguard.de/aktuelles-presse/

http://www.wind-energie.de/infocenter/statistiken

http://www.vdma.org/windenergie

 

 

Energiewende auch in Frankreich

Montag, Juli 9th, 2012

Sogar in Frankreich wird seit dem Präsidentschaftswechsel ein neuer Kurs in der Energiepolitik eingeschlagen. Bis 2025 will der neue Präsident François Holland den Anteil des Atomstroms am französischen Energiemix von heute rund drei Viertel auf 50 Prozent senken. „Immer mehr Länder in der Europäischen Union stehen der Kernkraft kritisch gegenüber“, bilanziert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer, die Entwicklung. In einigen Staaten wurde der Nuklearausstieg bereits komplett umgesetzt, in anderen Ländern wie den Niederlanden und Großbritannien, stehen Projekte zum Ausbau der Kernkraft vor dem Aus.

Eine repräsentative Umfrage der französischen Umwelt- und Energiebehörde ADEME zeigt, dass die Zustimmung zum Ausbau Erneuerbarer Energien in Frankreich bei 96 Prozent liegt. Mehr als 80 Prozent der Befragten konnten sich die Installation von Solarmodulen auf ihren Dächern vorstellen, das waren vier Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Mit dem Bau von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft wären 60 Prozent der Franzosen einverstanden, im Jahr 2010 waren es noch 54 Prozent. An den Veränderungen, die Erneuerbare Energien im Landschaftsbild mit sich bringen, störten sich lediglich 13 Prozent der Befragten, das waren sieben Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.

Wind- und Solarenergie ausbaufähig

„Die Umfrage hat auch gezeigt, dass vielen Franzosen die wirtschaftlichen Vorteile Erneuerbarer Energien bekannt sind“, stellt Vohrer fest. Nun gelte es, die hohe Akzeptanz Erneuerbarer Energien im Nachbarland in mehr konkrete Projekte umzusetzen. Frankreich hat mit einem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion von knapp 15 Prozent erhebliche Kapazitäten zur regenerativen Erzeugung von Elektrizität. Mit über 80 Prozent liegen diese allerdings im Bereich alter Großwasserkraftwerke. Dagegen führen die Windkraft mit rund 6 250 MW und die Photovoltaik mit knapp 1 700 MW, die im Juni 2011 installiert waren, ein Nischendasein.

Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich

Zum Vergleich: In Deutschland waren Ende 2011 knapp 30 000 MW an Wind- und rund 25 000 MW an Photovoltaikleistung am Netz. „Im Zuge des von François Hollande angekündigten Rückgangs der Kernkraft am französischen Strommix werden die Erneuerbaren Energien zur stärkeren Entfaltung kommen“, zeigt sich Vohrer zuversichtlich angesichts der vorhandenen Potentiale. Wichtig zu wissen sei, dass sich Grundlast-Strom aus unflexiblen Kernkraftkraftwerken und Elektrizität aus Erneuerbaren Energien nicht gut vertrügen. Weil Atomkraftwerke schlecht an die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien angepasst werden könnten, stünden sie einer regenerativen Stromversorgung im Wege. „Initiativen wie das Projekt Kombikraftwerk in Deutschland, bei dem Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen zusammengeschaltet werden und sich ergänzen, zeigen, dass eine Vollversorgung allein mit Erneuerbaren Energien technisch möglich ist“, betont Vohrer.

Neben Deutschland wollen auch andere Staaten in der Europäischen Union wollen künftig auf die Atomkraft verzichten. So hat Belgien nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen. In Italien stimmten die Bürger im Juni 2011 in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit gegen die Atomkraft. In Österreich ist die Nutzung der Kernkraft gesetzlich verboten. Und auch wirtschaftliche Argumente sprechen gegen die Nutzung der Atomenergie. In den Niederlanden setzte der Stromversorger Delta die Planungen für einen weiteren Reaktor am bisher einzigen holländischen AKW-Standort aus, in Großbritannien legten E.ON und RWE laut Medienberichten ihre Projekte zum Bau neuer Atomkraftwerke auf Eis.

Erneuerbare Energien hingegen setzen neue wirtschaftliche Impulse. Das hat offenbar auch François Hollande erkannt. Er betonte im Wahlkampf, Deutschland habe bei Erneuerbaren Energien fast fünfmal so viele Jobs geschaffen wie Frankreich. Laut einer vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie bietet die Erneuerbare-Energien-Branche mittlerweile mehr als 380 000 Menschen in Deutschland Arbeit.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Deutschland als Stromexportland

Mittwoch, Juni 20th, 2012

Deutschland exportiert auch im ersten Quartal 2012 wieder mehr Strom als es importiert. (8,2 Milliarden kWh mehr Stromexport als -import in Deutschland) Dies belegen die neuesten Zahlen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEB). Trotz des Abschaltens von acht Atomreaktoren und der winterbedingt gewöhnlich höheren Stromverbrauchs, erzielt das Land wieder einen großen Überschuss in der Stromhandelsbilanz. Im I. Quartal haben rechnerisch vier der noch neun Atomreaktoren nur für den Export produziert.

Diese Zahlen widerlegen diejenigen, die immer wieder Angst vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung schüren und zeigen, dass gerade der Zubau von Solar- und Windkraftwerken der richtige Weg ist. Wenn wir endlich mit Energiesparen und Energieeffizienz ernst machen und auch deswegen den Bremser Rösler entfernen, wenn wir mit Lastmanagement – also der Steuerung flexibler Stromverbraucher nach dem Angebot preiswerten Stroms – und Netzumbau sowie Speicherzubau anfangen, können wir schnell alle Atomkraftwerke abschalten und zugleich die klimaschädlichen Kohlekraftwerke immer weniger laufen lassen.

Da der Strom aus Erneuerbaren Energien den Import von Energien reduziert und vorrangig zur Wertschöpfung im Lande führt, schafft dies Arbeit und Einkommen. Selbst bei Verwendung von „Chinesenmodulen“ erfolgt über 90 Prozent der Wertschöpfung in unserem Land. Und der Strom aus Wind- und Solaranlagen kostet keinen Treibstoff und wird von Jahr zu Jahr preiswerter. Schon bald wird Deutschland das Industrieland mit der modernsten und preiswertesten Stromversorgung sein.

Quelle: FORUM e.V. 2012

Investitionen in Erneuerbare Energien steigen weltweit um 17 Prozent

Mittwoch, Juni 13th, 2012

Die Investitionen in Erneuerbare Energien sind im Jahr 2011 weltweit um 17 Prozent auf einen neuen Rekord von 257 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das ist das Sechsfache der Investitionen die im Jahr 2004 getätigt wurden und 94 Prozent mehr als im Jahr 2007, ein Jahr vor der weltweiten Finanzkrise. Zugleich gibt es einen enormen Strukturwandel im Bereich der Erneuerbaren Energien. Auch die deutsche Solarindustrie ist erheblich unter Anpassungsdruck geraten.

Aktuelle Daten zu Investitionen in Erneuerbare Energien liefert der “Global Trends in Renewable Energy Investment” Report (GTR) von Experten der Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance und Bloomberg New Energy Finance. Er wurde gestern an der Frankfurt School of Finance & Management vorgestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts im Überblick:

  • Unter den verschiedenen Erneuerbaren bevorzugten die Investoren im Jahr 2011 die Solarenergie gegenüber der Windenergie. Vom Jahr 2010 zum Jahr 2011 stiegen die weltweiten Gesamtinvestitionen in Solarenergie um 36 Prozent auf 136,6 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen in Windenergie im Jahr 2011 beliefen sich auf 74,9 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang um 12 Prozent. Somit flossen fast doppelt so viele Mittel in den Solarbereich wie in die Windenergie. Die Erneuerbaren konnten erneut ein Rekordjahr verbuchen, obgleich es von Herausforderungen geprägt war. Der Wettbewerbsdruck verschärfte sich und führte zu stark fallenden Preisen vor allem im Solar-Bereich. Diese für den Verbraucher erfreuliche Entwicklung machte den Herstellern schwer zu schaffen. Einige Unternehmen zwang der Preisverfall zur Aufgabe, andere überlebten nur dank ihrer Restrukturierungsmaßnahmen.
  • Während die Industrieländer im Jahr 2011 mit 97,8 Milliarden US-Dollar (Entwicklungsländer 49,5 Milliarden US-Dollar) am meisten in Solarenergie investierten, flossen in Entwicklungsländern mehr Mittel in die Windenergie
  • Der starke Anstieg bei Investitionen in Solarenergie und der gleichzeitige Rückgang bei Investitionen in Windenergie lassen sich auf den Boom bei den Installationen von Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Hausdächern zurückführen.
  • Im Jahr 2011 wurden 76 Milliarden US-Dollar in sogenannte “small-scale”, also kleine, dezentrale Projekte investiert – zum Beispiel Solarstrom auf Hausdächern. Dies ist rund ein Viertel mehr als im vorangegangenen Jahr (60 Milliarden US-Dollar) und entspricht 30 Prozent der Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energie des Jahres 2011.
  • Bloomberg New Energy Finance schätzt, dass 7.9GW der gesamten PV (also large-scale und small-scale) in Italien installiert wurden, dicht gefolgt von Deutschland mit 7.5GW. Auch eine Vielzahl von smallscale Photovoltaik-Projekten in China und Großbritannien sowie Finanzierungen von größeren solarthermischen Kraftwerken in Spanien und den USA führten zu der Verschiebung der Investition hin zu Solarenergie.
  • Fallende Preise: Die Preise für PV-Module fielen um fast 50 Prozent, für Onshore-Windenergieanlagen um etwa zehn Prozent. Fallende Preise machten diese beiden wichtigsten erneuerbaren Energieformen zu ernsthaften Konkurrenten für fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas.

Der Report kann auf der Website des FS UNEP Centre www.fs-unep-centre.org kostenfrei heruntergeladen werden. Bei der Frankfurt School besteht außerdem die Möglichkeit eine gedruckte Ausgabe anzufordern.

Quelle: IWR

Erneuerbare Energien: Anzahl der Beschäftigten steigt trotz Finanzkrise

Dienstag, Juni 12th, 2012

In Deutschland sind 371.950 Personen im Sektor Erneuerbare Energien tätig. Bayern gilt dabei als größter Arbeitgeber mit 68.850 Beschäftigten in Solar-, Bio-, Windenergie, Geothermie und Wasserkraft. Die meisten Personen sind im Bereich Solarenergie tätig (Deutschland: 125.050, Bayern: 24.730), dicht gefolgt von der Bioenergie (Deutschland: 124.340, Bayern: 26.490) und der Windenergie mit 101.080 in Deutschland und 10.310 in Bayern.

Anmerkung: Bei den genannten Zahlen sind öffentliche Forschung und Verwaltung mit bundesweit 10.000 weiteren Arbeitsplätzen noch nicht mit berücksichtigt.

Um die Erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben und effizienter gestalten zu können wurden in der Bundesrepublik 61,2 Mio Euro für Forschungsarbeiten ausgegeben. Die gesellschaftliche Akzeptanz Erneuerbarer Energien in der Nachbarschaft liegt in der Republik bei durchschnittlich 64%. Dies wurde durch die Umfrage „Akzeptanz Erneuerbare Energien“ der Agentur für Erneuerbare Energien ermittelt.

Alle genannten und weitere wichtige Daten zu Erneuerbaren Energien in Deutschland finden Sie auf der Seite „föderal erneuerbar“ www.foederal-erneuerbar.de der Agentur für Erneuerbare Energien.

Den Jahresreport Föderal Erneuerbar können Sie unter www.unendlich-viel-energie.de herunterladen. Informationen dazu finden Sie auch unter unseren Publikationen und Buchtipps.

Windenergie stabilisiert Stromnetze

Donnerstag, Mai 31st, 2012

Das Stromnetz ist ständigen Schwankungen unterlegen. Innerhalb weniger Sekunden bis Minuten müssen zusätzliche, sichere Strommengen zum Ausgleich aufgebracht werden. Bislang wurde dies hauptsächlich von fossil betriebenen Kraftwerken übernommen, doch in Zukunft sollen verstärkt Windparks zum Ausgleich beitragen. Dazu bearbeitet derzeit das Frauenhofer IWES zusammen mit Partnern aus der Industrie ein Forschungsprojekt, um neue Techniken und Methoden zur Bereitstellung von Regelenergie aus Windstrom zu entwickeln.

Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium (BMU) gefördert und läuft bereits seit Mai 2012. „Die Forschungsarbeiten sind auf zwei Jahre angelegt. Wir planen Mitte 2013 einen Feldtest durchzuführen. Dieser würde dann parallel zu einem weiteren BMU-Forschungsprojekt, dem Kombikraftwerk 2, erfolgen.“, so Markus Speckmann, Projektkoordinator IWES. Bei diesem Projekt steht die Netzstabilität bei einer zu 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung im Mittelpunkt.

Folgende drei Ansätze werden von den Forschern verfolgt :

  • Es geht um ein speziell auf die Windenergie angepasstes Nachweisverfahren für Regelenergie. Jeder Kraftwerksbetreiber muss gegenüber den Netzbetreibern belegen, welche Regelleistung er zu einem bestimmten Zeitraum hätte einspeisen können und wie viel er tatsächlich eingespeist hat. Bei Windstrom soll sich dieser Nachweis der Leistung nicht an der geplanten Leistung (Fahrplan) orientieren, wie bisher bei den fossil befeuerten Kraftwerken, sondern an der möglichen Ist-Leistung. Ob ein derartiges Nachweisverfahren möglich ist und Vorteile bietet, soll durch die Forschungsarbeiten geklärt werden.
  • Es werden Prognoseverfahren entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass eine gewisse Mindestleistung durch die Windenergie erreicht wird. Das ist die Voraussetzung, um ein Angebot an Regelleistung mit den geforderten 100 Prozent Sicherheit abgeben zu können. Bislang sind Windprognosen allerdings hierfür noch nicht hinreichend sicher.
  • Als letzten Baustein werden neue Regelungsalgorithmen gebraucht, die den Beitrag einzelner Windparks und den einzelner Anlagen in einem Windpark beim Abruf und der Vorhaltung von Regelleistung aufteilen.

Regelenergie

Regelenergie wird benötigt, um im Stromnetz Differenzen zwischen Verbrauch und Erzeugung auszugleichen und dadurch die Sollnetzfrequenz zu halten. Derzeit wird sie hauptsächlich von konventionellen Kraftwerken zur Verfügung gestellt. Durch die letzte Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist es auch EEG-Anlagen in der Direktvermarktung erlaubt, Regelenergie bereit zu stellen. Die Regelleistung setzt sich aus der Primärregelleistung, Sekundärregelleistung und Minutenreserve zusammen, die sich u. a. hinsichtlich ihrer Aktivierungszeit (30 Sekunden, 5 Minuten und 15 Minuten) unterscheiden.

Biogasanlagen wurden bereits für die Bereitstellung von Minutenreserve und Sekundärregelleistung präqualifiziert. Für Windenergieanlagen sollen die Voraussetzungen jetzt geschaffen werden.

Quelle: BINE Informationsdienst

Foto: Bernd Kröger

Energiewende durch mehr Wind- und Solarstromerzeugung auf dem richtigen Weg

Mittwoch, April 18th, 2012

Die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie hat in Deutschland im ersten Quartal 2012 um 39 Prozent zugenommen. Stürmisches Wetter, Sonne und eine Zunahme bei neuen Anlagen führten dazu, dass von Januar bis März die Erzeugungsmenge in der Branche auf insgesamt 19,5 Mrd kWh stieg.

Nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag die Windstromproduktion im ersten Quartal bei 15 682 Gigawattstunden (GWh), im Vorjahreszeitraum waren es nur 11 594 GWh gewesen. Die Solarstrom-Produktion stieg nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft vom Dienstag auf 3900 GWh (plus 40 Prozent). Als sonnenstärkster Monat erwies sich der März, mit einem Anteil von 60 Prozent. Die Winderzeugung war mit 7 Mrd kWh im Januar am stärksten.

Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor kommentierte: “Damit haben Wind- und Solaranlagen schon im ersten Quartal 2012 so viel Strom erzeugt, wie die Wasserkraft in Deutschland normalerweise in einem Jahr produziert”.

Ein Sprecher des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft betonte mit Blick auf die neuen Zahlen in Berlin: „Damit die Umsetzung der Energiewende gelingt, wird es vor allem auf den weiteren Ausbau der Windenergieanlagen an Land und vor den Küsten ankommen“. Wind werde auch in Zukunft die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Deutschland sein.

Quelle: IWR, Finanztreff

Bild: Schuler