Eintr&aauml;ge ‘Windenergie’

Windkraft im Landkreis Starnberg – Aktuelle Informationen

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

Moderne Windkraftanlagen werden zunehmend auch im südbayerischen Raum errichtet. Für Windkraftanlagen im Außenbereich besteht nach  § 35 Abs. 1 Nr. 5 des Baugesetzbuches (BauG) privilegiertes Baurecht, das sich gegenüber öffentlichen Belangen, die nicht entgegenstehen dürfen, in der Regel durchsetzen würde. Die 13 Gemeinden des Landkreises und die Stadt Starnberg steuern deshalb die allgemeine Zulässigkeit der Anlagen über Teilflächennutzungspläne und weisen für die besser geeigneten Standorte so genannte Konzentrationsflächen aus, innerhalb derer ausschließlich Windkraftanlagen errichtet werden können.

In der Kreistagssitzung vom 30. Januar 2012 wurde, damit der erste Teilflächennutzungsplan verabschiedet werden konnte, eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung für die östliche Seite des Starnberger Sees beschlossen. Damit unterliegen Windkraftanlagen in diesem Bereich nicht mehr dem Bauverbot.

Am 31. Januar konnte daraufhin die Gemeinde Berg als erste Kommune im Landkreis den Teilflächennutzungsplan zur Windkraft verabschieden.  Der Beschluss erfolgte einstimmig. Die Regierung von Oberbayern muss nun als Genehmigungsbehörde dem Teilflächennutzungsplan der Gemeinde Berg zustimmen, damit dieser rechtkräftig wird. Damit wird der Weg für die Aufstellung eines Bebauungsplans frei gemacht, der als nächstes im Rahmen der Bauleitplanung ansteht. Im Rahmen dieses Genehmigungsverfahren zum Bau von vier Windenergieanlagen auf dem Höhenrücken der Wadlhäuser Gräben werden dann die Standorte konkretisiert und die Öffentlichkeit sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Weitere Informationen zum Thema finden sie hier:

•    Teilflächennutzungspläne Windkraft Lkr. Starnberg [PDF: 695 KB]
•    Windenergie Lkr. Starnberg – Beschlüsse [PDF: 34 KB]
•    Windenergie Lkr. Starnberg – Meilensteine [PDF: 40 KB]
•    Häufige Fragen und Antworten zur Windkraft
•    Detaillierte Infos (inklusive Karten) zu den einzelnen Teilflächennutzungsplänen erhalten Sie direkt bei den beteiligten Gemeinden (Homepage oder persönlich)

Quelle: Starnberger Merkur und Süddeutsche Zeitung vom 31.01.2012 und 02.02.2012, sowie Landratsamt Starnberg, 02.02.2012

Energiewende 2011: Ausbau Erneuerbarer, Abbau Atomkraft

Dienstag, Januar 3rd, 2012

Ausbau Erneuerbare

Im vergangenen Jahr 2011 verzeichneten die Erneuerbaren Energien als Beitrag zur Energieversorgung im Vergleich zu den Vorjahren in Deutschland einen kräftigen Zuwachs. Laut vorläufigen Schätzungen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEE Stat) vom Dezember nahm die Stromerzeugung aus regenerativen Energien mit 122 Milliarden kWh am Endenergieverbrauch etwa um 17% zu. Seit 2000 hat sich der Anteil damit mehr als verdreifacht.

Die größte Steigerung verzeichnet mit 205% gegenüber 2010 die Erzeugung aus Offshore-Windenergie, gefolgt von der Photovoltaik mit einem Plus von 67%. Der PV-Strom überholte im Jahr 2011 sogar erstmals die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen. Grund dafür ist nicht zuletzt das regenarme Jahr.

Diese Ergebnisse bestätigen, dass die Bundesregierung weiterhin auf einem guten Weg ist, ihre anspruchsvollen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen.

Bei den genannten Zahlen handelt es sich um erste Abschätzungen. Weitere detaillierte Zahlen werden von der AGEE Stat im Februar veröffentlicht.

Abbau Atomkraft

Weltweit nahm nach dem Vorfall im März in Japan der Bau neuer Atomkraftwerke ab. Sieben Jahre in Folge wurden immer mehr Baustellen errichtet, mit dem Jahr 2011 stoppte den Trend. Von den sechzehn geplanten AKW-Bauten wurden letztendlich nur zwei tatsächlich verwirklicht, dreizehn wurden hingegen still gelegt.

China und Indien, die in den letzten zehn Jahren mit Abstand größten Atomkraftbauer, nehmen ebenfalls an der Entwicklung teil. 2010 startete China noch mit zehn Baustellen, im Folgejahr wurde der Bau von keinem einzigen Reaktor begonnen. Der Bau von Solar- und Windkraftwerke hingegen steigt mit immer neuen Installationsrekorden stark an.

Quellen: AG Energiebilanzen e. V., Franz Alt

Energiewende: Anteil Erneuerbare Energien und Kernenergie fast gleich hoch

Dienstag, Dezember 13th, 2011

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und Atomenergie ist in Deutschland nahezu gleichauf. Auch 2011, wie bereits in den vergangenen Jahren, wurden die regenerativen Energien weiter ausgebaut. Das internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet über einen Anteil von rund 19 Prozent am Strombedarf, dies entspricht rund 113 Milliarden Kilowattstunden. Grundlage dafür sind erste Schätzungen und Erhebungen für das Jahr 2011.

Die bedeutendste regenerative Energie ist in Deutschland laut Forum mit 40 Milliarden Kilowattstunden die Windenergie. Das größte Wachstum mit einem Plus von 58 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Kilowattstunden verzeichnete hingegen die Solarenergie. Die Stilllegung der Kernkraftwerke nach dem Reaktorunfall in Fukushima führt dazu, dass 2011 voraussichtlich noch rund 110 (2010 waren es noch 140,6) Milliarden Kilowattstunden Strom aus Kernenergie erzeugt werden, so das IWR. “Erneuerbare Energien und Kernenergie stehen im Jahr 2011 an einem Wendepunkt”, kommentiert Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor. Des Weiteren prognostiziert er, dass spätestens 2012 die regenerative Stromerzeugung in Deutschland dauerhaft über der aus Kernenergie liegen wird.

Quelle: IWR

Dank Windsektor höherer Geschäftsklimaindex im Oktober

Montag, November 14th, 2011

Wie das Internationale Wirtschaftsforum berichtet, stieg der Geschäftsklimaindex der Regenerativen Energiewirtschaft im Oktober dieses Jahres unerwartet deutlich an. Nachdem der Index im September noch bei 90,3 Punkten lag, wurde für Oktober ein Wert von 102,4 Punkten veröffentlicht. Dies sei, laut den Unternehmen, vor allem auf die bessere Geschäftslage zurückzuführen.

Der Geschäftsklimaindex wird monatlich vom Institut für Wirtschaftsforschung erstellt und soll die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland darstellen. 100 als Index-Wert, beruht dabei auf Erhebungsdaten für den 1. Januar 2005.

Die Prognose der kommenden Monate fällt für Unternehmen der Windenergie im Vergleich zum Vormonat wesentlich positiver aus.

Quelle: www.iwr.de

Europäisches Stromnetz: Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz

Dienstag, Oktober 18th, 2011

10.  International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Power Plants

Der schnell wachsende Anteil von Wind- und Solar-Energie im europäischen Energieverbund macht die Sicherung der Energieversorgung in immer stärkerem Maß zu einer gesamteuropäischen Aufgabe. Gerade unter Berücksichtigung nationaler Szenarien wie des deutschen Atomausstiegs gewinnt eine langfristige gesamteuropäische Energieplanung immer mehr an Bedeutung. In diesem Umfeld findet im dänischen Aarhus am 25. und 26. Oktober 2011 der 10. International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Power statt.

Der Workshop feiert in diesem Jahr ein Jubiläum und findet zum 10. Mal statt. Der erste Workshop wurde vor 11½ Jahren im März 2000 an der Königlichen Technischen Hochschule – KTH – in Stockholm (Schweden) ausgerichtet.

Im Mittelpunkt des ersten Workshops standen die HGÜ-Technologie und Gleichstrom-Übertragungsnetze. Im Verlauf der vergangenen Jahre verschoben sich die Schwerpunkte des Workshops beständig und spiegeln damit auch den Themenwandel auf dem Gebiet der Windenergie wider. So bildeten z. B.

Fragen der Datenmodellierung, nationale Erfahrungen bei der Netzeinspeisung von Windenergie, Fragen der Marktgestaltung ebenso wie Probleme der Abstimmung von Grid-Codes in der Zwischenzeit Schwerpunkte der Workshops. Auf diese Weise hat sich der Workshop als eine international anerkannte Diskussionsplattform etabliert. In diesem Jahr gehören HGÜ-Lösungen wieder zu den Kernthemen des Workshops.

Das Hauptziel des Workshops hat sich über die Jahre hindurch jedoch nicht geändert: Forscher, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure aus der Praxis und aus ganz verschiedenen Tätigkeitsbereichen im Zusammenhang mit Windenergie und Übertragungssystemen zusammenzubringen, den Wissenstransfer zu fördern und Erfahrungen bei der umfassenden Integration von Windenergie in Energiesysteme und Übertragungsnetze für Offshore-Windparks auszutauschen. Ein wesentliches Merkmal des Workshops ist auch in diesem Jahr wieder das Zusammenspiel von theoretischen Betrachtungen und praktischen Anwendungserfahrungen.

Neben dem 10. Wind Integration Workshop am 25. und 26. Oktober finden in diesem Kontext in Aarhaus weitere Veranstaltungen statt. Der 27. Oktober wird ganztägig dem dänischen Netzbetreiber Energinet.dk gewidmet, zusätzlich gibt es am 27. und 28. Oktober 2011 Exkursionen.

Bereits am 24. Oktober werden die Tutorials on Wind Turbine Modelling durchgeführt, außerdem findet parallel der Fifth Workshop on Best Practice in the Use of Short-term Forecasting of Wind Power statt.

Ebenfalls am 24. Oktober lädt der Veranstalter zum 1st Workshop on the Integration of Solar Power into Power Systems ein, zu dem bereits am 23. Oktober Tutorials angeboten werden.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen unter http://www.energynautics.com.

Quelle: iwr-pressedienst, 18. 10.2011

Windparks bringen Millionen in die Gemeindekassen

Mittwoch, August 31st, 2011

Erhebliche regionale und kommunale Wertschöpfung durch Windenergie

40 Millionen Euro pusteten Windkraftprojekte in der Vergangenheit jährlich in die Gemeindekassen des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Durch weitere Anlagen auf den neu ausgewiesenen Windeignungsflächen könnten in den kommenden Jahren noch einmal 30 Millionen Euro dazu kommen, so die Zahlen, die  auf der Konferenz von windWERT, der schleswig-holsteinischen Windkraft-Netzwerkagentur in Kiel präsentiert wurden. WindWERT hatte die Neuordnung der Regionalpläne zum Anlass genommen, um umfassend über Planung, Finanzierung, Versicherungs- und Steuerfragen, Gesellschaftskonstrukte, Neuerungen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Service- und Wartungskonzepte für Windkraft-Projekte zu informieren.

Bürgerwindparks als Modell der Zukunft

Unter dem Titel “MehrWertschöpfung aus Wind” wurden auch Aspekte der regionalen Wertschöpfung durch Windparks vorgetragen: Pachteinnahmen, Steuereinnahmen, Nettolöhne und der Gewinn aus dem Betrieb der Windenergieanlagen (WEA). Ist der Windparkbetreiber in der Gemeinde ansässig, in der die WEA stehen, profitiert die Kommune besonders: durch Gewerbesteuer, höheres Einkommen ihrer Bürger und zusätzliche Arbeitsplätze. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung(IÖW) mit dem Titel Kommunale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien.

Bürgerwindparks haben zudem – besonders an der schleswig-holsteinischen Westküste – entscheidend zur hohen Akzeptanz der Windkraft beigetragen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle. In Schleswig-Holstein sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und GmbH & Co. KGs  erfolgreich und werden inzwischen auch in anderen Bundesländern als Beteiligungsmöglichkeit eingeführt, so z.B. eine GmbH & Co.KG beim Windpark Alexanderschanze in Bad Peterstal-Griesbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg).

Investoren herzlich willkommen

Viele Windparkprojekte kommen jedoch nicht ohne finanzstarke Großinvestoren aus, wie zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen oder Unternehmen, die sich für Erneuerbare Energien engagieren. Dabei ist es wichtig, dass die Investorengruppen zusammenarbeiten und von Anfang an die betroffenen Gemeinden und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen. Das zeigt die Erfahrung  aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands.

Für den Bau neuer Windparks in den neuen Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein sind Investitionen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro erforderlich. Die gute Nachricht für potenzielle Fremdkapitalgeber brachten dort Vertreter der VR-Bank Niebüll und der Nord-Ostsee-Sparkasse zum Ausdruck: “Null Forderungsausfälle bei Windkraftprojekten”. Dasselbe dürfte auch für die Höhenlagen im Schwarzwald oder die Mittelgebirge Bayerns gelten, deren Windhöffigkeit durchaus mit Norddeutschland vergleichbar ist.

Ebenso gibt es im Alpenvorland gute Winderträge und damit ist auch in Oberbayern und dem Allgäu der lukrative Betrieb von Windenergieanlagen und damit eine regionale Wertschöpfung möglich.

Windanlagenhersteller bieten Rundum-Sorglos-Pakete für Service und Wartung

Die großen Windkraftanlagenhersteller bieten den Gemeinden inzwischen meist ein “Rundum-Sorglos-Paket” an, das regelmäßige Wartung, Online-Überwachung und gegebenenfalls den Austausch von Großkomponenten einschließt. Ganz ohne eine zusätzliche Versicherung kommen die Betreiber von Windenergieanlagen jedoch auch künftig nicht aus. Die klassischen Versicherungspolicen sichern Windrad- und Windparkbetreiber gegen Blitzschlag, Brand und ähnliche Ereignisse ab. Interessant dabei: Allein die geringen Haftpflichtbeiträge von jährlich rund 90 Euro belegen, wie sicher Windräder im Betrieb sind.

Strategische Planung bei Erneuerbare Energie-Projekten und zwar von Anfang an

Wichtig für den Projekterfolg und die Akzeptanz ist ein detaillierter, strategisch durchdachter Plan, der von der ersten Einwohnerversammlung über die Informationsveranstaltung für Kommanditisten oder Genossenschafter bis hin zur Inbetriebnahme der WEA reicht.

„Die Kommune sollte schon weit vor Beginn des ordentlichen Planverfahrens eine strategische Bürgerbeteiligung mit professioneller Unterstützung einplanen. Ideal ist es, wenn ein Projekt für erneuerbare Energien auch möglichst wirtschaftliche Vorteile für die Bürger bietet, wie den Erwerb von Anteilen mit guter Rendite”, rät Evelyn Villing, Expertin für Umweltkommunikation, Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Die Kommunikation sollte dann selbstverständlich die Energieerträge und Gewinne aus dem Anlagenbetrieb nicht außer Acht lassen und regelmäßig veröffentlichen – schließlich ist nichts motivierender als der Erfolg.

Quellen: iwr-pressedienst, IÖW-Studie “Regionale Wertschöpfung – bearbeitet von E.Villing, Energiewendeverein

Fotos (von oben nach unten): ENERCON, Raphael Mack, IG Windkraft Österreich

EEG-Referentenentwurf – große Gefahr für die Energiewende

Mittwoch, Juni 1st, 2011

Die Bundesregierung hat ihre Ausbauziele für erneuerbare Energien trotz des Beschlusses zum Atomausstieg nicht angepasst und strebt damit ganz offensichtlich keinen schnellen Ausbau und Umbau zu einer dezentralen und ökologisch sinnvollen Energieversorgung an.  Zahlreiche Verbände und Organisationen sowie Energieexperten bezweifeln, ob die Bundesregierung ersthaft eine Transformation des Energiesystems verfolgt. Tatsache ist, dass die großen 4 Energieversorger zwar 68 % des Stroms erzeugen, davon sind aber nur 0,5 % aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne.

Zentrale Großanlagen forciert: diese führen letztlich zu höheren Strompreisen

Die Handlungsempfehlungen der Bundesregierung sehen vor,  primär Großanlagen im Bereich der Offshore-Windenergie und der Biomasse stärker zu fördern. Gleichzeitig sollen sich die Bedingungen für Windkraftanlagen an Land und für hofangepasste Biogasanlagen kleiner Landwirte deutlich verschlechtern.

Die Stoßrichtung dieser Vorschläge zielt auf eine Begünstigung großindustrieller Energie-Erzeugung, wovon vor allem Energiekonzerne profitieren. Dezentralität, Bürgerbeteiligung, Netzintegration und Förderung des Mittelstandes (und damit Wettbewerb) werden so ausgebremst.

Gerade durch die überdurchschnittliche Förderung der Offshore-Windenergie würden sich die Kosten für die Erneuerbaren Energien steigern und damit die Strompreise deutlich erhöhen.

Die Erfolge des EEG in den vergangenen elf Jahren basieren in erster Linie auf der Initiative von aktiven Bürgern und mittelständischen Firmen. Diesen Trend jetzt zu beenden, ist ein Schritt in die falsche Richtung. Er manifestiert Marktstrukturen und sichert den Energiekonzernen die langfristige Basis für hohe Gewinne.

Bundesverband WindEnergie bezieht Stellung zum EEG

Der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) hat seine Stellungnahme zum Referentenentwurf der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beim Bundesumweltministerium eingereicht. Darin fordert der BWE ein Umdenken bezüglich der umfangreichen Vergütungskürzungen für die Windenergie an Land von bis zu zwölf Prozent durch die geplante Erhöhung der Degression um ein Prozent, den vorzeitigen Wegfall des SDL-Bonus und die starke Einschränkung des Repowering-Bonus. Dadurch würde der in den vergangenen Jahren ohnehin schwache Ausbau der kostengünstigen Windenergie an Land insbesondere an Binnenlandstandorten weiter ausgebremst. Der BWE hat darüber hinaus zu den vorgeschlagenen neuen Regelungen der Vergütung der Windenergie auf See, des Einspeisemanagements und der Direktvermarktung Stellung bezogen.

EEG-Novelle gefährdet die Energiewende

Sowohl der Inhalt als auch der Prozess (Frist von zwei Werktagen zur Kommentierung des Entwurfs) der für eine zügige Transformation des Energiesystems notwendigen EEG-Novelle lassen Zweifel daran aufkommen, ob die Bundesregierung ernsthaft gewillt ist, dieses Ziel zu erreichen. Für eine beschleunigte Energiewende muss der Entwurf in den kommenden Wochen weiter angepasst werden. Der Referentenentwurf soll am 06. Juni vom Bundeskabinett beschlossen werden.  Am 8. Juni findet voraussichtlich eine Anhörung im Bundestag statt. Bereits Anfang Juli soll das EEG verabschiedet werden.

Deshalb hat projekt21plus zu einer Email-Aktion aufgerufen. Auf der Website www.nein-zu-atomkraft.de/mailing.html (Menüpunkt EEG 2012) haben Sie die Möglichkeit, ihre Meinung anhand einer individuellen Email an die politischen Entscheidungsträger kundzutun.

Hintergrundinformationen

Hier gelangen Sie zur

und zum

Quelle: Bundesverband Windenergie, projekt21plus – energie neu denken, verivox

Atomenergie als Brückenenergie schädlich

Freitag, Mai 13th, 2011

Regierung und Opposition sind sich derzeit uneinig darüber,  in welchem Jahr – 2020, 2025 oder 2030 – der geplante Atomausstieg möglich ist. Laut Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, wäre ein Ausstieg sogar in den nächsten zehn Jahren realistisch. Dies geht aus einem Interview mit dem Münchner Merkur hervor.

Wie schnell ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist, hängt wesentlich von wirtschaftlichen sowie technischen Faktoren ab. In Bezug auf die technische Frage ist Prof. Bullinger davon überzeugt, dass die Kernenergie als Brückentechnologie nicht nötig sei, sondern im Gegenteil, der ansteigende Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland durch die geringe Flexibilität der Atomkraftwerke sogar behindert werde. Bezüglich der wirtschaftlichen Frage meint Bullinger, dass die Energiewende zu schaffen sei. Bis 2015 würden die Kosten für den Umstieg steigen – auf bis zu 13 Milliarden Euro jährlich – danach sinke aber die Belastung. Bis 2050 könnten durch die Energiewende sogar insgesamt 700 bis 800 Milliarden Euro eingespart werden.

Wind- und Solarenergie – Energiealternativen mit Potenzial

Um die Energiewende schaffen zu können, sind sowohl Wind- als auch Solarenergie notwendig. In Deutschland liegt der Anteil der Windenergie derzeit bei sieben Prozent. Langfristig könne dieses Potenzial auf 30-40 Prozent ausgeweitet werden. Die Solaranlagen tragen zur Zeit zwei Prozent zur Stromerzeugung bei. Prof. Bullinger geht davon aus, dass die Preise für Solarstrom weiter sinken und in etwa fünf Jahren Solarstrom für 11 bis 16 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden könnte. Langfristig sei so mit einem Anteil von 14-15 Prozent zu rechnen. Gemeinsam mit der Windenergie würde dies den bisherigen Anteil der Atomenergie übersteigen, der momentan bei rund 22 Prozent liegt.

Sinnvolle Investitionen

Neben dem Netzausbau müsste vor allem in intelligente Speicher investiert werden. Für Stromspeicher gibt es mehrere Möglichkeiten: Beispielsweise könnten Batterien von Elektroautos in naher Zukunft als dezentrale Speicher dienen. Aber auch der Strom aus Windkraft könnte nach Norwegen geleitet werden, um damit Pumpspeicherkraftwerke zu betreiben. Die technischen Möglichkeiten dazu sind längst vorhanden.

Laut Fraunhofer-Präsident Bullinger würde für den Wissenschaftsstandort Deutschland die Energiewende ein enormes Potenzial bieten. In der Photovoltaik sowie in der Materialforschung, z.B. für Rotoren von Windkraftanlangen ist Deutschland derzeit führend.

Quelle: Münchner Merkur
Foto: www.brainding.de
Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., A. Opel

Neue Studie bestätigt: Windenergie senkt Strompreise

Montag, November 29th, 2010

Entgegen der landläufigen Meinung verbilligt Windenergie den Strom. Dies bestätigt jetzt eine in der vergangene Woche erschienenen Netzstudie der European Wind Energy Association (EWEA). Laut der Studie wird aufgrund des “Merit-Order-Effekts” die Windenergie bis 2020 den Preis jeder Kilowattstunde Strom um mindestens 1,1 Cent reduzieren.

Bei einer prognostizierten Windkraftleistung in Europa von 265.000 Megawatt im Jahr 2020 wurde somit eine Strompreis senkende Wirkung von 1,08 Cent pro Kilowattstunde errechnet. Jede Kilowattstunde Strom wird aufgrund der Windkraft 2020 um 1,08 Cent billiger sein, aber nicht nur der Windstrom. In Summe ergibt sich für ganz Europa eine Kostenersparnis von 41,7 Milliarden Euro jährlich ab 2020. In den Berechnungen wurde ein relativ niedriger Strompreis angenommen. Der Merit-Order-Effekt wird aber vom Strompreis stark beeinflusst. Eine Verteuerung der Preise für fossile Energie bewirkt daher weitere preisdämpfende Effekte durch die Windenergie.

Was versteht man unter Merit-Order-Effekt?

Beim Börsenhandel von Strom gibt jeder Handelsteilnehmer ein Gebot ab, das sich zusammensetzt aus der Menge Strom und einen bestimmten Preis, um den geliefert werden kann. Die Börse sortiert die Gebote nach den Kosten in aufsteigender Reihenfolge und erstellt die sogenannte Einsatzreihenfolge der Kraftwerke oder auch “Merit-Order” genannt. Die Börse erteilt nun den Kraftwerken der Reihe nach einen Zuschlag, beginnend mit dem niedrigsten Gebot, bis der prognostizierte Bedarf gedeckt ist.

Das Gebot des letzten Kraftwerkes, das noch einen Zuschlag erhält, bestimmt den Strompreis, der dann für alle zustande gekommenen Lieferverträge bezahlt wird. Das bedeutet, dass der Preis für Strom jeweils nach dem letzten und damit teuersten Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Stromnachfrage zu decken, bestimmt wird.

Je mehr Windenergie, aber auch andere erneuerbare Energien eingespeist werden, desto seltener müssen die ganz teuren Kraftwerke eingesetzt werden und umso geringer fällt daher der tatsächliche Stromhandelspreis aus. Durch diesen “Merit-Order-Effekt“ senkt die vermehrte Produktion von Windenergie die Großhandelspreise.

Die EWEA-Studie können Sie hier als PDF herunterladen.

Quelle: IG Windkraft, www.wind-energie.de, Foto: www.brainding.de

Weltweit stark im Wind

Freitag, August 20th, 2010

Windkraft ist unter den erneuerbaren Energien die bedeutendste. In Rostock hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch erläutern lassen, wo die deutsche Windkraftindustrie steht: international ziemlich weit vorn nämlich. Im Gespräch mit Energiefachleuten aus verschiedenen Branchen kam auf der ersten Station ihrer Energiereise schließlich auch zur Sprache, wie die Politik die “Erneuerbaren” weiter nach vorn bringen kann.

41 Prozent der erneuerbaren Energien hierzulande entstammen der Windkraft. Merkel erklärte, dieser Anteil solle in den kommenden Jahren schnell weiter wachsen. Die Bundesregierung werde jedenfalls die wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich die Windtechnologie erfolgreich weiter entwickeln kann: an Land und auf See (“Offshore”).

Ziel der deutschen Energiepolitik ist ein umweltfreundlicher Energiemix. Im Sinne des Klimaschutzes – und als Exportschlager, der hierzulande Arbeitsplätze schafft. “Überall in der Welt sind unsere Produkte überaus anerkannt”, so die Kanzlerin. Einen wichtigen Grund für die deutsche Technologieführerschaft sieht Merkel im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Gezielt und erfolgreich sei es damit gelungen, Forschung und Investitionen in die Erneuerbaren wie nirgends sonst auf der Welt voranzubringen.

Quelle: www.bundesregierung.de, Foto: www.brainding.de