Einträge ‘Windenergie’

Atomenergie als Brückenenergie schädlich

Freitag, Mai 13th, 2011

Regierung und Opposition sind sich derzeit uneinig darüber,  in welchem Jahr – 2020, 2025 oder 2030 – der geplante Atomausstieg möglich ist. Laut Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, wäre ein Ausstieg sogar in den nächsten zehn Jahren realistisch. Dies geht aus einem Interview mit dem Münchner Merkur hervor.

Wie schnell ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist, hängt wesentlich von wirtschaftlichen sowie technischen Faktoren ab. In Bezug auf die technische Frage ist Prof. Bullinger davon überzeugt, dass die Kernenergie als Brückentechnologie nicht nötig sei, sondern im Gegenteil, der ansteigende Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland durch die geringe Flexibilität der Atomkraftwerke sogar behindert werde. Bezüglich der wirtschaftlichen Frage meint Bullinger, dass die Energiewende zu schaffen sei. Bis 2015 würden die Kosten für den Umstieg steigen – auf bis zu 13 Milliarden Euro jährlich – danach sinke aber die Belastung. Bis 2050 könnten durch die Energiewende sogar insgesamt 700 bis 800 Milliarden Euro eingespart werden.

Wind- und Solarenergie – Energiealternativen mit Potenzial

Um die Energiewende schaffen zu können, sind sowohl Wind- als auch Solarenergie notwendig. In Deutschland liegt der Anteil der Windenergie derzeit bei sieben Prozent. Langfristig könne dieses Potenzial auf 30-40 Prozent ausgeweitet werden. Die Solaranlagen tragen zur Zeit zwei Prozent zur Stromerzeugung bei. Prof. Bullinger geht davon aus, dass die Preise für Solarstrom weiter sinken und in etwa fünf Jahren Solarstrom für 11 bis 16 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden könnte. Langfristig sei so mit einem Anteil von 14-15 Prozent zu rechnen. Gemeinsam mit der Windenergie würde dies den bisherigen Anteil der Atomenergie übersteigen, der momentan bei rund 22 Prozent liegt.

Sinnvolle Investitionen

Neben dem Netzausbau müsste vor allem in intelligente Speicher investiert werden. Für Stromspeicher gibt es mehrere Möglichkeiten: Beispielsweise könnten Batterien von Elektroautos in naher Zukunft als dezentrale Speicher dienen. Aber auch der Strom aus Windkraft könnte nach Norwegen geleitet werden, um damit Pumpspeicherkraftwerke zu betreiben. Die technischen Möglichkeiten dazu sind längst vorhanden.

Laut Fraunhofer-Präsident Bullinger würde für den Wissenschaftsstandort Deutschland die Energiewende ein enormes Potenzial bieten. In der Photovoltaik sowie in der Materialforschung, z.B. für Rotoren von Windkraftanlangen ist Deutschland derzeit führend.

Quelle: Münchner Merkur
Foto: www.brainding.de
Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., A. Opel

Neue Studie bestätigt: Windenergie senkt Strompreise

Montag, November 29th, 2010

Entgegen der landläufigen Meinung verbilligt Windenergie den Strom. Dies bestätigt jetzt eine in der vergangene Woche erschienenen Netzstudie der European Wind Energy Association (EWEA). Laut der Studie wird aufgrund des “Merit-Order-Effekts” die Windenergie bis 2020 den Preis jeder Kilowattstunde Strom um mindestens 1,1 Cent reduzieren.

Bei einer prognostizierten Windkraftleistung in Europa von 265.000 Megawatt im Jahr 2020 wurde somit eine Strompreis senkende Wirkung von 1,08 Cent pro Kilowattstunde errechnet. Jede Kilowattstunde Strom wird aufgrund der Windkraft 2020 um 1,08 Cent billiger sein, aber nicht nur der Windstrom. In Summe ergibt sich für ganz Europa eine Kostenersparnis von 41,7 Milliarden Euro jährlich ab 2020. In den Berechnungen wurde ein relativ niedriger Strompreis angenommen. Der Merit-Order-Effekt wird aber vom Strompreis stark beeinflusst. Eine Verteuerung der Preise für fossile Energie bewirkt daher weitere preisdämpfende Effekte durch die Windenergie.

Was versteht man unter Merit-Order-Effekt?

Beim Börsenhandel von Strom gibt jeder Handelsteilnehmer ein Gebot ab, das sich zusammensetzt aus der Menge Strom und einen bestimmten Preis, um den geliefert werden kann. Die Börse sortiert die Gebote nach den Kosten in aufsteigender Reihenfolge und erstellt die sogenannte Einsatzreihenfolge der Kraftwerke oder auch “Merit-Order” genannt. Die Börse erteilt nun den Kraftwerken der Reihe nach einen Zuschlag, beginnend mit dem niedrigsten Gebot, bis der prognostizierte Bedarf gedeckt ist.

Das Gebot des letzten Kraftwerkes, das noch einen Zuschlag erhält, bestimmt den Strompreis, der dann für alle zustande gekommenen Lieferverträge bezahlt wird. Das bedeutet, dass der Preis für Strom jeweils nach dem letzten und damit teuersten Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Stromnachfrage zu decken, bestimmt wird.

Je mehr Windenergie, aber auch andere erneuerbare Energien eingespeist werden, desto seltener müssen die ganz teuren Kraftwerke eingesetzt werden und umso geringer fällt daher der tatsächliche Stromhandelspreis aus. Durch diesen “Merit-Order-Effekt“ senkt die vermehrte Produktion von Windenergie die Großhandelspreise.

Die EWEA-Studie können Sie hier als PDF herunterladen.

Quelle: IG Windkraft, www.wind-energie.de, Foto: www.brainding.de

Weltweit stark im Wind

Freitag, August 20th, 2010

Windkraft ist unter den erneuerbaren Energien die bedeutendste. In Rostock hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch erläutern lassen, wo die deutsche Windkraftindustrie steht: international ziemlich weit vorn nämlich. Im Gespräch mit Energiefachleuten aus verschiedenen Branchen kam auf der ersten Station ihrer Energiereise schließlich auch zur Sprache, wie die Politik die “Erneuerbaren” weiter nach vorn bringen kann.

41 Prozent der erneuerbaren Energien hierzulande entstammen der Windkraft. Merkel erklärte, dieser Anteil solle in den kommenden Jahren schnell weiter wachsen. Die Bundesregierung werde jedenfalls die wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich die Windtechnologie erfolgreich weiter entwickeln kann: an Land und auf See (“Offshore”).

Ziel der deutschen Energiepolitik ist ein umweltfreundlicher Energiemix. Im Sinne des Klimaschutzes – und als Exportschlager, der hierzulande Arbeitsplätze schafft. “Überall in der Welt sind unsere Produkte überaus anerkannt”, so die Kanzlerin. Einen wichtigen Grund für die deutsche Technologieführerschaft sieht Merkel im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Gezielt und erfolgreich sei es damit gelungen, Forschung und Investitionen in die Erneuerbaren wie nirgends sonst auf der Welt voranzubringen.

Quelle: www.bundesregierung.de, Foto: www.brainding.de

Den Ausbau von Solar- und Windenergie weltweit vorantreiben

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Katherina Reiche hat gestern in Washington zentrale Bausteine einer Initiative Dänemarks, Deutschlands und Spaniens vorgestellt. Sie soll einen “globalen Solar- und Windatlas” sowie eine Langzeitstrategie für den gemeinsamen Kapazitätsaufbau im Bereich erneuerbarer Energien entwickeln. “In vielen Ländern fehlen immer noch grundlegende Informationen, um erneuerbare Energien voranzubringen. Hier setzen wir mit unserer Initiative an. Gemeinsam wollen wir die ersten Schritte tun, um umfassende Daten über Potentiale, Rahmenbedingungen, Ausbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten weltweit zur Verfügung zu stellen. Dies wird dem weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzlichen Schub verleihen”, so Reiche.

Gemeinsam mit der dänischen Ministerin Lykke Friis und dem spanischen Staatssekretär Pedro Marín warb die Parlamentarische Staatssekretärin auf dem “Clean Energy Ministerial” für das Projekt. Reiche: “Wir dürfen beim Klimaschutz nicht nachlassen. Alle Staaten, auch die USA, sind aufgefordert, sich hier zu engagieren.” Gemeinsam mit weiteren interessierten Ländern wollen die drei Partner den globalen Ausbau der Wind- und Solarenergie durch ein leicht zugängliches und umfassendes Informationsportal sowie eine langfristige Strategie zur Schaffung der notwendigen Ausbildungsbedingungen unterstützen. Die drei Länder haben bereits Technologie-Aktionspläne erstellt.

Das “Clean Energy Ministerial” findet auf Einladung des US-Energieministers Steven Chu statt. Energieministerinnen und -minister aus 22 Ländern haben in Washington insgesamt zehn neue internationale Initiativen zur globalen Verbreitung nachhaltiger Energien verkündet. Reiche ist unter anderem mit dem US-Sondergesandten für den Klimawandel Todd Stern sowie Amtskollegen aus dem US-Außenministerium, dem US-Energieministerium und der amerikanischen Wirtschaft zusammengetroffen, um sich über die weitere Zusammenarbeit im Bereich erneuerbarer Energien sowie den Stand der nationalen Klima- und Energiegesetzgebungen auszutauschen.

Quelle: www.sonnenseite.com, Foto: www.brainding.de

Windenergie in Bayern!

Dienstag, Juni 1st, 2010

In Bayern liegt der Anteil der regenerativen Energien am Primärenergieverbrauch bei immerhin 8 %. Binnen zwölf Jahren soll er im Rahmen des “Klimaprogramms 2020″ nochmals verdoppelt werden. Doch ohne Windkraft, so steht zu befürchten, bleiben Bayerns Klimaziele nur ein frommer Wunsch: Alle ernsthaften Konzepte über unsere zukünftige Energieversorgung messen dem Ausbau der Windkraft an Land eine zentrale Bedeutung bei, um die Klimaschutzziele in dem engen Zeitrahmen, wie er uns durch internationale und nationale Vorgaben gesetzt ist, erreichen zu können.

Für die Windkraftnutzung an Land spricht insbesondere, dass deren Technik nach 20 Jahren Entwicklung als ausgereift, zuverlässig und höchst effizient gilt. Deshalb können moderne Windkraft-Technologien “made in Germany” mit höheren Türmen und größeren Rotorendurchmessern auch in bislang für die Energiegewinnung aus Windkraft nicht relevanten Regionen große Stromerträge erzielen.

Guter Wind weht auch in Bayern – und zwar an vielen Standorten! Dies belegen eindrucksvoll die aktuellen Betriebsergebnisse der neuesten Anlagengeneration, welche in den letzten beiden Jahren hier in Betrieb genommen wurde. Selbst der Bund Naturschutz fordert die Windkraftnutzung auf rund 1000 Standorten. “Mit Umgriff wäre dafür ein Promille der Fläche Bayerns nötig. Diese Flächen sind auch nach strengen Natur- und Landschaftsschutz-Kriterien leicht zu finden”, weiß der Umweltverband. Diese Position wird durch aktuelle Urteile des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) München gestützt: Die Nutzung der Windkraft, so sagen die Richter, hat auch in Bayern ihren Platz und ihre Berechtigung – ohne dass die Landschaft verunstaltet wird.

Der BWE geht aufgrund des großen Leistungspotenzials moderner Windkraftanlagen allein für die vom Bund Naturschutz genannten 1000 Standorte von einem kurzfristig zu realisierenden Potenzial von jährlich bis zu 5 Mrd. Kilowattstunden Windstrom aus. Dies entspricht einem Anteil von etwa 6 % am derzeitigen Stromverbrauch (etwa 75 Mrd. kWh) in Bayern. Bezogen auf die in Deutschland übliche Stromerzeugung würde dies rund 4 Mio. Tonnen CO2 einsparen! Mittelfristig ist aber auch bei uns ein Ausbau wie in anderen deutschen Binnenländern möglich.

Übrigens: Obwohl Bayern in Deutschland (noch) Schlusslicht bei der Nutzung der klimafreundlichen Windenergie ist, kann das Land schon heute mit einer starken Zulieferindustrie für die Herstellung von Windkraftanlagen aufwarten – und zwar in allen Regionen und mit bedeutenden nationalen und internationalen Marktteilnehmern, mit tausenden von Arbeitsplätzen, innovativen Technologien und erheblichen Investitionen.

Quelle: www.wind-energie.de, Foto: www.brainding.de

Windenergie: Deutschland geht offshore

Donnerstag, April 29th, 2010

Offshore Anlage Alpha Ventus27. April 2010. Mitten in der Nordsee, 25 Kilometer vor der Insel Borkum, wurde Alpha Ventus, ein Windkraft-Gemeinschaftsprojekt der Energiekonzerne EWE, E.ON und Vattenfall Europe, offiziell in Betrieb genommen. Der erste Offshore-Windpark in deutschen Hoheitsgewässern mit einem Investitionsvolumen von 250 Millionen Euro soll jährlich eine Leistung von 220 Gigawattstunden erbringen und den Stromverbrauch von rund 50.000 Haushalten decken.

Alpha Ventus besteht aus insgesamt zwölf einzelnen Windkraftanlagen. Mit Bau und Betrieb des Offshore-Windparks sollen auch Erfahrungen für zukünftige Projekte gewonnen werden. Ein Videofilm über Alpha Ventus vermittelt einen guten Eindruck über die Dimension der Anlage.

Alpha Ventus dient darüber hinaus als Forschungsplattform in Sachen Naturschutz. Das Projekt FINO wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) finanziert und durch das Forschungszentrum Jülich GmbH (Projektträger Jülich PTJ) vertreten.

FINO soll beispielsweise mögliche Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die marine Flora und Fauna ermitteln. Auf der Projektwebsite können Sie die Untersuchungen verfolgen und über eine Webcam den Windpark betrachten.

Mit der Offshore-Anlage vor Borkum erhofft man sich einen Impuls für weitere Projekte dieser Art. Bisher sind in Nord- und Ostsee 29 Windparks mit zusammen 1.894 einzelnen Windrädern genehmigt. Derzeit sind zwei weitere Parks im Bau, darunter “Bard Offshore 1″ mit 80 Anlagen in der Nordsee und “Baltic 1″ mit 21 Turbinen vor der Ostsee-Insel Darß in Mecklenburg-Vorpommern.

Eine ausführliche Reportage zum Thema Windenergie vom 26. April 2010 finden Sie bei Spiegel online!

Fotos und Info-Grafiken von Alpha Ventus und zum Thema Windkraft – z.B. zur installierten Leistung in Deutschland und weltweit, zu Marktentwicklung und Arbeitsplatzsituation etc. – finden Sie in unserem Servicebereich,  Informationen zum Themenbereich Windkraft allgemein finden Sie unter dem Menüpunkt Hintergrund.

Foto: Germanischer Lloyd, Alpha Ventus