Einträge ‘Windkraft’

10H-Regel: Pro Windkraft reicht Klage ein

Dienstag, Dezember 9th, 2014

Gegen das umstrittene 10H-Gesetz, das Ende November im Bayerischen Landtag beschlossen wurde, hat die Klagegemeinschaft „Pro Windkraft“ eine Popularklage eingereicht. Die beiden Initiatoren,  der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell und der Würzburger Stadtrat Patrick Friedl, erhoffen sich dadurch, die neue Sonderregelung Bayerns wieder zu Fall zu bringen. Auf den Weg gebracht werden konnte die Klage vor allem auch wegen der vielen Spenden an die Klagegemeinschaft Pro Windkraft des Fördervereins „Klimaschutz – Bayerns Zukunft“ e.V.

Die so genannte 10H-Regel verlangt, dass der Mindestabstand von neu errichteten Windenergieanlagen zu Wohnbebauungen mindestens das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen muss. „Damit wird es künftig in Bayern nahezu unmöglich sein, neue Windkraftanlagen zu errichten“, kritisiert Rechtsanwalt Dr. Loibl. Nach aktuellen Berechnungen blieben nach der 10H-Regel lediglich 10 bis 20 mögliche Standorte im ganzen Bundesland übrig. Nach Bundesrecht seien Windkraftanlagen jedoch privilegiert, so dass ihnen substantiell Raum verschafft werden müsse. „Da das 10H-Gesetz dies verhindert, liegt ein Verstoß gegen die Bayerische Verfassung vor, so z.B. das Eigentumsrecht, die Berufsfreiheit, die allgemeine Handlungsfreiheit, das kommunale Selbstverwaltungsrecht, das Rechtsstaatsprinzip sowie der Bestimmungsgrundsatz“.

Die Popularklage im Wortlaut finden Sie hier!

 

Quelle:
Hans-Josef Fell

Bild:
Thorben Wengert / www.pixelio.de

Energiewende: Offener Brief am Eilling-Hütig und Aigner

Donnerstag, Januar 30th, 2014

Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. wendet sich aus gegebenem Anlass  mit einem Offenen Brief an die Landtagsabgeordnete des Landkreises Starnberg, Frau Eilling-Hütig sowie an Frau Ilse Aigner. Es geht um die Gefährdung der Energiewende, das vorprogrammierte Verfehlen unserer Energiewende-Ziele und implizit um die Absage an den Klimaschutz sowie die Abkehr vom sukzessiven Umbau der bisherigen Energieversorgung, bei der die oligopolistischen Konzernstrukturen durch mehr Wettbewerb, durch eine dezentrale Energieversorgung mit Bürgerbeteilig ergänzt würden. Der Landkreis Starnberg bekennt sich auch politisch zur Energiewende. Durch die geplante Novellierung des EEG (EEG 2.0), vorbereitet durch Sigmar Gabriel, und die weiteren geplanten einschneidenden Veränderungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien durch die neue Bundesregierung,  v.a. aber auch wegen der von Horst Seehofer in den Koalitionsvertrag eingebrachten Neuregelung der Abstände von Windrädern zu Siedlungen, die künftig Ländersache sein sollen, sieht sich der Energiewendeverein zu dieser Reaktion veranlasst.

Bayern möchte die sogenannte 10H-Regel umsetzen, die das Aus für Windenergie auch in unserem Landkreis bedeutet.

Der Energiewendeverein betrachtet diese Kehrtwende mit großer Sorge. Der Strompreis ist hierbei ein vorgeschobenes Argument, das sich bei näherer Betrachtung nicht aufrechterhalten lässt. Nur ein Bruchteil des Strompreises sind durch die Erneuerbaren Energien verursacht bzw. werden für deren Ausbau eingesetzt.

 Den offenen Brief an Frau Eilling-Hüting in der Originalfassung finden Sie hier, für das gleichlautenden Schreiben an Frau Aigner klicken Sie bitte hier!

 

Bild: Lupo / www.pixelio.de

Kleinwindanlage dreht sich oberhalb von Herrsching

Mittwoch, Mai 15th, 2013

Herrsching, 15.05.2013: Die Energie-Genossenschaft Fünfseenland eG hat im Weiler Rausch, oberhalb von Herrsching, die erste Kleinwindanlage errichtet. Die Anlage mit einer Nennleistung von 0,6 kW ist in Betrieb und liefert bereits gute Erträge. Den Standort dafür stellt die Familie Otto Bauer zur Verfügung. Auf dem Dach von einem Gebäude des Pferdebetriebes wurde ein ertragreicher Platz für die Windenergie-Nutzung gefunden. Sponsor, Planer und Erbauer war das Herrschinger Planungsbüro Companion. Die Firma Elektro Saegmüller aus Starnberg installierte die Anlage fachkundig an das Hausnetz und übernahm dafür die Kosten.

Die Anlage hoch über Herrsching und dem Ammersee dreht sich nahezu pausenlos und produziert damit grünen Strom für den Eigenverbrauch. Viele der Spaziergänger und Reiter am Pferdehof von Bauers sind erstaunt darüber, wie oft und wie leise sich die Anlage dreht, auch an windarmen Tagen. Es gibt sogar bereits Anfragen von Interessenten für weitere Anlagen. Dies zeigt, dass Windkraft nicht nur eine Stromerzeugungsart in Küstennähe ist, auch im Landkreis Starnberg kann sie ertragreich genutzt werden – und interessant anzusehen ist sie allemal. „Irgendwie gehört eine Windanlage zu jedem Bauernhof“, so Otto Bauer, der sich mit allen Reitern am Hof gleich am ersten Tag mit dem Rad auf dem Dach angefreundet hat.

Für die Kleinwindanlage fielen inklusive Generator und Schaltelektronik etwa 1.800 Euro an. Die weiteren Kosten ergeben sich abhängig von Mast und Installationsaufwand. Mit der Installierung von Windenergieanlagen kann die Umstellung auf Erneuerbare Energien und die Energiewende erfolgreich weiter vorangetrieben werden. Rentabel wird die Anlage vor allem dann, wenn der Strom im eigenen Betrieb genutzt werden kann.

Technische Daten der Kleinwindanlage in Rausch:

  • Kleinwindanlage Black 600
  • Nennleistung 0,6 kW
  • 3 Blatt RotorEinschaltwind 1 m/s
  • Nenngeschwindigkeit bei 11 m/s
  • Rotordurchmesser 1,59 m
  • Rotorfläche 1,97 m²

Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
www.companion-energy.de  Tel.: 08152-9991381

Verfasser: Energiegenossenschaft Fünfseenland eG und Energiewende Starnberg e. V.

Bild: Bernhard Vogel

Bayern: Schon 33 % des Stroms aus erneuerbaren Energien

Montag, März 18th, 2013

In Bayern wurden im vergangenen Jahr etwa 33 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien aus unmittelbarer Umgebung gewonnen. Dies ergaben erste Berechnungen des Verbands Bayerischen Energie- und Wasserversorgung e. V. (VBEW). Im Jahr 2009 waren es noch 25 %, was vor allem auf den Ausbau der Photovoltaik zurückzuführen ist. Aber auch die Windkraft liefert einen immer größeren Beitrag. Bis zum Jahr 2021 sollen nach Bayerischer Staatsregierung ein Anteil von 50 % erreicht werden.

2012 wurden 81 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 200 MW errichtet. Durchschnittlich beträgt eine Anlage eine Leistung von 2.475 kW und eine Nabenhöhe von 134 m. Insgesamt sind nun 559 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 880 MW in Bayern angeschlossen.

Photovoltaikanlagen gibt es in Bayern über 431.000 mit rund 9.500 MW Spitzenleistung. Davon wurden allein 2012 50.000 Anlagen mit 1.500 MW neu installiert.

Erfreulich zeigte sich auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft im Jahr 2012. Aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr höheren energetisch verwertbaren Wassermenge in den Flüssen hat sich die Wasserkraft erfreulich entwickelt und bleibt damit die mit Abstand wichtigste erneuerbare Stromquelle in Bayern. Zusammen mit der Stromerzeugung aus Biomasse wurden im Jahressaldo rund 33 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gedeckt.

„Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt damit genau im Plan“, sagte Norbert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. „Wir berücksichtigen bei dieser vereinfachten Statistik aber nicht, dass ein immer größer werdender Anteil des in Bayern erzeugten Stroms aus Photovoltaik und Wind gar nicht in Bayern verbraucht werden kann, da dieser witterungs- und tageszeitabhängig anfällt und nicht mit der aktuellen Stromnachfrage zusammenpasst“, so Detlef Fischer, Geschäftsführer des VBEW.

Die Stromerzeugung aus Sonne und Wind leiste zweifelsfrei ihren Beitrag zur Stromversorgung. Jetzt gelte es, diese unter Beachtung von technischen, marktwirtschaftlichen und administrativen Erfordernissen in das Energieversorgungssystem zu integrieren. „Jede Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus ist eben doch mehr als ein Wertpapier und muss ihren Beitrag zu einer bedarfsgerechten und bezahlbaren Stromversorgung leisten. Das hat in grundsätzlich erfreulicher Weise auch der Bundesumweltminister Peter Altmaier mit seinen Vorschlägen zur „Strompreis-Bremse“ kürzlich öffentlichkeitswirksam deutlich gemacht“, meint Fischer.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler, Quelle: Verbund der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. VBEW

Bild: Agentur Erneuerbare Energien

Allgäuer nehmen Vorreiterrolle in der Energiewende ein

Freitag, Januar 11th, 2013

Während in Oberbayern die Bürgerinnen und Bürger noch unentschieden sind, ob sie die Energiewende vor der eigenen Haustüre überhaupt wollen und vor allem, ob sie die damit einhergehenden Veränderungen am Landschaftsbild ertragen können, drehen sich in anderen, nicht minder schönen Gegenden längst die Windräder. Zum Beispiel im Allgäu: Dort haben sich energieautarke Gemeinden entwickelt, die sich und die umliegende Orte mit 100 % erneuerbarer Energie ausschließlich aus der Region versorgen und die diese Energie gewinnbringend für ihre und mit den Bürgerinnen und Bürgern verkaufen. Von den Bürgerinnen und Bürgern wird der Sinn und die Zukunftsfähigkeit dieser Energie-Projekte längst nicht mehr in Frage gestellt wird.

So gibt es im benachbarten Allgäu bereits zahlreiche Passivhäuser, PV-Kraftwerke, PV-Freiflächen- und  PV-Dach-Anlagen, Wärmepumpen, Biogasanlagen und Biomassekraftwerke. Windräder sind hier im Alltag längst angekommen, Geothermie ist kein Tabu. Der Landkreis Unterallgäu (Planungsverband Iller-Donau) hat derzeit 17 Standorte im Blick,  im Gebiet des Planungsverbands Allgäu (Kempten, Kaufbeuren sowie Oberallgäu, Ostallgäu und Lindau) sind mehr als 30 Windräder in Betrieb, in den Räumen Oberallgäu/Kempten und Ostallgäu/Kaufbeuren sollen weitere 50 – auch so genannte Raumbedeutende Anlagen (bis 200 m hoch) ans Netz gehen.

Pioniere in Allgäu-Schwaben denken seit über 15 Jahren in Richtung Energiewende und packen sie an. Sie investieren in das, was sich bereits jetzt oder in nächster Zukunft rentiert. Bereits 2001 hat die Gemeinde Wildpoldsried das Kommunale Energiemanagement eingeführt. Mit großem Selbstverständnis wird inzwischen die Energiewende im Allgäu von Vielen gelebt, beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger nicht nur an den großen Windenergie-Projekten – und profitieren davon – sondern sind auch eifrig beim Energiesparen im eigenen Haus und im Alltag.

Modellregion für E-Mobilität

Anstatt in das Dritt- und Viertauto wird hier lieber in vernünftige Haustechnik und Dämmung investiert. Schwaben sparen halt gern! Bleiben deshalb die Touristen im Allgäu aus? Mitnichten. Wie auch in anderen Regionen, in denen der Wind den Strom erzeugt, wird das fortschrittliche Denken von den Gästen belohnt – indem sie weiterhin oder gerade deshalb kommen.

So dünkt es nicht Wunder, dass das Allgäu nun auch als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt wurde. Mit dem Projekt eE-Tour Allgäu sollen die Möglichkeiten der Elektromobilität im Tourismus fürs Allgäu erforscht und realisiert werden. Hierbei wird zum einen das Mobilitätsverhalten der Gäste in der Region untersucht, zum anderen ist auch das Angebot der Elektromobilität für Einheimische als sinnvolle Mobilitätsalternative Gegenstand der Forschung.

Urlaubsgäste sollen Geschmack an innovativen, umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten finden und die Botschaft mit nach Hause nehmen: „Wir konnten es im Urlaub probieren. Wir können es auch zu Hause tun.“

Wer sich über die Entwicklung im Allgäu informieren und Anregungen gewinnen möchte, sollte einen Blick  auf  www.umwelt-heute.tv/ und auf das schon legendäre Energiedorf Wildpoldried werfen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – E. Villing

Quellen: www.wildpoldsried.de, www.umwelt-heute.tv

 

 

Windmessung in Wäldern

Montag, Juni 18th, 2012

Um die Windpotentiale genauer bestimmen zu können, errichtete das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES nun einen 200 m hohen Forschungsmessmast. Dabei sollen grundsätzliche Erkenntnisse für größere Windenergieanlagen, die in oder nahe Wäldern gebaut werden, gewonnen werden. Die Messstation wurde auf einer bewaldeten Bergkuppel nahe Kassel errichtet und eignet sich, um Windbedingungen in hügeligem Gelände detaillierter zu untersuchen. Damit können unsichere Ertragsrechnungen vermieden und die Planung von Windparks weiter verbessert werden.

Mit Hilfe des Messmastes soll die Identifizierung geeigneter Standorte für Windenergieanlagen erleichtert werden. Das Projekt „Windenergienutzung im Binnenland – Erschließung neuer Potenziale im bewaldeten Mittelgebirge“  soll die notwendige messtechnische Infrastruktur und Datengrundlage schaffen. Das Fraunhofer IWES erforscht dabei die Windcharakteristika in Waldregionen und den Einsatz neuer laserbasierter Fernmesstechnik(LiDAR). Die sogenannte LiDAR-(Light Detection And Ranging) Technik misst mit Hilfe von Laserstrahlen unter anderem das Windprofil, Windscherung, maximale Windgeschwindigkeit und die Turbulenzen. Dabei gewinnen die Forscher über die auftretenden Belastungen von Windenergieanlagen (WEA) in Wäldern wichtige Erkenntnisse. Ziel der Fraunhofer Forscher ist es, neue Methoden zu entwickeln, die die Windbedingungen im Binnenland mit LiDAR-Messungen bestimmen. Diese ließen sich dann in ganz Deutschland und darüber hinaus anwenden. Dies erlaubt bei künftigen Windparks einen „vorausschauenden“ Eingriff in die Anlagensteuerung. Der Rotor von WEA ließe sich zur Windrichtung optimal ausrichten, indem die Anstellwinkel der Rotorblätter an die Windverhältnisse angepasst würden. Auch in der Gemeinde Berg im Landkreis Starnberg werden derzeit LiDAR-Messungen durchgeführt.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit rund 1,5 Millionen Euro bis Ende 2011 gefördert. Der Mast befindet sich auf dem Rödeser Berg und ist mit seiner Höhe von 200 m das zweitgrößte Bauwerk Nordhessens, etwa 30 km entfernt von Kassel. Dieser liegt rund 380 m über dem Meeresspiegel; der Wind kommt überwiegend aus Süd-West.

Zusätzlich zu den Messungen am Rödeser Berg beginnen ab Juli Messkampagnen mit mehrmonatiger Dauer in weiteren bewaldeten Standorten des Mittelgebirges. „Hierbei kommen die LiDAR-Geräte in Verbindung mit autarken Stromversorgungseinrichtungen neben weiteren großen Messmasten zum Einsatz“, so Tobias Klaas, Projektleiter am Fraunhofer IWES. Die Messkampagnen bilden die Basis für den späteren kommerziellen Forschungseinsatz der LiDAR-Geräte.

Quelle: BINE Informationsdienst

Wie aus Windstrom Gas wird

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Die Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy bietet als erster Energieversorger seinen Gaskunden eine Belieferung von Erdgas, gemischt mit Wasserstoff, der aus Windstrom erzeugt wurde.

Die Idee ist einfach. Windstrom wird zu Windgas und damit speicherbar. Konkret wird aus Ökostrom – vor allem Windstrom – durch Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff gewonnen. Dieser Wasserstoff kann schon jetzt als kostbarer Energieträger ins reguläre Gasnetz eingespeist werden. Dort lässt sich das Gas wie gewohnt speichern, transportieren und nutzen.

„Windgas ist ein ganz wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende in Deutschland“, sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Steffen Welzmiller. Ohne geeignete Speichertechnologien kann Deutschland sich nicht zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen. Schließlich schwankt die Stromproduktion von Solar- und Windkraftwerken je nach Wetter. Mit der Nutzung von Windgas geht, auch wenn die Netzkapazitäten bereits gedeckt sind, der regenerative Windstrom nicht verloren.

Durch Windgas kann Ökostrom gespeichert und später jederzeit als Energie genutzt werden: Ob im Wärmemarkt als Gas oder zurückverwandelt in Strom. Damit liefern wir den Beweis, dass die Erneuerbaren tatsächlich in der Lage sind, unsere Energieversorgung zu sichern – auch in Zeiten der Windflaute oder fehlenden Sonnenscheins.

Ist erst mal Wasserstoff gewonnen, so kann in einem weiteren Schritt aus dem Wasserstoff Methan hergestellt werden. Perspektivisch können Wasserstoff und Methan das fossile Erdgas zu 100 % ersetzen. Da es in der Praxis vor allem Windstrom sein wird, mit dem erneuerbarer Wasserstoff und Methan erzeugt werden, hat Greenpeace Energy für diese mit Ökostrom hergestellten Gase den Begriff „Windgas“ geprägt.

Das Windgas kann bis zu fünf Prozent zum Erdgas beigemischt werden. Dieses Gemisch lässt sich wie gewohnt zum Heizen, als Treibstoff und zur Stromerzeugung in Gaskraftwerken verwendet werden.
Seit Oktober 2011 bietet Greenpeace Energy den Tarif proWindgas an. Dabei zahlen die Kunden pro Kilowattstunde Erdgas einen Aufschlag von 0,4 Cent, der in den Ausbau der Windgas-Technologie fließt.

Quelle: Greenpeace Energy

Begeisterung beim Besuch der Windanlagen in Wildpoldsried

Dienstag, November 15th, 2011

Vergangenen Samstag besuchten mehrere Starnberger Kreisräte, Landrat Karl Roth, Ratsmitglieder sowie der Bürgermeister Rupert Monn aus der Gemeinde Berg die Gemeinde Wildpoldsried im Oberallgäu. Wildpoldsried gilt als Vorzeigegemeinde hinsichtlich kommunaler, regenerativer Energieversorgung und betreibt in diesem Zuge erfolgreich neun Windenergieanlagen. Dies ist auch der Grund für den Besuch aus dem Landkreis Starnberg: Die Umsetzung der Energiewende und das unlängst abgeschlossene Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie. Die ersten vier Windenergieanlagen werden aktuell in der Gemeinde Berg geplant, sie sollen bereits kommendes Jahr umgesetzt werden. Damit betritt der Landkreis Neuland – denn Windenergie stand trotz des Kreistagsbeschlusses von 2005, bis 2035 rechnerisch energieautark sein zu wollen, bislang nicht auf der Agenda. Und auch im Klimaschutzkonzept des Landkreises und der Landkreisgemeinden ist die Windkraft im Szenario einer zukünftigen Energieversorgung nicht berücksichtigt. Das soll sich nun ändern.

In der 2.500-Seelen-Gemeinde im Allgäu funktioniert das mit der Windkraft schon sehr gut. Aus regenerativen Energien wie Sonne, Wasser, Wind und Biomasse wird inzwischen 350 Prozent mehr Strom pro Jahr erzeugt, als selbst verbraucht wird. „Dabei haben immer die Bürger den Vorteil – für die Umwelt, aber vor allem für den Geldbeutel“, so Bürgermeister Zengerle in tiefstem Allgäuer Dialekt. Fünf der neun Windkraftanlagen wurden allein von Wildpoldsriedern finanziert, die selbstverständlich vom Ertrag der Anlage profitieren. Die ersten Windräder wurden im Jahr 2000 gebaut, nächstes Jahr stehen dann schon elf. Die Berger können darüber nur staunen, doch die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Windkraft ist in der Allgäuer Gemeinde mit 92 Prozent sehr hoch.

Besonderes Interesse wurde dem Thema Schall beigemessen. Zwar gilt eine Messung mit dem i-Phone, die von einem Kreisrat durchgeführt wurde, nicht als repräsentativ, aber mit 45 dbA in 80 Meter Entfernung kann auch nicht von unerträglichem Lärm gesprochen werden. In 200 m Entfernung, so die einhellige Aussage, konnten die Windräder nicht mehr gehört werden. Besonders aussagekräftig sind die Ausführungen von Anwohnern, so von einer Frau, die 450 Meter von zwei Windrädern entfernt im Weiler Hutoi wohnt: „Die Anlagen stören uns nicht. Die Eisenbahn hinter Wildpoldsried ist lauter“. Den anderen Nachbarn hingegen stören weder Eisenbahn noch Windräder, vielmehr seien der Verkehr und der damit verbunde Parkplatzmangel aufgrund der Informationstouristen ein Problem.

Die Informationsfülle während des Besuchs war offenbar riesig, doch besonders zwei Punkte werden die Berger Kommunalpolitiker und die Kreisräte mit nach Hause nehmen: Um Windkraftanlagen erfolgreich zu betreiben, muss vorher ordentlich an den Standorten gemessen werden, das heißt „Wie stark weht der Wind und in welcher Höhe bläst er am besten“. Außerdem ist eine Umsetzung derartiger Anlagen ohne Bürgerbeteiligung und ohne intensive, transparente Informationspolitik nicht möglich. Schließlich sind die Berger und die Landkreisbürger diejenigen, welche von den Windkraftanlagen profitieren sollen.

Quellen: Münchner Merkur, Süddeutsche Zeitung

Europäisches Stromnetz: Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz

Dienstag, Oktober 18th, 2011

10.  International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Power Plants

Der schnell wachsende Anteil von Wind- und Solar-Energie im europäischen Energieverbund macht die Sicherung der Energieversorgung in immer stärkerem Maß zu einer gesamteuropäischen Aufgabe. Gerade unter Berücksichtigung nationaler Szenarien wie des deutschen Atomausstiegs gewinnt eine langfristige gesamteuropäische Energieplanung immer mehr an Bedeutung. In diesem Umfeld findet im dänischen Aarhus am 25. und 26. Oktober 2011 der 10. International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Power statt.

Der Workshop feiert in diesem Jahr ein Jubiläum und findet zum 10. Mal statt. Der erste Workshop wurde vor 11½ Jahren im März 2000 an der Königlichen Technischen Hochschule – KTH – in Stockholm (Schweden) ausgerichtet.

Im Mittelpunkt des ersten Workshops standen die HGÜ-Technologie und Gleichstrom-Übertragungsnetze. Im Verlauf der vergangenen Jahre verschoben sich die Schwerpunkte des Workshops beständig und spiegeln damit auch den Themenwandel auf dem Gebiet der Windenergie wider. So bildeten z. B.

Fragen der Datenmodellierung, nationale Erfahrungen bei der Netzeinspeisung von Windenergie, Fragen der Marktgestaltung ebenso wie Probleme der Abstimmung von Grid-Codes in der Zwischenzeit Schwerpunkte der Workshops. Auf diese Weise hat sich der Workshop als eine international anerkannte Diskussionsplattform etabliert. In diesem Jahr gehören HGÜ-Lösungen wieder zu den Kernthemen des Workshops.

Das Hauptziel des Workshops hat sich über die Jahre hindurch jedoch nicht geändert: Forscher, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure aus der Praxis und aus ganz verschiedenen Tätigkeitsbereichen im Zusammenhang mit Windenergie und Übertragungssystemen zusammenzubringen, den Wissenstransfer zu fördern und Erfahrungen bei der umfassenden Integration von Windenergie in Energiesysteme und Übertragungsnetze für Offshore-Windparks auszutauschen. Ein wesentliches Merkmal des Workshops ist auch in diesem Jahr wieder das Zusammenspiel von theoretischen Betrachtungen und praktischen Anwendungserfahrungen.

Neben dem 10. Wind Integration Workshop am 25. und 26. Oktober finden in diesem Kontext in Aarhaus weitere Veranstaltungen statt. Der 27. Oktober wird ganztägig dem dänischen Netzbetreiber Energinet.dk gewidmet, zusätzlich gibt es am 27. und 28. Oktober 2011 Exkursionen.

Bereits am 24. Oktober werden die Tutorials on Wind Turbine Modelling durchgeführt, außerdem findet parallel der Fifth Workshop on Best Practice in the Use of Short-term Forecasting of Wind Power statt.

Ebenfalls am 24. Oktober lädt der Veranstalter zum 1st Workshop on the Integration of Solar Power into Power Systems ein, zu dem bereits am 23. Oktober Tutorials angeboten werden.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen unter http://www.energynautics.com.

Quelle: iwr-pressedienst, 18. 10.2011

Energie aus Windkraft im Landkreis Starnberg

Freitag, April 8th, 2011

Für eine sichere, risikoarme Energieversorgung müssen wir alle erneuerbaren Energiequellen nutzen, so auch die Windkraft im Landkreis Starnberg.

Doch ist Bayern beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark zurückgefallen; laut Bundesagentur für erneuerbare Energien rangierte der Freistaat 2010 unter 16 Ländern nur auf Platz acht und bei der Windenergie ist Bayern Schlusslicht. Mit 467 Megawatt Leistung sind hier sogar weniger Windräder am Netz als im viel kleineren Nachbarland Niederösterreich.

Eine am Dienstag, dem 5. April,  auf der Hannover Messe vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), sieht in Bayern bei der Windkraft ein riesiges Potenzial mit einem Ertrag von 80 Terrawattstunden im Jahr. Und auch Umweltminister Söder betont: „Ich möchte bei der Windkraft eine Verdopplung der Anlagen, was einer Vervierfachung der Leistung entsprechen würde!“ Derzeit stehen im Freistaat rund 400 Windkraftanlagen. Und es gibt trotz hervorragender Windverhältnisse in den bayerischen Mittelgebirgen, die an die Windausbeute der Nordsee heranreichen, gerade dort kommunal „überplante“ Tabuzonen. Diese Gefahr besteht auch in unserer Region: das Scheitern der Windkraft an den Kommunen.

Zwar ist die Erstellung eines Flächennutzungsplans für Windkraftanlagen in unserem Landkreis  sicher sinnvoll, damit ein geordneter Zubau von Windkraftanlagen an geeigneten und für die Windkraft optimalen  Stellen möglich ist. Aber es muss sichergestellt werden, dass dies auch wirklich das Ziel der Kommunen ist. Die Kriterien für den regionalen Plan dürfen nämlich nicht dazu führen, dass dann gar keine Standorte ausgewiesen werden, wie schon in prädestinierten Lagen von Rhön, Steigerwald und Spessart. Die Planungsverbände dürfen nicht zum Blockierer bei einer hoheitlichen Aufgabe werden, die der Landesplanung für die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien entgegensteht. Denn dann kann auch das erklärte neue Ziel der bayerischen Staatsregierung, in 10 Jahren (wenn möglich vollständig) aus der Kernenergie ausgestiegen sein zu wollen, nicht erreicht werden.

Windkraft – Geschichte und Definition

Die Windenergie ist eine der ältesten vom Menschen gebrauchten Energieformen. Das Potential der Windkraft wird schon seit Jahrtausenden genutzt. Bereits die alten Ägypter hatten Segelschiffe, wie ein Fries am Tempel zu Edfu belegt, und auch andere Völker hatten die Kraft des Windes erkannt.

Die ältesten Windmühlen sind aus Persien (zum Getreide mahlen), Tibet (als Gebetsmühlen) und China (zum Wasserpumpen) bekannt. In Europa wurden die ersten Windmühlen zum Mahlen von Getreide und zum Pumpen von Wasser um 1100 gebaut. Sie wurden von Anfang an als Auftriebsläufer mit horizontal liegender Rotordrehachse gebaut, was bis heute das grundlegende Prinzip moderner Windkraftanlagen ist.

Windkraftanlagen (also Anlagen zur Stromerzeugung) entwickelten sich aus der Windmühlentechnik heraus. Der amerikanische Gründer der Elektrizitätswirtschaft Charles F. Brush (1849 – 1929) gilt hier als Pionier. Er entwickelte zum Beispiel einen sehr effektiven Gleichstromgenerator, eine kommerzielle Lichtbogenlampe sowie eine effiziente Methode zur Herstellung von Blei-Säure-Batterien. In den Jahren 1887 bis 1888 baute er die erste vollautomatische Windkraftanlage zur Stromerzeugung.

Der Däne Poul la Cour (1846 – 1908) machte die Entdeckung, dass Anlagen mit weniger Rotorblättern, aber mehr Geschwindigkeit, für die Stromerzeugung wesentlich effizienter eingesetzt werden können.  Schon 1904 hielt la Cour regelmäßig Kurse für angehende Windkraft-Elektroingenieure an der Volkshochschule und baute in diesem Rahmen mehrere Testanlagen. Eine von ihm konzipierte Anlage wurde von der Firma Lykkegaard als kommerzielles Produkt vermarktet, bis 1908 waren bereits 72 Stück in Dänemark zur Versorgung ländlicher Siedlungen installiert. Im Jahre 1918 wurden in Dänemark 120 Elektrizitätswerke durch eine Windkraftanlage mit Energie versorgt. Die Anlagen deckten zu diesem Zeitpunkt rund 3 % des dänischen Stromverbrauches ab.

Der Bau von Wind­kraftanlagen bekam durch die Treibstoffverteuerung und -verknappung im Ersten Weltkrieg noch einmal Aufwind. In den nachfolgenden Jahren ließ das Interesse an der Windkraft nach, bis dann im 2. Weltkrieg wieder Energieversorgungsengpässe auftraten und die Windenergie Zuspruch erhielt. Nach dem Krieg kam dann aber der Ölboom, fossile Energieträger waren günstig und im Überfluss vorhanden. Doch einige Ingenieure entwickelten weiter an Windkraftanlagen und errichteten mit Erfolg Versuchsanlagen. Nach der ersten Ölkrise im Jahr 1973 stieg dann das Interesse an der Windenergie und seit die Verknappung und Endlichkeit der fossilen Energieträger als Fakt akzepiert ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energiewende bis 2050 auch politisches Ziel in Deutschland ist, hat sich Deutschland zum Weltmarktführer in der Windenergie entwickelt.

In den kommenden Jahren wird der Beitrag der Windenergie weiter wachsen. Neben der Entwicklung der Offshore-Windenergie wird für die Onshore-Entwicklung das Repowering – also der Ersatz älterer kleinerer Windenergieanlagen mit geringer Leistung, wie sie vor allem in den 1990er Jahren errichtet worden sind, durch moderne leistungsstärkere Anlagen – ein wichtiger neuer Schwerpunkt sein.

Definition Windkraft

Bei der Windkraft bzw. Windenergie handelt es sich um die kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre. Windenergie ist eine indirekte Form der Sonnenenergie und zählt deshalb zu den erneuerbaren Energien.

Man kann Windkraft auch folgendermaßen beschreiben:

  • als Winddruck, das ist der physikalische Druck, der von strömender Luft auf eine Objektfläche ausgeübt wird
  • oder als Windenergie, als aus der Luftbewegung umgewandelte (meist elektrische) Energie.

Verfasser: Energiewende Starnberg       Fotoquelle: gallery.dralzheimer.stylesyndication.de