Tschernobyl-Folgen: Pilze, Wildschweine und Konfitüren immer noch belastet

In Waldbeeren, Pilzen und Wild finden sich noch heute, 27. Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl, Konzentrationen radioaktiver Stoffe, die um ein Vielfaches über den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Damals wurden etwa 30 verschiedene radioaktive Substanzen freigesetzt. Direkt nach einem solchen Super-GAU stellen Cäsium-137 und Jod-131 die größte Gefahr dar. Sie gelangen besonders leicht in die Atmosphäre und verteilen sich großräumig. Während aber Jod-131 oder Cäsium-134 eine verhältnismäßig kurze Halbwertszeit aufweisen, strahlen Cäsium-137 und Strontium-90 noch heute.
Erst im März dieses Jahres mussten im Augsburger Umland nach einer Jagd sämtliche erlegten Wildschweine als radioaktiver Sondermüll entsorgt werden. Die Entschädigungen zahlt der Steuerzahler: Mehrere hunderttausend Euro pro Jahr allein für Lebensmittel, die noch immer durch Tschernobyl verstrahlt sind. So sind bspw Waldbeerkonfitüren aus Osteuropa noch immer stark belastet, aber auch bei uns werden die Grenzwerte bei Waldbeeren wie Preisel- oder Heidelbeeren, immer noch überschritten.
Auch zur Pilzsaison heuer untersucht das Umweltinstitut München für Privatpersonen kostenlos Pilze und andere Waldprodukte wie Beeren oder Wildfleisch auf künstliche Radioaktivität.

Wichtig sind die Einhaltung der geforderten Mindestmenge pro Pilzsorte und Angaben zu Herkunft und Fund-Datum. Die Proben können während der Öffnungszeiten des Umweltinstituts München in der Landwehrstraße 64a abgegeben oder per Post geschickt werden, zusammen mit einem ausgefüllten Infoblatt des Umweltinstituts.

Das Ergebnis der Messung kann nach etwa einer Woche telefonisch abgefragt werden. Das Angebot gilt bis Ende Oktober.

Quelle: Umweltinstitut München

Fotos: Umweltinstitut München

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