Energiewende: UBA-Kurzstudie zur Energieversorgung

Das Umweltbundesamt hält einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft ab dem Jahr 2017 für möglich und mit den Klimaschutzzielen vereinbar. So die neue Kurzstudie, die im Auftrag von Umweltminister Norbert Röttgen erstellt und vor Kurzem publiziert wurde. Damit der Atomausstieg klappt, empfiehlt die Behörde ein abgestuftes Vorgehen.

So sollen die ältesten sieben Atomkraftwerke und das Atomkraftwerk Krümmel schnellstmöglich abgeschaltet werden. Krümmel hat eine Leistung von 8,4 MW, die Netto-Gesamtleistung der 17 deutschen Atomkraftwerke beträgt 20,5 Gigawatt. Das UBA geht davon aus, dass derzeit Reservekapazitäten von rund 10 Gigawatt Leistung vorhanden sind. Deshalb seien auch bei Abschaltung der 7 Altmeiler und Krümmel Versorgung und Netzstabilität gewährleistet. Nach übereinstimmender Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur sei die Lager derzeit zwar angespannt, aber beherrschbar.

Problematisch könnte Situation eventuell im kommenden Winter werden. Damit der Netzbetrieb sicher ist, soll nach Ansicht der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur die Krafwerkseinspeisung in Süddeutschland über den Winter um 2000 MW gegenüber dem aktuellen Moratorium erhöht werden, was einem befristeten Weiterbetrieb von 1-2 Kernkraftwerken bis zum Frühjahr 2012 entspricht.

Das UBA gelangt jedoch zu der Einschätzung, dass in dem Szenario, das dieser Forderung zugrunde liegt,  offenbar zentrale Alternativen nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden. Das UBA konstatiert, dass die Ergebnisse nicht ausreichend belastbar seien. „Es hat keine hinreichende Berücksichtigung aller Maßnahmen stattgefunden, die zur Gewährleistung der Netzsicherheit eingesetzt werden können“, schreibt das UBA in der Zusammenfassung der Kurzstudie.

Das UBA empfiehlt die Festlegung einer Reihenfolge für die Stilllegung der restlichen Atomkraftwerke auf Basis einer genauen Überprüfung. Die AKW könnten jedoch, so das UBA, alle so zeitnah abgeschaltet werden, dass ab 2017 kein Strom mehr aus Atomkraftwerken stammt. Durch die bestehenden Kraftwerkskapazitäten, die Fertigstellung geplanter und im Bau befindlicher GuD-Kraftwerke sowie neuer, zu errichtender Biomassekraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung im Umfang von 5 GW könne die Abschaltung der AKW kompensiert werden.

Die vollständige Kurzstudie finden Sie hier: Umstrukturierung der Stromversorgung

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