Vier-Grad-Grenze kann und muss vermieden werden

In einer kürzlich veröffentlichten Klima-Studie, pünktlich zum derzeitigen Weltklimagipfel in Doha, heißt es, die Temperaturerhöhung von vier Grad müsse „vermieden“ werden. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschungen ist davon überzeugt, dass dies immer noch möglich ist.

Eine globale Temperaturerhöhung um durchschnittlich vier Grad würde sich beispielsweise in den Tropen mit einem Plus von fünf oder sogar sechs Grad auswirken. Die daraus entstehenden Umweltschwankungen würden die großen Regenwälder wohl kaum auf Dauer überleben. Auch die dort lebenden Menschen müssten sich neu erfinden. Die stark wachsende Bevölkerung könnte in der Vier-Grad-Welt nicht genug Nahrung erzeugen, da mit dem Verschwinden des Regenwalds auch der fruchtbare Boden verloren gingen und sich der Wasserkreislauf zum Negativen verändern würde.

Auch Deutschland wäre betroffen, wenn auch später als andere Regionen. Es kann zu Rekordtemperaturen von 42° C und mehr kommen, extreme Wetterlagen könnten die Flüsse, wie den Rhein, öfters austrocknen, aber auch Überschwemmungen würden sich voraussichtlich häufen.

Schellnhuber fasst die Einstellung der Kritiker vom Klimawandel chronologisch folgendermaßen zusammen: „Es gibt keine Erderwärmung“, die zweite „Der Mensch hat nichts damit zu tun“, die dritte „Wird so schlimm schon nicht werden.“ und nun heißt es: „Ist ohnehin alles zu spät“. Nach seiner Ansicht ist es jedoch weiterhin möglich, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Dazu muss auch künftig darum gekämpft werden, den Ausstoß der Klimagase zu reduzieren, was jedoch ohne politische Vorgaben der Regierungen nicht möglich ist. Sie sind aufgefordert, entscheidende Programme zu entwickeln und vor allem: (endlich) konsequent umzusetzen.

Die Vier-Grad-Welt kann verhindert werden, indem weltweit auf erneuerbare Energien umgestellt und der Einsatz von Kohle und Gas stark reduziert wird. Die Technologien zur CO2-Speicherung müssen zugleich intensiv weiterentwickelt und auf einen solchen Stand gebracht werden, dass sie auch verwendet werden können. Es ist höchste Zeit, die Energieeffizienz im Gebäudebereich zu steigern oder kurzlebige Treibhausgase wie Ruß zu vermeiden. Jeder noch so kleine Beitrag ist ein Teil zur Rettung unseres Klimas.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V. Daniela Köhler, Quelle: zeit.de

Foto: (c) AP (Joseph Napaaqtuq Sage)

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