Vorentscheidung für energetische Verwertung der Bioabfälle im Landkreis Starnberg

Stellungnahme des Vorstands zum „Biomüll-Export“

Die Vorstände des Energiewende-Vereins, und sicher auch viele Mitglieder, freuen sich über die Entscheidung der AWISTA-Verbandsversammlung, die  Bio-Abfallmengen in der Region in Eching energetisch zu verwerten. Man kann jetzt nach Haaren in der Suppe suchen und vom „St.-Florians-Prinzip“ sprechen, aber unterm Strich ist es womöglich die beste Entscheidung, die getroffen werden konnte.

Mindestens 5 gute Gründe sprechen dafür:

  1. Die Kommunen haben sich zu den Vorreitern des Klimaschutzes gemacht und nach vielen Rahmenbeschlüssen haben sie mit dem Projekt ihr erstes großes interkommunales Energiewende-Projekt auf den Weg gebracht, das endlich auch in der CO2-Bilanz spürbar wird.
  2. Sie wollen es in interkommunaler Kooperation durchziehen und spannen nun 2 Leistungsträger der kommunalen Dienstleistung im Landkreis, AWISTA und AWA-Ammersee,  zusammen, um dem Projekt eine gute Realisierungschance und einen größtmöglichen kommunalen Nutzen zu geben.
  3. Die Entscheidung für die Kläranlage Ammersee ist die ökologisch sinnvollste Variante, die Ressourcen schont, weil vorhandene Infrastruktur genutzt wird und dort der effizienteste Betrieb möglich ist, weil die Abwärme vollständig verwertet werden kann.
  4. Der durchaus wertvolle Grünschnitt der Wertstoffhöfe wird nicht der Abfallfraktion zuschlagen, sondern weitere energetische Nutzungsmöglichkeiten bleiben offen, z. B. in einer weiteren Biogasanlage und/oder durch Verbrennung der abgetrennten „Holzfraktion“.
  5. Die Anlage geht in eine Gemeinde, die mögliche Chancen höher bewertet als mögliche

    Nachteile. Die Projektbetreiben haben jetzt die große Chance diese positive Erwartungshaltung zu erfüllen und damit eine Trendwende in der Akzeptanzdiskussion für erneuerbare Energieanlagen einzuleiten.  Vielleicht kommen wir ja doch vom „not-in-my-backyard“ zum „me-too“!

Ökologische und wirtschaftliche Win-Win-Situation

Bissig von „weiterhin Export der Bioabfälle“ zu reden, geht unseres Erachtens an der Realität vorbei.

Die Gemeinde Eching ist seit langem ein guter kommunaler Kooperationsparter des Landkreises Starnberg (bzw. 5 seiner Gemeinden) – und zwar nicht definiert durch Landkreisgrenzen,  sondern durch gemeinsame Ver- und Entsorgungsaufträge. Mit solchen Partnern geht man pfleglich um und beabsichtigt nicht, ihnen unseren Müll einfach auf die Straße zu kippen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – Der Vorstand

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