Weltklimarat: Erderwärmung deutlich dramatischer als befürchtet

Der Weltklimarat (IPCC) hat den ersten Teil seines aktuellen Klimaberichts veröffentlicht. Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Weltengemeinschaft droht ihr Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung deutlich zu verfehlen, die zu erwartenden Konsequenzen würden uns alle weit schlimmer treffen als bisher befürchtet. Der Hauptschuldige steht für die Klimaexperten dabei so fest wie nie zuvor: der Mensch.

Die Anzeichen der globalen Erwärmung sind bereits jetzt klar erkennbar: Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es niemals wärmer als zwischen den Jahren 2001 und 2010. Laut dem IPCC-Bericht erwartet uns jedoch schon bald noch weit Schlimmeres: Im ungünstigsten Fall ist bis 2100 sogar ein fortwährender Anstieg um 4,8 Grad Celsius zu erwarten. Die Folgen, die langfristig mit einer derartigen Entwicklung einhergehen würden, können sich selbst die Klimaforscher kaum ausmalen. Jedoch ist man sich einig: sie werden extrem und „kaum beherrschbar“ sein.

Das Szenario, das der Menschheit allerdings schon in wenigen Jahren bevorstehen könnte, beschreibt der Bericht mit erschreckenden Details: Weltweit werden Eisdecken und Gletscher noch schneller schrumpfen als in den vergangenen Jahren, die ohnehin schon von einer Rekordeisschmelze geplagte Arktis droht bis zum Sommer 2050 gänzlich eisfrei zu sein. Der Meeresspiegel wird weit stärker ansteigen als bisher angenommen: bis Ende dieses Jahrhunderts, je nach Umfang und Effizienz der globalen Klimaschutzmaßnahmen, um bis zu 82 Zentimeter – mindestens jedoch um 26 Zentimeter. Auch Wetterextreme werden sich immer mehr häufen, feuchtere Regionen der Erde werden noch mehr Niederschläge, trockenere noch weniger bekommen. Die Konsequenzen für die Tier- und Pflanzenwelt sind kaum vorstellbar: Allein bei einem Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad der Durchschnittstemperaturen im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts wären 20 bis 30 Prozent aller Tierarten vom Aussterben bedroht.

UNO-Klimachefin Christina Figueres sieht in den Ergebnissen einen „Weckruf“ für die internationale Staatengemeinschaft: „Um die Menschheit aus der hohen Gefahrenlage zu steuern, müssen die Regierungen die sofortigen Klimaschutzbemühungen verstärken und 2015 ein Abkommen bereitstellen, das dazu beiträgt, die globale Antwort auszuweiten und zu beschleunigen.“

Für den ersten Teil des Klimaberichts haben 259 Forscher aus aller Welt in den vergangenen vier Jahren Tausende wissenschaftliche Studien ausgewertet. Eine Zusammenfassung ihrer Kernthesen finden Sie hier! Der vollständige Bericht erscheint am kommenden Montag.

 

Quelle: orf.at
Bild: fotolia

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