Windparks bringen Millionen in die Gemeindekassen

Erhebliche regionale und kommunale Wertschöpfung durch Windenergie

40 Millionen Euro pusteten Windkraftprojekte in der Vergangenheit jährlich in die Gemeindekassen des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Durch weitere Anlagen auf den neu ausgewiesenen Windeignungsflächen könnten in den kommenden Jahren noch einmal 30 Millionen Euro dazu kommen, so die Zahlen, die  auf der Konferenz von windWERT, der schleswig-holsteinischen Windkraft-Netzwerkagentur in Kiel präsentiert wurden. WindWERT hatte die Neuordnung der Regionalpläne zum Anlass genommen, um umfassend über Planung, Finanzierung, Versicherungs- und Steuerfragen, Gesellschaftskonstrukte, Neuerungen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Service- und Wartungskonzepte für Windkraft-Projekte zu informieren.

Bürgerwindparks als Modell der Zukunft

Unter dem Titel „MehrWertschöpfung aus Wind“ wurden auch Aspekte der regionalen Wertschöpfung durch Windparks vorgetragen: Pachteinnahmen, Steuereinnahmen, Nettolöhne und der Gewinn aus dem Betrieb der Windenergieanlagen (WEA). Ist der Windparkbetreiber in der Gemeinde ansässig, in der die WEA stehen, profitiert die Kommune besonders: durch Gewerbesteuer, höheres Einkommen ihrer Bürger und zusätzliche Arbeitsplätze. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung(IÖW) mit dem Titel Kommunale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien.

Bürgerwindparks haben zudem – besonders an der schleswig-holsteinischen Westküste – entscheidend zur hohen Akzeptanz der Windkraft beigetragen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle. In Schleswig-Holstein sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und GmbH & Co. KGs  erfolgreich und werden inzwischen auch in anderen Bundesländern als Beteiligungsmöglichkeit eingeführt, so z.B. eine GmbH & Co.KG beim Windpark Alexanderschanze in Bad Peterstal-Griesbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg).

Investoren herzlich willkommen

Viele Windparkprojekte kommen jedoch nicht ohne finanzstarke Großinvestoren aus, wie zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen oder Unternehmen, die sich für Erneuerbare Energien engagieren. Dabei ist es wichtig, dass die Investorengruppen zusammenarbeiten und von Anfang an die betroffenen Gemeinden und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen. Das zeigt die Erfahrung  aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands.

Für den Bau neuer Windparks in den neuen Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein sind Investitionen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro erforderlich. Die gute Nachricht für potenzielle Fremdkapitalgeber brachten dort Vertreter der VR-Bank Niebüll und der Nord-Ostsee-Sparkasse zum Ausdruck: „Null Forderungsausfälle bei Windkraftprojekten“. Dasselbe dürfte auch für die Höhenlagen im Schwarzwald oder die Mittelgebirge Bayerns gelten, deren Windhöffigkeit durchaus mit Norddeutschland vergleichbar ist.

Ebenso gibt es im Alpenvorland gute Winderträge und damit ist auch in Oberbayern und dem Allgäu der lukrative Betrieb von Windenergieanlagen und damit eine regionale Wertschöpfung möglich.

Windanlagenhersteller bieten Rundum-Sorglos-Pakete für Service und Wartung

Die großen Windkraftanlagenhersteller bieten den Gemeinden inzwischen meist ein „Rundum-Sorglos-Paket“ an, das regelmäßige Wartung, Online-Überwachung und gegebenenfalls den Austausch von Großkomponenten einschließt. Ganz ohne eine zusätzliche Versicherung kommen die Betreiber von Windenergieanlagen jedoch auch künftig nicht aus. Die klassischen Versicherungspolicen sichern Windrad- und Windparkbetreiber gegen Blitzschlag, Brand und ähnliche Ereignisse ab. Interessant dabei: Allein die geringen Haftpflichtbeiträge von jährlich rund 90 Euro belegen, wie sicher Windräder im Betrieb sind.

Strategische Planung bei Erneuerbare Energie-Projekten und zwar von Anfang an

Wichtig für den Projekterfolg und die Akzeptanz ist ein detaillierter, strategisch durchdachter Plan, der von der ersten Einwohnerversammlung über die Informationsveranstaltung für Kommanditisten oder Genossenschafter bis hin zur Inbetriebnahme der WEA reicht.

„Die Kommune sollte schon weit vor Beginn des ordentlichen Planverfahrens eine strategische Bürgerbeteiligung mit professioneller Unterstützung einplanen. Ideal ist es, wenn ein Projekt für erneuerbare Energien auch möglichst wirtschaftliche Vorteile für die Bürger bietet, wie den Erwerb von Anteilen mit guter Rendite“, rät Evelyn Villing, Expertin für Umweltkommunikation, Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Die Kommunikation sollte dann selbstverständlich die Energieerträge und Gewinne aus dem Anlagenbetrieb nicht außer Acht lassen und regelmäßig veröffentlichen – schließlich ist nichts motivierender als der Erfolg.

Quellen: iwr-pressedienst, IÖW-Studie „Regionale Wertschöpfung – bearbeitet von E.Villing, Energiewendeverein

Fotos (von oben nach unten): ENERCON, Raphael Mack, IG Windkraft Österreich

Tags: , , , , , , , , , , ,

Eintrag kommentieren