Einträge ‘Biokraftstoffe’

Bundesregierung legt Roadmap für Bioraffinerien vor

Mittwoch, Juni 27th, 2012

Erdöl und Erdgas sind derzeit noch die vorherrschenden Rohstoffe der chemischen Industrie. Dies soll sich jedoch ändern. Dazu haben 30 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft eine Roadmap Bioraffinerien entworfen, welches von der Bundesregierung auf der Fachmesse für chemische Technik ACHEMA in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. „Bioraffinerien werden die zentralen Produktionsanlagen einer künftigen Bioökonomie sein“, sagte Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Damit die pflanzliche Biomasse verarbeitet und in eine Vielzahl von Produkten verwandelt werden kann, sind technische Multifunktionsanlagen, so genannte Bioraffinerien, gefragt. In Deutschland gibt es bereits einige Pilotanlagen.

Forschung notwendig

Staatssekretär Schütte stellte ein weiteres zentrales Ergebnis des Expertenpapiers vor: „Damit Bioraffinerien die Pflanzen möglichst vollständig nutzen können, brauchen wir noch viel Forschung und Entwicklung. Nur so kann es gelingen, dass die Bioökonomie einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourceneffizienz leistet.“ Die Roadmap Bioraffinerien ist Teil des Aktionsplans der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe, der im Jahr 2009 beschlossen wurde. Die Roadmap ist unter Federführung vom Forschungs- und Landwirtschaftsministerium und mit enger Einbindung von Umwelt- und Wirtschaftsministerium entstanden.

Um den Strukturwandel zu einer bio-basierten Industrie zu beschleunigen, sind neue Formen der Zusammenarbeit von Forschern und Industriepartnern gefragt. Deshalb hat das BMBF die „Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie“ aufgelegt. Die Förderung ist Teil der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“. Zur Bewerbung aufgefordert sind strategische Allianzen unter Federführung eines Wirtschaftsunternehmens. Dabei sollen bevorzugt Partner aus verschiedenen Industriezweigen zusammenfinden, die bisher wenig kooperiert haben.

Quelle: IWR

Bild: Agentur Erneuerbare Energien

Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe

Mittwoch, Februar 15th, 2012

Biokraftstoffe allein machen uns nicht unabhängig vom Öl, sie tragen aber zur Lösung bei. Der Grad der Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen hängt jedoch stark davon ab, wo und mit welchem Aufwand sie produziert werden. Außerdem bedarf es unbedingt internationaler Standards.

Seit dem 01. Januar 2011 schafft die Nachhaltigkeitsverordnung diese Standards für Deutschland und erreicht damit eine Vorbildfunktion, da auch Importe unter ihren Regelungsbereich fallen.

In nachfolgendem Link können Sie ein Video über die  Hintergründe zur Etablierung der Regelung und die Funktionsweise der Verordnung ansehen:

Video Nachhaltigkeitsverordnung Biokraftstoffe

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Biodiesel in Deutschland hauptsächlich aus Rapsöl

Mittwoch, Februar 15th, 2012

Biodiesel wird in Deutschland hauptsächlich aus Rapsöl hergestellt. Diese Erkenntnis ergibt sich durch einer aktuellen Mitgliederbefragung des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Danach lag der Anteil an Rapsöl im Jahr 2010 bei 87,5 Prozent. An zweiter Stelle sind Abfälle wie Altspeiseöle und Tierfette mit über sieben Prozent zu finden. Für die Herstellung des alternativen Kraftstoffes wird kaum Soja verwendet (2,5 Prozent) und nur 0,5 Prozent Palmöl. Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB meint: „Die deutschen Biokraftstoffproduzenten verwirklichen den Anspruch, Mobilität zu sichern, den ländlichen Raum zu stärken und Rohstoffe fast ausschließlich aus Deutschland und Europa zu beziehen.“

Biokraftstoffe verhindern die umweltschädliche Produktion von fossilen Kraftstoffen aus unkonventionellem Erdöl, das besonders aufwändig zu fördern ist, hohe Treibhausgas-Emissionen bei der Herstellung freisetzt und daher sehr teuer ist. „Deshalb fordern wir seit langem, dass statt eines Durchschnittswertes unterschiedliche Emissionswerte je nach Herstellungsart des fossilen Kraftstoffs festgesetzt werden. Dann würde etwa Erdöl aus Teersanden in Kanada einen deutlich höheren Treibhausgaswert zugewiesen bekommen. Es ist zu begrüßen, dass sich der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages in seiner Sitzung an diesem Mittwoch mit der Frage befassen will“, so Baumann.

„Biodiesel muss mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als fossiler Kraftstoff – gemessen wird der gesamte Produktionsprozess vom Ackerbau über die Düngung bis zur Herstellung des Kraftstoffes.“ Sagt die BDB-Geschäftsführerin. 23.000 Menschen seien in Deutschland im Sektor Biokraftstoffe tätig.

In den vergangenen Jahren wurde der Einsatz von Biokraftstoffen stark durch die Einführung der Nachhaltigkeitsverordnung in Deutschland beeinflusst. Danach müssen weltweit die Landwirte dokumentieren, welche Flächen sie zur Rohstoffherstellung für Biokraftstoffe verwenden. Im Jahr 2011 kamen die zertifizierten Rohstoffe jedoch größtenteils aus Deutschland. Baumann: „Wir gehen davon aus, dass sich die Rohstoffzusammensetzung für Biodiesel wieder leicht ändern kann, wenn mehr nachhaltige, zertifizierte Ware aus anderen Regionen der Welt im Markt verfügbar ist“. Bisher sei Deutschland der europäische Vorreiter in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsverordnung. Nun müssten auch die anderen europäischen Länder folgen. „Die Einführung von gesetzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen für andere Bereiche wie zum Beispiel die Lebensmittelindustrie ist sachlich geboten und sollte selbstverständlich sein“, sagte Baumann.

Quelle: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V.

Ein „Factsheet“ rund um Biokraftstoffe in Deutschland vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V. finden Sie hier!

Benzingipel in Berlin – E10 bleibt

Mittwoch, März 9th, 2011

Die Bundesregierung hat sich beim gestrigen E10-Gipfel in Berlin mit Industrie und Verbänden darauf verständigt, an der Einführung des umstrittenen Treibstoffs E10 festzuhalten.

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) halten am umstrittenen neuen Treibstoff fest: „Biokraftstoffe spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz und bei der Energieversorgung“, heißt es aus dem Ministerium.

Dennoch lassen nach einer Erhebung des Mineralölverbandes 70 Prozent der Autofahrer den Biokraftstoff links liegen. Tankstellen haben somit massive Absatzprobleme bei E10. Indes versichert der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), dass 99 Prozent der in Deutschland zugelassenen Autos E10 mühelos vertragen; die so genannte DAT-Liste über die E10-verträglichen Fahrzeuge sei rechtsverbindlich. Das bedeutet, sollte einem Fahrzeug, das in dieser Liste aufgeführt ist, trotzdem etwas passieren, haftet die Autoindustrie. Das Ziel ist, Autofahren möglichst schnell die Angst vor E10 zu nehmen. An Tankstellen und Werkstätten sollen Listen ausgelegt werden, aus denen hervorgeht,  für welche Fahrzeuge der Kraftstoff E10 geeignet ist.

Die Klimabilanz des neuen Kraftstoffs ist umstritten. Obwohl laut Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung nur Biosprit gefördert und auf die festgesetzte Biokraftstoff angerechnet wird, der im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mindestens 35 Prozent an CO2 einspart, nennt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) E10 eine ökologische Mogelpackung: Allein durch den drastisch ansteigenden Bedarf an Energiepflanzen in Deutschland müsste man 27 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche dafür bereitstellen. Derzeit sind es fünf Prozent. Auch der Naturschutzbund (NABU) kritisiert die Biokraftstoff-Strategie der Bundesregierung, da zum einen der Anbau direkt mit der Lebensmittelerzeugung konkurriert. Zum anderen müssen die Risiken und Nebenwirkungen durch so genannte indirekte Landnutzungsänderungen beim Anbau von Energiepflanzen kritisch betrachtet werden. Nach Berechnungen des Londoner Instituts für Europäische Umweltpolitik verursachen die EU-Ziele zum Ausbau der Agrokraftstoffe bis zum Jahr 2020 erhebliche Klimagasemissionen sowie einen zusätzlichen Flächenbedarf in Höhe von bis zu 69.000 Quadratkilometern.

Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte den umweltpolitischen Kurs der Bundesregierung: „Umweltminister Norbert Röttgen täuscht sich. E10 ist nicht der heilige Gral des Automobilverkehrs in Zeiten des Klimawandels und steigender Ölpreise. Die bessere Strategie wäre, auf verbrauchsarme Autos, Elektromobilität, Tempolimit und öffentlichen Nahverkehr zu setzen.“

Quelle: www.sonnenseite.com, www.zeit.de, www.tagesschau.de; Foto: www.hagel.at

Weniger Abhängigkeit vom Erdöl: Biokraftstoffe

Freitag, Juli 16th, 2010

Ein Vierteljahr lang strömten nach dem Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon täglich bis zu 60.000 Barrel Rohöl in den Golf von Mexiko. Erst vor wenigen Tagen konnte das Leck geschlossen werden. Das Ausmaß der Umweltkatastrophe ist gigantisch und nicht abschätzbar. Doch die Erdöl-Verluste durch diesen „Unfall“ sind im Vergleich zum Erdölverbrauch verschwindend gering: Sie entsprechen gerade einmal dem deutschen Bedarf während einer Stunde. Im Jahr 2009 lag das Mineralölaufkommen allein hierzulande bei 100 Millionen Tonnen (ca. 733 Mio. Barrel). Drei Viertel davon wurden im Verkehrssektor verbraucht. Einen substantiellen Beitrag zur Senkung des Erdölkonsums können derzeit nur Biokraftstoffe leisten.

„Wir wissen um die steigenden Risiken, die mit der Erdölförderung verbunden sind. Trotzdem tun wir zu wenig, um uns aus der Abhängigkeit vom Erdöl zu befreien“, stellt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, fest. „Im Verkehrsbereich müssen die Zeichen endlich auf Einsparung stehen. Aber selbst mit effizienteren Fahrzeugen, einem massiven Ausbau des Schienenverkehrs und der raschen Markteinführung von Elektrofahrzeugen müssen wir Wege finden, Erdöl zu ersetzen“, betont Mayer. „Deshalb sollten wir stärker auf nachhaltige Biokraftstoffe setzen. Sie sind derzeit die einzige ernstzunehmende Alternative zu Benzin und Diesel.“Im vergangenen Jahr haben Biokraftstoffe 5,5 Prozent des deutschen Kraftstoffbedarfs abgedeckt. In absoluten Zahlen entsprechen die 2,9 Millionen Tonnen Rohöläquivalente lediglich dem 1,5-fachen Fördervolumen von „Mittelplate“, der einzigen deutschen Erdölplattform in der Nordsee. „Bis 2020 können Biodiesel, Pflanzenöl und Bioethanol aus nachhaltigem Anbau knapp ein Fünftel des hiesigen Kraftstoffbedarfs decken, ohne die Versorgung mit Lebensmitteln zu gefährden. Dafür ist aber ein klares politisches Bekenntnis zu Biokraftstoffen nötig“, so Mayer. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid befürworten zwei Drittel der Bevölkerung eine stärkere staatliche Förderung von Alternativen zu fossilen Kraftstoffen. Weniger Abhängigkeit vom Erdöl: Biokraftstoffe können bis 2020 ein Fünftel des deutschen Kraftstoffbedarfs decken Deutscher Kraftstoffmarkt 2009 (Quelle: StBA, BAFA; Stand: Mai 2010). Die Klimabilanz von Biokraftstoffen im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen ist deutlich positiv. Die heute in Deutschland genutzten Biokraftstoffe verursachen bis zu zwei Drittel weniger Kohlendioxid als fossile Kraftstoffe. Abhängig vom Anbauverfahren der Energiepflanzen und von der Nutzung von Nebenprodukten können die Emissionen variieren, bleiben jedoch in der Gesamtbilanz stets unter denen von Diesel und Benzin. Insgesamt haben Biokraftstoffe im vergangenen Jahr knapp 5 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart.„Ebenso wie Biokraftstoffe müssen sich auch die fossilen Kraftstoffe an Nachhaltigkeitskriterien hinsichtlich Umweltschutz und sozialen Standards messen lassen“, verlangt Mayer. Das fordern gemäß TNS Emnid-Umfrage auch 88 Prozent aller Bundesbürger. Langfristig gebe es jedoch nur eine Richtung, so Mayer: „Wir müssen uns vom Erdöl lösen. Sonst wird das schwarze Gold bald zum sprichwörtlichen Pech, an dem unsere Volkswirtschaft kleben bleibt.“

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de, Foto: www.unendlich-viel-energie.de