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BMU verbessert die Förderung für Wärme aus erneuerbaren Energien

Freitag, August 10th, 2012

Das Bundesumweltministerium (BMU) ändert zum 15. August die „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ (besser bekannt unter Marktanreizprogramm oder kurz MAP). Das MAP fördert Anlagen für Heizung, Trinkwassererwärmung und zur Bereitstellung von Kälte oder Prozesswärme aus erneuerbaren Energien. Gerade für kleine thermische Solaranlagen verbessern sich die Fördersätze deutlich.

In den zwei Programmteilen des MAP werden Anlagen für Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere öffentliche und gewerblichen Objekte über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Große Gebäude und Gebäude für die gewerbliche Nutzung werden durch das Programm „Erneuerbare Energien Premium“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

Bislang wurde die Installation von thermischen Solaranlagen – z. B. bei der Heizungssanierung – vom Bund mit rund 1.500 Euro bezuschusst. Das ändert sich ab Mitte August. Künftig erhält der Eigenheimbesitzer für die gleiche Solaranlage rund 2.000 Euro.

Kleine Solaranlagen begünstigt

Thermische Solarkollektoren bis 40 m2 Kollektorfläche sowie Biomasseheizkesseln und Wärmepumpen bis 100 kW Nennwärmeleistung bekommen neue Mindestförderbeträge. Anlagen, die üblicherweise in Ein- und Zweifamilienhäusern eingesetzt werden, profitieren. Sie erhalten eine bis zu 400 Euro höhere Förderung. Die Basisfördersätze, die in Abhängigkeit von der Größe der Anlage gewährt werden, bleiben unverändert. Gefördert werden nur Anlagen in Bestandsbauten.

Außerdem wird die Bonusförderung erweitert. Innovative Techniken oder die Kombination förderwürdiger Techniken werden mit einem Bonus von 500 Euro belohnt, wenn sie gleichzeitig eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpe mit einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung nutzen. Neu eingeführt wird auch ein Effizienzbonus. Dabei fördert die BAFA den Einsatz von Wärmepumpen in gut gedämmten Gebäuden mit 500 Euro pro Anlage, solange ein neuer Pufferspeicher vorhanden ist.

Eine weitere Neuerung ist die Förderung größerer Anlagen ab 20 m2 bei Neubauten. Bisher waren diese nur für bestehende Mehrfamilienhäuser und Nichtwohngebäude mit einer Nutzfläche von mindestens 500 m2 möglich. Wird Ein die Solarthermieanlage mit einer Wärmepumpe oder einer Biomasseanlage kombiniert ist ein weiterer Bonus in Höhe von 500 Euro möglich.

Von 30 auf 50 % Tilgungszuschuss

Die Tilgungszuschüsse für große Solarkollektoranlagen (ab 40 m2) betragen nunmehr bis zu 50 % (vorher 30 %). Dies gilt für die Erzeugung von Prozesswärme und solarer Kälte. Außerdem fördert die Kreditanstalt für Wideraufbau ab sofort auch große Wärmepumpen ab einer Leistung von 100 kW im Neubau.

Im Bereich der Tiefengeothermie können künftig neben Anlagen zur thermischen Nutzugn auch in geringem Umfang stromerzeugende Anlagen gefördert werden.

Weitere Informationen zum Marktanreizprogramm 2012 finden Sie beim BAFA sowie unter www.energiefoerderung.info.

Die „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 20. Juli 2012“ können Sie hier herunterladen!

Quellen: BINE, TGA Fachplaner

Windmessung in Wäldern

Montag, Juni 18th, 2012

Um die Windpotentiale genauer bestimmen zu können, errichtete das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES nun einen 200 m hohen Forschungsmessmast. Dabei sollen grundsätzliche Erkenntnisse für größere Windenergieanlagen, die in oder nahe Wäldern gebaut werden, gewonnen werden. Die Messstation wurde auf einer bewaldeten Bergkuppel nahe Kassel errichtet und eignet sich, um Windbedingungen in hügeligem Gelände detaillierter zu untersuchen. Damit können unsichere Ertragsrechnungen vermieden und die Planung von Windparks weiter verbessert werden.

Mit Hilfe des Messmastes soll die Identifizierung geeigneter Standorte für Windenergieanlagen erleichtert werden. Das Projekt „Windenergienutzung im Binnenland – Erschließung neuer Potenziale im bewaldeten Mittelgebirge“  soll die notwendige messtechnische Infrastruktur und Datengrundlage schaffen. Das Fraunhofer IWES erforscht dabei die Windcharakteristika in Waldregionen und den Einsatz neuer laserbasierter Fernmesstechnik(LiDAR). Die sogenannte LiDAR-(Light Detection And Ranging) Technik misst mit Hilfe von Laserstrahlen unter anderem das Windprofil, Windscherung, maximale Windgeschwindigkeit und die Turbulenzen. Dabei gewinnen die Forscher über die auftretenden Belastungen von Windenergieanlagen (WEA) in Wäldern wichtige Erkenntnisse. Ziel der Fraunhofer Forscher ist es, neue Methoden zu entwickeln, die die Windbedingungen im Binnenland mit LiDAR-Messungen bestimmen. Diese ließen sich dann in ganz Deutschland und darüber hinaus anwenden. Dies erlaubt bei künftigen Windparks einen „vorausschauenden“ Eingriff in die Anlagensteuerung. Der Rotor von WEA ließe sich zur Windrichtung optimal ausrichten, indem die Anstellwinkel der Rotorblätter an die Windverhältnisse angepasst würden. Auch in der Gemeinde Berg im Landkreis Starnberg werden derzeit LiDAR-Messungen durchgeführt.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit rund 1,5 Millionen Euro bis Ende 2011 gefördert. Der Mast befindet sich auf dem Rödeser Berg und ist mit seiner Höhe von 200 m das zweitgrößte Bauwerk Nordhessens, etwa 30 km entfernt von Kassel. Dieser liegt rund 380 m über dem Meeresspiegel; der Wind kommt überwiegend aus Süd-West.

Zusätzlich zu den Messungen am Rödeser Berg beginnen ab Juli Messkampagnen mit mehrmonatiger Dauer in weiteren bewaldeten Standorten des Mittelgebirges. „Hierbei kommen die LiDAR-Geräte in Verbindung mit autarken Stromversorgungseinrichtungen neben weiteren großen Messmasten zum Einsatz“, so Tobias Klaas, Projektleiter am Fraunhofer IWES. Die Messkampagnen bilden die Basis für den späteren kommerziellen Forschungseinsatz der LiDAR-Geräte.

Quelle: BINE Informationsdienst

Beschäftigungszahl im Bereich Erneuerbare Energien auch 2011 gestiegen

Dienstag, März 27th, 2012

Im Jahr 2011 waren 382.000 Menschen im Bereich der Erneuerbaren Energien beschäftigt. Das entspricht einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) vorgenommen hat.

Seit dem Beschluss der Energiewende in Deutschland nimmt der Ausbau der Erneuerbaren Energien stetig zu. Auch im vergangenen Jahr konnte dieser Trend, trotz rückläufiger Investitionen aufgrund der gesunkenen Preise in der Solarindustrie, fortgesetzt werden. Die Umsätze in der gesamten Branche befinden sich hauptsächlich aufgrund des Wachstums in Windenergie und Biogas auf etwa dem gleichen Niveau wie 2010.

Die errechnete Personenzahl von 382.000 bezieht sich auf die direkte sowie indirekte Beschäftigung im Bereich Erneuerbare Energien. 63 Prozent sind im Anlagenbau tätig, 20 Prozent im Bereich Wartung und Instandhaltung, 14 Prozent für die Bereitstellung von Biomasse sowie anderen Biokraftstoffen und knapp drei Prozent in der öffentlich geförderten Forschung oder Verwaltung.

[Quelle: BMU]

Etwa ein Drittel der Beschäftigten arbeiteten in dem Bereich Biomasse, ein weiteres Drittel in der Solarenergie. Die Windenergie hatte einen Anteil von 26 Prozent, die Geothermie (Erdwärme) trug mit vier Prozent, die Wasserkraft mit rund zwei Prozent zur Beschäftigung bei. 72 Prozent der Tätigkeiten im Jahr 2011 können auf die Wirkung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurückgeführt werden.

Einzelheiten der Studie „Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien in Deutschland im Jahr 2011“ der BMU finden Sie hier und auf der Seite des Bundesumweltministeriums.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) 2012

Innovationspreis für Synthesegasverfahren

Freitag, Januar 20th, 2012

Ein neues Verfahren, das mit Hilfe von Kalk aus schadstoffreichen Abfällen und Biomasse reines Synthesegas herstellen kann zeichneten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt aus. Das von der Projektgesellschaft der Werke GmbH aus Goslar entwickelte Verfahren wandelt in einem Gegenstromvergaser verschiedenste Kohlenstoffträger unter Beigabe von Kalk bei hohen Temperaturen zu Synthesegas um. Kalk dient dabei sowohl als Trägerstoff als auch als schadstoffbindendes Material, wodurch bei dem Verfahren prozessbedingt keine organischen Schadstoffe, wie beispielsweise Dioxine und Furane, entstehen können und die sonst aufwendige Rauchgasreinigung erfordern.

Das Engagement von Wirtschaft und Forschung für Klima- und Umweltschutz wurde seit 2009 zum dritten Mal gewürdigt. Der Preisträger erhielt vom Bundeswirtschaftsministerium eine Fördersumme von 4,5 Millionen Euro in der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“. Die unter dem Namen Ecoloop entwickelten Anlagen können in Zukunft unterschiedlichste industrielle Prozesse ergänzen und den Verbrauch fossiler Ressourcen sowie den CO2-Ausstoß reduzieren. Von der Projektgesellschaft wird derzeit eine Pilotanlage mit einer Nennleistung von 32 Megawatt in einer harzer Gemeinde am Brocken errichtet, wo das hochreine Synthesegas als wertvoller Energieträger effizient eingesetzt werden kann. Die Ecoloop-Technologie sieht vor, energieintensiven Industrieprozessen, den neuartigen Gegenstromvergaser mit zirkulierendem Reaktionswanderbett vorzuschalten.

Quelle: BINE

Energiewende: 7. Jahreskonferenz Erneuerbare Energie

Dienstag, Oktober 11th, 2011

Energiewende 2.0: Auf dem Weg in die regenerative Zukunft

Die Weichen für eine Energiewende sind gestellt. Wie schnell kann die Branche diese nun realisieren? Welche Herausforderungen stellen sich – und wo muss die Politik noch nachbessern? Diesen Fragen geht die Jahreskonferenz Erneuerbare Energie am 19. und 20.10.2011 in Berlin nach.

Die Key-note spricht am 20.10. Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ebenfalls zu Gast sein werden am 19.10. Philip Lowe,  Generaldirektor Energie der EU-Kommission, Dr. Dolf Gielen, Director Innovation and Technology Centre der IRENA sowie Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, Vorsitzender der Ethikkommission der Bundesregierung.

Die Jahreskonferenz Erneuerbare Energie wird ausgerichtet von den zehn wichtigsten Verbänden der Erneuerbaren. Darunter der Bundesverband Erneuerbare Energie und der Bundesverband Windenergie.

Die Jahreskonferenz wirft einen Blick auf die EU-Ziele sowie eine Roadmap für 2030 und 2050. Die Verbände der Erneuerbaren – europäisch und national – geben eine Einschätzung des Marktes auf dem Weg zu 100% ab und formulieren die Forderungen an die Politik. Ebenso werden Instrumente zum Ausbau der Erneuerbaren dargestellt. Die Teilnehmer erhalten zudem Einblick in die Chancen des Industriestandortes Deutschlands, auch für seine Zulieferer. Ebenso wird illustriert, wie das Marktdesign der Zukunft aussehen kann. Die Foren Strom, Wärme und Verkehr zeigen spartenspezifische Chancen und Lösungen auf.

Zur Anmeldung und zum Programm gelangen Sie hier: http://www.bwe-seminare.de/veranstaltungen/jahreskonferenz

Veranstaltungsdaten
19. und 20.10.2011 in Berlin
Energieforum, Stralauer Platz 34, 10243 Berlin

Quelle: BWE-WindNews / Veranstaltungsinfo

Beschlossene Sache: Elektromobilität in Deutschland

Montag, Mai 23rd, 2011

Derzeit sind rund 1.500 Elektro-Fahrzeuge in Deutschland unterwegs, bis 2020 soll die Zahl der Elektroautos auf mindestens eine Million ansteigen, bis 2030 sind sechs Millionen angepeilt. Das ist das Ziel des vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsprogramms  Elektromobilität.

Gemeinsam mit den vier Bundesressorts Wirtschaft, Verkehr, Umwelt sowie Bildung und Forschung wurde die Strategie zur Förderung der Forschung, Entwicklung und Markteinführung der Elektromobilität erarbeitet.

Aufstockung der Mittel für Forschung und Entwicklung

Mit knapp zwei Milliarden Euro fördert die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung für die Elektromobilität. Dazu wurde gemeinsam mit der Automobilindustrie die „Nationale Plattform Elektromobilität“ gegründet, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Industrie sowie aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Gesellschaft zusammensetzt. Sieben Arbeitsgruppen werden sich unter anderem mit Themen wie Antriebs- und Batterietechnologie, Ladeinfrastruktur und Netzintegration sowie Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Elektromobilität beschäftigen. In acht Städten und Regionen laufen bereits Modellversuche des Bundesverkehrsministeriums. Beispielsweise haben Berliner an großen Bahnhöfen die Möglichkeit, Autos mit Elektroantrieb zu mieten und Probe zu fahren.

Schwerpunkt: Batterieforschung

„Über den Markterfolg der Elektromobilität entscheidet nicht das üppigste Subventionspaket, sondern die größte technologische Kompetenz“ erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. „Einen besonderen Schwerpunkt werden wir auf die Batterieforschung legen“. Folgerichtig lehnt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer auch teure Kaufprämien entschieden ab: „In einen teuren Subventionswettlauf zu treten, können wir uns nicht leisten. Wir brauchen marktfähige, alltagstaugliche Produkte, die sich in der Praxis bewähren und die Bürger überzeugen“.

Deutsche Bundesregierung als Vorbild

Ziel der Bundesregierung ist, Deutschland bei der Elektromobilität zum Leitanbieter und Leitmarkt zu machen. Dies hatte die Kanzlerin Angela Merkel nach der Übergabe des zweiten Berichts der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ erklärt. Neben der Bundesregierung, die die Mittel für Forschung und Entwicklung verdoppelt, will auch die Wirtschaft in den nächsten drei bis vier Jahren 17 Milliarden Euro investieren. Indes geht die Bundesregierung mit gutem Beispiel voran: Der Fuhrpark der Bundesregierung wird schrittweise auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Ab 2013 sollen als Zielwert 10 % der Neufahrzeuge einen CO2-Ausstoß von weniger als 50 g/km haben.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.iwr.de

www.bmu.de

Quelle: www.iwr.de, www.bmu.de; Foto: www.dena.de

Bundesumweltministerium veröffentlicht Entwurf der Leitstudie 2010

Montag, Februar 28th, 2011

Entwicklung des deutschen End- und Primärenergieverbrauchs im Basisszenario 2010 A © BMU

Szenarien für den Ausbau erneuerbarer Energien

Der von vielen Interessierten erwartete Entwurf der „Leitstudie 2010“ steht zum Download bereit. Auf der Website des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zeigt die Studie „Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland bei Berücksichtigung der Entwicklung in Europa und Global“. Die Studie führt erstmals eine vollständige dynamische Simulation der Stromversorgung durch und beschreibt die technisch-ökonomischen Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien.

Die Arbeiten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und dem Ingenieurbüro für neue Energien (IfNE)  zeigen unter anderem  Szenarien zur Entwicklung der Elektromobilität, zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und zur Begrenzung der Biomassenutzung auf die ökologisch verträglichen, heimischen Potenziale. Außerdem betrachtet die Studie Möglichkeiten eines chemischen Energiespeichers in Form von erneuerbarem Wasserstoff oder Methan. Ein solcher Speicher ist für die Versorgungssicherheit bei hohen Anteilen aus fluktuierendem Wind- und Solarstrom erforderlich.  Auch ein Szenario mit einer zu 100% auf erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung im Jahre 2050 wird betrachtet.

Im Vergleich zu den Nutzungskosten fossiler Energien sind durch den bisherigen Ausbau der Erneuerbaren bis einschließlich 2010 aufgrund der Investitionen bisher 71 Milliarden Euro an Mehrkosten aufgelaufen. Die positiven volkswirtschaftlichen Effekte des Ausbaus der erneuerbaren Energien zeigen sich vollständig ab 2025. Bis zur Jahrhundertmitte kalkuliert die Studie, dass die Volkswirtschaft 670 Mrd. Euro einspart gegenüber der Weiterführung einer fossilen Energieversorgung.

Leitstudie als vorläufige Ausgabe

Der seit wenigen Tagen verfügbare Entwurf der neuen Leitstudie reflektiert wesentliche neue energiepolitische Entscheidungen der Bundesregierung nur zum Teil. Das BMU schränkt weiter ein, dass die Studie noch nicht in ausreichendem Maße die Ziele berücksichtigt, die im Energiekonzept zur Reduzierung des Energieverbrauchs für die kommenden Jahrzehnte enthalten sind. Aufgrund dessen basiere der Entwurf auf steigenden Stromverbräuchen mit einer Reihe von Folgerungen für den Energiemix. Im Zuge der Weiterarbeit an dem Projekt soll im Jahr 2011 auch das Energiekonzept vom Herbst 2010 vollständig verarbeitet werden.

Quelle: www.bine.info

340.000 Arbeitsplätze durch erneuerbare Energien

Dienstag, November 2nd, 2010

Beschäftigungswirkungen der erneuerbaren Energien in Deutschland höher als bislang angenommen

Der Ausbau der erneuerbaren Energien schafft in Deutschland deutlich mehr Arbeitsplätze, als bislang angenommen. Dies ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die das Bundesumweltministerium heute auf einer Fachtagung in Berlin präsentierte. Demnach verdankten im vergangenen Jahr bereits rund 340.000 Menschen ihren Arbeitsplatz der Erzeugung von Strom, Wärme oder Treibstoffen aus erneuerbaren Quellen. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Stand von 2004 und liegt deutlich höher als die bisherigen Schätzungen.

Die heute veröffentlichten Zahlen sind das Ergebnis eines Forschungsvorhabens, das das Bundesumweltministerium im Jahr 2008 an ein Team renommierter Forschungsinstitute unter Federführung der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS, Osnabrück) vergeben hatte. Die Untersuchung stützt sich auf eine umfangreiche Befragung von rund 1.200 Unternehmen der deutschen Erneuerbare-Energien-Industrie einschließlich ihrer Zulieferer sowie auf eine tief gefächerte Analyse ihrer künftigen Exportchancen.

In gesamtwirtschaftlichen Modellrechnungen wurden auch die Auswirkungen möglicher negativer Beschäftigungsimpulse der Förderung erneuerbarer Energien untersucht, ausgelöst insbesondere durch hiermit verbundene Kaufkraftverluste. Die Studie bestätigte dabei im Wesentlichen die Ergebnisse früherer Untersuchungen: Die Arbeitsplatz-Bilanz erneuerbarer Energien ist positiv. Denn in nahezu allen analysierten Szenarien führte ein ambitionierte Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu eindeutig positiven Netto-Beschäftigungswirkungen, verglichen mit einer Energieversorgung, die weitestgehend auf erneuerbare Energien verzichtet.

Hier können Sie per Mausklick die Publikation des BMU Erneuerbar beschäftigt als PDF öffnen und dann herunterladen!

Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energie

Samstag, August 7th, 2010

Die Bundesregierung hat am 4. August 2010 den Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie beschlossen. Darin geht sie davon aus, dass das verbindliche nationale Ziel von 18% erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch1 in 2020 erreicht wird und mit einem erwarteten Anteil von 19,6% sogar übertroffen werden kann. Derzeit liegt der Anteil der Erneuerbaren bei  ca. 10 %.

Für die einzelnen Sektoren ergeben sich im Aktionsplan für 2020 ein Anteil von 15,5% erneuerbaren Energien im Bereich Wärme/Kälte, ein Anteil von 38,6% erneuerbaren Energien am Strom und ein Anteil von 13,2% im Verkehrsbereich. Bei diesen Ausbauzahlen wie auch bei dem Gesamtwert von 19,6% handelt es sich nicht um neue Ziele der Bundesregierung, sondern um derzeitige Schätzungen bzw. Erwartungen. Im Hinblick auf das verbindliche Ziel von 18% hat sich die Bundesregierung bereits vor Erstellung des Nationalen Aktionsplans Sektorziele gesetzt und diese in den entsprechenden Gesetzen verankert. So sollen z.B. bis 2020 mind. 30% erneuerbare Energien am Stromverbrauch und 14% erneuerbare Energien im Wärmebereich erreicht werden. Diese Sektorziele haben weiterhin Gültigkeit.

Im Nationalen Aktionsplan führt die Bundesregierung im Detail die bestehenden und geplanten Maßnahmen, Instrumente und Politiken der Bundesregierung zur Unterstützung des Ausbaus der erneuerbaren Energien auf. Die zur Zielerreichung notwendigen Maßnahmen und Instrumente, wie z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sind bereits im Kern etabliert, werden jedoch auch zukünftig kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden im Aktionsplan exemplarisch regionale und lokale Maßnahmen aufgeführt, die zur Zielerreichung beitragen.

Im Herbst 2010 wird die Bundesregierung ein Energiekonzept vorlegen, das umfassender ausgerichtet ist als der Nationale Aktionsplan und deutlich stärker die konventionellen Energieträger und die Entwicklung der Energieeffizienz berücksichtigen wird. Die Angaben des Nationalen Aktionsplans werden im weiteren Rahmen der Berichterstattung ggü. der Europäischen Kommission ggf. aktualisiert.

Der Nationale Aktionsplan ist die zentrale Berichtspflicht der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (Richtlinie 2009/28/EG). Die EU-Mitgliedstaaten müssen anhand eines vorgegebenen Musters einen Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie mit Maßnahmen und Ausbaupfaden zur Erreichung des verbindlichen nationalen Ziels vorlegen. Der Nationale Aktionsplan wurde mit wissenschaftlicher Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Stuttgart (DLR), des Beratungsunternehmens Ecofys, des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Deutschen BiomasseForschungsZentrums (DBFZ) erstellt.

Weitere Informationen zur Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen und der Berichtspflicht „Nationaler Aktionsplan für erneuerbare Energie“ stehen auf der entsprechenden Transparenzplattform der Europäischen Kommission zur Verfügung.

1 Die Richtlinie für erneuerbare Energien hat zur Errechnung des EE-Anteils den Bezugswert „Bruttoendenergieverbrauch“ festgelegt. Dies entspricht dem Endenergieverbrauch, zuzüglich der Leitungsverluste und des Eigenverbrauchs der Erzeugungsanlagen in den Sektoren Strom und Wärme. Die nationale Statistik betrachtet bisher ausschließlich den Endenergieverbrauch.

Quelle: Bundesministerium für Forschung und Umwelt, 4. August 2010