Einträge ‘Bundesverband Windenergie’

BWE sieht enormes Windenergiepotential in Bayern

Montag, November 11th, 2013

Die Ökostromumlage steigt und steigt. Die Schuld daran liegt für Sylvia Pilarsky-Grosch, Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie (BWE), allerdings kaum am Ausbau der erneuerbaren Energien. Verantwortlich seien vielmehr Privilegien für die Industrie sowie sinkende Preise an der Strombörse, die nicht an die Verbraucher weitergegeben werden. Damit in Zukunft eine saubere und nachhaltige Stromversorgung garantiert werden kann, warnt Pilarsky-Grosch vor der Gefahr, vorschnell die falschen Weichen zu stellen: Statt die Bestrebungen zur Energiewende wieder zu zentralisieren oder kurzfristig wieder auf fossile Träger wie Kohle zu bauen müsse es jetzt vielmehr gelten, eine durchdachte Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu erarbeiten.

Großes Potential sieht die BWE-Präsidentin vor allem beim Ausbau der Windenergie: Mit durchschnittlich zwischen sechs und acht Cent pro Kilowattstunde sei der Strom aus Wind bereits heute wettbewerbsfähig – „wenn wir einen fairen Vergleich anstellen und etwa die Subventionen für Kohle miteinrechnen“, so Pilarsky-Grosch. In Bayern sei daneben eine Steigerung des Anteils von Windenergie an der Gesamtstromerzeugung von derzeit einem auf bis zu zehn Prozent durchaus realistisch. Vorstöße wie der des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der eine Verschärfung der Abstandsregelungen fordert, seien daher ein falsches Zeichen. Der Schlüssel läge dagegen vielmehr in der umfassenden Aufklärung und Beteiligung der Bürger: So könne man bereits sehr bald umfassend von den gegebenen Potentialen profitieren.

 

Quelle: Münchner Merkur
Bild: © Peter Freitag / PIXELIO

Neue Studie: Kohlestrom ist teurer als erneuerbarer

Dienstag, August 28th, 2012

Kohle- und Atomstrom ist teurer als Strom aus erneuerbaren Rohstoffen. Das ist Ergebnis einer kürzlich in Berlin vorgestellten Studie des „Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft“.

Würden alle tatsächlich angefallenen Kosten auf den Strompreis umgelegt, läge die Umlage für Kohle- und Atomstrom bei 10,2 Cent je Kilowattstunde. Die EEG-Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert wird, ist dagegen fast dreimal niedriger: sie liegt für Privatverbraucher bei etwa 3,6 Cent – für Industriekunden ist sie noch viel niedriger.

Die Autoren der Studie  listen die umfangreichen staatlichen Förderungen auf, mit denen die Verstromung von Kohle bzw. Uran gefördert wurde. Während die Stromerzeugung mit Steinkohle zwischen 1970 und 2012 insgesamt 177 Milliarden Euro an Förderungen, Braunkohle 65 Milliarden und die Atomstromproduktion sogar 187 Milliarden Euro erhielt, kommen die erneuerbaren Energien bis heute gerade einmal auf 54 Milliarden Euro. Die Verbraucher mussten die Kosten für Kohle und Atom über Steuern und Abgaben indirekt zahlen, erklärt Swantje Küchler vom Forum. „Die Umlage für die Erneuerbaren ist dagegen wesentlich transparenter.“


Entwicklung im Vergleich: Haushaltsstrompreis und EEG-Umlage (Grafik: Büro Göppel)

Zudem seien Umweltschäden und vor allem die Kosten für die Atommüll-Entsorgung nur zum Teil von den Verursachern – den Energieversorgern – zu tragen.

Die Studie beauftragt hatten die Energiegenossenschaft Greenpeace Energy und der Bundesverband Windenergie. „Immer wieder müssen die erneuerbaren Energien als Preistreiber herhalten. Dabei sind sie schon heute günstiger als Kohle und Atom,“ sagte Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. Und BWE-Präsident Hermann Albers hofft, dass die Studie einen wichtigen Beitrag dazu liefern wird, „die gegenwärtige Kostendebatte um die erneuerbaren Energien wieder zu versachlichen.“

Die Studie sowie ein Factsheet können Sie hier herunterladen:
Studie: Was Strom wirklich kostet
Factsheet: Was Strom wirklich kostet

Quelle: Klimaretter.info, DIE ZEIT online, Bundesverband Windenergie, Greenpeace energy

 Grafik: Klimaretter.info