Einträge ‘Bürgerbeteiligung’

Busexkursion zum Energiedorf Wildpoldsried im Oberallgäu

Dienstag, Mai 21st, 2013

Die E. F. Schuhmacher-Gesellschaft lädt zu einer Exkursion am Samstag, den 8. Juni 2013 zum Energiedorf Wildpoldsried ein.

Die Gemeinde im Allgäu wurde bereits mit zahlreichen Energiepreisen prämiert. Bereits 1999 begann das 2500-Einwohner-Dorf mit der Energiewende, als der bis heute regierende Bürgermeister Arno Zengerle mit einer Bürgerbefragung zum ökologischen Profil der Gemeinde startete. Die Akzeptanz der Bürger für die erste Windenergieanlage überraschte – über 90 % stimmten zu. Heute  – 14 Jahre später – finden die Besucher 11 Windkraftanlagen, Fotovoltaikanlagen mit ca. 4.000 kWp Leistung und eine Biogasanlage. Das Dorf erzeugt bis zum Vierfachen des örtlichen Strombedarfs aus eigenen regenerativen Energiequellen.

15 Jahre Erfahrung mit der dörflichen Energiewende und einer nachhaltigen Dorfentwicklung machen diese Gemeinde zu einem Leutturm-Projekt. Die Exkursion zum Energiedorf Wildpoldsried ist eine lohnende Unternehmung für alle an der Energiewende interessierten Bürger und Kommunalpolitiker.

Das Exkursionsprogramm:

9:50 Ankunft im Ökologischen Bildungszentrum KULTIVIERT

10:00 Vortrag und Vorstellung des Projektes WIR (Wilpoldsried innovativ richtungsweisend) – umgesetzte Projekte durch Bürgerbeteiligung – durch Bürgermeister Arno Zengerle. Anschließend ein Vortrag zum Thema Windkraftanlagen durch Wendelin Einsiedler.

12:00 Mittagspause (reserviert im Gasthof Hirsch)

13:00 Besichtigung von Projekten im Dorf und von Windkraftanlagen. Herr Wendelin Einsiedler, der Initiator und Motor für die Bürger-Investitionen war, wird uns zu den Windkraftanlagen und zur Biogasanlage mit der Dorfheizung führen.

16:00 Rückfahrt nach München-Pasing

18:00 Ankunft am Pasinger Bahnhof

Um verbindliche Anmeldung bis 31. Mai wird gebeten, am besten per Mail an lex.janssen@web.de.

Der Unkostenbeitrag beträgt 19,- Euro (Busfahrt + Gruppenpauschale Vortrag und Führung Wildpoldsried).

Foto: Windräder Allgäu, Quelle: Energiewende Starnberg e. V./Fotolia

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler, Quelle: E. F. Schumacher-Gesellschaft für politische Ökologie e. V.

Bürgerkraftwerke in Gefahr

Mittwoch, März 27th, 2013

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird aktuell erneut bedroht. Diesmal will das Bundesfinanzministerium mit einem neuen Kapitalanlagengesetz die Finanzierung von Fonds regulieren. Von den hohen Auflagen sind letztlich aber auch Bürgerbeteiligungsmodelle betroffen. Um dem entgegen zu wirken, hat nun die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „energie neu denken“ eine Kampagne gestartet.

Gesetz macht Bürgerbeteiligungen unmöglich

Das Gesetz soll zum Sommer 2013 beschlossen werden. Sollte es in der geplanten Form umgesetzt werden, wird die Finanzierung von Bürgerwindparks, Bürgersolaranlagen oder auch ökologischen Unternehmensvorhaben praktisch unmöglich: Nur große Emissionshäuser können dann noch Kapitalanlagen herausgeben.

Durch umfangreiche Auflagen und Vorgaben wird der Finanzierung von gemeinschaftlichen, ökologischen Projekten in Form von Kommanditgesellschaften, so genannten Genussrechten oder ähnlichen Kapitalbeschaffungen wohl ein Ende gesetzt. Bisher haben sich Ökogärtnereien, Biohöfe oder auch Entwicklungsprojekte mit der Ausgabe von Genussrechten unkompliziert Geldmittel beschaffen können. Bürgersolaranlagen und Windparks wählten oft die Gesellschaftsform GmbH & Co. KG. Mit dem neuen Gesetzesentwurf ist dies nahezu unmöglich.

EU Richtlinie würde Ausnahmen erlauben

Hintergrund des Gesetzes ist eine europäische Richtlinie, die in nationales Recht umgewandelt werden soll. Drin werden allerdings die EU Kleinfonds mit maximal 500 Mio. € bewusst ausgenommen. Die Bundesregierung sieht jedoch derzeit noch keine Ausnahmemöglichkeiten für Bürgerbeteiligungen vor. Was ursprünglich als Lehre aus der Lehman-Pleite gedacht war, trifft nun auch kleine regionale Fonds. Dies ist ein weiterer schwerer Schlag gegen eine demokratische Energiewende und erschwert auch die Kapitalbeschaffung kleinerer ökologischer Unternehmen.

Protestkampagne energie neu denken

Die gemeinnützige Gesellschaft energie neu denken hat nun mit einem breiten Partnernetzwerk eine E‑Mailaktion gestartet, bei der Besucher einen Appell an die Regierung und den Bundesrat unterzeichnen können. Neben dem Protestschreiben ruft die Organisation auch zu Protestanrufen im Ministerium auf. So soll das Bundesfinanzministerium zum Umdenken gebracht werden.

Quelle: energie neu denken gUG

Bild: „Windräder im Allgäu“, Energiewende Starnberg e. V.

Energiewende: Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G

Donnerstag, September 15th, 2011

Energiewende mit Bürgerbeteiligung

Starnberg/Gauting. Am Montag, den 19. September, ist es soweit: Dann wird die Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. gegründet. Sie ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Energiewende im Landkreis Starnberg und soll durch die Möglichkeit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Erneuerbare-Energieanlagen neue Impulse setzen!

Die Gründung der Genossenschaft ist vom Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. initiiert und wird von der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg e.G. unterstützt.

Namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich in Vorsitz und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. aktiv mitzuarbeiten.

Die Nutzung regenerativer Energiequellen im Landkreis Starnberg schont nicht nur Umwelt und Klima, sie ist vor allem wirtschaftlich sinnvoll und unterstützt die Entwicklung unserer Region. Denn sie bedeutet letztlich Erzeugung und Verbrauch von Energie vor Ort – dezentral und bürgernah, mit kurzen Wegen und wenig Leitungsverlusten. Damit wird die kommunale Autonomie gefördert und die Wertschöpfung findet stärker als bisher bei uns statt.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in unserer Region mit Unterstützung der Energiegenossenschaft zahlt sich aber nicht nur für die Region und die Gemeinden aus, die Bürgerinnen und Bürger profitieren mit dem Erwerb von Anteilen an alternativen Energieanlagen bei guten Renditeerwartungen künftig sogar direkt. Die Genossenschaft bietet zudem Mitspracherecht und somit gemeinsame Gestaltungsmöglichkeiten.

So fließt das Geld für die Energie künftig nicht mehr in die Erdöl- und Erdgas- sowie Uranexportierenden Staaten und beschert diesen Reichtum, sondern bleibt bei uns – für eine nachhaltige Zukunft im Fünfseenland.

Die Energiegenossenschaft möchte den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises die Möglichkeit eröffnen, Teil der kommunalen Energieversorgung zu werden, diese in die eigene Hand zu nehmen und zugleich in zukunftsfähige Projekte der erneuerbaren Energien zu investieren – egal ob Photovoltaik oder Solarthermie, Wind- oder Wasserkraft, Biogas oder Biomasse.

Es gibt schon einige konkrete Projekte, die für die Energiegenossenschaft geeignet sind, andere stehen in Aussicht und der Verein Energiewende erwartet, dass künftig auch die Hauseigentümer im Landkreis dazu bereit sind, ihre Dachflächen für Bürgersolarprojekte zur Verfügung zu stellen. Schließlich können so über die Verpachtung Einnahmen erzielt oder bei Eigennutzung eines Teils der elektrischen Energie weitere finanzielle Vorteile zum Tragen kommen.

Mehr Informationen gibt es auf der Veranstaltung, die im festlichen Ambiente der Alten Bibliothek auf Kloster Andechs ab 19:00 Uhr stattfindet. Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. lädt dazu alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sehr herzlich ein.

Auf der Homepage des Energiewendevereins finden Sie unter dem Menüpunkt Genossenschaft weitere Informationen sowie den Entwurf der Satzung und das Beitrittsformular – oder klicken Sie ganz einfach hier.

Hier noch mal der Termin:

Montag, 19. September 2011, Ort: Kloster Andechs, Alte Bibliothek, Beginn: 19:00 Uhr

Der Zugang zur Bibliothek erfolgt über die große Freitreppe an der Klosterpforte.

Sofern Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind: Es gibt auch einen Lift und es können Parkmöglichkeiten auf dem Klosterhof angeboten werden!

Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie/findet Ihr auf der Homepage des Energiewendevereins:

www.energiewende-sta.de/genossenschaft

Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte:

Hans Wilhelm Knape ▪ 1. Vorsitzender des Vereins ▪ Tel. 089-87 78 84 41
Email: hw.knape@energiewende-sta.de

Evelyn Villing ▪ Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit ▪ Tel. 089-89 45 78 33
mobil: 0160-5 31 02 49 ▪ Email: evelyn.villing@energiewende-sta.de oder

 

Machen Sie mit! Gemeinsam handeln – jetzt!

News, Informationen und Hintergründe zur Energiepolitik auf www.energiewende-sta.de

Vom neuen Windpark profitiert das ganze Dorf

Dienstag, Dezember 7th, 2010

In Brandenburg gelingt ein Paradebeispiel für Bürgerbeteiligung

Berlin, 7. Dezember 2010 – Das brandenburgische Dorf Schlalach, Teil der Gemeinde Mühlenfließ, ist für sein Engagement als „Energie-Kommune“ des Monats Dezember 2010 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Schlalach wird durch die Errichtung von 16 Windkraftanlagen der Firma Enercon zum Stromexporteur und produziert 60mal mehr Strom, als die rund tausend Einwohner verbrauchen. 10 der 16 Anlagen sind schon in Betrieb. Bis zum Ende des Jahres soll die letzte Anlage in der brandenburgischen Gemeinde ans Netz gehen.

Nach der Ausweisung einer Windeignungsfläche in Schlalach durch die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming nahmen die Bürger die Ausschreibung für einen Windpark selbst in die Hand. Sie gründeten eine Arbeitsgruppe und beauftragten die Firma Enercon mit Errichtung und Betrieb des Windparks. „Wir einigten uns auf ein Flächenpachtmodell, das eine gerechte Aufteilung der Pachteinnahmen an alle Beteiligten garantiert“, erklärt Hartmut Höpfner von der Arbeitsgruppe. Das Flächenpachtmodell sieht vor, dass 20 Prozent der Gesamtsumme an die Eigner, auf deren Grund und Boden eine Anlage steht, gezahlt wird. Die restliche Summe wird an alle anderen Grundstückseigentümer im Windeignungsgebiet nach dem prozentualen Anteil an der Gesamtfläche ausgezahlt. Hierdurch werden die Pachterträge gerecht vor Ort verteilt, ohne dass einige wenige Eigentümer bevorzugt werden. Dank dieser Beteiligung der Bürger ist die Akzeptanz für die Windkraftanlagen sehr hoch. Sieben weitere Windräder vom Typ E-82 sind schon in Planung.

Auch für die kommunale Wertschöpfung ist der Windpark sehr wichtig. In der Betriebszeit von 20 Jahren fallen allein durch die 16 Anlagen mehr als 3,3 Millionen Euro Gewerbe- und Einkommensteuern für den kommunalen Haushalt an. „Wir sind eine landwirtschaftlich geprägte Region und haben wenig gewerbegenutzte Fläche“, erklärt der Ortsbürgermeister Marcel Just. „Daher stellt der Windpark eine Möglichkeit dar, Steuereinnahmen zu generieren.“

„Das Modell in Schlalach zeigt, dass durch eine gerechte Verteilung der Pachteinnahmen Konflikte von vorne herein vermieden werden können“, meint Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Bekanntgabe der „Energie-Kommune“ des Monats. „Dank des dezentralen Charakters der Erneuerbaren Energien können die Bürger Energiepolitik vor Ort mitgestalten und von der kommunalen Wertschöpfung profitieren“, so Mayer.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.unendlich-viel-energie.de