Einträge ‘Einspeisevergütung’

Verbraucherzentralen für Windkraft in Bayern und Baden-Württemberg

Mittwoch, Januar 8th, 2014

Nach Einschätzungen der Verbraucherzentralen werden etwa zwei Drittel der Verbraucherstrom-kostensteigerungen durch den Ausbau von Windanlagen auf See verursacht. Dort werden zu Beginn sehr hohe Einspeisevergütungen bezahlt, die wiederum via Umlage von den Haushalten finanziert werden. Dass es auch anders ginge, weiß Holger Krawinkel, kommissarischer Leiter der Verbraucherzentrale Bundesverband: Er sieht bei der Offshore-Energie enorme Einsparmöglichkeiten – die zur Entlastung der Energiewende beitragen: „Wenn die süddeutschen Länder ihr Windkraft-Potenzial so realisieren würden wie Rheinland-Pfalz, könnte man weitgehend auf die Anlagen auf See und auch auf einige Stromtrassen verzichten“, so Krawinkel. Die geplante Ausbauziel der großen Koalition, nachdem bis 2020 die Offshore-Stromleistung von zehn auf 6,5 Gigawatt reduziert werden soll, geht für den Verbraucherschützer noch nicht weit genug: „Der entscheidende Punkt ist, dass wir Alternativen haben: Windenergie an Land ist deutlich billiger. Es gibt jetzt Untersuchungen eines Think Tanks in Berlin, die belegen, dass die Energiewende pro Jahr drei bis vier Milliarden Euro kostengünstiger gemacht werden kann, wenn auf Offshore-Windenergie weitgehend verzichtet wird, und der Strom mit Windenergie an Land erzeugt wird.“

 

Quellen:
RP Online
taz.de
radiobremen.de

Bild:
uschi dreickucker / www.pixelio.de

Energie vom Land lohnt sich weiterhin

Mittwoch, Oktober 31st, 2012

Die Energiewende spielt sich vor allem im ländlichen Raum ab. Denn dort sind die Ressourcen für die deutsche Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung aus nachhaltiger Produktion im Überfluss vorhanden. Der Großteil des Stroms wird damit aus erneuerbaren Energien gewonnen. Es sind mehr als 22.000 Windrädern, rund 7.000 Biogasanlagen und weit über einer Million Solarstromanlagen installiert. Durch die Änderung gesetzlicher Fördermaßnahmen und politischer Entscheidungen über den Energieeinsatz möchten viele Leute nicht mehr in solche Technologien investieren. Wie sich solche Investitionen auch künftig rentieren, haben Finanzexperten und Bankenvorstände in einem Pressegespräch der Agentur für Erneuerbare Energien in der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt am Main erörtert.

„Der ländliche Raum als Schauplatz der Energiewende nimmt für die dezentrale Versorgung Deutschlands mit umweltfreundlicher Energie schon heute eine Schlüsselrolle ein“, resümierte der Vorstand der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Dr. Horst Reinhardt. Allein im ersten Halbjahr 2012 belief sich das Neugeschäft mit Programmkrediten im Bereich Erneuerbare Energien bei der Rentenbank auf rund 853 Millionen Euro; das entsprach knapp 30 Prozent des Gesamtvolumens. Die Landwirtschaftliche Rentenbank gilt als eine der wichtigsten Institution für Finanzierungen rund um Erneuerbare Energien im ländlichen Raum ist. Rund 16 Milliarden Euro haben allein die Landwirte laut Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes in den vergangenen drei Jahren in Erneuerbare Energien investiert.

Im Zuge der Veränderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit seinen Einspeisevergütungen haben es Investoren bei der Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien in diesem Jahr mit vielen Anpassungen zu tun gehabt, die auch das Investitionsklima beeinflussen. Schätzungen zufolge beträgt das notwendige Investitionsvolumen für die Energiewende jährlich etwa 25 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien. „Die Erneuerbaren Energien sind für uns ein Wachstumssektor, in dem wir uns erfolgreich strategisch positioniert haben“, sagte Stefan Unterlandstättner aus dem Vorstand der DKB über die Bedeutung der Erneuerbaren Energien für die DKB. „Die Erzeugung von Strom, Kraftstoffen und Wärme aus regenerativen Quellen wird für immer mehr Landwirte zu einem zweiten Standbein, das angesichts volatiler Agrarmärkte für eine zweite Einkommensquelle sorgt. Gemeinschaftsprojekte zum Ausbau Erneuerbarer Energien schaffen darüber hinaus Partnerschaften zwischen Landwirten und ihren Nachbarn im ländlichen Raum“, so Unterlandstättner.

Die Umsetzung der Energiewende erfordert den Zubau zahlreicher kleiner dezentraler Erneuerbare Energien Kraftwerke. Diese Meinung betont auch Prof. Dr. Heinrich Degenhart von der Leuphana Universität Lüneburg: „Beteiligungsmodelle steigern die Akzeptanz dieser Anlagen bei den betroffenen Bürgern, nicht zuletzt weil sie die Wertschöpfung in der Region halten. Als erfolgreiches Beteiligungsmodell erweisen sich Energiegenossenschaften. Seit 2008 sind in Deutschland rund 600 neue Energiegenossenschaften gegründet worden“.

Bei dem Treffen wies Markus Lentz, Analyst bei der Ratingagentur Scope, auf die große Bandbreite an Investment-Möglichkeiten hin, die für Geldanlagen im Bereich Erneuerbare Energien mittlerweile zur Verfügung stehen. „Eine wichtige Rolle dabei spielen die Geschlossenen Fonds. Diese investieren schon seit mehr als zehn Jahren in Erneuerbare Energien. Ein Comeback erleben derzeit Windkraftfonds. Ein weiterer aktueller Trend ist die Investition in Wasserkraftwerke. Aber auch Solarenergiefonds sind trotz Förderkürzungen weiter am Markt“, so Lentz. Er ermunterte potenzielle Anleger, sich über die Anlageprodukte vorab gut zu informieren.

Die Voraussetzungen für erfolgreiche Investitionen auf dem Markt für Erneuerbare Energien sind prinzipiell weiterhin gut. „Der gesetzlich verankerte vorrangige Netzzugang und die kalkulierbaren Einspeisevergütungen für Strom aus Erneuerbaren Energien schaffen Verlässlichkeit, die gerade in unsicheren Zeiten von den Investoren benötigt werden“, meint Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Plattform „200 Gigawatt für Deutschland“

Mittwoch, Oktober 10th, 2012

Führende deutsche Energieforscher fordern den solaren Ausbau weiter voranzubringen und auf 200 Gigawatt (GW) auszubauen. Die Ziele der Bundesregierung bleiben jedoch mit der Deckelung bei 52 GW, weit hinter dem sinnvoll nutzbaren Potential zurück.

Die Solarpraxis hingegen setzt sich mit Partnern aus Forschung und Industrie für einen Ausbau der installierten Solarstromleistung in Deutschland auf 200 GW als Teil der regenerativen Energiewende ein. Die „Plattform 200 Gigawatt“ wurde im September bei der EU PVSEC in Frankfurt vorgestellt. Sie stellt zur Diskussion, wie viel Photovoltaik Deutschland braucht, was die adequate Antwort auf den Klimawandel ist und unter welchen Bedingungen 200 Gigawatt Photovoltaik bis 2050 oder früher erreicht werden können. Parallel zur 200 GW-Initiative für Deutschland präsentierte die Solarpraxis ihre Initiative für einen jährlichen globalen Zubau von 300 GW Photovoltaikleistung zum Jahr 2025.

“Ich halte dieses Ausbauziel für sehr realistisch und sinnvoll”, erklärte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE Prof. Eicke R. Weber bei der Präsentation der Initiative in Frankfurt. Ähnlich äußerte sich Christian Breyer vom Reiner Lemoine Institut. Beide Experten verwiesen auf die enorme Kostendegression der Photovoltaik in den vergangenen Jahrzehnten, welche Solarstrom zunehmend wettbewerbsfähig machten.

Eines zeichnet sich dabei ab: Die Regeln des EEG-Zeitalters, die Betreibern eine einfach zu berechnende Rendite versprechen, werden nicht mehr gelten. Deshalb sind Projekte, die ohne Einspeisevergütung funktionieren, so wichtig. Die ersten Anlagen werden nur für spezielle Anwendungen finanzierbar sein, doch in den nächsten zwei Jahren werden es immer mehr werden. Alle müssen umdenken.

Quelle: photovoltaik.eu

Energiewende in Deutschland machbar

Mittwoch, Mai 16th, 2012

Deutschland wird seine Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien sicher erreichen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Bundesumweltministerium Anfang April veröffentlichte. Wissenschaftler kommen darin zu dem Ergebnis, dass regenerative Energien 2050 einen Anteil von bis zu 87 Prozent am deutschen Stromverbrauch haben werden. Schon 2020 könne der Anteil der Erneuerbaren bei 40 Prozent liegen.

Auch aus ökonomischer Perspektive sei die Energiewende machbar und rentabel. Zwar seien neue Energien derzeit noch teurer als Gas oder Kohle, die Forscher erwarten aber, dass sich dieses Verhältnis spätestens 2030 umkehren wird. Voraussetzung sei allerdings eine konsequente Umsetzung der Ziele für erneuerbare Energien. Bei der Einspeisevergütung fordert die Studie mehr Flexibilität und eine moderatere Senkung der Fördersätze.

Quelle: umwelt aktuell, 05/2012

Solarenergie Förderverein fordert Ausbau der Stromspeicher

Mittwoch, Januar 26th, 2011

Aachen, den 26.01.2011. Die von der Bundesregierung geplante weitere Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom stößt auf Kritik beim Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV): „Aus Furcht vor einem Stromüberangebot will der Bundesumweltminister die Solarstromvergütung kürzen.“  Ziel von Röttgen ist, den jährlichen Zuwachs von Solaranlagen etwa auf die Hälfte (3,5 GWp pro Jahr) zu verringern. Nach Meinung des SFV ist das der falsche Ansatz: „Es ist  in der Tat absehbar, dass bald – infolge der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke und bei zugleich weiterem Ausbau der Solarenergie – an sonnigen Tagen um die Mittagszeit mehr Strom angeboten wird als die Verbraucher benötigen. Problem dabei ist: Atomkraftwerke sind keine Regelkraftwerke und auch der vielfach vorgeschlagene Ausbau der Stromnetze kann dieses Problem nicht grundlegend lösen.“ Der SFV hält daher die Verlängerung der Atomlaufzeiten für einen hoch riskanten Fehler, der nicht durch einen zweiten schweren Fehler, die Verminderung des solaren Wachstums, korrigiert werden kann.

Als Alternative schlägt der SFV vor, schon jetzt mit der Aufstellung von Batteriespeichern bei den Endverbrauchern anzufangen und dies politisch zu unterstützen. Auf diese Weise könne das zeitweilige Stromüberangebot gespeichert werden, um es später – in sonnenarmen Stunden oder am Abend – zu verbrauchen. Eine aufladbare Batterie (1 kWh) von der Speicherfähigkeit einer üblichen Autobatterie pro Haushalt würde, so der SFV,  für den Anfang ausreichen. Bei weiterem Ausbau der Solarenergie müssten im gleichen Maße auch die Speicher bei den Endverbrauchern ausgebaut werden.
Durch Millionen solcher „Notstromsysteme“ werde gleichzeitig die Sicherheit gegenüber Stromausfällen,  d.h. die Versorgungssicherheit, erheblich erhöht.

Hintergründe und weitere Details finden Sie auf der Homepage des SFV

Quelle: SFV, auf Basis der Presseinformation vom 26.01.2011