Einträge ‘Energieversorger’

Gewinne der Energieversorger trotz Atomausstieg größer

Dienstag, August 21st, 2012

Trotz des Atomausstiegs im letzten Jahr haben die Energieversorger in Deutschland erneut Milliardengewinne erzielt. Nach aktuellen Zahlen erreichten e.on und RWE im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn (EBITDA*) in Höhe von 11,7 Milliarden Euro. Über 19 Milliarden Euro werden für das Gesamtjahr 2012 von den beiden großen Energieunternehmen erwartet. Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) teilte mit, dass damit der diesjährige Gewinn dieser beiden Stromversorger sämtliche Vergütungszahlungen (16,4 Milliarden Euro) an die regenerativen Anlagenbetreiber des Jahres 2011 deutlich übertreffen dürfte.

Problematisch dabei ist, dass der Einkauf von Strom an der Börse durch die Erneuerbaren Energien sinkt, diese Einsparungen jedoch von den Versorgern nicht an die Privatkunden weiter gegeben werden. So müsste der Strompreis eigentlich zwei Cent pro Kilowattstunde niedriger liegen, als derzeit veranschlagt.

Strompreise steigen stärker als notwendig

Das bestätigt nun auch eine Untersuchung von Energie-Experten. Diese haben errechnet, dass die Energieversorger  in diesem Jahr beim Strompreis drei Milliarden Euro mehr als eigentlich notwenig kassieren.  Die Kurzanalyse finden Sie hier: Analyse zur Strompreisentwicklung – G. Harms 12-08-24

Die Analyse kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Preise für Industrie- und Gewerbekunden um drei Prozent gesunken sind, „während private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen“. Der Verbraucher würde von den Konzernen ausgenutzt, „um höhere Gewinne zu realisieren“, konstatiert Gunnar Harms (Energieexperte).

Die Vergütungszahlungen an die regenerativen Anlagenbetreiber sind im ersten Halbjahr 2012 nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber auf 7,9 Milliarden (Mrd.) Euro gestiegen. Im Vergleich betrugen die Zahlungen für die gleiche Zeit im Vorjahr 7,1 Mrd. Euro. Dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr stärker als notwendig steigen wird, liegt jedoch nicht an den steigenden Ausgaben, sondern an dem Effekt, dass die erneuerbaren Energien den Strompreis an der Börse deutlich senken. Im ersten Halbjahr 2012 wurden trotz der höheren regenerativen Stromproduktion nur 1,57 Mrd. Euro (1. Halbjahr 2011: 2,26 Mrd. Euro) erlöst. Wegen der sinkenden Vermarktungserlöse für den Ökostrom steigt die EEG-Umlage überproportional. „Die Stromversorger geben zwar die steigende EEG-Umlage, nicht aber die durch erneuerbare Energien gesunkenen Großhandelspreise an die Verbraucher weiter,“ meint auch Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor.

*EBITDA: Unternehmensergebnis bzw. Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

Quelle: IWR-Pressedienst

Zusammenfassung: Daniela Köhler, Evelyn Villing (Energiewende Landkreis Starnberg e.V.)

Erdgas und Windenergie günstiger als Atomkraft

Dienstag, August 7th, 2012

Erdgas und Wind sind deutlich günstigere Arten der Stromerzeugung als Atomkraft. Das sagt Jeffrey Immelt, Chef des amerikanischen Großkonzerns General Electric (GE). General Electric ist einer der größten Ausrüster für Atomkraftwerke Die hohen Kosten der Energieerzeugung mit Atomkraftwerken rechtfertigen diese Technologie nur schwerlich. Erdgas und Wind seien demgegenüber wirtschaftlicher, betont Immelt, zumal Erdgas aktuell einem Preisverfall im Rohstoffpreis unterliege und sogar längerfristig eine günstige Energiequelle sein könnte, da derzeit viele neue Erdgasquellen gefunden würden.

Die meisten Länder würden sich daher für eine Kombination aus Erdgas und Windkraft oder Solarenergie entscheiden, sagt Immelt. Seine Aussagen verdeutlichen, wie sehr sich die Schiefergasrevolution in den USA, die Nuklearkatastrophe in Fukushima und die sinkenden Preise für einige erneuerbare Energien auf den weltweiten Energiemarkt auswirken.

Für viele Länder, die Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen bauen wollen, wird dies zunehmend zum Problem.

Die Debatte über Atomstrom geht in Deutschland hingegen unvermindert weiter. Die amtierende Bundesregierung unterstützt den Bau von mehreren umstrittenen Atomkraftwerken im Ausland, obwohl hierzulande der Ausstieg beschlossen wurde. Der Energieversorger EnBW hat kürzlich angekündigt, nun doch keine Verfassungsklage gegen die 13. Atomgesetz-Novelle einzureichen. Auch wenn der Konzern weiter der Auffassung ist, dass die Atom-Novelle einer verfassungsrechtlichen Prüfung nicht standhalten würde, fehle nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die Grundrechtsfähigkeit, da sich das Unternehmen fast vollständig in öffentlicher Hand befindet. Der Konzern hofft daher auf erfolgreiche Verfassungsklagen seiner Konkurrenten Vattenfall, E.on und RWE.

Quelle: IWR