Einträge ‘Energieversorgung’

Jahrestreffen zur Umsetzung der Energiewende

Donnerstag, November 15th, 2012

Um die Klimaziele einzuhalten und gleichzeitig den Wohlstand beizubehalten müssen zukunftsfähige Instrumente erarbeitet und eingesetzt werden. In der Jahresfeier der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder wurden folgende Punkte besprochen:

  • Deutschland soll am Ausbau der Erneuerbaren Energien festhalten. Dabei muss eine weitere Ausbaustrategie bei der an den deutschen Ausbauzielen der Erneuerbaren Energien für die Jahre 2020 und 2050 festgehalten wird, die dem Netzentwicklungsplan zugrunde gelegt worden sind, gearbeitet werden. Dies erfordert eine gezielte Steuerung. Die Regierungschef/innen weisen darauf hin, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zusammen mit der Steigerung der Energieeffizienz und dem Energiesparen zentral für das Gelingen der Energiewende ist.
  • Eine Weiterentwicklung des EEGs müsse den Ausbau Erneuerbarer Energien unterstützen, ein hohes Maß an Investitionssicherheit gewährleisten, Strukturbrüche vermeiden und gleichzeitig den Ausbau so zu steuern, dass die Kosten auf ein vertretbares Maß begrenzt werden und das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien mit der übrigen Energieversorgung und der Energieinfrastruktur optimiert werden kann. Das EEG soll in Zukunft auch Anreize für eine stärkere Systemintegration bieten. Dabei müssen geeignete Modelle gefunden werden, damit hohe Spitzenleistungen an fluktuierender Einspeisung (Wind, Sonne) mit anderen Maßnahmen (Speicher, Biogas, fossile Energieträger, Lastmanagement) kombiniert werden, um Versorgungssicherheit, Marktintegration und Systemdienstleistungen langfristig zu gewährleisten.
  • Die Bundesregierung wird gebeten, bis spätestens Ende des ersten Halbjahres 2013 gemeinsam mit den Ländern und der BNetzA einen auf die Energiewendekonzepte der Länder abgestimmten Vorschlag für einen ordnungspolitischen Rahmen zu erarbeiten, der wirtschaftliche Anreize für die mittel- und langfristig ausreichende Sicherstellung von Reservekapazitäten unter Berücksichtigung der europäischen Strommärkte setzt und durch entsprechende Maßnahmen und Rahmendbedingungen Planungs- und Investitionssicherheit für die Betreiber fossiler Kraftwerke (einschließlich KWK) sowie Investoren neuer Kraftwerke ermöglicht. Damit sollen die erneuerbaren Energien so ergänzt werden, dass Stromangebot und Stromnachfrage synchronisiert sind, d.h. die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Die Regularien müssen dabei so ausgestaltet werden, dass das energiepolitische Zieldreieck „sicher, bezahlbar, umweltverträglich“ auch in einem solchen Energiemarkt eingehalten ist. Die Bundesregierung wird gebeten, zum Fortschritt der Arbeiten regelmäßig zu berichten.
  • Die Länder sind der Meinung, dass zur Erreichung der Ziele der Energiewende auf die Nutzung der Offshore-Windkraft nicht verzichtet werden kann.
  • Netzausbau, Ausbau der erneuerbaren Energien sowie Ausbau der Speicher müssen aufeinander abgestimmt sein. Der politische Dialog über die Synchronisierung der nationalen Ausbauziele mit den Ausbauzielen der Länder insbesondere für die Solarenergie sowie die On- und Offshore-Windenergie ist mit dem Ziel zu führen, im Rahmen einer gemeinsamen nationalen Ausbaustrategie – die Gesamtkosten des Ausbaus der Erneuerbaren Energien, der Stromnetze und des noch erforderlichen fossilen Kraftwerksparks im Griff zu behalten und die Akzeptanz nicht zu gefährden. Die Länder sind bereit, im Interesse einer gemeinsamen Lösung ihre eigenen Planungen zu modifizieren.
  • Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder weisen darauf hin, dass die Belastung der Unternehmen durch steigende Strompreise noch stärker in den Blick genommen werden muss, um die Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Dabei ist es notwendig die Ausnahmetatbestände bei der EEG-Umlage zu überprüfen, um Missbrauch zu verhindern. Außerdem muss genau untersucht werden, welche Strompreistreibende Faktoren außerhalb des Erneuerbare-Energien-Ausbaus zu identifizieren sind und wie diese begrenzt werden können.
  • Es sollen die Verbraucher/innen mit geringem Einkommen stärker berücksichtigt werden. Eine Unterstützung durch Stromsparen durch eine unabhängige Energieberatung und den Austausch ineffizienter Hausgeräte sollen auch dabei helfen.
  • Für die Umsetzung der Energiewende ist eine aktuelle, konsistente und vergleichbare Datenbasis erforderlich. Sie bitten daher die Bundesregierung, die Länder bei der Erarbeitung einer aktuellen, regionalisierten und harmonisierten Datengrundlage zu unterstützen.

Quelle: thueringen.de

Foto: Energiewende

Die Energiewende findet dezentral statt

Dienstag, November 13th, 2012

Vom 7. bis 9. November fand die 3rd Dii Desert Energy Conference in Berlin statt. Es wurden viele Prominente und Sponsoren begrüßt, die bisher versucht haben, eine Energiewende hin zu einer dezentralen Energieversorgung zu verhindern oder aufzuschieben. Aktuelle Beispiele sind die Beibehaltung Angriffe von Bundeswirtschaftsminister Rösler oder EU-Energie-Kommissar Oettinger gegen eine Beibehaltung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG). Das EEG ist eines der erfolgreichsten Instrumente zur Förderung Erneuerbarer Energien und wurde von vielen Ländern übernommen.

„Die gegenwärtige Phase der Energiewende wird dereinst historisch als diejenige bezeichnet werden, in der darum gerungen wurde, ob sich die Erneuerbaren Energien an das fossil-nukleare hochzentralisierte Funktionssystem der vergangenen Jahrzehnte einpassen oder sich das zukünftige System an die größte Chance der Erneuerbaren anpasst, den Strom nah am Verbrauch und damit dezentral zu erzeugen“, meint Dr. Axel Berg, Vorsitzender der deutschen EUROSOLAR-Sektion.

Die Versprechen der Desertec-Initiative erwiesen sich stets als unerfüllbar: Keine Rede mehr von den achtzig bis hundert neuen Stromtrassen mit eine Länge von je 3000 – 5000 Kilometern. Stattdessen soll die alte Verbindung zwischen Afrika und Europa in der schmalen Straße von Gibraltar wiederbelebt werden. Anstatt der Stromerzeugung von 15 % des europäischen Verbrauchs bis 2050, ist die Rede von einem überschaubaren Projekt in Marokko für Marokko. Siemens als technischer Konsortialführer hat sich bereits aus Desertec zurückgezogen.

Afrika selbst braucht Desertec nicht, da die eigene Bevölkerung nicht viel davon hat. Es werden vielmehr dezentrale Inselanlagen für die Dörfer und nationale Einspeisegesetze für dicht besiedelte Regionen benötigt. „Wir brauchen keine neuen Ölscheichs in der Wüste, sondern Wertschöpfung, Steuern und Jobs zuhause“, so Dr. Axel Berg. Eine lokale Selbstversorgung führt zu einer besseren Handelsbilanz durch weniger Stromimporte und einem geringeren Erpressungspotential durch oligopolitische Konzerne. Das planwirtschaftliche Konzept reduziert die Anzahl der Aktuere anstatt sie zu vergrößern, beschränkt die Standorte und führt zu räumlicher und unternehmerischer Konzentration.

Mit den geplanten HGÜ-Leitungen wären die schwachen Verteilnetze der Städte und Gemeinden mit zu viel Strom überfordert und würden zusammenbrechen. Sicherheitspolitisch ist das Desertec-Projekt höchst fragwürdig. Dies belegt auch beispielsweise die Bundeswehr-Studie „Umweltdimensionen von Sicherheit“.

„Desertec ist ein Schritt zurück ins konzeptuelle Gestrüpp des frühen 20. Jahrhunderts: teuer, zentralisiert, riskant, störanfällig, lokal verarmend und letztendlich ein utopisches Ablenkungsmanöver von der eigentlichen Aufgabe: die lokal und regional absichernde Wende zur großen energetischen und marktwirtschaftlichen Emanzipation des 21. Jahrhunderts nicht weiter aufzuhalten.“ kommentiert Prof. Peter Droege, Eurosolar-Präsident, und erinnert daran, dass die  historische Wende zur dezentralen, erneuerbaren Vollversorgung in Deutschland und Europa bereits voll im Gange ist.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler B.A., Quelle: Eurosolar e. V.

Foto: Energiewende Starnberg

Energiewende lässt Importabgängigkeit fossiler Rohstoffe sinken

Dienstag, November 6th, 2012

Durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien sparte Deutschland im Jahr 2011 6,02 Milliarden Euro nur durch den Verzicht fossiler Energieträgerimporte. Je mehr Energie im Inland auf regenerative Art erzeugt wird, desto weniger fossile Energieträger müssen importiert werden. Im Vorjahr noch wurden 220 Millionen Euro mehr für die Einfuhr von Kohle, Öl und Gas ausgegeben. Diese Zahlen gehen aus einer Kosten-Nutzen-Studie Erneuerbarer Energien, die vom Bundesumweltministerium geförderten wurde, hervor. „Heute Erneuerbare Energien zu fördern bedeutet, die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und von schwankenden Preisen zu verringern“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Deutschland ein Importland fossiler Energien

Die Brennstoffe für Deutschland werden hauptsächlich importiert. 87 Prozent des Erdgases, 98 Prozent des Rohöls, 77 Prozent der Steinkohle und 100 Prozent des Urans stammt laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen aus dem Ausland. Deutschland besitzt damit eine sehr hohe Abhängigkeit gegenüber Staaten mit konventionellen Energieressourcen.

Rohöl – teuer wie nie zuvor

Deutschland ist der sechstgrößte Erdölimporteur der Welt. Im Jahr 2011 hat die deutsche Mineralölindustrie mit durchschnittlich 593 Euro pro Tonne einen Spitzenwert für den Rohölimport bezahlt. Der steigende Trend hält an und so wurden im August 2012 für eine Tonne Rohöl frei ab Grenze bereits 666 Euro bezahlt. Für den Import fossiler Energiequellen gab Deutschland 2011 insgesamt 81,2 Milliarden Euro aus.

Kosten für fossile Rohstoffe steigen

Der Blick auf die vergangenen Jahre macht deutlich: Die Kosten für fossile Energieträger kennen nur eine Richtung – nach oben“, so Vohrer. In manchen wissenschaftlichen Prognosen wird angenommen, dass die Rohstoffpreise im Jahr 2020 geringer ausfallen werden als im Jahr 2010. „Die bisherigen Entwicklungen lassen allerdings nicht erkennen, woher eine plötzliche Trendumkehr kommen sollte“, so Vohrer. Legt man die wahrscheinlicheren Szenarien zu Grunde, so könnten die Ausgaben für fossile Energieimporte bei gleichbleibenden Importmengen schon im Jahr 2020 bis zu 40 Milliarden Euro höher sein als 2011. „Um diese Entwicklung zu verhindern, ist es notwendig, die Importabhängigkeit mithilfe der Erneuerbaren Energien zu mindern“, betont Vohrer. „Denn Wind- und Sonnenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie sind unerschöpflich und stehen hierzulande zur Verfügung.“

Vorteile Erneuerbarer Energien im Web

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat einige Vorteile Erneuerbarer Energien auf ihrer Internetseite unter dem Stichwort „Gute Gründe“ aufgeführt: www.unendlich-viel-energie.de/de/panorama/gute-gruende.html

Jeden Wochentag soll außerdem ein Grund für die Förderung Erneuerbarer Energien auf ihrer Facebook-Seite (www.facebook.com/AgenturfuerErneuerbareEnergien) genauer vorgestellt werden. Interessierte sind eingeladen ihre eigenen Ideen einzubringen und die Liste der guten Gründe zu erweitern.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Kraft-Wärme-Kopplung: Sorptive Wärmespeicherung mit Zeolith

Mittwoch, Juni 6th, 2012

In Kraftwerken wird bei der Erzeugung von elektrischem Strom oft viel Wärme erzeugt, die nicht genutzt werden kann. Zum einen fehlt in ländlichen Gebieten die entsprechende Infrastruktur zur Wärmeversorgung, meist aber wären die Leitungsverluste durch die großen Entfernungen vom Erzeuger zum Verbraucher zu hoch. Eine marktfähige Speichertechnik wäre hier die ideale Lösung. Das Fraunhofer IGB in Stuttgart hat nun gemeinsam mit Industriepartnern eine vielversprechende Technik entwickelt, die die Wärme verlustfrei speichern soll. Für die breite technische Anwendung wurde die sorptive Speicherung mit Zeolith bislang nicht eingesetzt. Eine Containerlösung steht nun kurz vor der Marktreife.

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf Basis der erneuerbaren Energien birgt großes Potenzial. Etwa die Hälfte der im Brennstoff enthaltenen Energie wird als Wärme freigesetzt. Statt mit wasserbefüllten Pufferspeichern lässt sich Wärme mittels sorptiver Speicherung mit Zeolith speichern. Das Besondere: Der Speicher kann drei- bis viermal so viel Wärme wie Wasser über längere Zeiträume hinweg einlagern. Die Behälter müssen demnach etwa ein Viertel so groß sein wie Wasserspeicher.

Die Speicherfähigkeit von Zeolithen wird in vielen technischen Bereichen bereits genutzt, angefangen von Geschirrspülmaschinen über Kühlaggregaten bis hin zu Gas-Wärmepumpen. Das Potenzial steckt in ihrer Oberfläche: Diese ist porös; in einem Gramm der Zeolith-Kügelchen stecken bis zu 1.000 Quadratmeter Oberfläche. Kommt das Material mit Wasserdampf in Berührung, bindet es diesen in den Poren und Wärme entsteht. Zum Speichern der Wärme wird das Wasser entfernt und das Material – wiederum mit Wärme – getrocknet. Das Prinzip ist nicht neu, doch bislang gibt es noch keine breite technische Anwendung in Speichern. „Wir haben das Prinzip aufgegriffen und technisch umgesetzt“, erklärt Mike Bicker, Gruppenleiter Wärme- und Sorptionssysteme am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Zusammen mit Industriepartnern, unter anderem mit ZeoSys, hat das Fraunhofer IGB den neuen Wärmespeicher entwickelt. Die Forscher zeigten zunächst an einem 1,5-Liter-Reaktor und später an einem 15-Liter-Reaktor, wie das Verfahren grundsätzlich funktioniert. Sie untersuchten, welche der verschiedenen Zeolithe sich am besten eignen und wie groß die Kügelchen sein müssen. In den Versuchen konnte darüber hinaus die Wärme ohne größere Verschleißerscheinungen viele tausend Male gespeichert werden.

Ergebnis der Versuche und Markanwendung

Die Ergebnisse übertrugen die Forscher auf eine Versuchsanlage mit 750 Liter Speichervolumen. Der Speicher befindet sich in einem transportablen Container – Wissenschaftler können so die Anlage unter realistischen Bedingungen an den unterschiedlichsten Einsatzorten testen.
Im nächsten Schritt wollen die Fraunhofer Forscher die Herstellungskosten reduzieren, die Anlage weiter optimieren und für verschiedene Anforderungen anpassen. Zentrales Ziel sei vor allem, die Wärme sowohl in Industrieanlagen speichern zu können als auch in kleineren Blockheizkraftwerken (z. B. Wohnhäuser). Industrielle Anwendungen stünden zunächst im Vordergrund: „Ideal wäre eine Art Baukastensystem, aus dem man den Speicher je nach Anforderung zusammensetzen kann“, so Blicker.

Wärme, Kälte und Strom speichern

BINE-Projektinfos zum Thema Speicherung von Wärme, Kälte und Strom: „Heizen mit Zeolith-Heizgerät“ (02/2005) und „Kühlgeräte mit Zeolith und Wasser“ (16/2010). Außerdem gibt basisEnergie „Wärme und Strom speichern“ (19) einen Überblick, wie Energie dann nutzbar wird, wenn sie gebraucht wird.

Quelle: bine-Informationsdienst

Foto: Fraunhofer IGB/bine-info

EEG für Energiegenossenschaften unverzichtbar

Dienstag, März 20th, 2012

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) führt zu mehr Vielfalt auf dem deutschen Strommarkt und lässt die Verbraucher durch eine größere Auswahl an Stromanbietern davon profitieren. Es konnten sich neue, unabhängige Betreiber etablieren. Diese benötigen weiterhin das EEG mit seinem Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien, um nicht vom Markt ausgesperrt zu werden und zwar für den gesamten ins Netz einzuspeisenden, umweltfreundlich erzeugten Strom.

50 km nordöstlich von Stuttgart haben sich mehr als 200 Genossenschaftsmitglieder mit überschaubaren finanziellen Einlagen in der Energiegemeinschaft Weissacher Tal zusammengetan, um Solarstrom ins Netz zu bringen. „Ohne das EEG mit seinem Einspeisevorrang für die Erneuerbaren Energien hätte uns für den Aufbau der Stromerzeugung aus Solarstrom der Hebel gegenüber dem Netzbetreiber gefehlt“, erklärt Bürgermeister Ian Schölzel, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der 2008 gegründeten Energiegenossenschaft ist. „Die Pflicht des Netzbetreibers, Erneuerbare-Energien-Anlagen unverzüglich und vorrangig an das Netz anzuschließen, hilft neuen Anbietern am Strommarkt und war auch für die Energiegemeinschaft Weissacher Tal unverzichtbar. Für künftige Projekte zum Ausbau der Erneuerbaren Energien benötigen wir das EEG“, betont Bürgermeister Schölzel.

Der Bestand des EEG wird auch für den Ausbau der Windenergie von den dezentral orientierten Stromerzeugern gefordert. Micha Jost, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Starkenburg in Südhessen: „Unsere im Dezember ans Netz gegangene Windenergieanlage mit einer Leistung von 2 Megawatt konnte nur wegen des im EEG geschaffenen Rahmens entstehen“. Die Genossenschaft verzeichnet derzeit knapp 380 Mitglieder und plant weitere Projekte, die vom Engagement der Bürger vor Ort leben. „Das EEG hat eine vergleichsweise preiswerte Form der Förderung Erneuerbarer Energien geschaffen. Für die konkrete Umsetzung der Energiewende brauchen wir die entstandenen mittelständischen Strukturen und Vielfalt in der Energieproduktion. Dazu gilt es, das EEG zu bewahren“, so Jost. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), plädiert für verlässliche politische Rahmenbedingungen beim dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energien. „Mit Erneuerbaren Energien haben Bürger und mittelständische Betreibergesellschaften das Oligopol in der Stromerzeugung aufgebrochen. Insbesondere die Energiegenossenschaften bieten auch Privatpersonen mit schmalem Budget Möglichkeiten, eine saubere und umweltfreundliche Energieversorgung zu unterstützen. Von den jungen, unabhängigen Energieerzeugern kann aber heute noch keine eigenständige Vermarktung ihres Stroms verlangt werden. Dies wäre aufgrund der immer noch herrschenden Machtverhältnisse am Markt verfrüht“, mahnt Vohrer.

Die Zahl der Energiegenossenschafts-Neugründungen hat in letzter Zeit zugenommen, vor allem im Bereich Energie, Umwelt, Wasser. Mehr als die Hälfte, das heißt 150 Energiegenossenschaften wurden allein im Jahr 2011 gegründet. Rund 450 Energiegenossenschaften gibt es bereits rund, etwa 80 Prozent davon sind in der Stromproduktion aktiv. Doch auch von anderen Organisationsformen wird die dezentrale Energieversorgung vorangetrieben: „Es gibt Projekte, die nicht von Energiegenossenschaften oder Bürgervereinen gestemmt werden können, sondern wo große Projektierer gefragt sind“, stellt Vohrer fest. Auch diese seien auf einen durch das EEG geregelten, fairen Marktzugang angewiesen, meint Vohrer.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Foto: i-Stock-Foto

Informationsveranstaltung "Energieprojekte" am 19. März in Herrsching

Donnerstag, März 15th, 2012

Unter dem Titel „Energieprojekte:  Den Ausverkauf des Landkreises Starnberg verhindern – Wertschöpfung für die Bürger sichern“ findet am 19. März eine Informationsveranstaltung des Energiewende-Vereins im Vortragssaal der VR-Bank, Herrsching, Bahnhofsplatz 4 statt. Beginn ist um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. betrachtet u. a. die Windkraft und solare Freiflächenanlagen als wichtige Standbeine einer künftigen regenerative Energieversorgung im Landkreis Starnberg. Wind- und Solarenergie sind, um die Ziele der Energiewende erreichen zu können, in angemessenem Maß unverzichtbar. Fakt ist auch: Ohne jedwede Veränderungen sowohl in unserem Verhalten als auch in unserer Umwelt ist die unabdingbare und unverzichtbare Energiewende nicht möglich.

Wie bei allen anderen Gewerbeansiedlungen auch, sind Anlagen der Erneuerbaren Energien mit Eingriffen in die Umgebung verbunden, gibt es Auswirkungen auf das gewohnte Landschaftsbild und die Kulturlandschaft – wenn auch in weit geringerem Ausmaß als bei Großkraftwerken (Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken oder Windparks an der Küste und Offshore-Anlagen), die zudem großer Umspannwerke und Hochspannungsleitungen bedürfen. Ein sensibles Vorgehen und die Einbindung der Anwohner sind gerade bei der Energiewende unverzichtbar, um die Versorgung mit 100 % erneuerbaren Energien aus unserer Region zu sichern und die Vorteile einer dezentralen Energieversorgung zu verdeutlichen. Schließlich sollen die Bürgerinnen und Bürger und der Landkreis von der nachhaltigen Energieerzeugung profitieren – und nicht Konzerne oder einzelne Investoren. Es muss klar dargestellt werden, dass es nicht um „Spielzeug-Anlagen“ aus Prestige oder unrentable Alibi-Projekte, sondern um eine gemeinsame Umsetzung mit Augenmaß von wirtschaftlichen Anlagen an geeigneten Standorten geht. Daher ist auch wichtig, dass die Kommunen Herr dieser Verfahren sind und bleiben.

„Wir leben in einer besonderen Region, in der die Realisierung von Energieanlagen mehr als kritisch betrachtet wird. Wir müssen zeigen, dass solche Anlagen möglich sind, ohne dass die Region ihren Reiz verliert,“ betont deshalb der Vorsitzende des Energiewendevereins. „Wir brauchen vorbildliche Anlagen und zugleich neue Formen von frühzeitiger Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung solcher Vorbild-Anlagen, damit das Vertrauen wächst, dass es hier um Aufbau und nicht um Zerstörung geht.“

Für den Vortrag konnten die beiden Fachanwälte für Vertrags-, Bauplanungs- und Steuerrecht und Spezialisten im Bereich Netzübernahmeverfahren, Rekommunalisierung und Projekte der erneuerbaren Energien, Oliver Eifertinger und Dr. Max Reicherzer, von der Kanzlei Becker Büttner Held, München, gewonnen werden.

Folgende Themen sollen auf dem Informationsabend behandelt werden:

1. Standortsicherung durch städtebaulichen Vertrag

  • Standortsicherung als bauleitplanerische Notwendigkeit
  • Standortsicherung zur kommunalen Beteiligung an der Wertschöpfung
  • Modelle der Standortsicherung durch städtebaulichen Vertrag

2. Gesellschaftsrechtliche Gestaltungsmodelle

  • Sicherung der lokalen und kommunalen Wertschöpfung
  • Einbindung der Betroffenen
  • Refinanzierung über Bürgerbeteiligungen
  • Modelle zur Bürgerbeteiligung

Die Einladung zur Veranstaltung finden Sie hier!

Foto: Fotolia

Smart Meter werden grün

Montag, Dezember 5th, 2011

Neuer Energieanbieter jeda energie verbindet Ökostrom mit echtem Smart Metering.

Heute geht die Webseite der jeda energie GmbH online. Das Unternehmen mit Sitz in Dresden bietet seit diesem Herbst Strom aus 100% erneuerbaren Energien an. Von konventionellen Ökostromanbietern unterscheidet sich jeda energie vor allem durch seinen intelligenten Ökostromzähler. „Unsere Stromzähler wurden für den Einsatz mit Ökostrom entwickelt“ erklärt Jens Wagner, Gründer von jeda energie, mit einem Augenzwinkern. Damit ist jeda energie der einzige Anbieter deutschlandweit, der die Vorteile eines intelligenten Stromzählers mit denen von Ökostrom kombiniert.

Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sind elektronische Messgeräte, die den Stromverbrauch sekundengenau erfassen, speichern und weiter kommunizieren können. „Wir gehen den Ökostromgedanken einen Schritt weiter und vollziehen die Energiewende auch technisch“, beschreibt David Saige, der zweite Gründer von jeda energie, das neue Angebot. „Der intelligente Ökostromzähler ist ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Energieversorgung. Es wird notwendig sein, die Netzauslastung in Deutschland noch besser zu steuern. Leider müssen heute bereits Windräder vom Netz genommen werden, weil Erzeugung und Verbrauch nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind. Der Einsatz von intelligenten Ökostromzählern wird somit langfristig dazu beitragen, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzubringen. “

Quelle: www.jeda-energie.de

Neues IWES-Forschungsprojekt: Kombikraftwerk 2

Freitag, Mai 6th, 2011

Dass eine alleinige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland machbar ist, soll das neue Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden hierzu  in Modellen und Feldversuchen über moderne Kommunikationstechniken verknüpft und zentral gesteuert. Das Ziel des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes ist, Erkenntnisse über den Beitrag Erneuerbarer Energien zur Versorgungsqualität zu gewinnen. Dazu Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel: „Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen“.

Stabile Stromversorgung mit erneuerbaren Energien

Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen verfügen bereits heute über technische Eigenschaften, die zur Stabilität des Stromnetzes beitragen und bei Engpässen das Netz entlasten können. Unter realen Wetterbedingungen testet das „Kombikraftwerk 2“ die Wirksamkeit sogenannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung. Hierzu verwendet werden das Wind Power Management System WPMS, eine Prognosesoftware zur Vorhersage der Windenergieeinspeisung in einem Zeitbereich von 1 bis 96 Stunden sowie die Steuerungssoftware WCMS (Wind Cluster Management System), das Windparks Kraftwerkseigenschaften verleiht und mit spezifischen Funktionen sowohl für Netzbetreiber als auch für Windparkbetreiber ausgestattet ist.

Umfang des Kombikraftwerks 2

Umfang des Kombikraftwerks 2

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesumweltministerium mit ca. 1,8 Mio. Euro gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: Agentur für Erneuerbare Energien, CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, ÖKOBiT GmbH, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.bine-informationsdienst, www.kombikraftwerk.de und Fraunhofer Institut (IWES)

Grafiken: Agentur für Erneuerbare Energien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bayerische Solarinitiativen: Es geht nicht mehr um fossil oder erneuerbar

Freitag, Februar 4th, 2011

Starnberg, 30. Januar 2011. Von 28.-29. Januar fand in Starnberg das 18. Treffen der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen und das 13. Treffen Bayerischer und Österreichischer Solarinitiativen statt. Fazit der zweitägigen Veranstaltung: Es geht nicht mehr um die Frage „fossile Energieträger versus erneuerbare“ – der energetische Umbau ist unstrittig – es geht ausschließlich um die Frage zentral oder dezentral, um die Verteilung und künftige Struktur der Energieversorgung.

Paradigmenwechsel: Der Entscheidungskampf hat begonnen

Über 150 Teilnehmer diskutierten am Freitag und Samstag Stand und Zukunft der Erneuerbaren Energien und die Struktur der Energieversorgung im Freistaat, in Deutschland und in Europa.

Am Freitagnachmittag stand die Windenergie im Zentrum der Tagung. Der Bayerische Windatlas, der vergangenes Jahr vom Bayerischen Wirtschaftsministerium herausgegeben wurde, zeigt, dass es auch in Bayern Potenzial für diese Energieform gibt. Bayern gehört bislang zu den Schlusslichtern bei der Erschließung der Windenergie. Auch im Landkreis Starnberg könnten Windkraftanlagen errichtet werden, um die beschlossene Energiewende 2035 zu schaffen. Landrat Roth zeigte sich im Rahmen der Tagung zuversichtlich, dass dies machbar sei. Im vergangen Jahr habe man schon Flächen untersucht, auf denen Windräder stehen könnten. Laut einem Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums sind bayernweit rund 1000 solcher Anlagen geplant.

Eine sichere und nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft war zentrales Thema am Freitag. Die Vortragenden und Teilnehmer diskutierten die Möglichkeiten und Grenzen einer dezentralen, kommunalen Energieversorgung angesichts der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke und die Vor- und Nachteile von Großprojekten wie z.B. Desertec oder Off-Shore-Windparks. Auch die Auswirkungen der bestehenden zentralen Großkraftwerksstruktur auf die Stromkostenentwicklung wurde beleuchtet. Auf neue Überlandleitungen von Tausenden von Kilometern könnte, so ein wesentliches Ergebnis, weitestgehend verzichtet werden, wenn der Strom künftig dezentral erzeugt und verbraucht, und wenn der schwankende Strombedarf durch so genannte Kombikraftwerke und smart grids intelligent geregelt würde. Letzteres ist technisch machbar. Kommunale Energiewerke sind daher unverzichtbar und werden den Anforderungen an eine sichere und bezahlbare Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien besser gerecht als die bisherige Kraftwerks- und Netzstruktur. Prof. Schrimpff dazu: „Eine dezentrale und kommunale Energieversorgung ist die Alternative zur teuren „Stromdiktaktur“ in Deutschland. Seit 2000 steigen die Strompreise um jährlich 6,5 %, allein im Jahr 2009 haben die 4 großen Energieversorger 23 Milliarden Gewinn erwirtschaftet, das sind pro Bürger und Jahr rund 280 Euro.“

Neugewählte ABSI-Sprecher 2011

Der Paradigmenwechsel lautet: Stromdiktatur oder Energie in Bürgerhand. „Wir sind ganz offensichtlich in einer Umbruchsphase“ so unisono das Resümee der Referenten und Teilnehmer. Dieser Entscheidungskampf wird künftig Blickwinkel, Diskussion und Handeln der Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bestimmen.

Neue ABSI-Sprecher/innen gewählt

Am Samstagvormittag wurden die Sprecher der ABSI gewählt. Das neue Team besteht nun aus sechs anstatt bisher fünf Sprecher/innen. Gewählt wurden Prof. Dr. Ernst Schrimpff, MdB Hans Josef Fell, Raimund Becher, Birgit Baindl, Heide Schmidt-Schuh und Daniel Miller.

Highlight zum Abschluss der Tagung war die kontroverse Podiumsdiskussion zur aktuellen Energiepolitik, der eigenen Utopie und den tatsächlichen Erwartungen. Mit in der Runde: Horst Meierhofer (MdB, FDP) als Vertreter der schwarz-gelben Regierungskoalition, Hans-Josef Fell (MdM, Grüne) für die Opposition und der Unternehmer Klaus Gehrlicher (Gehrlicher Solar) als Vertreter der Solar-Branche. Die Statements und Einschätzungen, wie sich die Bundespolitik auf die Entwicklung der Energieversorgung bis 2020  auswirkt und was letztlich im Jahr 2050 die Folge der unterschiedlichen energiepolitischen Weichenstellungen sein könnte, fielen dementsprechend unterschiedlich aus.

Die Veranstalter werten die Tagung als großen Erfolg und sehen darin einen Ansporn für die Solarinitiativen, den Umbau der Energieversorgung mit aller Kraft voranzutreiben.  Dazu Prof. Ernst Schrimpff: „Der Klimawandel findet global statt – wir Bürger werden deshalb nicht locker lassen. Die solare Energiewirtschaft mit einer dezentral-demokratischen Stromversorgung führt zu mehr sozialem Frieden und trägt zu regionalem Wohlstand bei. Das ist und bleibt unser Ziel, dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier!

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.                          Fotos: Evelyn Villing

Energieschule München: "Energie mit Zukunft"

Freitag, Dezember 3rd, 2010

Am 7. Dezember startet das dreitägige Projekt der Energieschule München: „Energie mit Zukunft“. Rund um das Thema Strom und Energieeinsparung werden Workshops angeboten.

Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Hauptschule an der Perlacher Straße in München nehmen mit Unterstützung eines Energieberaters und einer Wärmebildkammera ihre Schule genauer unter die Lupe: Stromfresser werden ausfindig gemacht und Energielecks aufgedeckt. Den Schüler aller Klassen und ihren Lehrer werden konkrete Maßnahmen zur  Reduzierung des Energieverbrauchs des Schulgebäudes vermittelt.

Anschließend bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Berufsvertretern aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Gebäudesanierung und Energieberatung zu unterhalten und deren Arbeitsplatz kennenzulernen. Berufsberatung wird mit Klimaschutz verknüpft, denn so können sich die Schüler vor Ort über die Berufschancen im „grünen“ Sektor informieren und anschaulich den Arbeitsalltag erfahren. „Energie mit Zukunft“ weckt die Lust an einem nachhaltigen Berufsbeginn nach dem Schulabschluss.

Quelle: www.greencity.de