Einträge ‘Förderung’

Energiewende: Offener Brief am Eilling-Hütig und Aigner

Donnerstag, Januar 30th, 2014

Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. wendet sich aus gegebenem Anlass  mit einem Offenen Brief an die Landtagsabgeordnete des Landkreises Starnberg, Frau Eilling-Hütig sowie an Frau Ilse Aigner. Es geht um die Gefährdung der Energiewende, das vorprogrammierte Verfehlen unserer Energiewende-Ziele und implizit um die Absage an den Klimaschutz sowie die Abkehr vom sukzessiven Umbau der bisherigen Energieversorgung, bei der die oligopolistischen Konzernstrukturen durch mehr Wettbewerb, durch eine dezentrale Energieversorgung mit Bürgerbeteilig ergänzt würden. Der Landkreis Starnberg bekennt sich auch politisch zur Energiewende. Durch die geplante Novellierung des EEG (EEG 2.0), vorbereitet durch Sigmar Gabriel, und die weiteren geplanten einschneidenden Veränderungen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien durch die neue Bundesregierung,  v.a. aber auch wegen der von Horst Seehofer in den Koalitionsvertrag eingebrachten Neuregelung der Abstände von Windrädern zu Siedlungen, die künftig Ländersache sein sollen, sieht sich der Energiewendeverein zu dieser Reaktion veranlasst.

Bayern möchte die sogenannte 10H-Regel umsetzen, die das Aus für Windenergie auch in unserem Landkreis bedeutet.

Der Energiewendeverein betrachtet diese Kehrtwende mit großer Sorge. Der Strompreis ist hierbei ein vorgeschobenes Argument, das sich bei näherer Betrachtung nicht aufrechterhalten lässt. Nur ein Bruchteil des Strompreises sind durch die Erneuerbaren Energien verursacht bzw. werden für deren Ausbau eingesetzt.

 Den offenen Brief an Frau Eilling-Hüting in der Originalfassung finden Sie hier, für das gleichlautenden Schreiben an Frau Aigner klicken Sie bitte hier!

 

Bild: Lupo / www.pixelio.de

Deutschland wählt erneuerbar: 93 Prozent der Bürger für schnellen Ausbau

Donnerstag, September 19th, 2013

Die Mehrheit der Bürger ist für den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien –  das ist ein klares Votum gegen einen Förderstopp, wie er aktuell von der Bundesregierung und insbesondere der FDP gefordert wird. Dies vermeldet der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE).

Die zusätzlichen Kosten für den Umbau der Energieversorgung bewegen sich im Bereich von 5 bis maximal 8 % der gesamten Energieausgaben und liegen bei etwa 300 Milo Euro, während ein „Weiter-so“ letztlich zu einer Energiepreis-Explosion bis 2050 führen könnte, wie die Prognose zeigt. Die Mehrbelastung würde demnach nur bis etwa 2025 bestehen, danach würden die Energiekosten durch die Einsparung fossiler und sonstiger nicht erneuerbarer Energieträger wieder sinken – je konsequenter und schneller also der Umbau stattfindet, desto stärker ist die Einsparung, während die Kosten bei einer inkonsequenten Energiewende ohne zusätzlicher Förderung permanent steigen und Gewerbe, Industrie und vor allem auch Privathaushalte belasten.

Das Hintergrundpapier mit den Ergebnissen und Grafiken zur Umfrage und die Präsentationsfolien können Sie hier herunterladen!

Erneuerbare JETZT!

Kurz vor der Bundestagswahl unterstützen 93 Prozent der Menschen in Deutschland den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. „Damit ist die hohe Zustimmung zum Umstieg auf saubere und sichere Energie aus regenerativen Quellen ungebrochen – und das trotz massiver Angriffe auf die Energiewende in den letzten Wochen und Monaten“, kommentiert BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die die Branchen-Initiative Erneuerbare Energiewende Jetzt! beim Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid in Auftrag gegeben hat. Damit sei klar: „Welche Parteienkonstellation am Sonntag auch immer die Mehrheit erzielt, sie hat einen eindeutigen Auftrag: Die Wählerinnen und Wähler erwarten den konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien“, betont Falk.

Fast drei Viertel der Bevölkerung sprechen sich in der Umfrage explizit gegen einen Förderstopp für Erneuerbare Energien aus – und das unabhängig von ihrer jeweiligen Parteinähe. „Damit erteilen die Bürger allen Forderungen nach einem wie auch immer gearteten Ausbaustopp eine klare Absage. Angesichts der vehementen Kampagnen der Energiewende-Gegner ist das eine besonders starke Aussage!“, findet Falk.Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland verbinden die Erneuerbaren Energien mit einer sicheren Zukunft, Klimaschutz und Unabhängigkeit von Brennstoffimporten aus dem Ausland, so die Umfrageergebnisse. Dazu sagt Hermann Falk: „Die große Mehrheit erkennt den großen Nutzen der Erneuerbaren Energien. Damit fußt ihr Ausbau auf einer hohen gesellschaftlichen Wertschätzung.“Auch bei Fragen nach Kosten und Förderinstrumenten hat die Bevölkerung eine differenziertere Meinung als die öffentliche Debatte erwarten lässt. Mehr als die Hälfte der Befragten ist bereit, über die Stromrechnung einen Beitrag für den Umbau der Energieversorgung zu leisten. Allerdings muss es dabei künftig gerechter zugehen. „Die Mehrheit der Bürger will sich an den Investitionen in eine zukunftstaugliche Energieversorgung beteiligen. Diese Bereitschaft darf die Politik nicht durch die überproportionale Belastung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Privathaushalten gefährden“, warnt Falk. Die Agentur für Erneuerbare Energien hat die aktuelle Umfrage der Initiative Erneuerbare Energiewende Jetzt! mit anderen Meinungsumfragen zum Thema Energiewende abgeglichen. Das Ergebnis zeigt hohe Übereinstimmungen: „Sowohl hinsichtlich der generellen Zustimmung als auch hinsichtlich der Zahlungsbereitschaft für sinnvolle Investitionen ist die Haltung der Bevölkerung zu den Erneuerbaren Energien viel positiver als die veröffentlichte Meinung“, konstatiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.Mit der Zustimmung zu Erneuerbaren Energien gehe im Übrigen eine stark ablehnende Haltung gegenüber Kohle- und Atomkraftwerken im eigenen Wohnumfeld einher. „Ein Roll-back in der Energiepolitik zugunsten von Kohle- oder gar Atomkraftwerken ist mit der deutschen Bevölkerung also auf keinen Fall zu machen“, stellt Vohrer fest.Professor Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und Direktor des Zentrums für Erneuerbare Energien der Uni Freiburg, kritisiert die anhaltende Negativ-Kampagne von Akteuren aus Politik und Wirtschaft. „Die Gegner der Erneuerbaren verzerren die Fakten bewusst. Eine entschlossen weitergeführte Energiewende bietet die große Chance, bereits ab 2025 von den positiven Wirkungen volkswirtschaftlich zu profitieren“, sagt Prof. Weber. Die bis dahin getätigten Investi¬tionen würden ab dann Deutschlands Energiekosten im Vergleich zu einem Szenario ohne Energiewende stetig fallen lassen. „Bis 2050 könnten die Einsparungen insgesamt etwa 500 Milliarden Euro betragen“, rechnet Weber vor. Die anfänglichen Investitionen würden sich damit mehr als bezahlt machen.Das stärkste Argument für den Umstieg auf Erneuerbare Energien ist aus Sicht des Wissenschaftlers, dass sie für eine langfristig gesicherte Energieversorgung zu stabilen Preisen sorgen, die in etwa auf heutigem Niveau liegen werden. „Ohne Energiewende müssten wir dagegen bis 2050 auf der Basis fossiler Energien mit verdoppelten Kosten unseres Energiesystems rechnen. Außerdem kämen noch die unkalkulierbaren Folge-kosten des verstärkten Klimawandels dazu“, so Weber abschließend.Quelle: BEE Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. 

EEG-Umlage preist mehr ein als nur die Förderung Erneuerbarer Energien

Freitag, September 7th, 2012

In wenigen Wochen werden die Übertragungsnetzbetreiber ihre Prognose zur Höhe der EEG-Umlage 2013 veröffentlichen. Wie hoch die Umlage im kommenden Jahr sein wird, hängt von mehreren Faktoren ab: Die Umlage wird von der Förderung der Erneuerbaren Energien, wie etwa von der Marktprämie oder der Entlastung energieintensiver Unternehmen beeinflusst. Diese zusätzlichen Kostenfaktoren führten bereits in diesem Jahr dazu, dass die EEG-Umlage derzeit 3,59 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) beträgt, obwohl die Förderung der Erneuerbaren Energien nach Berechnungen des Instituts für ZukunftsEnergiesysteme (IZES) lediglich 2,83 ct/kWh benötigt. Des Weiteren sind energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit, was zu einer zusätzlichen Belastung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Privathaushalte führt. Selbst die Bundesnetzagentur wird dies mit Sorge betrachtet.

Privilegierte Industrieunternehmen halten EEG-Umlage hoch

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, meint: „Mindestens 0,6 Cent je Kilowattstunde sind quasi Industrieförderung, denn das EEG entlastet hunderte energieintensive Unternehmen über die Besondere Ausgleichsregelung von der Umlage, die eigentlich jeder Stromverbraucher bezahlen muss. 730 Unternehmen der Chemie-, Stahl- oder Aluminiumindustrie zahlen lediglich ein Zehntel oder ein Hundertstel der Umlage. Allein 2012 wird sich die Entlastung der privilegierten Unternehmen auf rund 2,5 Milliarden Euro belaufen. „Für diesen Betrag kommen statt der Industrie die Privathaushalte und der Mittelstand auf“, so Vohrer.

Die Ausnahmeregelung führt laut dazu, dass die privilegierten Unternehmen zwar 18 Prozent des gesamten Stroms verbrauchen, allerdings nur für einen Anteil von 0,3 Prozent am Umlagebetrag aufkommen. Das geht aus einem Evaluierungsbericht zur Ausgleichsmechanismusverordnung hervor, den die Bundesnetzagentur (BNetzA) im Mai veröffentlicht hatte. Dieses Missverhältnis hat Konsequenzen für die Höhe der EEG-Umlage: Sie könnte im Jahr 2012 lediglich 3 Cent je Kilowattstunde betragen, wenn alle umlagepflichtigen Letztverbraucher gleich belastet würden, schätzt die BNetzA. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Erneuerbaren Energien als angebliche Kostentreiber, ist diese Zahl sehr spannend“, erklärt Philipp Vohrer. „Denn sie zeigt, dass die EEG-Umlage mittlerweile weit mehr Aufgaben zu erfüllen hat, als nur die reine Förderung Erneuerbarer Energien.“

Preisentwicklung setzt sich fort

Auch in Zukunft ist ein solcher Effekt zu erwarten: Die BNetzA geht davon aus, dass die Industrieprivilegien die EEG-Umlage auch in Zukunft in die Höhe treiben werden. Denn die seit Anfang 2012 geltende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) weitet die Privilegierung für energieintensive Unternehmen erneut aus. Entsprechend werde sich die EEG-Umlage 2013 – auch unabhängig von den Förderkosten neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen – für die verbleibenden Stromkunden erhöhen, so die Befürchtung der BNetzA. Die Behörde beobachtet diese Entwicklung mit Sorge und empfiehlt in ihrem Bericht: „Es gilt zukünftig die richtige Balance zwischen der notwendigen Entlastung der stromintensiven Industrie und der Belastung für kleine und mittlere Unternehmen sowie der Haushaltskunden zu finden.“

Einflüsse der EEG-Umlage

Neben der Förderung Erneuerbarer Energien und den Kosten der Industrieprivilegien gibt es weitere Summanden der EEG-Umlage. Zum Beispiel den Merit-Order-Effekt: Wegen niedriger Grenzkosten verdrängt der Strom aus Wind, Sonne & Co. an der Strombörse zunehmend den teuer erzeugten konventionellen Strom. Dadurch verbilligt sich der Börsenstrompreis. Das lässt allerdings die EEG-Differenzkosten steigen – so erhöht sich innerhalb der Umlage der Bestandteil für die Förderung der Erneuerbaren.

Ein weiterer Steigerungsfaktor der EEG-Umlage sind die Kosten der seit 2012 geltenden Marktprämie. Sie gilt für Ökostrom-Anbieter, die ihren Strom nicht zu festen EEG-Konditionen an den Netzbetreiber liefern, sondern an der Börse vermarkten. Liegt der Börsenpreis unter der Vergütung aus dem EEG, bekommen die Anlagenbetreiber die Differenz erstattet. Zusätzlich erhalten die Erzeuger eine Managementprämie; für Betreiber von Biogasanlagen ist außerdem noch eine Flexibilitätsprämie vorgesehen.

Den Evaluierungsbericht der Bundesnetzagentur können Sie hier herunterladen.

Die Zusammenfassung der IZES-Studie „Eruierung von Optionen zur Absenkung der EEG-Umlage“ (Januar 2012) im Forschungsradar Erneuerbare Energien finden Sie hier.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Großdemonstration in Berlin gegen „Solarausstieg“ – Kürzung erst im April?

Dienstag, März 6th, 2012

Am Montag protestierten 11.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen den „Solar-Ausstieg“. Damit wurde ein eindrucksvolles Signal an die Bundesregierung gesetzt, auf die radikalen Kürzungen beim Ausbau der Solarenergie und der Solarförderung zu verzichten.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. hat gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der IG Metall, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu der Großkundgebung geladen. Auch Spitzenpolitiker, wie Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin, und Gregor Gysi bekundeten ihre Solidarität mit den Mitarbeitern der Solarbranche.

Solarkürzung verschoben

Der Finanzminister Bayerns, Markus Söder, sprach im bayerischen Rundfunk von einer Verschiebung der Solarkürzung auf Anfang April. Eine offizielle Bestätigung von der Bundesregierung gibt es jedoch noch nicht.

Ursprünglich sollte bereits ab 9. März gekürzt werden, der Widerstand im Bundestag und den Ländern scheint dies allerdings zu verschieben. Eine Sprecherin des Bundesumweltministers Röttgen meinte: „Darauf läuft es hinaus“.

Quellen: Bundesverband Solarwirtschaft, sonnenseite.com

Bild: Bundesverband Solarwirtschaft

Innovationsanalyse: Erneuerbare Energien werden immer besser und billiger

Mittwoch, Januar 19th, 2011

Die Lernkurve der Erneuerbaren Energien ist bereits beachtlich und wird sich weiter fortsetzen: Bei nahezu allen Technologien von der Photovoltaik über Biogas- und Windenergieanlagen bis zu Holzpelletheizungen wurden in den vergangenen Jahren erhebliche technische Fortschritte und drastische Kostensenkungen realisiert. Hierzu leisteten die Förderinstrumente EEG im Strombereich und MAP im Wärmesektor entscheidende Impulse.

„Die Erneuerbaren Energien haben seit ihrer Markteinführung nicht nur quantitativ eine stürmische Entwicklung erlebt, sondern auch aus technologischer Sicht Fortschritte erzielt, die noch vor zehn Jahren kaum absehbar waren“, bilanziert Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur Erneuerbaren Energien.

Auslöser dieser erfolgreichen Entwicklung seien planbare, günstige Rahmenbedingungen wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder die Zuschüsse für regenerative Heizanlagen aus dem Marktanreizprogramm (MAP). „Eine langfristig angelegte Förderpolitik hat die Technologien aus den Nischenmärkten herausgeholt und in Massenmärkte gebracht“, stellt Mayer fest. „Dadurch wurden beeindruckende technische Lernkurven und Kostensenkungen möglich, die durch reine Forschungsförderung wohl kaum erreicht worden wären.“ Mayer verweist dabei auf eine neue faktenreiche Analyse zur „Innovationsentwicklung der Erneuerbaren Energien“, die von der Agentur für Erneuerbare Energien im vergangenen Sommer veröffentlicht wurde.

Darin wird etwa am Beispiel der Windenergie deutlich, dass sich die mittlere Anlagenleistung binnen 20 Jahren mehr als verzwölffacht hat – von knapp 165 Kilowatt im Jahr 1990 auf gut 2.000 kW im Jahr 2009. Zugleich sank der Preis pro erzeugter Kilowattstunde um mehr als die Hälfte. Moderne Windkraftanlagen sind zudem in der Lage, wichtige Systemdienstleistungen für die Spannungs- und Frequenzhaltung im Stromnetz zu erbringen. Auch diese Innovation wurde vor allem durch einen Bonus im EEG in Gang gesetzt.
Die Photovoltaik kann ebenfalls mit deutlichen Preisrückgängen glänzen: Im Jahr 1990 lagen die Systemkosten für Photovoltaik noch bei 14.000 Euro pro Kilowatt, Ende 2009 wurden nur noch gut 3.000 Euro für die gleiche Leistung bezahlt. Die Wirkungsgrade der Solarzellen verbessern sich zugleich kontinuierlich, der Energieverbrauch für die Herstellung der Module sinkt. Heute liegt die energetische Amortisationszeit einer durchschnittlichen Dachanlage samt aller Systemkomponenten bei ca. 3,5 Jahren. Auch die Photovoltaik ist mittlerweile technisch in der Lage, zur Spannungsstabilisierung im Netz beizutragen.

Ähnlich dynamisch verläuft die Entwicklung in anderen Bereichen der Erneuerbaren Energien. Die Broschüre zeigt dies an den Beispielen Solarthermie, Biogas und feste Biomasse. Es wird aber auch deutlich, dass in allen Technologien noch Kostensenkungs- und Entwicklungspotenzial besteht, wodurch der spezifische Förderbedarf weiter gesenkt werden kann. So ist etwa bei Offshore-Windkraftanlagen das Problem der Korrosion zu lösen. Für die Photovoltaik bleiben angesichts stark sinkender Fördersätze höhere Wirkungsgrade und geringere Produktionskosten eine ständige Herausforderung. Jörg Mayer ist zuversichtlich: „Bei Fortschreibung der langfristigen Investitionsanreize für Erneuerbare Energien kann die Entwicklung künftig ebenso erfolgreich weitergehen, wie wir es in der Vergangenheit erlebt haben.“

Förderung für Ökoenergien: „Kosten und Nutzen transparent machen“

Montag, Oktober 11th, 2010

Berlin, 11. Oktober 2010. Zu teuer und nicht effizient? Solche Kritik an der Förderung erneuerbarer Energien hält einer fundierten Überprüfung nicht stand. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Gutachten des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien hatten die Forscher aktuelle Studien zur Wirksamkeit des Erneuerbare-Energien-Gesetzes überprüft. Das Ergebnis: gesamtwirtschaftliche Vorteile der Ökostrom-Förderung werden oft ausgeblendet.

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein gut funktionierendes und kostengünstiges Förderinstrument, dass im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet“, erklärt Dr. Stefan Lechtenböhmer, Leiter der Forschungsgruppe Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen am Wuppertal Institut. „Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist nicht ohne Anfangsinvestitionen machbar, er verringert aber die mit fossilen und nuklearen Kraftwerken verbundenen Umwelt- und Klimaschäden und senkt die Technologiekosten.“

Aktuell decken Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie mehr als 16 Prozent des deutschen Strombedarfs. Die Förderung dafür beläuft sich nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber in diesem Jahr auf etwa 8,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig sorgen die Erneuerbaren Energien für positive volkswirtschaftliche Effekte: Laut Bundesumweltministerium wurden im vergangenen Jahr durch erneuerbaren Strom rund 69 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden. Umgerechnet beliefen sich die damit vermiedenen Klima- und Umweltschäden auf 5,7 Milliarden Euro. Außerdem ersetzen Erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung Steinkohle, Erdgas und Uran und machten so im vergangenen Jahr Rohstoffimporte in Höhe von 2,2 Milliarden Euro überflüssig. Auch wenn für 2010 noch keine statistischen Daten vorliegen, kommen diese Vorteile auch weiterhin zum Tragen.

„Im Gegensatz zu Kohle- und Atomstrom sind die Kosten für Erneuerbare Energien für jeden auf der Stromrechnung sichtbar“, stellt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien fest. „Zu einer sachlichen Debatte gehört es deshalb auch, ihren Nutzen transparent zu machen“, so Mayer weiter. Die Agentur für Erneuerbare Energien hat deshalb eine neue Broschüre veröffentlicht, die gängige Vorurteile entkräftet.

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, geht auch in Zukunft von deutlichen Wirtschaftsimpulsen durch die Förderung Erneuerbarer Energien aus: „Mit einem Umsatzplus von 40 Prozent in den vergangenen drei Jahren ist die Branche eine der wenigen, die trotz Wirtschaftskrise weiter gewachsen ist.“ Einer kürzlich veröffentlichten Studie des Bundesumweltministeriums zufolge beschäftigen die Unternehmen der Erneuerbaren Energien aktuell rund 340.000 Menschen. Im vergangenen Jahr wurden 6,8 Milliarden Euro an Wertschöpfung in den Kommunen erwirtschaftet, davon 5,5 Milliarden im Stromsektor.

In diesem Jahr liegt die EEG-Umlage – der Beitrag für den Ausbau von Ökostrom – bei rund 2 Cent pro Kilowattstunde. Pro Haushalt zahlen die Verbraucher damit etwa 6 Euro pro Monat. An den typischen Ausgaben eines Haushaltes, dem statistischen Warenkorb, macht das 0,2 Prozent aus. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft schätzt, dass sich der Beitrag für 2011 auf 3,2 bis 3,5 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie rechnet mit dieser Bandbreite.

Hier finden Sie die Studie des Wuppertal-Instituts zum Download und ebenso die neue Broschüre Der volle Durchblick in Sachen Kosten und Nutzen der bei der Agentur für Erneuerbare Energien zusätzlich kostenlos zu bestellen ist.

Kurzanalyse Kosten und Nutzen

Die Kurzanalyse gibt einen Überblick über die Kosten und Nutzen der Förderung erneuerbarer Energien im Rahmen des EEG. Dabei wird unter anderem auf die Entwicklung der EEG-Umlage in den letzten Jahren und ihre mögliche Entwicklung
in den kommenden Jahren eingegangen (Kapitel 3). Außerdem setzt sich die Analysemit einigen grundsätzlichen Kritikpunkten am EEG auseinander (Kapitel 4). Abschließend wird geprüft, inwieweit häufig durch die Medien aufgegriffene Berechnungen zu den Kosten des Ausbaus der Fotovoltaik zutreffend sind und wie sie zu interpretieren sind.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.unendlich-viel-energie.de