Einträge ‘Marktanreizprogramm’

Ohne Investitionskosten zur neuen Ökoheizung

Dienstag, Oktober 2nd, 2012

Viele deutsche Wohngebäude verfügen über eine veraltete und ineffiziente Heizungsanlage. Meist fehlt den Privatleuten das nötige Kapital für die Installation einer modernen Ökoheizung. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) setzt dazu im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ein Marktanreizprogramm mit der neuen Förderung des Öko-Contracting um.

Der Präsident der BAFA, Dr. Arnold Wallraff, betont: „Durch die Contractinglösung können wir Hauseigentümer leichter überzeugen ihre Heizungsanlage zu erneuern. Denn beim Einbau fallen für den Eigentümer keine Investitionskosten an. So wie man beim Auto zwischen Kauf und Leasing wählen kann, so gibt es jetzt bei der Heizungsmodernisierung die Wahl zwischen Investition oder Contracting.“

Zum Hintergrund: Beim Anlagen-Contracting errichtet ein Energiedienstleister im Haus des Kunden eine Öko-Heizung. Er sorgt außerdem für Wartung und Versicherung der Heizungsanlage. Dafür erhält der Energieversorger einen direkten Investitionszuschuss vom BAFA. Beispielsweise werden für den Einbau einer Gas-Brennwertheizung mit Solarthermie, einer Biomasseanlage oder einer Wärmepumpe zwischen 2000 und 3300 Euro ausgezahlt.

Der Kunde profitiert im Gegenzug von einer neuen, effizienten Heizung, die Brennstoffkosten senkt dauerhaft CO2-Emissionen vermeidet, und erneuerbare Energien aus der Region nutzt. Für die Bereitstellung der Heizungsanlage zahlt der Kunde über 10 bis 15 Jahre einen vertraglich festgelegten Betrag an den Energieversorger.

„Angesichts des großen Sanierungsbedarfs ist die Förderung von Contracting-Modellen ein richtiges und notwendiges Signal. Nur wenn wir diesen neuen Vertriebsweg beschreiten, wird es gelingen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt bis 2020 auf 14 Prozent zu steigern. Neben den Herstellern und den Installateuren brauchen wir auch die Energiedienstleister als Partner des Marktanreizprogramms. Denn auch sie sorgen dafür, dass sparsame und ökologische Heizungstechnik in den Heizungskeller kommt“, so der Präsident des BAFA.

Dr. Wallraff hebt darüber hinaus die Bedeutung des Öko-Contracting für Vermieter und Mieter hervor: „Sehr interessant ist das Contracting auch für Vermieter, die sich bislang davor gescheut haben, in neue Heiztechnik zu investieren, weil sie die Kosten nur auf lange Sicht refinanzieren konnten. Und die Mieter sparen Heizkosten, weil teure fossile Energie durch billige erneuerbare Energie ersetzt wird“.

Wer sich für die Anschaffung einer regenerativen Heizung über Öko-Contracting interessiert, findet beim Verband für Wärmelieferung (www.energiecontracting.de) eine nach Postleitzahlen sortierte Anbieterliste.

Weitere Informationen zum Marktanreizprogramm finden Sie unter: www.bafa.de

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 2012

BMU verbessert die Förderung für Wärme aus erneuerbaren Energien

Freitag, August 10th, 2012

Das Bundesumweltministerium (BMU) ändert zum 15. August die „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ (besser bekannt unter Marktanreizprogramm oder kurz MAP). Das MAP fördert Anlagen für Heizung, Trinkwassererwärmung und zur Bereitstellung von Kälte oder Prozesswärme aus erneuerbaren Energien. Gerade für kleine thermische Solaranlagen verbessern sich die Fördersätze deutlich.

In den zwei Programmteilen des MAP werden Anlagen für Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere öffentliche und gewerblichen Objekte über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Große Gebäude und Gebäude für die gewerbliche Nutzung werden durch das Programm „Erneuerbare Energien Premium“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

Bislang wurde die Installation von thermischen Solaranlagen – z. B. bei der Heizungssanierung – vom Bund mit rund 1.500 Euro bezuschusst. Das ändert sich ab Mitte August. Künftig erhält der Eigenheimbesitzer für die gleiche Solaranlage rund 2.000 Euro.

Kleine Solaranlagen begünstigt

Thermische Solarkollektoren bis 40 m2 Kollektorfläche sowie Biomasseheizkesseln und Wärmepumpen bis 100 kW Nennwärmeleistung bekommen neue Mindestförderbeträge. Anlagen, die üblicherweise in Ein- und Zweifamilienhäusern eingesetzt werden, profitieren. Sie erhalten eine bis zu 400 Euro höhere Förderung. Die Basisfördersätze, die in Abhängigkeit von der Größe der Anlage gewährt werden, bleiben unverändert. Gefördert werden nur Anlagen in Bestandsbauten.

Außerdem wird die Bonusförderung erweitert. Innovative Techniken oder die Kombination förderwürdiger Techniken werden mit einem Bonus von 500 Euro belohnt, wenn sie gleichzeitig eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpe mit einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung nutzen. Neu eingeführt wird auch ein Effizienzbonus. Dabei fördert die BAFA den Einsatz von Wärmepumpen in gut gedämmten Gebäuden mit 500 Euro pro Anlage, solange ein neuer Pufferspeicher vorhanden ist.

Eine weitere Neuerung ist die Förderung größerer Anlagen ab 20 m2 bei Neubauten. Bisher waren diese nur für bestehende Mehrfamilienhäuser und Nichtwohngebäude mit einer Nutzfläche von mindestens 500 m2 möglich. Wird Ein die Solarthermieanlage mit einer Wärmepumpe oder einer Biomasseanlage kombiniert ist ein weiterer Bonus in Höhe von 500 Euro möglich.

Von 30 auf 50 % Tilgungszuschuss

Die Tilgungszuschüsse für große Solarkollektoranlagen (ab 40 m2) betragen nunmehr bis zu 50 % (vorher 30 %). Dies gilt für die Erzeugung von Prozesswärme und solarer Kälte. Außerdem fördert die Kreditanstalt für Wideraufbau ab sofort auch große Wärmepumpen ab einer Leistung von 100 kW im Neubau.

Im Bereich der Tiefengeothermie können künftig neben Anlagen zur thermischen Nutzugn auch in geringem Umfang stromerzeugende Anlagen gefördert werden.

Weitere Informationen zum Marktanreizprogramm 2012 finden Sie beim BAFA sowie unter www.energiefoerderung.info.

Die „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vom 20. Juli 2012“ können Sie hier herunterladen!

Quellen: BINE, TGA Fachplaner

Haushaltsausschuss gibt Grünes Licht für die Förderung erneuerbarer Energien

Freitag, Juli 9th, 2010

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat heute seine Einwilligung zur Aufhebung der qualifizierten Haushaltssperre für das Marktanreizprogramm erteilt. Damit können die bislang gesperrten Mittel in Höhe 115 Millionen Euro in diesem Jahr für die weitere Förderung der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt genutzt werden. Damit stehen in diesem Jahr für die Förderung im Marktanreizprogramm insgesamt 380 Millionen Euro zur Verfügung.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen begrüßte die Entscheidung des Haushaltsausschusses. „Dies bedeutet ein klares Bekenntnis zum ambitionierten Ausbau erneuerbarer Energien. Das Marktanreizprogramm ist das bedeutendste Investitionsförderprogramm für Technologien zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien. Dank der hohen förderpolitischen Hebelwirkung erwarten wir, dass mit dem Fördervolumen des Marktanreizprogramms von 380 Millionen in diesem Jahr rund 2,8 Milliarden Euro Investitionen ausgelöst werden können. Das hilft dem lokalen Handwerk ebenso wie der mittelständisch geprägten Industrie im Wärmesektor. Die technologische Spitzenstellung der deutschen Industrie weltweit für die erneuerbaren Energien kann auch durch das Marktanreizprogramm gestärkt werden, indem die Förderung regelmäßig auf die jeweils innovativsten Technologien ausgerichtet wird.“  sagte Röttgen.

Konkret bedeutet die Aufhebung der Sperre für das Marktanreizprogramm folgendes:

• Der am 3. Mai 2010  verkündete Programmstopp wird sofort aufgehoben.

• Ab 12. Juli 2010 können beim für die Bearbeitung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wieder Förderanträge nach der neuen Richtlinie gestellt werden. Die Förderung wird auf die innovativsten Technologien konzentriert, weil deren Wirtschaftlichkeit ohne zusätzliche Fördermittel nicht gegeben ist.  Dazu zählen u. a. Solarkollektoren zur kombinierten Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung, Solarkollektoren zur Kälte- und Prozesswärmeerzeugung, Pelletkessel und hocheffiziente Wärmepumpen. Nicht mehr gefördert werden Anlagen im Neubau, da hier eine bundesweite Nutzungspflicht nach dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz besteht. Ebenso entfällt künftig eine Förderung für bereits breit im Markt etablierte Technologien wie z. B. Solarkollektoren zur reinen Trinkwassererwärmung oder solche Technologien mit einer guten Wirtschaftlichkeit, wie luftgeführter Pelletöfen, Scheitholzvergaserkessel und weniger effizienter Wärmepumpen. Die neue Richtlinie tritt voraussichtlich am 12. Juli 2010 in Kraft. Die Förderkonditionen gelten zunächst bis Ende 2011.

• Alle bis zur Verkündung des Programmstopps am 3. Mai 2010 beim BAFA eingegangene Anträge erhalten die volle Förderung nach den alten Konditionen.

• Im Zeitraum vom 4. Mai 2010 bis zum 11. Juli 2010 beim BAFA eingegangene Anträge werden abgelehnt. Für nach den neuen Förderrichtlinien förderbare Anlagen ist eine erneute Antragstellung möglich und erforderlich.

• Die Förderung von großen Anlagen zur Wärmeerzeugung im Rahmen des Marktanreizprogramms, die über die KfW-Bankengruppe erfolgt, war von der Haushaltsperre nicht betroffen. Deshalb wird die bestehende Darlehensförderung für Wärmenetze, Biomasse-KWK-Anlagen, Wärmespeicher und Geothermieanlagen unverändert fortgeführt.

• Im Bereich der Nationalen Klimaschutzinitiative bleibt jedoch das Förderprogramm für kleine Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (Mini-KWK) weiterhin ausgesetzt, da hierfür die Mittel bereits vollständig ausgeschöpft sind.

Mit dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Haushalt 2011 wird für die Förderung im Marktanreizprogramm auch eine längerfristige Perspektive bis 2014 gelegt.

Weitere Informationen sind unter www.erneuerbare-energien.de, Stichwort „Marktanreizprogramm“ abrufbar.

Quelle: www.bafa.de