Einträge ‘Modellregion’

Allgäuer nehmen Vorreiterrolle in der Energiewende ein

Freitag, Januar 11th, 2013

Während in Oberbayern die Bürgerinnen und Bürger noch unentschieden sind, ob sie die Energiewende vor der eigenen Haustüre überhaupt wollen und vor allem, ob sie die damit einhergehenden Veränderungen am Landschaftsbild ertragen können, drehen sich in anderen, nicht minder schönen Gegenden längst die Windräder. Zum Beispiel im Allgäu: Dort haben sich energieautarke Gemeinden entwickelt, die sich und die umliegende Orte mit 100 % erneuerbarer Energie ausschließlich aus der Region versorgen und die diese Energie gewinnbringend für ihre und mit den Bürgerinnen und Bürgern verkaufen. Von den Bürgerinnen und Bürgern wird der Sinn und die Zukunftsfähigkeit dieser Energie-Projekte längst nicht mehr in Frage gestellt wird.

So gibt es im benachbarten Allgäu bereits zahlreiche Passivhäuser, PV-Kraftwerke, PV-Freiflächen- und  PV-Dach-Anlagen, Wärmepumpen, Biogasanlagen und Biomassekraftwerke. Windräder sind hier im Alltag längst angekommen, Geothermie ist kein Tabu. Der Landkreis Unterallgäu (Planungsverband Iller-Donau) hat derzeit 17 Standorte im Blick,  im Gebiet des Planungsverbands Allgäu (Kempten, Kaufbeuren sowie Oberallgäu, Ostallgäu und Lindau) sind mehr als 30 Windräder in Betrieb, in den Räumen Oberallgäu/Kempten und Ostallgäu/Kaufbeuren sollen weitere 50 – auch so genannte Raumbedeutende Anlagen (bis 200 m hoch) ans Netz gehen.

Pioniere in Allgäu-Schwaben denken seit über 15 Jahren in Richtung Energiewende und packen sie an. Sie investieren in das, was sich bereits jetzt oder in nächster Zukunft rentiert. Bereits 2001 hat die Gemeinde Wildpoldsried das Kommunale Energiemanagement eingeführt. Mit großem Selbstverständnis wird inzwischen die Energiewende im Allgäu von Vielen gelebt, beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger nicht nur an den großen Windenergie-Projekten – und profitieren davon – sondern sind auch eifrig beim Energiesparen im eigenen Haus und im Alltag.

Modellregion für E-Mobilität

Anstatt in das Dritt- und Viertauto wird hier lieber in vernünftige Haustechnik und Dämmung investiert. Schwaben sparen halt gern! Bleiben deshalb die Touristen im Allgäu aus? Mitnichten. Wie auch in anderen Regionen, in denen der Wind den Strom erzeugt, wird das fortschrittliche Denken von den Gästen belohnt – indem sie weiterhin oder gerade deshalb kommen.

So dünkt es nicht Wunder, dass das Allgäu nun auch als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt wurde. Mit dem Projekt eE-Tour Allgäu sollen die Möglichkeiten der Elektromobilität im Tourismus fürs Allgäu erforscht und realisiert werden. Hierbei wird zum einen das Mobilitätsverhalten der Gäste in der Region untersucht, zum anderen ist auch das Angebot der Elektromobilität für Einheimische als sinnvolle Mobilitätsalternative Gegenstand der Forschung.

Urlaubsgäste sollen Geschmack an innovativen, umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten finden und die Botschaft mit nach Hause nehmen: „Wir konnten es im Urlaub probieren. Wir können es auch zu Hause tun.“

Wer sich über die Entwicklung im Allgäu informieren und Anregungen gewinnen möchte, sollte einen Blick  auf  www.umwelt-heute.tv/ und auf das schon legendäre Energiedorf Wildpoldried werfen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – E. Villing

Quellen: www.wildpoldsried.de, www.umwelt-heute.tv

 

 

Weniger Autoverkehr dank Mobilitätsmanagement

Montag, Januar 17th, 2011

Deutsche Energieagentur zieht positive Bilanz im Aktionsprogramm „effizient mobil“

Mobilitätsmanagement ist effektiv und überzeugt immer mehr Betriebe und Kommunen in Deutschland. Sie können mit diesem Ansatz den Pkw-Verkehr vor Ort um rund 10 Prozent senken: Diese Bilanz zieht die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) nach zwei Jahren „effizient mobil“, dem Aktionsprogramm für Mobilitätsmanagement. Die dena hat das Projekt seit 2008 mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums durchgeführt. Neben dem Aufbau von bundesweit 15 Modellregionen wurden für 100 Kommunen und Betriebe Mobilitätsmanagementkonzepte entwickelt: vom Alten- und Krankenpflegeverein Köln Longerich mit 36 Beschäftigten bis zum internationalen Großunternehmen SAP mit über 13.000 Beschäftigten. Von den kleinen Gemeinden Longuich und Fell nördlich von Trier bis zur Landeshauptstadt Hannover. Die Vielzahl der Beratungen gewährleistet eine hohe Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Betriebe und Kommunen. Ziel des Aktionsprogramms war es zu zeigen, wie eine effektive Verlagerung von Pkw-Verkehr auf effizientere und klimaschonende Verkehrsmittel möglich ist.

„Mit dem Aktionsprogramm ist es der dena gemeinsam mit ihren Partnern gelungen, zahlreiche Kommunen und Unternehmen in Deutschland vom innovativen Instrument Mobilitätsmanagement zu überzeugen“, betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass mit Mobilitätsmanagement auf lokaler Ebene eine deutliche Reduzierung von Pkw-Verkehr möglich ist.“

Besonders geeignete und interessierte Unternehmen und Gemeinden erhielten kostenlos eine individuelle Mobilitätsmanagement-Beratung. Da die Wirksamkeit von Mobilitätsmanagement von einer genauen Ausrichtung auf den Standort und die Zielgruppe abhängt, bildete eine umfangreiche, wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahme vor Ort die Basis für die Beratungen. Hierfür wurden eigens neue Erhebungs- und Analyseverfahren entwickelt und angewendet. Auf Basis dieser Analysen wurden Lösungen für die konkreten Herausforderungen vor Ort und die Mobilitätsbedürfnisse der Zielgruppe entwickelt und in einem Mobilitätsmanagement-Grobkonzept dokumentiert. Viele der Unternehmen und Kommunen haben bereits mit der Umsetzung dieser Konzepte begonnen.

Das Ergebnis der Beratungen kann sich sehen lassen: Wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen an den Standorten umgesetzt werden, können jährlich über 133 Millionen Pkw-Kilometer eingespart werden. Dies führt zu einer Minderung der CO2-Emissionen um gut 23.000 Tonnen pro Jahr. Damit wurden verlässliche und vergleichbare Daten zur Wirkung von Mobilitätsmanagement unter unterschiedlichen Bedingungen und für verschiedene Zielgruppen ermitteln.

Neben den Beratungen wurden im Rahmen des Aktionsprogramms bundesweit 15 regionale Netzwerke aufgebaut, in denen Kommunen und Unternehmen mit den Vorteilen von Mobilitätsmanagement vertraut gemacht wurden. In zwei Wettbewerben wurden innovative Projekte im Mobilitätsmanagement ausgezeichnet und so bundesweite Vorbilder für die Verlagerung auf effizientere Verkehrsmittel geschaffen.

Das Aktionsprogramm „effizient mobil“ wurde im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie der ACE Auto Club Europa e.V. unterstützten das Aktionsprogramm.

Weitere Informationen zum Aktionsprogramm unter www.effizient-mobil.de Externer Link

Dokumente zur Pressemitteilung

Quelle: www.dena.de