Einträge ‘Netzausbau’

Netzausbau doch nicht so teuer

Dienstag, Juli 17th, 2012

Der Netzausbau in Deutschland wird möglicherweise doch nicht so teuer wie gedacht. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland habe die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Kosten für die Umsetzung des Netzentwicklungsplans mit den Kosten verglichen, die auch ohne die Energiewende angefallen wären. Mit Energiewende wären nach aktuellem Plan Kosten bis 2022 bei jährlich mindestens 2 Mrd. Euro anzusetzen. Ohne Energiewende würden die Kosten laut BNetzA 1,2 Mrd. Euro pro Jahr betragen. Diese Zahlen würden die aktuelle Debatte und Diskussion um die Kosten des Netzausbaus in Deutschland relativieren.

Nord-Süd-Verbindungen

Der Netzausbau gilt als zentrale Aufgabe für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Insbesondere werden Netzverstärkungen und Neubaumaßnahmen für leistungsstarke Nord-Süd-Leitungen gefordert, um die verbrauchsstarken und vom Ausstieg aus der Kernenergie besonders betroffenen Regionen in Südwestdeutschland mit dem durch den Zubau an Windenergie geprägten Norddeutschland zu verbinden. Zuletzt hatte die Bundesnetzagentur prüfen lassen, inwieweit die Stromtrassen der Bahn für den Stromtransport mit einbezogen werden können.

Netzneubau heißt nicht gleichzeitig Trassen-Neubau

In den vergangenen Monaten wurde viel über den Netzausbau in Deutschland im Rahmen der Energiewende berichtet. Oftmals wird das jedoch in den Medien falsch dargestellt. Der Ausbau der Stromnetze bedeutet nicht automatisch auch die Planung neuer Trassen. Meist werden Netz-Neubauten in bereits bestehenden Stromtrassen vorgenommen. In der Energiewirtschaft bezeichnet man auch das als Netzneubau, obwohl das Stromnetz in einer bereits vorhandenen Trasse oftmals lediglich ertüchtigt wird und anschließend größere Strommengen transportiert werden können.

Quelle: IWR

Offshore-Wind-Branchenverband fordert Offshore-Ausbauvertrag

Mittwoch, März 30th, 2011

WAB erarbeitet Sieben-Punkte-Programm für schnelleren Offshore-Ausbau

Der Offshore-Wind-Branchenverband (WAB) stellt heute sein sieben Punkte-Programm zur Beschleunigung des Offshore-Wind-Ausbaus vor. Die Branchenvertreter fordern vor allem stabile Rahmenbedingungen für Investoren und eine verbesserte Finanzierung sowie einen beschleunigten Netzausbau. Die Forderungen sollen in einem Offshore-Branchenvertrag zwischen der Politik und der Offshore-Windbranche fixiert werden.

„Die Branche erwartet von der Politik stabile Rahmenbedingungen unter denen sich der Ausbau der Offshore-Windenergie auch rentiert.“, sagt Ronny Meyer, Geschäftsführer des Branchenverbandes WAB. „Wir brauchen daher eine Vergütung von 15 ct/kWh und den Wegfall der Befristung des Netzanbindungsanspruchs, wie er auch für konventionelle Kraftwerke gilt.“, so Meyer weiter. Die finanziellen Bedingungen für Offshore-Wind sind in Großbritannien derzeit besser als in Deutschland. Der Verband befürchtet daher, dass Großbritannien einen großen Teil des nötigen Investitionskapitals binden wird. Fixe Vergütungssätze für den Offshore-Strom wie sie das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bietet, geben den Investoren zwar Sicherheit, dennoch bleibt die Offshore-Windenergie für Investoren und Betreiber in den Anfangsjahren ein risikoreiches Geschäft. Dieses Risiko wird nach Branchenangaben derzeit nicht oder nur unzureichend durch die zu erwartenden Renditen widergespiegelt. Dies wirkt sich nach Branchenumfragen derzeit als Investitionshemmnis aus.

„Damit der geplante Ausbau der Offshore-Windenergie von 10 Gigawatt

(GW) bis 2020 beschleunigt werden kann, müssen sich die Bedingungen für die Finanzierung verbessern.“, so Meyer weiter. Hinter dem Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 verbirgt sich ein Investitionsvolumen von bis zu 30 Milliarden Euro in Deutschland. Eine Summe, die von Stromversorgern, Banken und Privatinvestoren aufgebracht werden muss.

Aufgrund der Risikostruktur sind derzeit aber nur wenige Banken bereit, Offshore-Windparkprojekte zu finanzieren. „Derzeit herrscht kein Wettbewerb unter den Banken nach Finanzierung der Projekte, sondern ein Wettbewerb der Projekte nach Finanzierung.“, so Meyer. Die Bundesregierung hat daher in ihrem Energiekonzept ein Sonderprogramm „Offshore Windenergie“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von insgesamt 5 Mrd. EUR zu Marktzinsen angekündigt. „Die Branche wartet auf das KfW-Programm. Es muss endlich umgesetzt werden.“, fordert Meyer.

Der Verband fordert zudem, dass das geplante KfW-Programm auch den Stadtwerken offen steht. „Es ist jetzt schon klar, dass das vorgesehene KfW-Programm aufgestockt werden muss.“, so Meyer.

Das Branchenpapier sieht zudem weitere Hindernisse im Netzausbau, im Ausbau der Hafeninfrastruktur und bei der Schiffsfinanzierung. „Die Dauer des Genehmigungsverfahren beim Netzausbau muss verringert und die Netzplanung des Übertragungsnetzes muss in Zukunft Aufgabe des Bundes sein.“, sagt Meyer. Hierzu schlägt der Branchenverband vor, dass ein Bundesnetzplan von einer Bundesbehörde erstellt wird und dieser dann zukünftig das Raumordnungsverfahren der Länder ersetzt. Um die Errichtung von rund 2.500 Anlagen in der deutschen Nord- und Ostsee bis 2020 nicht weiter zu verzögern, fordert der Branchenverband, dass der Ausbau der Hafeninfrastruktur zügig voran getrieben wird.

„Investoren und Betreiber brauchen stabile Rahmenbedingungen. Wir wollen unsere Forderungen daher in einen Branchenvertrag zwischen der Offshore-Windbranche und der Bundesregierung einbringen.“, so Meyer abschließend.

Die Windenergie-Agentur WAB ist das führende Unternehmensnetzwerk für Windenergie in der Nordwest-Region und bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windenergiebranche in Deutschland. Dem Verein gehören mehr als 300 Unternehmen und Institute aus allen Bereichen der Windenergieindustrie, der maritimen Industrie sowie der Forschung an.

Quelle: iwr-pressedienst