Einträge ‘Reduzierung’

Weniger Autoverkehr dank Mobilitätsmanagement

Montag, Januar 17th, 2011

Deutsche Energieagentur zieht positive Bilanz im Aktionsprogramm „effizient mobil“

Mobilitätsmanagement ist effektiv und überzeugt immer mehr Betriebe und Kommunen in Deutschland. Sie können mit diesem Ansatz den Pkw-Verkehr vor Ort um rund 10 Prozent senken: Diese Bilanz zieht die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) nach zwei Jahren „effizient mobil“, dem Aktionsprogramm für Mobilitätsmanagement. Die dena hat das Projekt seit 2008 mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums durchgeführt. Neben dem Aufbau von bundesweit 15 Modellregionen wurden für 100 Kommunen und Betriebe Mobilitätsmanagementkonzepte entwickelt: vom Alten- und Krankenpflegeverein Köln Longerich mit 36 Beschäftigten bis zum internationalen Großunternehmen SAP mit über 13.000 Beschäftigten. Von den kleinen Gemeinden Longuich und Fell nördlich von Trier bis zur Landeshauptstadt Hannover. Die Vielzahl der Beratungen gewährleistet eine hohe Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Betriebe und Kommunen. Ziel des Aktionsprogramms war es zu zeigen, wie eine effektive Verlagerung von Pkw-Verkehr auf effizientere und klimaschonende Verkehrsmittel möglich ist.

„Mit dem Aktionsprogramm ist es der dena gemeinsam mit ihren Partnern gelungen, zahlreiche Kommunen und Unternehmen in Deutschland vom innovativen Instrument Mobilitätsmanagement zu überzeugen“, betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass mit Mobilitätsmanagement auf lokaler Ebene eine deutliche Reduzierung von Pkw-Verkehr möglich ist.“

Besonders geeignete und interessierte Unternehmen und Gemeinden erhielten kostenlos eine individuelle Mobilitätsmanagement-Beratung. Da die Wirksamkeit von Mobilitätsmanagement von einer genauen Ausrichtung auf den Standort und die Zielgruppe abhängt, bildete eine umfangreiche, wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahme vor Ort die Basis für die Beratungen. Hierfür wurden eigens neue Erhebungs- und Analyseverfahren entwickelt und angewendet. Auf Basis dieser Analysen wurden Lösungen für die konkreten Herausforderungen vor Ort und die Mobilitätsbedürfnisse der Zielgruppe entwickelt und in einem Mobilitätsmanagement-Grobkonzept dokumentiert. Viele der Unternehmen und Kommunen haben bereits mit der Umsetzung dieser Konzepte begonnen.

Das Ergebnis der Beratungen kann sich sehen lassen: Wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen an den Standorten umgesetzt werden, können jährlich über 133 Millionen Pkw-Kilometer eingespart werden. Dies führt zu einer Minderung der CO2-Emissionen um gut 23.000 Tonnen pro Jahr. Damit wurden verlässliche und vergleichbare Daten zur Wirkung von Mobilitätsmanagement unter unterschiedlichen Bedingungen und für verschiedene Zielgruppen ermitteln.

Neben den Beratungen wurden im Rahmen des Aktionsprogramms bundesweit 15 regionale Netzwerke aufgebaut, in denen Kommunen und Unternehmen mit den Vorteilen von Mobilitätsmanagement vertraut gemacht wurden. In zwei Wettbewerben wurden innovative Projekte im Mobilitätsmanagement ausgezeichnet und so bundesweite Vorbilder für die Verlagerung auf effizientere Verkehrsmittel geschaffen.

Das Aktionsprogramm „effizient mobil“ wurde im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie der ACE Auto Club Europa e.V. unterstützten das Aktionsprogramm.

Weitere Informationen zum Aktionsprogramm unter www.effizient-mobil.de Externer Link

Dokumente zur Pressemitteilung

Quelle: www.dena.de

Klimagipfel in Cancún: Kyoto-Beschluss wird fortgeschrieben

Mittwoch, Dezember 15th, 2010

Patricia Espinosa bewahrt den Klimagipfel vor dem Scheitern

Der Erfolg von Cancún ist ein gutes Stück der Erfolg von Patricia Espinosa. Schon in den Tagen zuvor waren die Mexikaner als Konferenzmoderatoren für ihre offene und transparente Verhandlungsführung gelobt worden. Jede Delegation konnte sich mit ihrem Anliegen an Espinosas Team wenden. Dass die Ministerin auch entschlossen handeln konnte, war indes für viele neu.

In einer teilweise dramatischen Nachtsitzung einigten sich die Teilnehmer am Weltklimagipfel von Cancún auf zwei Vorschläge, denen sowohl die Industriestaaten, als auch die Entwicklungsländer zustimmen konnten. Die 52-Jährige Espinosa erntete dafür und für das vorsichtige Ausbremsen der widerspenstigen Bolivianer Beifall und Lobeshymnen von fast jedem Redner der entscheidenden Sitzung.

Nur ein Staat stellte sich am Samstagmorgen in Cancún gegen die anderen rund 190 Teilnehmerstaaten: Bolivien. Was viele Delegierte als „Sternstunde des Multilateralismus“ lobten, wurde von Boliviens Verhandlungsführer Soló hartnäckig torpediert.  Der bolivianische Unterhändler verwies darauf, dass die Klimakonferenz eine Regelung nur einstimmig beschließen könne. „Ich habe natürlich Ihre Position zur Kenntnis genommen, aber wenn es keine anderen Einwände gibt, ist das Dokument angenommen“, erwiderte Espinosa. Lediglich Bolivien lehnte daher zuguterletzt die Fortschreibung des Kyoto-Protokolls in einer zweiten Verpflichtungsperiode zur Reduzierung von Treibhausgasen nach 2012 ab.

Der Kompromiss von Cancún bezieht sich auf die beiden Verhandlungsstränge der Klimadiplomatie, auf der einen Seite die Beratungen der Kyoto-Staaten, auf der anderen Seite die der gesamten Klimarahmenkonvention, der alle 194 Staaten angehören. Obwohl Bolivien mehrfach gegen die Annahme der Dokumente protestiert hatte, sprach sich die Konferenz letztlich dafür aus.

Zentraler Inhalt des ersten Papiers ist das Einigung der Staatengemeinschaft, die Erderwärmung auf nicht mehr als zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Das zweite Papier der Kyoto-Staaten verweist auf das von der Wissenschaft vorgegebene Ziel, dass die Industriestaaten ihren Treibhausgasausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent mindern sollen.

Mit diesen Beschlüssen beginnt, so das Fazit der mexikanischen Außenministerin und Konferenzpräsidentin Espinosa, „eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit beim Klimawandel“.

In Cancún rangen die Vertreter aus 194 Staaten knapp zwei Wochen lang um eine gemeinsame Position zum Klimaschutz. Von Anfang an war klar, dass es keine Einigung auf ein umfassendes, völkerrechtlich verbindliches Abkommen geben würde, das das Kyoto-Protokoll ablösen würde. Das Kyoto-Protokoll läuft Ende 2012 aus, für die Zeit danach gibt es bisher keine Regelung. Ziel der Konferenz war es, die Grundlagen für die nächste Konferenz im südafrikanischen Durban im kommenden Jahr zu legen.

Im Jahr 1997 hatten sich mehr als 170 Unterzeichnerstaaten darauf verständigt, den weltweiten Kohlendioxidausstoß bis 2012 um rund fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. 37 Industriestaaten haben sich mit dem Abkommen dazu verpflichtet, dieses Ziel zu erreichen.

Kein Ende eines Prozesses, sondern ein Anfang

Espinosa hatte vor der Einigung erklärt, dass es sich bei den Dokumenten nicht um „mexikanische Texte“ handle, sondern um gemeinsam von allen erarbeitete. Mit Blick auf die geäußerte Kritik fügte sie hinzu: „Wir sollten Cancún nicht als das Ende eines Prozesses begreifen, sondern vielmehr als den Anfang.“

Die Hoffnung auf einen Kompromiss stieg, nachdem sich in der Nacht auf Samstag eine breite Unterstützung abgezeichnet hatte, auch von Staaten wie den USA und China, die im Klimaprozess als kritisch gelten. Die Texte böten die nötige Balance und wiesen einen Weg nach vorn, sagte der amerikanische Sonderbeauftragte für Klimafragen, Todd Stern, noch vor der Abstimmung: „Lasst uns dieses Paket beschließen.“

Der Vizepräsident der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas, Xie Zhenhua, hatte betont, dass das Ergebnis einigermaßen die unterschiedlichen Interessen berücksichtige. Auch Japan, das mehrfach erklärt hatte, eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nicht zu unterstützen, lobte die Vorschläge. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard zeigte sich ebenfalls zufrieden mit den Vorgaben, fügte aber hinzu: „Es muss definitiv noch mehr getan werden.“

Quelle: eigene Zusammenfassung aus diversen Tageszeitungen und Nachrichten-Portalen