Einträge ‘Vergütung’

Energie vom Land lohnt sich weiterhin

Mittwoch, Oktober 31st, 2012

Die Energiewende spielt sich vor allem im ländlichen Raum ab. Denn dort sind die Ressourcen für die deutsche Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung aus nachhaltiger Produktion im Überfluss vorhanden. Der Großteil des Stroms wird damit aus erneuerbaren Energien gewonnen. Es sind mehr als 22.000 Windrädern, rund 7.000 Biogasanlagen und weit über einer Million Solarstromanlagen installiert. Durch die Änderung gesetzlicher Fördermaßnahmen und politischer Entscheidungen über den Energieeinsatz möchten viele Leute nicht mehr in solche Technologien investieren. Wie sich solche Investitionen auch künftig rentieren, haben Finanzexperten und Bankenvorstände in einem Pressegespräch der Agentur für Erneuerbare Energien in der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt am Main erörtert.

„Der ländliche Raum als Schauplatz der Energiewende nimmt für die dezentrale Versorgung Deutschlands mit umweltfreundlicher Energie schon heute eine Schlüsselrolle ein“, resümierte der Vorstand der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Dr. Horst Reinhardt. Allein im ersten Halbjahr 2012 belief sich das Neugeschäft mit Programmkrediten im Bereich Erneuerbare Energien bei der Rentenbank auf rund 853 Millionen Euro; das entsprach knapp 30 Prozent des Gesamtvolumens. Die Landwirtschaftliche Rentenbank gilt als eine der wichtigsten Institution für Finanzierungen rund um Erneuerbare Energien im ländlichen Raum ist. Rund 16 Milliarden Euro haben allein die Landwirte laut Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes in den vergangenen drei Jahren in Erneuerbare Energien investiert.

Im Zuge der Veränderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit seinen Einspeisevergütungen haben es Investoren bei der Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien in diesem Jahr mit vielen Anpassungen zu tun gehabt, die auch das Investitionsklima beeinflussen. Schätzungen zufolge beträgt das notwendige Investitionsvolumen für die Energiewende jährlich etwa 25 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien. „Die Erneuerbaren Energien sind für uns ein Wachstumssektor, in dem wir uns erfolgreich strategisch positioniert haben“, sagte Stefan Unterlandstättner aus dem Vorstand der DKB über die Bedeutung der Erneuerbaren Energien für die DKB. „Die Erzeugung von Strom, Kraftstoffen und Wärme aus regenerativen Quellen wird für immer mehr Landwirte zu einem zweiten Standbein, das angesichts volatiler Agrarmärkte für eine zweite Einkommensquelle sorgt. Gemeinschaftsprojekte zum Ausbau Erneuerbarer Energien schaffen darüber hinaus Partnerschaften zwischen Landwirten und ihren Nachbarn im ländlichen Raum“, so Unterlandstättner.

Die Umsetzung der Energiewende erfordert den Zubau zahlreicher kleiner dezentraler Erneuerbare Energien Kraftwerke. Diese Meinung betont auch Prof. Dr. Heinrich Degenhart von der Leuphana Universität Lüneburg: „Beteiligungsmodelle steigern die Akzeptanz dieser Anlagen bei den betroffenen Bürgern, nicht zuletzt weil sie die Wertschöpfung in der Region halten. Als erfolgreiches Beteiligungsmodell erweisen sich Energiegenossenschaften. Seit 2008 sind in Deutschland rund 600 neue Energiegenossenschaften gegründet worden“.

Bei dem Treffen wies Markus Lentz, Analyst bei der Ratingagentur Scope, auf die große Bandbreite an Investment-Möglichkeiten hin, die für Geldanlagen im Bereich Erneuerbare Energien mittlerweile zur Verfügung stehen. „Eine wichtige Rolle dabei spielen die Geschlossenen Fonds. Diese investieren schon seit mehr als zehn Jahren in Erneuerbare Energien. Ein Comeback erleben derzeit Windkraftfonds. Ein weiterer aktueller Trend ist die Investition in Wasserkraftwerke. Aber auch Solarenergiefonds sind trotz Förderkürzungen weiter am Markt“, so Lentz. Er ermunterte potenzielle Anleger, sich über die Anlageprodukte vorab gut zu informieren.

Die Voraussetzungen für erfolgreiche Investitionen auf dem Markt für Erneuerbare Energien sind prinzipiell weiterhin gut. „Der gesetzlich verankerte vorrangige Netzzugang und die kalkulierbaren Einspeisevergütungen für Strom aus Erneuerbaren Energien schaffen Verlässlichkeit, die gerade in unsicheren Zeiten von den Investoren benötigt werden“, meint Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Welches EEG gilt nun für PV-Anlagen?

Dienstag, Mai 22nd, 2012

Die nun seit Monaten andauernden Diskussionen über die Förderungskürzung der Photovoltaik machen es für potentielle Anlagenbetreiber schwierig, den Überblick über das aktuelle Geschehen zu wahren. Denn zuletzt hatte der Bundesrat die EEG-Novelle zur Photovoltaik gestoppt und den Vermittlungsausschuss des Bundestags zur grundlegenden Überarbeitung des Gesetzes angerufen.

Auf welcher rechtlichen Grundlage soll man nun aber planen und wie sieht die Vergütung für Solarstrom derzeit aus? Und:Lohnt sich Photovoltaik überhaupt noch?

„Bis das neue EEG in Kraft ist, was es erst sein wird, wenn sowohl Bundestag als auch Bundesrat das Ergebnis des Vermittlungsausschusses angenommen haben, gilt das aktuelle am 1. Januar 2012 in Kraft getretene EEG. Die dort gültigen Vergütungssätze gelten also bis zum in Kraft setzen des neuen EEG. Allerdings kann auch weiterhin als Ergebnis des Vermittlungsausschusses eine rückwirkende Vergütungssenkung zum 1.4.2012 aber auch zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden“, erklärt der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell.

Die Rechtsanwältin Margarete von Oppen von der Berliner Kanzlei Geiser & von Oppen empfiehlt potenziellen Investoren, sich auf die am 29. März vom Bundestag verabschiedete EEG-Novelle zu stützen. Es wird durch die Nachverhandlungen keine Verschlechterung der Bedingungen erwartet, sondern eher das Gegenteil, so von Oppen. Auch bei den Übergangsfristen für allgemeine Freiflächenanlagen und Solarparks auf Konversionsflächen bis zum 31. Juni bzw. 30. September empfiehlt sie den Anlagenbauern sich zunächst weiter auf den Ende März vom Bundestag verabschiedeten Entwurf zu beziehen. Sollten sich nachteilige Änderungen ergeben, seien rechtliche Schritte zu prüfen, meint Margarete von Oppen weiter.

Der Vermittlungsausschuss wird voraussichtlich in der kommenden Woche das erste Mal zusammentreten, erwartet Fell. Es gebe keine Frist, bis wann sich Bundestags- und Bundesratsvertreter auf Veränderungen bei der Solarförderung verständigt haben sollten. Grundsätzlich tage ein Vermittlungsausschuss aber maximal drei Mal. Alle Beteiligten hätten sich zudem für eine rasche Einigung noch vor der Sommerpause ausgesprochen. Das Ergebnis aus dem Vermittlungsausschuss muss dann sowohl von Bundestag als auch Bundesrat angenommen werden, bevor die neue EEG-Novelle zur Photovoltaik endgültig in Kraft ist.

„Es ist davon auszugehen, dass der Bundesrat zumindest teilweise höhere Vergütungen und andere Verbesserungen als in der Bundestagsfassung durchsetzen wird. Diese würden dann ab dem noch festzulegenden Stichtag gelten“, meint Fell zur aktuellen Lage.

Und – egal wie die Entscheidung aussieht: Photovoltaik lohnt sich – ob zur Eigennutzung oder Einspeisung – und sie nützt in jedem Fall dem Klimaschutz! Zögern Sie also nicht lange, bauen Sie sich Ihr eigenes Solarkraftwerk aufs Dach!

 

Quelle: photovoltaik.eu (Sandra Enkhardt)

Bild: BSW Solar

Regierung bremst Ausbau Erneuerbarer Energien und erhöht gleichzeitig EEG-Umlage

Mittwoch, November 16th, 2011

Laut der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) wird die EEG-Umlage 2013 zwischen 3,66 und 4,74 Cent/kWh betragen. 2010 wurde sie für kommendes Jahr noch deutlich geringer, auf 3,4 bis 4,4 Cent geschätzt. Bekanntlich wurde die EEG-Umlage letzten Monat am unteren Rand in Höhe von 3,592 Cent/kWh für 2012 festgelegt – und dies auch nur aufgrund von kostensteigernden Sonderfaktoren, die letztes Jahr noch nicht bekannt waren.

Ein Vergleich der ÜNB-Prognosen des letzten und diesen Jahres lohnt sich. So fällt der Ausbau der meisten Erneuerbaren Energien in der aktuellen Mittelfristprognose für 2013 niedriger aus als noch letztes Jahr prognostiziert. Rückgänge sind bei der Photovoltaik und der Windenergie zu verzeichnen- lediglich der Bereich Biomasse notiert leichte Zuwächse.

Die niedrigeren Ausbauannahmen schlagen sich natürlich auch in den erwarteten Vergütungszahlungen nieder. Die ÜNB waren letztes Jahr noch von Vergütungszahlungen von 18,766 Mrd. Euro für 2013 und 20,754 Mrd. Euro für 2015 ausgegangen. In der neuesten Prognose werden die Zahlen deutlich nach unten korrigiert – um 1,6 Mrd. Euro auf 17,103 Mrd. Euro für 2013 sowie um 2,7 Mrd. Euro auf 18,035 Mrd. Euro für 2015.

Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Umlage steigt. Ersten Analysen zufolge trägt vor allem die Erweiterung der Privilegien der Industrie dazu bei. Bereits für das Jahr 2013 ist ein deutlicher Anstieg auf 13 bis 17 TWh des privilegierten Letztverbrauchs zu erwarten.

Ein weiterer kostenträchtiger Faktor ist die neu eingeführte Liquiditätsreserve, die von dem ÜNB berechnet mindestens drei Prozent und maximal zehn Prozent des Umlagevolumens ausmacht. Hinzu kommen weitere Kostengrößen, wie die neue Marktprämie, die absehbar zu Mitnahmeeffekten in Millionenhöhe führen wird – zu Lasten der Endkunden – aber keinen nennenswerten Effekt für die Marktintegration des EEG-Stromes hat. Auch die preissenkende Wirkung der Erneuerbaren Energien auf die Börsenpreise wird nicht an die Stromkunden weitergegeben, die aber die EEG-Umlage zahlen.

Es lässt sich also beobachten, dass die Änderungen der EEG-Novelle aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber zu einem geringeren Ausbau der Erneuerbaren Energien, aber zu höheren Kosten für den Haushaltsstromkunden führen. Somit ist die an der letzten EEG Novelle geäußerte Kritik, einerseits den Ausbau Erneuerbarer Energien zu bremsen und andererseits die Kosten des EEG´s nach oben zu treiben, leider völlig berechtigt.

Quellen: Hans-Josef Fell MdB, Sonnenseite

Offshore-Wind-Branchenverband fordert Offshore-Ausbauvertrag

Mittwoch, März 30th, 2011

WAB erarbeitet Sieben-Punkte-Programm für schnelleren Offshore-Ausbau

Der Offshore-Wind-Branchenverband (WAB) stellt heute sein sieben Punkte-Programm zur Beschleunigung des Offshore-Wind-Ausbaus vor. Die Branchenvertreter fordern vor allem stabile Rahmenbedingungen für Investoren und eine verbesserte Finanzierung sowie einen beschleunigten Netzausbau. Die Forderungen sollen in einem Offshore-Branchenvertrag zwischen der Politik und der Offshore-Windbranche fixiert werden.

„Die Branche erwartet von der Politik stabile Rahmenbedingungen unter denen sich der Ausbau der Offshore-Windenergie auch rentiert.“, sagt Ronny Meyer, Geschäftsführer des Branchenverbandes WAB. „Wir brauchen daher eine Vergütung von 15 ct/kWh und den Wegfall der Befristung des Netzanbindungsanspruchs, wie er auch für konventionelle Kraftwerke gilt.“, so Meyer weiter. Die finanziellen Bedingungen für Offshore-Wind sind in Großbritannien derzeit besser als in Deutschland. Der Verband befürchtet daher, dass Großbritannien einen großen Teil des nötigen Investitionskapitals binden wird. Fixe Vergütungssätze für den Offshore-Strom wie sie das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bietet, geben den Investoren zwar Sicherheit, dennoch bleibt die Offshore-Windenergie für Investoren und Betreiber in den Anfangsjahren ein risikoreiches Geschäft. Dieses Risiko wird nach Branchenangaben derzeit nicht oder nur unzureichend durch die zu erwartenden Renditen widergespiegelt. Dies wirkt sich nach Branchenumfragen derzeit als Investitionshemmnis aus.

„Damit der geplante Ausbau der Offshore-Windenergie von 10 Gigawatt

(GW) bis 2020 beschleunigt werden kann, müssen sich die Bedingungen für die Finanzierung verbessern.“, so Meyer weiter. Hinter dem Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 verbirgt sich ein Investitionsvolumen von bis zu 30 Milliarden Euro in Deutschland. Eine Summe, die von Stromversorgern, Banken und Privatinvestoren aufgebracht werden muss.

Aufgrund der Risikostruktur sind derzeit aber nur wenige Banken bereit, Offshore-Windparkprojekte zu finanzieren. „Derzeit herrscht kein Wettbewerb unter den Banken nach Finanzierung der Projekte, sondern ein Wettbewerb der Projekte nach Finanzierung.“, so Meyer. Die Bundesregierung hat daher in ihrem Energiekonzept ein Sonderprogramm „Offshore Windenergie“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von insgesamt 5 Mrd. EUR zu Marktzinsen angekündigt. „Die Branche wartet auf das KfW-Programm. Es muss endlich umgesetzt werden.“, fordert Meyer.

Der Verband fordert zudem, dass das geplante KfW-Programm auch den Stadtwerken offen steht. „Es ist jetzt schon klar, dass das vorgesehene KfW-Programm aufgestockt werden muss.“, so Meyer.

Das Branchenpapier sieht zudem weitere Hindernisse im Netzausbau, im Ausbau der Hafeninfrastruktur und bei der Schiffsfinanzierung. „Die Dauer des Genehmigungsverfahren beim Netzausbau muss verringert und die Netzplanung des Übertragungsnetzes muss in Zukunft Aufgabe des Bundes sein.“, sagt Meyer. Hierzu schlägt der Branchenverband vor, dass ein Bundesnetzplan von einer Bundesbehörde erstellt wird und dieser dann zukünftig das Raumordnungsverfahren der Länder ersetzt. Um die Errichtung von rund 2.500 Anlagen in der deutschen Nord- und Ostsee bis 2020 nicht weiter zu verzögern, fordert der Branchenverband, dass der Ausbau der Hafeninfrastruktur zügig voran getrieben wird.

„Investoren und Betreiber brauchen stabile Rahmenbedingungen. Wir wollen unsere Forderungen daher in einen Branchenvertrag zwischen der Offshore-Windbranche und der Bundesregierung einbringen.“, so Meyer abschließend.

Die Windenergie-Agentur WAB ist das führende Unternehmensnetzwerk für Windenergie in der Nordwest-Region und bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windenergiebranche in Deutschland. Dem Verein gehören mehr als 300 Unternehmen und Institute aus allen Bereichen der Windenergieindustrie, der maritimen Industrie sowie der Forschung an.

Quelle: iwr-pressedienst