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Wärmepumpe bei Ökobilanz positiv

Montag, November 19th, 2012

Der Einsatz von Wärmepumpen spart im Vergleich zu fossilen Heizsystemen fossile Primärenergie und Treibhausgas-Emissionen ein. In einer Studie der TU München untersuchten Wissenschaftler die Auswirkungen des (vermehrten) Einsatzes von Wärmepumpen auf die CO2-Emissionen und den (nichterneuerbaren) Primärenergieverbrauch in Deutschland. Die ersten Ergebnisse wurden Anfang November auf dem 10. Forum Wärmepumpe des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) vorgestellt.

„Die Studie zeigt, dass Wärmepumpenanlagen im Vergleich zu fossilen Heizsystemen Treibhausgase-Emissionen und fossile Primärenergie einsparen. Mit steigender Tendenz: Durch den wachsenden Anteil regenerativer Energien im Strommix werden Wärmepumpen im Laufe ihrer Nutzungsdauer ohne erneute Investitionen immer ‚grüner‘.“, so BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski. Dies trifft auch auf andere Heizsysteme zu, allerdings in wesentlich kleinerem Umfang.

Abstand beim Primärenergieverbrauch steigt deutlich

Die Studie „energiewirtschaftlichen Bewertung der Wärmepumpe in der Gebäudeheizung“ gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil zeigt, dass Wärmepumpen im Vergleich zu einem alten Öl-Niedertemperaturheizkessel (Baujahr 1990) bereits mit dem derzeitigen Strommix 42 bis 52 % der nicht-regenerativen Primärenergie sparen. Im Neubau nach EnEV2009-Standard beträgt die Ersparnis 32 bis 43 % gegenüber einer Öl-Brennwertheizung mit solarer Trinkwassererwärmung.

Geringe Auswirkungen durch Zubau von Wärmepumpen

Im zweiten Teil der Studie wird der Einfluss eines starken Ausbaus von Wärmepumpen auf den zukünftigen Strommix untersucht. Basis für die Ausbauprognose ist das Ausbauszenario 2 der BWP-Branchenstudie 2011, das eine sehr große Steigerung des Wärmepumpenbestands von ca. 450.000 Wärmepumpen auf rund 3,5 Mio. installierte Anlagen in 2030 vorsieht. Diese Wärmepumpen würden zu den derzeit rund 3,3 TWh/a dann rund 13,5 TWh/a Strom zusätzlich benötigen. Je nach Szenario würde die Strommenge 39 oder sogar 50 % aus erneuerbaren Energiequellen oder KWK-Anlagen stammen. Insgesamt würde auf Wärmepumpen selbst bei der forcierten Ausbau-Planung nur rund 3,5 % des gesamten Stromverbrauchs entfallen.

Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler B. A., Quelle: TGA Fachplaner

Ohne Investitionskosten zur neuen Ökoheizung

Dienstag, Oktober 2nd, 2012

Viele deutsche Wohngebäude verfügen über eine veraltete und ineffiziente Heizungsanlage. Meist fehlt den Privatleuten das nötige Kapital für die Installation einer modernen Ökoheizung. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) setzt dazu im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ein Marktanreizprogramm mit der neuen Förderung des Öko-Contracting um.

Der Präsident der BAFA, Dr. Arnold Wallraff, betont: „Durch die Contractinglösung können wir Hauseigentümer leichter überzeugen ihre Heizungsanlage zu erneuern. Denn beim Einbau fallen für den Eigentümer keine Investitionskosten an. So wie man beim Auto zwischen Kauf und Leasing wählen kann, so gibt es jetzt bei der Heizungsmodernisierung die Wahl zwischen Investition oder Contracting.“

Zum Hintergrund: Beim Anlagen-Contracting errichtet ein Energiedienstleister im Haus des Kunden eine Öko-Heizung. Er sorgt außerdem für Wartung und Versicherung der Heizungsanlage. Dafür erhält der Energieversorger einen direkten Investitionszuschuss vom BAFA. Beispielsweise werden für den Einbau einer Gas-Brennwertheizung mit Solarthermie, einer Biomasseanlage oder einer Wärmepumpe zwischen 2000 und 3300 Euro ausgezahlt.

Der Kunde profitiert im Gegenzug von einer neuen, effizienten Heizung, die Brennstoffkosten senkt dauerhaft CO2-Emissionen vermeidet, und erneuerbare Energien aus der Region nutzt. Für die Bereitstellung der Heizungsanlage zahlt der Kunde über 10 bis 15 Jahre einen vertraglich festgelegten Betrag an den Energieversorger.

„Angesichts des großen Sanierungsbedarfs ist die Förderung von Contracting-Modellen ein richtiges und notwendiges Signal. Nur wenn wir diesen neuen Vertriebsweg beschreiten, wird es gelingen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt bis 2020 auf 14 Prozent zu steigern. Neben den Herstellern und den Installateuren brauchen wir auch die Energiedienstleister als Partner des Marktanreizprogramms. Denn auch sie sorgen dafür, dass sparsame und ökologische Heizungstechnik in den Heizungskeller kommt“, so der Präsident des BAFA.

Dr. Wallraff hebt darüber hinaus die Bedeutung des Öko-Contracting für Vermieter und Mieter hervor: „Sehr interessant ist das Contracting auch für Vermieter, die sich bislang davor gescheut haben, in neue Heiztechnik zu investieren, weil sie die Kosten nur auf lange Sicht refinanzieren konnten. Und die Mieter sparen Heizkosten, weil teure fossile Energie durch billige erneuerbare Energie ersetzt wird“.

Wer sich für die Anschaffung einer regenerativen Heizung über Öko-Contracting interessiert, findet beim Verband für Wärmelieferung (www.energiecontracting.de) eine nach Postleitzahlen sortierte Anbieterliste.

Weitere Informationen zum Marktanreizprogramm finden Sie unter: www.bafa.de

Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 2012