Einträge ‘Windenergie’

Erdgas und Windenergie günstiger als Atomkraft

Dienstag, August 7th, 2012

Erdgas und Wind sind deutlich günstigere Arten der Stromerzeugung als Atomkraft. Das sagt Jeffrey Immelt, Chef des amerikanischen Großkonzerns General Electric (GE). General Electric ist einer der größten Ausrüster für Atomkraftwerke Die hohen Kosten der Energieerzeugung mit Atomkraftwerken rechtfertigen diese Technologie nur schwerlich. Erdgas und Wind seien demgegenüber wirtschaftlicher, betont Immelt, zumal Erdgas aktuell einem Preisverfall im Rohstoffpreis unterliege und sogar längerfristig eine günstige Energiequelle sein könnte, da derzeit viele neue Erdgasquellen gefunden würden.

Die meisten Länder würden sich daher für eine Kombination aus Erdgas und Windkraft oder Solarenergie entscheiden, sagt Immelt. Seine Aussagen verdeutlichen, wie sehr sich die Schiefergasrevolution in den USA, die Nuklearkatastrophe in Fukushima und die sinkenden Preise für einige erneuerbare Energien auf den weltweiten Energiemarkt auswirken.

Für viele Länder, die Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen bauen wollen, wird dies zunehmend zum Problem.

Die Debatte über Atomstrom geht in Deutschland hingegen unvermindert weiter. Die amtierende Bundesregierung unterstützt den Bau von mehreren umstrittenen Atomkraftwerken im Ausland, obwohl hierzulande der Ausstieg beschlossen wurde. Der Energieversorger EnBW hat kürzlich angekündigt, nun doch keine Verfassungsklage gegen die 13. Atomgesetz-Novelle einzureichen. Auch wenn der Konzern weiter der Auffassung ist, dass die Atom-Novelle einer verfassungsrechtlichen Prüfung nicht standhalten würde, fehle nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die Grundrechtsfähigkeit, da sich das Unternehmen fast vollständig in öffentlicher Hand befindet. Der Konzern hofft daher auf erfolgreiche Verfassungsklagen seiner Konkurrenten Vattenfall, E.on und RWE.

Quelle: IWR

Windenergie: Ergebnisse zum Ausbau im 1. Halbjahr 2012

Dienstag, August 7th, 2012

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz wurden am 1. August 2012 in Berlin die Resultate der 1. statistischen Erhebung zum Ausbau der Windenergie in Deutschland vorgestellt, die von WindGuard im Auftrag des BWE und der VDMA Power durchgeführt wurde.

Onshore bereits über 30 GW Leistung installiert – Süddeutschland legt zu

Im 1. Halbjahr 2012 wurden demnach in Deutschland 414 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1 GW zugebaut. Die bundesweit installierte Gesamtleistung stieg damit auf rund 30 GW.

Im bundesweiten Vergleich führen bei der zugebauten Leistung die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen. An dritter Stelle steht mit Rheinland-Pfalz ein im Süden Deutschlands gelegenes Bundesland. Auch weitere Bundesländer in der Mitte und im Süden Deutschlands befinden sich unter den ersten zehn. Dies zeigt, dass der Ausbau der Windenergie mit fortschreitender Technologieentwicklung zunehmend auch in den südlichen Regionen stattfindet.

 Neun leistungsstarke neue Offshore-Anlagen ans Netz gegangen

Auf See speisten im 1. Halbjahr 2012 neun Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 45 MW erstmals Energie ins Netz ein. Im Rahmen der Datenerhebung zur Erstellung der Statistik wurde ermittelt, dass im 2. Halbjahr weitere Offshore-Windparkprojekte in Bau gehen sollen. Laut den Angaben der Entwickler sollen sich bis zum Jahresende Projekte mit deutlich über 400 Anlagen und einer Gesamtleistung von über 2.000 MW in Bau befinden.

Die nächste Statistik zum Windenergieausbau in Deutschland mit einem Überblick über die Entwicklungen im Gesamtjahr 2012 wird Anfang 2013 erscheinen.

Quelle: iwr-pressedienst 03.08.2012 – zusammengefasst von E. Villing

 

Weitere Informationen zum Status des Windenergieausbaus und Fact Sheet:

http://www.windguard.de/aktuelles-presse/

http://www.wind-energie.de/infocenter/statistiken

http://www.vdma.org/windenergie

 

 

Energiewende auch in Frankreich

Montag, Juli 9th, 2012

Sogar in Frankreich wird seit dem Präsidentschaftswechsel ein neuer Kurs in der Energiepolitik eingeschlagen. Bis 2025 will der neue Präsident François Holland den Anteil des Atomstroms am französischen Energiemix von heute rund drei Viertel auf 50 Prozent senken. „Immer mehr Länder in der Europäischen Union stehen der Kernkraft kritisch gegenüber“, bilanziert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer, die Entwicklung. In einigen Staaten wurde der Nuklearausstieg bereits komplett umgesetzt, in anderen Ländern wie den Niederlanden und Großbritannien, stehen Projekte zum Ausbau der Kernkraft vor dem Aus.

Eine repräsentative Umfrage der französischen Umwelt- und Energiebehörde ADEME zeigt, dass die Zustimmung zum Ausbau Erneuerbarer Energien in Frankreich bei 96 Prozent liegt. Mehr als 80 Prozent der Befragten konnten sich die Installation von Solarmodulen auf ihren Dächern vorstellen, das waren vier Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Mit dem Bau von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft wären 60 Prozent der Franzosen einverstanden, im Jahr 2010 waren es noch 54 Prozent. An den Veränderungen, die Erneuerbare Energien im Landschaftsbild mit sich bringen, störten sich lediglich 13 Prozent der Befragten, das waren sieben Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.

Wind- und Solarenergie ausbaufähig

„Die Umfrage hat auch gezeigt, dass vielen Franzosen die wirtschaftlichen Vorteile Erneuerbarer Energien bekannt sind“, stellt Vohrer fest. Nun gelte es, die hohe Akzeptanz Erneuerbarer Energien im Nachbarland in mehr konkrete Projekte umzusetzen. Frankreich hat mit einem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion von knapp 15 Prozent erhebliche Kapazitäten zur regenerativen Erzeugung von Elektrizität. Mit über 80 Prozent liegen diese allerdings im Bereich alter Großwasserkraftwerke. Dagegen führen die Windkraft mit rund 6 250 MW und die Photovoltaik mit knapp 1 700 MW, die im Juni 2011 installiert waren, ein Nischendasein.

Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich

Zum Vergleich: In Deutschland waren Ende 2011 knapp 30 000 MW an Wind- und rund 25 000 MW an Photovoltaikleistung am Netz. „Im Zuge des von François Hollande angekündigten Rückgangs der Kernkraft am französischen Strommix werden die Erneuerbaren Energien zur stärkeren Entfaltung kommen“, zeigt sich Vohrer zuversichtlich angesichts der vorhandenen Potentiale. Wichtig zu wissen sei, dass sich Grundlast-Strom aus unflexiblen Kernkraftkraftwerken und Elektrizität aus Erneuerbaren Energien nicht gut vertrügen. Weil Atomkraftwerke schlecht an die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien angepasst werden könnten, stünden sie einer regenerativen Stromversorgung im Wege. „Initiativen wie das Projekt Kombikraftwerk in Deutschland, bei dem Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen zusammengeschaltet werden und sich ergänzen, zeigen, dass eine Vollversorgung allein mit Erneuerbaren Energien technisch möglich ist“, betont Vohrer.

Neben Deutschland wollen auch andere Staaten in der Europäischen Union wollen künftig auf die Atomkraft verzichten. So hat Belgien nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen. In Italien stimmten die Bürger im Juni 2011 in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit gegen die Atomkraft. In Österreich ist die Nutzung der Kernkraft gesetzlich verboten. Und auch wirtschaftliche Argumente sprechen gegen die Nutzung der Atomenergie. In den Niederlanden setzte der Stromversorger Delta die Planungen für einen weiteren Reaktor am bisher einzigen holländischen AKW-Standort aus, in Großbritannien legten E.ON und RWE laut Medienberichten ihre Projekte zum Bau neuer Atomkraftwerke auf Eis.

Erneuerbare Energien hingegen setzen neue wirtschaftliche Impulse. Das hat offenbar auch François Hollande erkannt. Er betonte im Wahlkampf, Deutschland habe bei Erneuerbaren Energien fast fünfmal so viele Jobs geschaffen wie Frankreich. Laut einer vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie bietet die Erneuerbare-Energien-Branche mittlerweile mehr als 380 000 Menschen in Deutschland Arbeit.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Deutschland als Stromexportland

Mittwoch, Juni 20th, 2012

Deutschland exportiert auch im ersten Quartal 2012 wieder mehr Strom als es importiert. (8,2 Milliarden kWh mehr Stromexport als -import in Deutschland) Dies belegen die neuesten Zahlen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEB). Trotz des Abschaltens von acht Atomreaktoren und der winterbedingt gewöhnlich höheren Stromverbrauchs, erzielt das Land wieder einen großen Überschuss in der Stromhandelsbilanz. Im I. Quartal haben rechnerisch vier der noch neun Atomreaktoren nur für den Export produziert.

Diese Zahlen widerlegen diejenigen, die immer wieder Angst vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung schüren und zeigen, dass gerade der Zubau von Solar- und Windkraftwerken der richtige Weg ist. Wenn wir endlich mit Energiesparen und Energieeffizienz ernst machen und auch deswegen den Bremser Rösler entfernen, wenn wir mit Lastmanagement – also der Steuerung flexibler Stromverbraucher nach dem Angebot preiswerten Stroms – und Netzumbau sowie Speicherzubau anfangen, können wir schnell alle Atomkraftwerke abschalten und zugleich die klimaschädlichen Kohlekraftwerke immer weniger laufen lassen.

Da der Strom aus Erneuerbaren Energien den Import von Energien reduziert und vorrangig zur Wertschöpfung im Lande führt, schafft dies Arbeit und Einkommen. Selbst bei Verwendung von „Chinesenmodulen“ erfolgt über 90 Prozent der Wertschöpfung in unserem Land. Und der Strom aus Wind- und Solaranlagen kostet keinen Treibstoff und wird von Jahr zu Jahr preiswerter. Schon bald wird Deutschland das Industrieland mit der modernsten und preiswertesten Stromversorgung sein.

Quelle: FORUM e.V. 2012

Investitionen in Erneuerbare Energien steigen weltweit um 17 Prozent

Mittwoch, Juni 13th, 2012

Die Investitionen in Erneuerbare Energien sind im Jahr 2011 weltweit um 17 Prozent auf einen neuen Rekord von 257 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das ist das Sechsfache der Investitionen die im Jahr 2004 getätigt wurden und 94 Prozent mehr als im Jahr 2007, ein Jahr vor der weltweiten Finanzkrise. Zugleich gibt es einen enormen Strukturwandel im Bereich der Erneuerbaren Energien. Auch die deutsche Solarindustrie ist erheblich unter Anpassungsdruck geraten.

Aktuelle Daten zu Investitionen in Erneuerbare Energien liefert der „Global Trends in Renewable Energy Investment“ Report (GTR) von Experten der Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance und Bloomberg New Energy Finance. Er wurde gestern an der Frankfurt School of Finance & Management vorgestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts im Überblick:

  • Unter den verschiedenen Erneuerbaren bevorzugten die Investoren im Jahr 2011 die Solarenergie gegenüber der Windenergie. Vom Jahr 2010 zum Jahr 2011 stiegen die weltweiten Gesamtinvestitionen in Solarenergie um 36 Prozent auf 136,6 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen in Windenergie im Jahr 2011 beliefen sich auf 74,9 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zum Jahr 2010 ein Rückgang um 12 Prozent. Somit flossen fast doppelt so viele Mittel in den Solarbereich wie in die Windenergie. Die Erneuerbaren konnten erneut ein Rekordjahr verbuchen, obgleich es von Herausforderungen geprägt war. Der Wettbewerbsdruck verschärfte sich und führte zu stark fallenden Preisen vor allem im Solar-Bereich. Diese für den Verbraucher erfreuliche Entwicklung machte den Herstellern schwer zu schaffen. Einige Unternehmen zwang der Preisverfall zur Aufgabe, andere überlebten nur dank ihrer Restrukturierungsmaßnahmen.
  • Während die Industrieländer im Jahr 2011 mit 97,8 Milliarden US-Dollar (Entwicklungsländer 49,5 Milliarden US-Dollar) am meisten in Solarenergie investierten, flossen in Entwicklungsländern mehr Mittel in die Windenergie
  • Der starke Anstieg bei Investitionen in Solarenergie und der gleichzeitige Rückgang bei Investitionen in Windenergie lassen sich auf den Boom bei den Installationen von Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Hausdächern zurückführen.
  • Im Jahr 2011 wurden 76 Milliarden US-Dollar in sogenannte „small-scale“, also kleine, dezentrale Projekte investiert – zum Beispiel Solarstrom auf Hausdächern. Dies ist rund ein Viertel mehr als im vorangegangenen Jahr (60 Milliarden US-Dollar) und entspricht 30 Prozent der Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energie des Jahres 2011.
  • Bloomberg New Energy Finance schätzt, dass 7.9GW der gesamten PV (also large-scale und small-scale) in Italien installiert wurden, dicht gefolgt von Deutschland mit 7.5GW. Auch eine Vielzahl von smallscale Photovoltaik-Projekten in China und Großbritannien sowie Finanzierungen von größeren solarthermischen Kraftwerken in Spanien und den USA führten zu der Verschiebung der Investition hin zu Solarenergie.
  • Fallende Preise: Die Preise für PV-Module fielen um fast 50 Prozent, für Onshore-Windenergieanlagen um etwa zehn Prozent. Fallende Preise machten diese beiden wichtigsten erneuerbaren Energieformen zu ernsthaften Konkurrenten für fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas.

Der Report kann auf der Website des FS UNEP Centre www.fs-unep-centre.org kostenfrei heruntergeladen werden. Bei der Frankfurt School besteht außerdem die Möglichkeit eine gedruckte Ausgabe anzufordern.

Quelle: IWR

Erneuerbare Energien: Anzahl der Beschäftigten steigt trotz Finanzkrise

Dienstag, Juni 12th, 2012

In Deutschland sind 371.950 Personen im Sektor Erneuerbare Energien tätig. Bayern gilt dabei als größter Arbeitgeber mit 68.850 Beschäftigten in Solar-, Bio-, Windenergie, Geothermie und Wasserkraft. Die meisten Personen sind im Bereich Solarenergie tätig (Deutschland: 125.050, Bayern: 24.730), dicht gefolgt von der Bioenergie (Deutschland: 124.340, Bayern: 26.490) und der Windenergie mit 101.080 in Deutschland und 10.310 in Bayern.

Anmerkung: Bei den genannten Zahlen sind öffentliche Forschung und Verwaltung mit bundesweit 10.000 weiteren Arbeitsplätzen noch nicht mit berücksichtigt.

Um die Erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben und effizienter gestalten zu können wurden in der Bundesrepublik 61,2 Mio Euro für Forschungsarbeiten ausgegeben. Die gesellschaftliche Akzeptanz Erneuerbarer Energien in der Nachbarschaft liegt in der Republik bei durchschnittlich 64%. Dies wurde durch die Umfrage „Akzeptanz Erneuerbare Energien“ der Agentur für Erneuerbare Energien ermittelt.

Alle genannten und weitere wichtige Daten zu Erneuerbaren Energien in Deutschland finden Sie auf der Seite „föderal erneuerbar“ www.foederal-erneuerbar.de der Agentur für Erneuerbare Energien.

Den Jahresreport Föderal Erneuerbar können Sie unter www.unendlich-viel-energie.de herunterladen. Informationen dazu finden Sie auch unter unseren Publikationen und Buchtipps.

Windenergie stabilisiert Stromnetze

Donnerstag, Mai 31st, 2012

Das Stromnetz ist ständigen Schwankungen unterlegen. Innerhalb weniger Sekunden bis Minuten müssen zusätzliche, sichere Strommengen zum Ausgleich aufgebracht werden. Bislang wurde dies hauptsächlich von fossil betriebenen Kraftwerken übernommen, doch in Zukunft sollen verstärkt Windparks zum Ausgleich beitragen. Dazu bearbeitet derzeit das Frauenhofer IWES zusammen mit Partnern aus der Industrie ein Forschungsprojekt, um neue Techniken und Methoden zur Bereitstellung von Regelenergie aus Windstrom zu entwickeln.

Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium (BMU) gefördert und läuft bereits seit Mai 2012. „Die Forschungsarbeiten sind auf zwei Jahre angelegt. Wir planen Mitte 2013 einen Feldtest durchzuführen. Dieser würde dann parallel zu einem weiteren BMU-Forschungsprojekt, dem Kombikraftwerk 2, erfolgen.“, so Markus Speckmann, Projektkoordinator IWES. Bei diesem Projekt steht die Netzstabilität bei einer zu 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung im Mittelpunkt.

Folgende drei Ansätze werden von den Forschern verfolgt :

  • Es geht um ein speziell auf die Windenergie angepasstes Nachweisverfahren für Regelenergie. Jeder Kraftwerksbetreiber muss gegenüber den Netzbetreibern belegen, welche Regelleistung er zu einem bestimmten Zeitraum hätte einspeisen können und wie viel er tatsächlich eingespeist hat. Bei Windstrom soll sich dieser Nachweis der Leistung nicht an der geplanten Leistung (Fahrplan) orientieren, wie bisher bei den fossil befeuerten Kraftwerken, sondern an der möglichen Ist-Leistung. Ob ein derartiges Nachweisverfahren möglich ist und Vorteile bietet, soll durch die Forschungsarbeiten geklärt werden.
  • Es werden Prognoseverfahren entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass eine gewisse Mindestleistung durch die Windenergie erreicht wird. Das ist die Voraussetzung, um ein Angebot an Regelleistung mit den geforderten 100 Prozent Sicherheit abgeben zu können. Bislang sind Windprognosen allerdings hierfür noch nicht hinreichend sicher.
  • Als letzten Baustein werden neue Regelungsalgorithmen gebraucht, die den Beitrag einzelner Windparks und den einzelner Anlagen in einem Windpark beim Abruf und der Vorhaltung von Regelleistung aufteilen.

Regelenergie

Regelenergie wird benötigt, um im Stromnetz Differenzen zwischen Verbrauch und Erzeugung auszugleichen und dadurch die Sollnetzfrequenz zu halten. Derzeit wird sie hauptsächlich von konventionellen Kraftwerken zur Verfügung gestellt. Durch die letzte Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist es auch EEG-Anlagen in der Direktvermarktung erlaubt, Regelenergie bereit zu stellen. Die Regelleistung setzt sich aus der Primärregelleistung, Sekundärregelleistung und Minutenreserve zusammen, die sich u. a. hinsichtlich ihrer Aktivierungszeit (30 Sekunden, 5 Minuten und 15 Minuten) unterscheiden.

Biogasanlagen wurden bereits für die Bereitstellung von Minutenreserve und Sekundärregelleistung präqualifiziert. Für Windenergieanlagen sollen die Voraussetzungen jetzt geschaffen werden.

Quelle: BINE Informationsdienst

Foto: Bernd Kröger

Informationsveranstaltung „Energieprojekte“ war ein großer Erfolg

Freitag, März 23rd, 2012

Herrsching, 23. März 2012. Am 19. März 2012 fand in Herrsching die Informationsveranstaltung „Energieprojekte: Den Ausverkauf des Landkreises Starnberg verhindern – Wertschöpfung für die Bürger sichern“ statt. Zahlreiche Gäste, darunter mehrere Bürgermeister aus dem Landkreis, hatten sich im Saal der VR Bank eingefunden, um den Vorträgen von Dr. Max Reicherzer und Oliver K. Eifertinger zu folgen. Nach einhelliger Meinung war die Veranstaltung ein großer Erfolg und vor allem für die Kommunen gab es wertvolle Hinweise.

Die Referenten hatten sich darauf konzentriert, Optionen für die Kommunen aufzuzeigen, die privaten Investoren den Zugang zu Energieprojekten im Landkreis erschweren können nach dem Grundsatz: „Konzentrationsflächen nur ausweisen, wenn die privaten Grundeigentümer einen Grundstückssicherungsvertrag mit der Gemeinde abschließen.“  In der anschließenden Diskussion offenbarte sich, dass dieser Grundsatz von einigen Gemeinden nicht konsequent verfolgt wird, in der Hoffnung, dass sowieso keine Windräder gebaut werden.

Bei der Beschreibung der Möglichkeiten, wie sinnvolle finanzielle Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten installiert werden können, die im Gegensatz zu den üblichen Investorenmodellen stehen, hoben die Referenten insbesondere die Möglichkeiten von Genossenschaften hervor. Diese hätten schon im Grundsatz bestimmte (rechtlich festgelegte) Voraussetzungen, die sie gegenüber anderen Gesellschaftsformen insbesondere für Erneuerbare Energie-Projekte, wie z.B. PV- oder Windenergie-Anlagen, in Vorteil setzten. So entfällt z.B. bei Genossenschaften eine Prospektpflicht, Ausschüttungen  können steuerfrei erfolgen und Genossenschaften bieten niedrige monetäre Beteiligungsgrenzen, so dass viele Bürger Anteile erwerben und am wirtschaftlichen Erfolg partizipieren können. Außerdem können Genossenschaften in eine Betriebsgesellschaft bspw. als Kommanditistin einer GmbH & Co.KG beitreten und den erneuerbar erzeugten Strom direkt bei den Anwohnern zu vergünstigten Preisen vermarkten.

Herr Eifertinger berichtete, dass Bürger-Genossenschaften in der Regel kein Problem hätten, viel Geld auch für größere Projekte zusammen zu tragen: In Baden-Württemberg seien bei einem von ihm betreuten Projekt in drei Wochen 2,5 Mio. € zusammen gekommen – nur 0,5 Mio. € waren gesucht.

Bürgermeister Rupert Monn aus Berg lobte die Veranstaltung und betonte, dass er viel mit nach Hause nähme. Zustimmendes Nicken und der Applaus signalisierten die Zustimmung und Zufriedenheit der Teilnehmer.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Evelyn Villing ▪ Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit ▪ Email: evelyn.villing@energiewende-sta.de

Der Vortrag Energieprojekte BBH von Dr. Max Reicherzer und Oliver K. Eifertinger, beide von der Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held (BBE) kann hier (PDF) heruntergeladen werden.

Foto: „Dr. Alzheimer“

Nachbericht zur ABSI 2012

Mittwoch, Februar 8th, 2012

Vom 27. bis 28. Januar 2012 fand im Landratsamt Fürstenfeldbruck das 19. Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI) statt. Bereits zum zweiten Mal war Fürstenfeldbruck Gastgeber für alle in der Energiewende Aktiven Gäste. Eineinhalb Tage Zeit war für wertvolle Fachvorträge, engagierte Diskussionen und viel persönlichen Austausch.

Die Veranstaltung wurde mit der Begrüßung von Hans Aigner, Vorstand des gastgebenden Vereins ZIEL 21, begonnen. Am Freitagnachmittag widmete sich die ABSI ganz dem Thema „Windkraft in Bayern“. Der vorgesehene bayerische Windenergieerlass beinhaltet eine neue positive Dynamik, aber reicht dies aus, um die Windkraft in Bayern substantiell voran zu bringen? Stehen jetzt wirklich „Alle Ampeln auf Grün“?

Am Abend präsentierten Claus Biegert und Renate Börger von der E.F. Schumacher-Gesellschaft in München neue, die Akzeptanz steigernde Gesichtspunkte innerhalb des Festvortrags „Eine Energiewende mit menschlichem Maß“. Anschließend wurde der Tag am Buffet mit angenehmen Gesprächen beendet.

Für den Samstagvormittag standen interne Gespräche von der ABSI an, wie zum Beispiel ein neuer Internetauftritt, das Jahrestreffen 2013 oder die Sprecher/innenwahl. Anschließend standen Fachvorträge auf dem Programm. Nachfolgend erhalten Sie einen kleinen Überblick über die Themen und Referenten:

  • Hans-Josef Fell, zweiter Sprecher der ABSI, blickt zurück auf das „Erneuerbare Energien-Jahr“ 2011 und skizziert die Perspektiven für 2012.
  • Im Vortragsteil „Energiewende mit Versorgungssicherheit“ werden ökologische und ökonomische Fragen der Energiewende von namhaften Referenten vortragen und anschließend diskutieren.
  • Der Vortrag „Faktor Mensch beim Umbau auf EE“ beleuchtet die Akzeptanzfrage für Erneuerbare Energien und die Erkenntnissen der Forschungsgruppe Umweltpsychologie.
  • Abschließend folgt ein kritischer Blick auf die „Energiewende in Bayern“ mit drei Beiträgen aus bayerischer und regionaler Blickrichtung.

Beim „Markt der Möglichkeiten“ am Freitag und Samstag wurden Initiativen, Projekte und Ideen in Kurzpräsentationen an parallelen Tischen präsentiert, so dass Jede/r die Möglichkeit hatte sich an verschiedenen Tischen zu informieren.

Downloads der verschiedenen Vorträge und weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier!

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Bayerische Solar-Initiativen

Windkraft im Landkreis Starnberg – Aktuelle Informationen

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

Moderne Windkraftanlagen werden zunehmend auch im südbayerischen Raum errichtet. Für Windkraftanlagen im Außenbereich besteht nach  § 35 Abs. 1 Nr. 5 des Baugesetzbuches (BauG) privilegiertes Baurecht, das sich gegenüber öffentlichen Belangen, die nicht entgegenstehen dürfen, in der Regel durchsetzen würde. Die 13 Gemeinden des Landkreises und die Stadt Starnberg steuern deshalb die allgemeine Zulässigkeit der Anlagen über Teilflächennutzungspläne und weisen für die besser geeigneten Standorte so genannte Konzentrationsflächen aus, innerhalb derer ausschließlich Windkraftanlagen errichtet werden können.

In der Kreistagssitzung vom 30. Januar 2012 wurde, damit der erste Teilflächennutzungsplan verabschiedet werden konnte, eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung für die östliche Seite des Starnberger Sees beschlossen. Damit unterliegen Windkraftanlagen in diesem Bereich nicht mehr dem Bauverbot.

Am 31. Januar konnte daraufhin die Gemeinde Berg als erste Kommune im Landkreis den Teilflächennutzungsplan zur Windkraft verabschieden.  Der Beschluss erfolgte einstimmig. Die Regierung von Oberbayern muss nun als Genehmigungsbehörde dem Teilflächennutzungsplan der Gemeinde Berg zustimmen, damit dieser rechtkräftig wird. Damit wird der Weg für die Aufstellung eines Bebauungsplans frei gemacht, der als nächstes im Rahmen der Bauleitplanung ansteht. Im Rahmen dieses Genehmigungsverfahren zum Bau von vier Windenergieanlagen auf dem Höhenrücken der Wadlhäuser Gräben werden dann die Standorte konkretisiert und die Öffentlichkeit sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Weitere Informationen zum Thema finden sie hier:

•    Teilflächennutzungspläne Windkraft Lkr. Starnberg [PDF: 695 KB]
•    Windenergie Lkr. Starnberg – Beschlüsse [PDF: 34 KB]
•    Windenergie Lkr. Starnberg – Meilensteine [PDF: 40 KB]
•    Häufige Fragen und Antworten zur Windkraft
•    Detaillierte Infos (inklusive Karten) zu den einzelnen Teilflächennutzungsplänen erhalten Sie direkt bei den beteiligten Gemeinden (Homepage oder persönlich)

Quelle: Starnberger Merkur und Süddeutsche Zeitung vom 31.01.2012 und 02.02.2012, sowie Landratsamt Starnberg, 02.02.2012